Nach Nowosibirsk auswandern?

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Moderator: Norbert

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Haya
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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von Haya » Freitag 21. November 2014, 06:37

Moin Moin,

Lieber Roman11,
Im Gegensatz zu manch anderen Foristen werde Ich Dir sicherlich keine Prognosen liefern können, ob Du gute Chancen haben wirst und die Aufträge nur so reinflattern werden. Da Du vermutlich Dich selbst schon damit auseinander gesetzt hast, weißt Du dann auch, dass es von vielen Faktoren abhängig sein kann (Konkurrenz, Standort,...)
Es kann sicherlich in der neuen Heimat alles prima werden und Du findest ein schönes Leben mit der Existenz, die Dir im Forum prognostiziert wurde. Es kann aber auch die andere Seite der Medaille erscheinen und dann ist oft guter Rat teuer.
Denke der Tipp bzgl. dessen, dass Du erstmal etwas Erfahrung sammelst kann nicht verkehrt sein.
Sollte es nichts werden, dann hast zumindest nicht alles auf eine Karte gesetzt.

Gruß
Haya



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Norbert
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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von Norbert » Freitag 21. November 2014, 07:45

Haya, hier stimme ich Dir vollkommen zu! Man sollte keinesfalls denken, dass man einfach so nach Russland geht, sofort hunderte zufriedene Kunden findet und der bekannteste Tischler Sibiriens wird. Im Gegenteil! Obwohl der Bedarf definitiv da ist, ist es sehr schwer, zunächst den Fuß in die Tür zu bekommen. Denn man kennt niemanden, niemand kennt einen, keiner kann die Qualität vorher einschätzen, man hat vom Start weg kaum Geräte und qualifizierte Partner, ...

Und da hilft nur, ganz klein anzufangen, Erfahrungen und Kontakte sammeln.

Erst nach zwei bis drei Jahren wird man wissen, ob man auf dem richtigen Weg ist oder sich einer Illusion hingegeben hat. (Wobei ich bislang niemanden erlebt hat, der wirklich interessiert war und dennoch gescheitert war. Die Frage ist also, wie groß ist der eigene Wille und natürlich auch Realitätssinn.)

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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von Haya » Freitag 21. November 2014, 08:50

Moin Moin,

Lieber Norbert,
fett markieren und kenntlich machen, dann kann man schon (fast) zu machen!

Absolut nichts einzuwenden, da nun auch die andere Seite der Medaille benannt wurde.

Gruß
Haya

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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 21. November 2014, 09:16

Haya und Norbert, Ihr habt beide natürlich vollkomen recht mit Euren warnenden Hinweisen. Allerdings hatte ich gedacht, daß das dermaßen bekannt ist und sich von selbst versteht, daß das gar nicht mehr extra angemerkt werden muß. Zudem das ja auch nicht nur rußlandspezifisch ist.

Andererseits ist es wohl eine Aufgabe eines derartigen Forums auch auf diese Punkte zumindest hinzuweisen.
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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von tecis » Donnerstag 11. Dezember 2014, 02:38

Wladimir30 hat geschrieben:
Vorsicht, wenn sich Dir dann jemand als Mitgesellschafter und Geldgeber andient. Ein verlockendes Angebot, aber die Wahrscheinlichkeit, daß Du dann von ihm "enteignet" wirst ist meinem Dafürhalten nach sehr groß. Aber das wirst Du sicherlich selber schon wissen.
Wladimir, könntest du darauf bitte etwas genauer eingehen inkl. juristischer Fallstricke?

Vielen Dank



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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 11. Dezember 2014, 08:59

tecis hat geschrieben:
Wladimir30 hat geschrieben:Vorsicht, wenn sich Dir dann jemand als Mitgesellschafter und Geldgeber andient. Ein verlockendes Angebot, aber die Wahrscheinlichkeit, daß Du dann von ihm "enteignet" wirst ist meinem Dafürhalten nach sehr groß. Aber das wirst Du sicherlich selber schon wissen.
tecis hat geschrieben:Wladimir, könntest du darauf bitte etwas genauer eingehen inkl. juristischer Fallstricke?
Jurstische Fallstricke können Dir andere viel besser erklären. Eines der durchaus üblichen Szenarien ist, daß der russische Mitgesellschafter sich mit irgendwem verabredet und die dann entweder blitzschnell die Satzung irgendwie ändern (Möglichkeiten gibt es viele) und Du plötzlich entmachtet wirst, oder daß Du Deinen Gesellschafteranteil voll eingebracht hast, der Partner nicht, die Firma wird absichtlich gegen den Baum gefahren oder was, und das Geld ist dann auf einmal weg. Besonders leicht geht das, wenn Du nicht da bist (Urlaub, Dienstreise oder so), dann wird sehr kurzfristig eine Gesellschafterversammlung einberufen, und Du bist dann leider leider nicht da, und in Deiner Abwesenheit werden dann weitereichende Entscheidung getroffen, die kaum zu Deinem Vorteil sind. Der russische Partner wird dann alle Leute auf den Ämtern und so kennen, die helfen ihm dann schon. Wie gesagt, laß Dir die Einzelheiten von einem Spezialisten erklären.
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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von bella_b33 » Donnerstag 11. Dezember 2014, 23:43

Norbert hat geschrieben:Man sollte keinesfalls denken, dass man einfach so nach Russland geht, sofort hunderte zufriedene Kunden findet und der bekannteste Tischler Sibiriens wird. Im Gegenteil! Obwohl der Bedarf definitiv da ist, ist es sehr schwer, zunächst den Fuß in die Tür zu bekommen. Denn man kennt niemanden, niemand kennt einen
Da es hier auch viel und oft derbe Pfuscher gibt, sehe ich das auch so. Man kann die Zeitung aufklappen und findet hunderte Angebote zu Fenstern, Treppen usw., Nur wer taugt etwas? Man fragt sich also vorher im Bekanntenkreis durch und nimmt dann Jemanden, von dem man weiß, daß er schon einmal etwas Ordentliches hingestellt hat. Ich hab das bei z.B. bei allen Gewerken so gemacht und bin bisher nicht enttäuscht worden. Vorteil: es ist oft noch ein guter Rabatt mit drinnen ;)
Wladimir30 hat geschrieben:Du plötzlich entmachtet
BTW: Ich hab neulich auf Arte nen Beitrag zu Enteignung in Russland gesehn, da wird einem ganz anders :shock:
[youtube]TOo5Qss1bmc[/youtube]

Gruß
Silvio
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-Wolfgang Amadeus Mozart, Österreichischer MC (1756-1791)

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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von tecis » Samstag 13. Dezember 2014, 01:07

Wladimir30 hat geschrieben: Jurstische Fallstricke können Dir andere viel besser erklären. Eines der durchaus üblichen Szenarien ist, daß der russische Mitgesellschafter sich mit irgendwem verabredet und die dann entweder blitzschnell die Satzung irgendwie ändern (Möglichkeiten gibt es viele) und Du plötzlich entmachtet wirst, oder daß Du Deinen Gesellschafteranteil voll eingebracht hast, der Partner nicht, die Firma wird absichtlich gegen den Baum gefahren oder was, und das Geld ist dann auf einmal weg. Besonders leicht geht das, wenn Du nicht da bist (Urlaub, Dienstreise oder so), dann wird sehr kurzfristig eine Gesellschafterversammlung einberufen, und Du bist dann leider leider nicht da, und in Deiner Abwesenheit werden dann weitereichende Entscheidung getroffen, die kaum zu Deinem Vorteil sind. Der russische Partner wird dann alle Leute auf den Ämtern und so kennen, die helfen ihm dann schon. Wie gesagt, laß Dir die Einzelheiten von einem Spezialisten erklären.
Danke Dir für die Erlauterungen.

Meine Frage: Sind denn überhaupt russische Teilhaber notwendig?

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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von tecis » Samstag 13. Dezember 2014, 01:26

bella_b33 hat geschrieben: BTW: Ich hab neulich auf Arte nen Beitrag zu Enteignung in Russland gesehn, da wird einem ganz anders :shock:
[youtube]TOo5Qss1bmc[/youtube]

Gruß
Silvio
Den Beitrag habe ich ebenfalls gesehen.

Meines Erachtens stark einseitig berichtet.

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Re: Nach Nowosibirsk auswandern?

Beitrag von bella_b33 » Sonntag 14. Dezember 2014, 01:20

tecis hat geschrieben: Den Beitrag habe ich ebenfalls gesehen.

Meines Erachtens stark einseitig berichtet.
Einseitig oder nicht, da kann ich wenig zu sagen. Schönreden kann ich mir da irgendwie nichts. Man hörte schon gelegentlich, daß irgendwas plötzlich von jetzt auf gleich "übernommen" wurde und wunderte sich.

Gruß
Silvio
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