Qualität russischer Lebensmittel sinkt

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von m1009 » Mittwoch 31. August 2016, 07:47

Gibt es Sauerteig außerhalb Deutschlands?

OT 1: mittlerweile gibt es, nicht unschmackhaftes, Hefe freies Brot.
OT 2: wir haben das Brotbacken eingestellt. Mit erschreckender Geschwindigkeit, nimmt die Leibesfuelle zu... :lol:



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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 31. August 2016, 07:56

m1009 hat geschrieben:OT 1: mittlerweile gibt es, nicht unschmackhaftes, Hefe freies Brot.
Auch die Gärung im Sauerteig beruht auf Hefen. Hefefreies Brot ist nichts als ein Werbegag. Nur weil die kein Hefe zugeben, heißt das nicht, dass keine drin sind.

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von zimdriver » Mittwoch 31. August 2016, 09:22

m1009 hat geschrieben:.....
OT 2: wir haben das Brotbacken eingestellt. Mit erschreckender Geschwindigkeit, nimmt die Leibesfuelle zu... :lol:
... wie ein Kollege im Büro eindrucksvoll bewies. Man konnte geradezu monatlich optisch den Nutzen eines Brotbackautomaten nachvollziehen.

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von paramecium » Mittwoch 31. August 2016, 09:40

m5bere2 hat geschrieben:
m1009 hat geschrieben:OT 1: mittlerweile gibt es, nicht unschmackhaftes, Hefe freies Brot.
Auch die Gärung im Sauerteig beruht auf Hefen. Hefefreies Brot ist nichts als ein Werbegag. Nur weil die kein Hefe zugeben, heißt das nicht, dass keine drin sind.
Natürlich gibt es Brote die ohne Zusatz von Sauerteig (Milchsäurebakterien + Hefen) oder Hefen produziert werden. Man nutzt bei diesen "Schnellbroten" chemische Zusatzstoffe (normalerweise Natron oder Kaliumhydrogencarbonat) als Triebmittel und fügt zur besseren Freisetzung von CO2 normalerweise noch säuernde Stoffe wie Ascorbinsäure, Zitronensäure, Weinsäure ect. hinzu. Vorteil: Ist billig, geht schnell.

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von Norbert » Mittwoch 31. August 2016, 10:37

Das Lustige ist halt, dass Hefe in Russland oft als "böse" verschrien ist. Warum auch immer.



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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 31. August 2016, 11:36

paramecium hat geschrieben:Man nutzt bei diesen "Schnellbroten" chemische Zusatzstoffe (normalerweise Natron oder Kaliumhydrogencarbonat) als Triebmittel
Aber ein Qualitätsmerkmal ist das nicht. :lol:

In Russland wird aber "hefefreies" Brot oft als besonders gesund verkauft und Leute kriegen hysterische Anfälle, wenn man ihnen erzählt, dass man sein Brot mit Hefe bäckt. ;)

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 31. August 2016, 11:38

Norbert hat geschrieben:Das Lustige ist halt, dass Hefe in Russland oft als "böse" verschrien ist. Warum auch immer.
Ich habe mal gelesen, dass hat sich die Schnellbrotindustrie ausgedacht, damit Leute zu Hause kein Brot backen sondern Industriebrot kaufen. Denn im Hausbrot ist ja nunmal normalerweise Hefe drin, ob zugegeben oder aufgeschnappt, ist ja egal.

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von Evgenij » Mittwoch 31. August 2016, 12:58

Zurück zur Qualität der Produkte:
Young Shatterhand2 hat geschrieben:Ich möchte einmal folgenden Artikel als Einwurf für die Diskussion nehmen und hoffe vor allem auf Antworten von Residenten:
Ja, ich würde dies ebenso zum Teil bestätigen, dass die Qualität nachgelassen hat – vor allem bei Milchprodukten (hier stärker bei Käseproduktion).
Auch bei Fleisch-/Wurstprodukten (u.a. «Докторская» und sonstigen Brühwürsten) ist das der Fall.
Glaube aber, es habe weniger was mit allgemeiner Qualität/Herstellungsart zu tun, sondern mit fehlender systematischer Kontrollmechanismen – und beruhe aber eher auf schon lange etablierten (alten) „russischen Tradition“, sprich: zu tricksen, wo es nur geht.
[In der SU hatte man natürlich bessere Kontrollen gehabt, so dass dieser „ГОСТ” auch eingehalten wurde].

So tut man z.B. den Würsten/Fleischprodukten nicht nur Fett beimischen, sondern auch gelegentlich ebenfalls Soja-/haltige (am Rande: wobei ich solche Soja-Gerichte in Deutschland besonders mochte/mir köstlich schmeckten).

Des Weiteren: Selbst bei/in Schlachthöfen oder an anderen Zwischenlagerungsstellen/-Hallen ist es üblich (früher öfter), dass man dem ganzen Rohfleisch («туши мяса») unbedingt eine neue „Frische“, sei es bereits leicht verdorben oder aus sonstigen Gründen verleihen möchte, indem man mit bestimmten Flüssigkeiten (und/oder blutfarbigen „Sirups“) dieses Fleischstück nachspritzen (шприцуют) tut und nicht nur der frischen „Neuaussehen“-Verleihung wegen, sondern ebenso um dadurch mehr Gewicht auf die Waage zu bringen! (Man lässt es nämlich vor dem Transport z.B. in die LM-Ketten in „schönen“ Kühltruhen einfrieren). (Übrigens, bei (Roh-)Fischprodukten gibt’s auch welche „guten Einreibe-Techniken“).

Zurück zur Milchprodukten: Da wir diese fast nur ausschließlich in den sog. „магазины натрулаьных продуктов” Läden (wg. eindeutig besseren Qualität – wurde hier bereits ebenso erwähnt) kaufen – könnte man meinen, dass es einen auch nichts angehe, was in den LM-Läden an Milch aus Massenproduktion so angeboten würde. Wenn wir aber die Milch und sonstiges in „normalen“ Geschäften schon kaufen, so muss dann bei der Milch aber unbedingt die («топленое») sein.

So werde aber außerdem nicht nur bei der Qualität selbst getrickst, sondern auch in puncto Verpackungsmittel bzw. Tetra Pak Packungsdisplays, welche samt bereits abgedrucktem Haltbarkeitsdatum aus der Druck-Presse kommen.
Die werden nämlich (teilweise) schon weit im Voraus bestellt, nur WANN genau welche (z.B. alte) Milch dann auch abgefüllt wird, ist meistens nicht kontrollierbar (oder wenig kontrolliert). So ist es mir bereits einige Male passiert, dass ich „heute“ die Milch in der Hand hatte, welche erst „morgen“ abgefüllt ist/werden sollte. Natürlich werde sowas auch gemacht, um gewisse logistische Zeitspanne „auszumerzen“ -, nur wenn es sich dabei um einen lokalen Herstelle handelt – so kann‘s echt dafür kein Verständnis entgegengebracht werden.
Bei «конфеты» ist es auch nicht viel anders, da sie meist längere Haltbarkeitsdaten haben, so erlaube man sich auch da gewisse (mehr) „Freiheit“ im Datumsaufdruck/Füllung mit Pralinen.
Bei Torten z.B. kommt allerdings ebenso „altbewährte Technik“: nämlich die Klebe-Zetteln mit neuem Datum zu überkleben.

Auch mit Honig-Schummelei ist gar so ein Sonderthema.
Gibt’s zwar auch Techniken wie man den Honig auch Echtheit prüfen kann, jedoch was macht man dann, wenn die Bienen mit bspw. Melasse oder ähnlichen Sirups extra gefüttert werden?!!

Mein Opa hatte ja früher eigene Imkerei gehabt und hat so einiges erzählt – er hatte natürlich sowas nicht gemacht, da die ja nur zur Selbstversorgung (für Familienangehörigen-/Verwandten, Freunde etc.) gedacht -, sein Kollege aber sehr wohl, da für den Verkauf bestimmt war.

Daher kann ich auch den ganzen/vielen Honigverkäufern, selbst im Altai_Region (heute) nicht mehr glauben.
Es gibt aber mittlerweile einige Testlabors in Novosibirsk auch mobiler Art, wo man die Qualität vom Honig kostenlos prüfen lassen kann.

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von Evgenij » Mittwoch 31. August 2016, 13:02

saransk hat geschrieben:[...] hast Du vielleicht so etwas auch noch in russisch, weil sonst in meinem Bekanntenkreis direkt wieder der Verdacht im Raum steht, dass dies von ausländischen Agenten manipuliert ist.
Die Russen sind (doch) nicht blöd, und wissen (auch selbst) zu gut, wie es um die Qualität „ihrer“ Produkte bestellt ist.

Hier in NSK z.B. wird in den lokalen News oft/ständig darüber berichtet: selbst solche „Giganten“/Quasimonopolisten auf regionaler oder überregionaler Ebene wie «Вимм-Билль-Данн»/«Веселый Молочник», «Вамин» etc. bleiben da nicht außen vor!
Neulich wurde aber ebenso auch um die „Manipulationen“ bei «Торговая Площадь» mit *DOKTORSKAYA*-Wurstsorten etc. berichtet.

Es ist einfach mehr oder weniger „natürlich“, wenn jemand aufs „fremde/eigene“ Terrain/Territorium sich begibt und da entsprechend etwas sensitiv darauf reagiert werden würde. Gehört eben eher zu allgemeiner Empfindsamkeit/Empfindlichkeit von Menschen dazu..
..ist in etwa so, als ob man (als Beispiel) einen deutschen Germanisten in puncto Goethe/Schiller eines Besseren belehren würde/möchte – sollte man vllt. auch gelegentlich tun (wäre nicht verkehrt), (aber nur) sofern einer M.R.-Ranicki heißt ;).

Ich erlebe es ja auch persönlich hin und wieder: als ich z.B. mit Marschrutka unterwegs bin und den Fahrer gelegentlich bitte, mal seinen Bleifuß vom Gaspedal runterzunehmen, falls wir dann doch bissle zu schnell fahren und/oder ihn (noch) drauf hinweise(n) (muss), bei solcher Fahrweise wenigstens die Warnblinkanlage anzuschalten, als wir uns dem Stauende schon sehr schnell annähern (da in Russland ja kaum Abstand zwischen den Fahrzeugen eingehalten wird, und daher ein großes Risiko bestünde, von hinten aufgefahren zu werden bzw. Unfall zu bauen).
In solchen Fällen fühlen sich die Fahrer (meistens) nur beleidigt – und erwidern dann einem in etwa (meist) so: „ich wisse es selbst viel besser, was zu machen (wäre) oder nicht – da ich das bereits seit 22 Jahren professionell betreibe“ – oder so ;-)

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Re: Qualität russischer Lebensmittel sinkt

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 31. August 2016, 15:27

Evgenij hat geschrieben:selbst solche „Giganten“/Quasimonopolisten auf regionaler oder überregionaler Ebene wie «Вимм-Билль-Данн»/«Веселый Молочник», «Вамин» etc. bleiben da nicht außen vor!
Beim "весёлый молочник" frage ich mich immer, warum er so "весёлый" ist. Was hat er getrunken? :-)



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