Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

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knutella2k
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von knutella2k » Mittwoch 3. März 2021, 11:07

Norbert hat geschrieben:
Dienstag 2. März 2021, 17:32
Und nachdem ich mich auch mal für einen ausländischen Bewerber um eine Legalisierung bemüht habe, er aber im letzten Moment absprang, wäre ich da ebenso vorsichtig.
Ja, sowas geht natürlich auch andersrum. Danach wäre ich wohl auch vorsichtiger.
Norbert hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 00:11
Z.B. hat mich der CTO des Technik-Ablegers einer der grössten russischen Firmen mitten während meiner Vorstellung unterbrochen und gefragt was ich denn hier wirklich mache und ob ich ein Spion wäre.
Ich hatte genau zwei Gespräche, beim letzteren hats dann geklappt, logisch, aber so eine Frage wurde mir bisher (zumindest von den einstellenden Unternehmen :D ) nicht gestellt.

Vielleicht klappt es ja bei den deutschen Automotive-Playern mit Vertrieb oder Produktion in Russland, da könnte man die Kenntnis der deutschen Sprache noch als kleinen Pluspunkt sehen, auch wenn es vielleicht für die Stelle nicht 100% benötigt würde.

Na jedenfalls viel Erfolg!
ALAARRM! ALAAAAARRMM!!



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Wladimir30
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 3. März 2021, 12:07

L. Jasminovič hat geschrieben:
Dienstag 2. März 2021, 21:37
stelle ich mir die Frage, ob die Einheimischen denn bereit sind mehr Kontakt zu Ausländern zu haben.
Bereit? Klar, warum nicht? Russen sind in der Regel lernbegierig, und da sie noch neugierig sind, ist die Frage des Kontaktes grundsätzlich kein Problem. Allerdings ist mir nicht klar, was Du mit "MEHR Kontakt" meinst.
Z.B. hat mich der CTO des Technik-Ablegers einer der grössten russischen Firmen mitten während meiner Vorstellung unterbrochen und gefragt was ich denn hier wirklich mache und ob ich ein Spion wäre.
Ach, das würde ich nicht so eng sehen. Erstens kann es ja durchaus sein, die Frage ist ja nicht vollkommen idiotisch. Kann zudem durchaus sein, dass irgendwas in Deinem Verhalten, Deinen Aussagen oder sonstwas diese Assoziation bei ihm hervorgerufen hat. Zweitens, nun ja, ist doch mal interessant zu sehen, wie jemand auf provokative Fragen reagiert. Halte ich für eine durchaus akzeptable Taktik.
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von L. Jasminovič » Mittwoch 3. März 2021, 16:31

knutella2k hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 11:07
Vielleicht klappt es ja bei den deutschen Automotive-Playern mit Vertrieb oder Produktion in Russland, da könnte man die Kenntnis der deutschen Sprache noch als kleinen Pluspunkt sehen, auch wenn es vielleicht für die Stelle nicht 100% benötigt würde.
Bin auch schon dran. Bei einem war sogar eine Stelle ausgeschrieben, wo es genau um meinen Spezialbereich ging. Ich hatte sie aber nicht bekommen.
Wladimir30 hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 12:07
Allerdings ist mir nicht klar, was Du mit "MEHR Kontakt" meinst.
Ich meinte damit etwa dass russische Firmen trotzdem nicht offener gegenüber Ausländern bzw. ausländischen Spezialisten werden. Und ich finde, das hängt genau mit dem Punkt zusammen, den Norbert so gut formuliert hat:
Norbert hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 00:11
Diese Frage bekommt man immer mal gestellt, meist als Scherz formuliert, aber immer auch mit einer kleinen Portion Skepsis.
Mein Vater war in den 80er Jahren als Fremdkorrespondent hierzulande unterwegs (muss eine sehr interessante Zeit gewesen sein!). Was er mir erklärt hat stimmt auch völlig mit Norberts Formulierung überein.
Wladimir30 hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 12:07
Ach, das würde ich nicht so eng sehen. Erstens kann es ja durchaus sein, die Frage ist ja nicht vollkommen idiotisch. Kann zudem durchaus sein, dass irgendwas in Deinem Verhalten, Deinen Aussagen oder sonstwas diese Assoziation bei ihm hervorgerufen hat. Zweitens, nun ja, ist doch mal interessant zu sehen, wie jemand auf provokative Fragen reagiert. Halte ich für eine durchaus akzeptable Taktik.
Muss man nicht, klar. Jetzt wo du es so darstellst, es ist eine recht lustige Stressfrage. :D Dennoch finde ich, einem ausländischen Bewerber in einem Erstgespräch eine solche Frage zu stellen, ist etwas unangemessen. Aber das schlimmste ist - es bestätigt den Vorurteil, leider!

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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von m1009 » Mittwoch 3. März 2021, 18:14

Dennoch finde ich, einem ausländischen Bewerber in einem Erstgespräch eine solche Frage zu stellen, ist etwas unangemessen
Eine Sache der Mentalität. Wenn Du die Frage "Sind Sie Faschist", mit einem Schulter-zucken abtun kannst, dann kommst Du hier zu recht.... Ansonsten, frag Dich (und Deine Frau), ob es das "richtige Land" fuer Euch ist.

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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 3. März 2021, 19:04

L. Jasminovič hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 16:31
Dennoch finde ich, einem ausländischen Bewerber in einem Erstgespräch eine solche Frage zu stellen, ist etwas unangemessen.
Wenn es um einen Job mit viel Kohle und vermutlich größeren Projekten geht, sollte man nun wirklich nicht zimperlich reagieren. Wenn Du es für lustig, unangemessen ode sonstwas hälst, ist dies Dein gutes Recht. Bedenke aber. DU willst in einem anderen Land was machen. Wie Du die Fragen beurteilst, sollte deshalb keine Rolle spielen. Es gibt durchaus sensible Bereiche, wo man sich als Arbeitgeber nicht absichern will, sondern muss. Ich betone nochmals: es wird sicher nicht jeder Bewerber gefragt. Ich halte es durchaus für möglich, dass irgendetwas in Deinem Verhalten, Deiner Wortwahl oder vergleichbares diese Frage provoziert hast. Auf diesen Aspekt bist Du aber nicht eingegangen.

Ob nun russische Firmen offener gegenüber Ausländern bzw. ausländischen Spezialisten werden, nun, m1009 hat dies meiner Meinung nach zutreffend kommentiert. Wenn man sich zudem vor Augen hält, wie Russland im Ausland dargestellt wird (z.B. seit einigen Jahren verstärkt auch in Deutschland), dann kann man nicht erwarten, dass man als Vertreter dieses Landes mit offenen Armen empfangen und mit einem "Hurra, endlich sind Sie da!" begrüßt wird. Es ist in Russland sehr wohl bekannt, welche Meinung über Russland verbreitet wird. Wie m1009 schrieb: wenn man menschlich angemessen reagiert, dann kann man schnell eine gemeinsame Sprache finden, und auf deren Basis evtl. eine Lösung.
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von inorcist » Mittwoch 3. März 2021, 19:31

Mein Eindruck ist, dass die grossen und internationalen Unternehmen in Russland ähnlich professionell aufgestellt sind wie das in Europa der Fall ist mit leichten kulturellen Nuancen. So was das zumindest bei meinem Arbeitgeber in Russland der Fall und bei den zwei Interviews, die ich separat noch hatte ebenfalls.

Bei den kleineren hängt es dann in Russland wiederum stark von der Geschäftsführung ab. Das sehe ich in Europa aber auch nicht anders. Mir ist vor zwei Jahren von einem Headhunter (Franzose) hier in Lux direkt ins Gesicht gesagt worden, dass er nur mit mir redet, weil sein Kunde das so wollte und er normalerweise keine Gespräche mit Deutschen führen würde.

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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 3. März 2021, 20:32

m1009 hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 18:14
Eine Sache der Mentalität. Wenn Du die Frage "Sind Sie Faschist", mit einem Schulter-zucken abtun kannst, dann kommst Du hier zu recht....
Hat mich zum Glück noch nie jemand gefragt. Was dem aber schon nahe kommt: "Warum gehst du zur 9.-Mai-Feier? Ihr habt doch verloren!"

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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 3. März 2021, 20:59

inorcist hat geschrieben:
Mittwoch 3. März 2021, 19:31
Mein Eindruck ist, dass die grossen und internationalen Unternehmen in Russland ähnlich professionell aufgestellt sind wie das in Europa der Fall ist mit leichten kulturellen Nuancen.
Sicher, wobei diese sicherlich schwerpunktmäßig in Moskau und, wohl schon weniger, Sankt-Petersburg vertreten sind. Inwieweit hinter dem Ural weiß ich nur so ungefähr. In den anderen Gegenden (die man getrost als Provinz bezeichnen kann, na gut, Nizhnij Novgorod nur zum Teil) wird dieser internationale Usus zunehmend weniger.
Bei den kleineren hängt es dann in Russland wiederum stark von der Geschäftsführung ab. Das sehe ich in Europa aber auch nicht anders.
Ist wie der Mittelstand in Deutschland, wo der Chef seine eigene Philosophie vertritt und auch selbst verantworten muss. Kann ich gut nachvollziehen, wenn da Fragen gestellt werden, die in international gut aufgestellten Betrieben wohl eher nicht kommen.
und er normalerweise keine Gespräche mit Deutschen führen würde
.
Klare Aussage. Da muss man erstmal schlucken. Kommt eben darauf an, wie man darauf reagiert.
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 4. März 2021, 11:23

Mal so die allgemeine Frage. Wie sind Eure Erfahrungen bei Bewerbungen in Russland auf den in Deutschland üblichen Wegen? Vereinfacht gesagt potentielle Arbeitgeber zu identifizieren und diese dann zu kontaktieren? Das mag je nach Branche unterschiedlich sein, deshalb weiß ich es einfach nicht.

Meine Erfahrungen (persönliche und aus dem mittlerweile recht weitem Bekanntenkreis) hierbei sind komplett negativ. Ich persönlich kennen keinen einzigen Fall, in dem dieser Weg zu einer Anstellung geführt hat. Vielleicht ist dies in machen Branchen anders?
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von m1009 » Donnerstag 4. März 2021, 11:42

Weiter vorn.....

"L. Jasminovič" ist verheiratet. Hab ich das richtig gelesen?

Warum HQS? RVP beantragen, damit kannst frei in Moskau und Moskauer Oblast arbeiten....



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