RUSSISCH-GEORGISCHE FILMWOCHE, Weimar 4-10.11.2004

Die Fotoaustellung ... ist der Knaller. Schreibe hier, wo und wann sie stattfindet. Egal, ob im Museum oder in der Kneipe, in Moskau oder Berlin.

Moderator: Admix

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Tatiana

RUSSISCH-GEORGISCHE FILMWOCHE, Weimar 4-10.11.2004

Beitrag von Tatiana » Dienstag 26. Oktober 2004, 06:51

RUSSISCH-GEORGISCHE FILMWOCHE WEIMAR
4. – 10. November 2004

Kino mon ami
Goetheplatz 11
99423 Weimar
(03643) 84 77 45
http://www.monami-weimar.de

Das Programm :

4.11. um 19.30 und 22 Uhr /5.11., 22 Uhr
VATER UND SOHN / OTJEC I SYN
Die Leinwand ist schwarz, jemand atmet schnell – Panik oder Erregung? Bilder kommen: Zwei fast nackte Männer in heftiger Umarmung – ein Vater beruhigt den Sohn nach einem Alptraum. Seit dem Tod der Mutter leben sie allein über den Dächern einer Stadt, und sie sind sich selbst genug. Beobachten einander mit Blicken von Liebenden, ihre Gesichter so nah wie kurz vor dem ersten Kuss. Kryptische Dialoge kreisen um Nähe und unvermeidliche Trennung. Metaphysische Bilder in weichem Licht, Kontemplation, Tabubruch und Verwirrung von Gewissheiten machen die Filme des brillanten russischen Regisseurs Sokurow groß und einmalig. Wie gut, dass er nach seinem letzten, digital-seelenlosen Großprojekt wieder dorthin zurückgefunden hat. VATER UND SOHN ist nach MUTTER UND SOHN der zweite Teil von Sokurows Familientrilogie, deren letzter Teil ZWEI BRÜDER UND EINE SCHWESTER gegenwärtig entsteht.
D/NL/F 2003, 84 min, OmU, FSK 12
R: Aleksandr Sokurow, B: Sergej Potepalow, K: Aleksandr Burow, M: Andrej Sigle, D: Andrej Schtschetinin, Aleksej Neymyschew, Aleksandr Rasbasch, Fedor Lawrow, Marina Sasuchina

5.11. um 19.30 Uhr, anschließend Regiegespräch
ROSEN, DORNEN UND TRÄUME – DIE KÜNSTLER-VETERANEN VON ST. PETERSBURG
Sie haben die Lust zu spielen noch immer nicht verloren, die pensionierten Künstler vom St. Petersburger "Haus der Veteranen der Bühne". Abgeschieden von der Außenwelt leben 95 Schauspieler, Tänzer, Maler und Opernsänger zusammen in einem „prachtvollen Schloss". Hier haben sie sich eine eigene Theaterwelt geschaffen, wo im Wettbewerb mit den Künstlerkollegen jeder noch immer im Rampenlicht zu stehen scheint. Das Haus ist ihre letzte große Bühne – ein Ort der Hingabe, leidenschaftlicher Gefühle, Sehnsüchte und Träume. Der Tod, das wissen sie, kommt erst, wenn sie aufhören zu spielen. Mit Pathos, Eitelkeit, Witz und eiserner Disziplin trotzen die Bühnenveteranen dem schleichenden Verlust ihres Seins. Liebevoll dokumentiert ROSEN, DORNEN UND TRÄUME den leidenschaftlichen Lebensabend eines Ensembles russischer Exzentriker und Diven. FBW-Auszeichnung "wertvoll". http://www.rosen-dornen-und-traeume.agdok.de
Beide Filmemacher sind am 5.11. zum anschließenden Regiegespräch zu Gast.
Deutschland 2003, 74 min, OmU
R/B: Tatiana Yankina, Ralf Brings, K: Ralf Brings, D: Nina Schumskaja, Boris Barinow, Claudia Otjakowskaja u.a.

6.11. um 19.30 Uhr, anschließend Regiegespräch, und 22.30 Uhr
DJEN PRISCHJOL
Maria poliert noch immer die längst verlassene Hochburg des georgischen Films – die Filmstudios von Tbilissi. Fünf Jahrzehnte lag hier der Mittelpunkt ihres Lebens, hier erfuhr sie Höhepunkte und Niederlagen. Seit einem Jahr nun ist das Haus geschlossen; allein sie ist geblieben, um den Staub vom alten Glanz zu wischen. Eine Phantasiewelt gibt ihrem Tag den Rhythmus und ihrem Leben einen Sinn. Doch der Abriss bedroht das Idyll und alle Träume. DJEN PRISCHJOL erweist mit einer Szene aus DER BAUM DER WÜNSCHE Tengis Abuladse seine Reverenz und postuliert mit deren Metaphorik die Unsterblichkeit gelebter Träume. Zum Filmgespräch begrüßen wir den Regisseur Hagen Keller, den Weimarer ostlicht-Produzenten Guido Schwab und den Tonmann Mark Meusinger.
Deutschland/Georgien 2003, 28 min
R/B: Hagen Keller, K: Philipp Kirsamer, D: Dodo Chichinadse, Tonike Bsiava, Gio Nakaschidse

6.11./19.30 Uhr
DER BAUM DER WÜNSCHE / DREWO SCHELANIJA
Gedia, ein junger Mann, dessen mystisch schöne Geliebte mit einem Reichen verheiratet wurde, kehrt aus Sehnsucht zu ihr in sein Heimatdorf zurück. Maria und Gedia sind für einander bestimmt, doch die Tradition ist unbeugsam. Die junge Liebe endet in der grausam-rituellen Bestrafung der Sünderin. Der den Baum der Wünsche findet, wird nie wieder von ihm herabsteigen. DER BAUM DER WÜNSCHE ist der 2. Teil der Abuladse-Trilogie über die Zerstörung des Mythos’ eines georgischen Paradieses (1. DAS GEBET, 3. DIE REUE). Das poetische Märchen über den Einbruch der Moderne in die Vergangenheit steckt voller Bildsymbolik und kann als Kompendium georgischer Film-Motive gesehen werden.
UdSSR 1977, 108 min, empfohlen ab 14
R/B: Tengis Abuladse, B: Rewas Inanischwili, K: Lomer Achwlediani, M: Bidsina Kwernadse, D: Lika Kawtaradse, Sosso Dshatschwiliani, Sasa Kolelischwili, Kote Dauschwili, Sofiko Tschiaureli

7.11, 19.30 Uhr / 8.11, /22 Uhr/ 9.11, 19.30 Uhr
DIE RÜCKKEHR / WOSWRASCHTSCHENIJE
Von unten schauen wir zur Wasseroberfläche hoch – Sonne dort oben, Stille hier unten, friedvoll. Plötzlich stürzt etwas herab, krachend bricht es ein in die Idylle. Ein Vater kehrt zurück zu seiner Familie – zwölf Jahre hat er in einer rauhen Ferne verbracht, wortlos ist er einfach wieder da. Er nimmt die Söhne mit auf eine Reise, die nach ein paar Tagen auf einer geheimnisvoll-einsamen Insel endet. Der jüngere der Söhne rebelliert gegen den streng-fordernden Vater, der ältere vertraut und glaubt. Die Rückkehr wird sie verändern. Dass man Swjaginzew mit Tarkowskij vergleicht, ist durchaus gerechtfertigt. DIE RÜCKKEHR ist ein diffizil konstruierter Film mit einer wunderbaren Geschichte und hochinteressanter Symbolik, perfekten
Einstellungen, atemberaubendem Schnitt, genialer Musik, glänzenden Darstellern. Goldener Löwe Venedig 2003.
Russland 2003, 106 min, OmU, FSK 6, empfohlen ab 14
R: Andrej Swjaginzew, B: Wladimir Moisejenko, Alexander Nowotozkij, K: Michail Kritschman, M: Andrej Dergatschew, D: Wladimir Garin, Iwan Dobronrawow, Konstantin Lawronjenko, Natalija Wdowina

7.11, 17.30 und 22 Uhr / 8.11, 19.30 Uhr / 10.11, 22 Uhr
SEIT OTAR FORT IST / DEPUIS QU’ OTAR EST PARTI
Während Otar in Paris als illegaler Einwanderer schuftet, schlagen sich Mutter, Schwester und deren Tochter in Georgiens Hauptstadt Tbilissi durch. Als die beiden jüngeren Frauen erfahren, dass Otar gestorben ist, halten sie die traurige Nachricht vor der alten, patriarchischen Eka geheim. Als Otar nicht mehr anruft, kommen Briefe, und es schreibt sie – Ada. Die familiäre Lüge hält so lange, bis Eka nach Paris reist, um ihren Lieblingssohn noch einmal zu sehen. Doch die 90-jährige bleibt angesichts der Tatsachen erstaunlich gefasst und ersetzt die eine durch eine andere Lebenslüge. Großer Preis der Filmkritik in Cannes 2003, Cesar für das Beste Spielfilmdebüt 2004.
Frankreich/Belgien 2003, 102 min, OmU, FSK o. A., empfohlen ab 12
R/B: Julie Bertucelli, K: Christophe Pollock, D: Esther Gorintin, Nino Khomassouridze, Dinara Droukarova, Temour Kalandadze, Roussoudan Bolkvadze

9.11., 22 Uhr / 10.11., 19.30 Uhr
AM RANDE DER ZEIT. MÄNNERWELTEN IM KAUKASUS
Vier abgelegene Orte im Kaukasus. Die Reise in den Alltag ferner, scheinbar harter Männerwelten entlang wunderbarer, wilder Landschaften wird zu einer Zeitreise in die kaukasische Geschichte. Ob im mittelalterlich anmutenden Uschguli in Swanetien, auf Ölplattformen im Kaspischen Meer, in der Koranschule eines nordkaukasischen Bergdorfs oder in einem Blindenheim an der georgischen Schwarzmeerküste – überall finden sich Spuren der alten Sowjetzeit. Überall zerbrochene Träume, fehlende Perspektiven, Stolz und Verzweiflung, Erinnerung und Ausblick.
Deutschland 2001, 90 min
R: Stefan Tolz, K: Thomas Riedelsheimer, Holger Schüppel, Dieter Stürmer, Nugsar Nozadze, M: Sean Hara, Temur Babluani, Gija Kantcheli

7.11.,15 Uhr
DIE VERZAUBERTE MARIE / MARJA-ISKUSNITZA
Es war einmal ein guter Soldat. Und wie es der Zufall will, begegnet er in einem verzauberten Wald dem kleinen Wanja. Der Junge ist auf der Suche nach seiner Mutter, der geschickten Marie, die vom bösen Wassergeist gefangen gehalten wird. Gemeinsam begeben sich die beiden hinab in das feuchte Reich der „Tropfenden Majestät“ und müssen allerlei Blendungen durch Reichtümer und Gefahren überwinden. Ein zauberhaftes Märchen in Farbe mit üppiger Ausstattung und beschwingter Musik.
UdSSR 1960, 71 min, empfohlen ab 6 J.
R: Alexander Rou, B: Jewgeni Schwarz, D: Nelli Myschkowa, Witja Perewalow, Michail Kusnezow, Olja Chatschapuridse



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