Beschissen beschießen

Übersetzungen und Verständnisfragen zu einzelnen Ausdrücken

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Beschissen beschießen

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 16. Januar 2015, 09:21

Abtrennung aus: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=122&t=17498. Norbert, Vize-Häuptling
Alex KA hat geschrieben:die beide Parteien des Konflikt beschissen ...
Hallo Alex KA.
Ich weiß nicht, ob Du das mit Absicht so schreibst, aber ich vermute mal, daß Du unwissentlich das Wort "beschissen" verwendest, wenn Du meinst, daß auf irgendetwas geschossen wird oder wurde? Das heißt im Deutschen "beschiessen", meinetwegen auch "beschießen". "Beschissen" ist dagegen etwas anderes. Es kann ja z.B. sein, daß beide Parteien den Konflikt beschissen finden. Und das wäre wiederum sehr gut sogar.... Wäre nur nicht sonderlich elegant ausgedrückt...
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Re: Schon wider eine Provokation, oder Unfall?

Beitrag von _RGP_ » Freitag 16. Januar 2015, 14:23

Wladimir30 hat geschrieben: Das heißt im Deutschen "beschiessen", meinetwegen auch "beschießen".
Als langjähriger Freund des Buchstaben "ß" (und auch der alten Rechtschreibung) möchte ich hier kurz korrigieren/hinzufügen, daß in Deutschland nur "beschießen" richtig ist.
Nach einem Diphthong bleibt das "ß" auch in neuer (reformierter 2.0...oder wie es jetzt heißen mag) Rechtschreibung erhalten, und wird nicht zum Doppel-S verstümmelt.

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Re: Schon wider eine Provokation, oder Unfall?

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 16. Januar 2015, 15:14

_RGP_ hat geschrieben:
Wladimir30 hat geschrieben: Das heißt im Deutschen "beschiessen", meinetwegen auch "beschießen".
Als langjähriger Freund des Buchstaben "ß" (und auch der alten Rechtschreibung) möchte ich hier kurz korrigieren/hinzufügen, daß in Deutschland nur "beschießen" richtig ist.
Nach einem Diphthong bleibt das "ß" auch in neuer (reformierter 2.0...oder wie es jetzt heißen mag) Rechtschreibung erhalten, und wird nicht zum Doppel-S verstümmelt.
Jetzt hast Du mich auf dem falschen Fuß erwischt, und jetzt ist es mir furchtbar peinlich. Vor der glorreichen Rechtschreibreform hab ich noch sehr genau gewußt, wann was wie zu schreiben ist, egal ob -ss-, -ß-, Komma ja oder nein usw. Mit der Reform in der Version was-weiß-ich die wievielte hab ich dann den Überblick verloren, zumal ich dann mehr hier als dort war. Du siehst ja, daß ich selber immer noch "daß" schreibe und nicht "dass". Dass schreibe ich nur, wenn ich vom handy schreibe und T9 kein "ß" verwendet.
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Re: Schon wider eine Provokation, oder Unfall?

Beitrag von Norbert » Freitag 16. Januar 2015, 16:18

An sich doch ganz einfach: Masse schreibt sich mit Doppel-S, weil das a kurz gesprochen wird, wie auch bei Damm. Maße schreibt sich mit ß, weil das a lang gesprochen wird, wie auch bei Dame.

Rechtschreibreformen sind etwas ganz normales, sonst würden wir heute noch mit langem s (ſ) schreiben. Dass dabei natürlich nie alle Unlogiken aufgelöst werden, liegt auch in der Natur der Sache. Ich finde "daß" und "Rußland" inzwischen sehr ungewöhnlich. Selbst die FAZ ist ja 2007 vom anfänglichen Prinzip abgekommen und schreibt nun gemäss den aktuellen Regeln.

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Re: Beschissen beschießen

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 16. Januar 2015, 16:36

Tja, leider ist es eben nicht so einfach. Das haben ja die Befürworter der Rechtschreibreform auch immer behauptet. Das ging dann ja so weit, daß sie den "Kaiser" durch den "Keiser" ersetzen wollten. Bei "Maße" und "Masse" kommt noch hinzu, daß durch den langen/kurzen Vokal die Bedeutung ja geändert wird. Dann gibt es aber Fälle wie "weg" und "Weg!", wo dieser Unterschied kurz/lang incl. anderer Bedeutung auch da ist, dies in der Schreibung aber nicht sichtbar wird. "Pappplakat" z.B. ist für mich einfach immer noch ein Ungetüm. Selten gibt es solche Fälle wie "Bettuch" und "Betttuch", wo ein Dreifachkonsonant den Bedeutungsunterschied klar macht. Fälle wie "Aufwand - aufwändig" statt "aufwendig" leuchten in der Tat noch ein.

Es stimmt, sogar die FAZ, die ja grundsätzlich sehr konservativ ist, hat sich angepaßt. Ich bin wie gesagt zu lange aus dem direkten sprachlichen Umfeld, so daß (!) ich hier das Sprachgefühl verloren habe. Was mir sehr leid tut, da ich als gebürtiger Linguist eigentlich sehr genau auf solche Dinge geachtet habe.

Deshalb sind für mich "Russland" und "dass" immer noch fremd.
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Re: Beschissen beschießen

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 16. Januar 2015, 17:51

@ _RGP_ Welche Übersicht kannst Du empfehlen, damit ich wenigstens halbwegs, möglichst ganzwegs, wieder auf dem Laufenden bin? Die Duden-Seiten haben da nichts Hilfreiches ergeben. Ich hatte früher in meinem Wahrig Wörterbuch der Deutschen Sprache eine sehr übersichtliche Darstellung der Rechtschreibregeln. Die sind nun aber eben leider veraltet...
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Re: Beschissen beschießen

Beitrag von bella_b33 » Freitag 16. Januar 2015, 17:58

Rußland.....is auch so ne Nummer, als ob hier Alles tiefschwarz vom Feuer wäre :lol:

Russland bitte, Danke!
Erst wenn der Subwoofer die Katze inhaliert, fickt der Bass richtig übel!
-Wolfgang Amadeus Mozart, Österreichischer MC (1756-1791)

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Re: Beschissen beschießen

Beitrag von Bluewolf » Freitag 16. Januar 2015, 18:50

naja darüber könnte man ja noch weiter philosophieren ;-)

Wäre nicht Rusland sogar korrekter als abgeleitet von "Volk der Rus" (ok jetzt hat die Rechtschreibprüfung gleich zweimal gemeckert *g*)

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Re: Beschissen beschießen

Beitrag von bella_b33 » Freitag 16. Januar 2015, 19:47

Bluewolf hat geschrieben: Wäre nicht Rusland sogar korrekter als abgeleitet von "Volk der Rus"
Oder Russland von "Volk der Russen" ;)
Erst wenn der Subwoofer die Katze inhaliert, fickt der Bass richtig übel!
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Re: Beschissen beschießen

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 16. Januar 2015, 19:51

Bluewolf hat geschrieben:Wäre nicht Rusland sogar korrekter als abgeleitet von "Volk der Rus" (ok jetzt hat die Rechtschreibprüfung gleich zweimal gemeckert *g*)
Das wird immer gerne gebracht. Ist aber nicht eindeutig geklärt. Solche Volksetymologien sind schwer auszurotten. Z.B. dass близорукий vom Ausdruck Близкие руки kommt, also man sieht seine Hände nur, wenn sie nah sind. Stimmt aber nicht. Es kommt von близозоркий, also gerade eben Kurzsichtigkeit.
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