Mondlandung der Chinesen

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Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 17. Dezember 2013, 13:48

Tolle Leistung!
Waehrend sich die meisten Mond-Aktivitaeten von Luna und Apollo im Bereich um das "rechte Auge" (Mare Serenitatis - Luna2 / Mare Tranquilitatis - Apollo 11) des Mondes konzentrierten, landeten die Chinesen sozusagen in der Augenbraue des "linken Auges" (Mare Imbrium) in der Regenbogenbucht.
Etwas unterhalb der chinesischen Landestelle, also mitten im "linken Auge" steht uebrigens der wiederentdeckte Lunachod 1 nebst Lander Luna17.

Den Zweiflern an der Mondlandung koennen die Chinesen allerdings nicht helfen, denn der kleine Jadehaase hat nur eine Reichweite von ca. 10 km und bis ins rechte Auge sind es gut 1000 km ... ;-) Der Rekordhalter Lunachod 2 schaftte uebrigens 38km.

-ah-



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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Dietrich » Dienstag 17. Dezember 2013, 15:30

Gibt es denn da wenigstens jetzt auch Zweifler, die den Chinesen die Mondlandung abstreiten? Oder gibt es solche VT immer nur, wenn es um die Amis geht?
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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Sibirier » Dienstag 17. Dezember 2013, 17:55

Das musste Du mit zusammen gekniffenen Augen anschauen. Ist so eine Art 3D-Brille... :lol:

Sorry rutschte mir so raus....

Kommt das Teil wieder zurueck, oder entsorgen die Chinesen jetzt da den Muell? :lol:
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 17. Dezember 2013, 21:47

Sibirier hat geschrieben:Kommt das Teil wieder zurueck, oder entsorgen die Chinesen jetzt da den Muell? :lol:
Der kleine Jadehaase hat kein Rueckflugticket. Aber vlt. ist es ja wertiger "Muell" und es findet sich hier auch wieder ein Kaeufer fuer das Gefaehrt, wie beim Lunachod 2. Der wurde '93, obwohl damals noch verschollen, von R. Garriott fuer 68500 Dollar ersteigert.
Auch wenn es ziemlich unwahrscheinlich erscheint, aber dem goenne ich es, dass er seinen Besitz auch mal in Augenschein nehmen kann ... ;) Vorbelastet durch seinen Vater - Owen Garriott, Kosmonaut der 1.Skylab-Mission - hatte er sich mal fuer 22 Mill. als "Privat-Kosmonaut" bei den Russen eingekauft und flog zur ISS.
Vlt. kann er das ja bei den Chinesen nochmal wiederholen, die ja bis 2017 Bemannt und dann natuerlich mit Rueckflug, nochmal den Mond anfliegen wollen. Dann muesste die Mission allerdings in den westlichen Teil des "rechten Mondauges" gehen, denn dort ist Lunachod 2 am SE-Rand des Mare Serenitatis abgeparkt.

Waere auf jeden Fall mal ne tolle Geschichte, wenn auch ohne wissenschaftl. Mehrwert ... ;)

-ah-

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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von harald63 » Dienstag 17. Dezember 2013, 21:48

Dietrich hat geschrieben:Gibt es denn da wenigstens jetzt auch Zweifler, die den Chinesen die Mondlandung abstreiten? Oder gibt es solche VT immer nur, wenn es um die Amis geht?
Gibt es immer nur, wenn es um die Amis geht. Bei den Russen gibt es die Lost Cosmonauts - Kosmonauten, die angeblich vor Gagarin hochgeschossen wurden und dabei umkamen...

Und wenn die Chinesen Apollo-Artefakte fotografieren würden, würden die Spinner eines von zwei Möglichkeiten postulieren:

-Die Chinesen sind *in* der Verschwörung
-Den Kram haben die Amis später unbemannt hingebracht, um den Schwindel zu decken

Für beides gibt es natürlich keinerlei Belege - was sehr verdächtig ist! :lol:



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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von harald63 » Dienstag 17. Dezember 2013, 22:23

Axel Henrich hat geschrieben:Tolle Leistung!
Waehrend sich die meisten Mond-Aktivitaeten von Luna und Apollo im Bereich um das "rechte Auge" (Mare Serenitatis - Luna2 / Mare Tranquilitatis - Apollo 11) des Mondes konzentrierten,
Also von einer Konzentration um das Mare Serenitatis würde ich jetzt nicht reden...
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... ng_map.jpg
Aus bahnmechanischen Gründen landeten die Amerikaner hauptsächlich im Äquatorbereich. Mit mehr Erfahrung (und Vertrauen ins Equipment und daher geringeren Treibstoffreserven) landeten dann Apollo 15 und 17 (der Flug fand vor genau 41 Jahren statt) in höheren Breiten. Da die Surveyor-Sonden die Apollo-Landungen vorbereiten sollten, landeten auch sie im Äquatorbereich. Erst nachdem alle notwendigen Daten gesammelt worden waren ließ man die letzte Surveyor weit im Süden an einer Stelle landen, die wissenschaftlich interessant war, aber kein Landegebiet für Apollo.
Bei den Luna-Sonden fällt auf, dass alle drei Rückkehrmissionen (16, 20 und 24) am östlichen Mondrand landeten. Dies liegt daran, dass die relativ einfache Steuerung der Rückkehrstufe nur einen direkten Rückflug zur Erde, ohne zuerst in eine Mondumlaufbahn zu gehen, erlaubte. Hierzu muss die Erde in einer bestimmten Höhe über dem Horizont stehen wodurch der Landeort auf einen bestimmten Längengrad festgelegt war. Das nicht alle drei Sonden auf genau dem gleichen Längengrad landeten liegt auch an der Libration, der leichten west-östlichen Schwankungen des Mondes weil er zwar gleichmäßig schnell rotiert, aber auf seiner elliptischen Bahn um die Erde ungleichmäßig schnell vorankommt.

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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Axel Henrich » Montag 3. Februar 2014, 23:41

Ausfall des chinesischen Mondrovers Yutu
Laut offiziellen chinesischen Massenmedien sei es bei Yutu zu einer „mechanischen Störung“ gekommen, die „auf eine komplizierte Situation an der Mondoberfläche“ zurückzuführen sei. Blogger haben Ausführlicheres geschrieben: Bei den Vorbereitungen zum Schlafbetrieb vor der zweiten Mondnacht des Mondfahrzeuges hätten sich die Felder der Solarzellen nicht zusammengeklappt. Schuld daran seien entweder kleinere Grundpartikelchen im Mechanismus oder eine Computerstörung. Pang Zhihao von der Nationalen Akademie für Kosmische Technologien hat die wahrscheinlichen Gründe dafür benannt: „starke Strahlung, schwache Gravitation und große Temperaturschwankungen“.
[...]
Bald wird ein Mondtag anbrechen, Es wird wärmer werden, und laut Plan soll „Yutu“ am 8.- 9. Februar erwachen. Sollte das nicht geschehen, so werden chinesische Fachleute zumindest die erforderlichen Erfahrungen beziehen. Doch die Mission wird in jedem Fall erfolgreich sein. Haben sich doch mit der Landungsplattform des Mondfahrzeuges, an der ihr eigener Satz von Instrumenten installiert worden ist, keinerlei Probleme ergeben. Unter ihnen befindet sich ein UV-Teleskop, das die ersten astronomischen Beobachtungen von der Mondoberfläche ermöglichen wird.
-ah-

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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Norbert » Dienstag 4. Februar 2014, 06:07

harald63 hat geschrieben:Gibt es immer nur, wenn es um die Amis geht. Bei den Russen gibt es die Lost Cosmonauts - Kosmonauten, die angeblich vor Gagarin hochgeschossen wurden und dabei umkamen...
Wie jetzt, Gagarin war wirklich da oben? Er wurde doch extra umgebracht, weil er allen die Wahrheit sagen wollte ... ;)

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Re: Mondlandung der Chinesen

Beitrag von Axel Henrich » Freitag 14. Februar 2014, 09:45

Axel Henrich hat geschrieben:Ausfall des chinesischen Mondrovers Yutu
Bald wird ein Mondtag anbrechen, Es wird wärmer werden, und laut Plan soll „Yutu“ am 8.- 9. Februar erwachen.
Was er nun doch getan hat ... ;-)
Der Jadehase meldet sich
Überrascht haben die Chinesen ein Signal ihres Mondrovers Yutu empfangen. Nachdem dieser Ende Januar nicht ordnungsgemäß in Ruhezustand gegangen war, wurde befürchtet, dass er die gerade vergangene Mondnacht nicht überlebt hat.

Yutu, der chinesische Mondrover, ist nach der Mondnacht wieder aufgewacht: Auf der Erde wurde ein Signal von ihm empfangen. Das kam unerwartet, war der Jadehase - so die deutsche Bedeutung von Yutu - doch gerade amtlich für tot erklärt worden.
-ah-

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