Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

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Axel Henrich
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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von Axel Henrich » Montag 27. August 2012, 04:05

bella_b33 hat geschrieben:Mich hat die Kutscherei bis 100km hinter Warschau, zur A2 letztes Jahr, auch sehr genervt. Das hatte meine Durschnittsgeschwindigkeit sehr gedrückt. Mittlerweile scheint die AB ja von Warschau aus kompletti bis DE durchzugehen....sehr schön! Evtl. würde ich auch mal die A4 testen, das nimmt sich beides nicht viel bis Erfurt, wobei ich aber in PL dann noch mehr Landstraße hätte.
Aber es faehrt sich recht angenehm ... Ich fand die Strecke Warschau --> Wroclaw eigentlich immer ziemlich entspannend, nicht so eintoenig wie die AB und trotzdem zuegig. Auf jeden Fall besser als ueber Poznan, zumal du zeitlich nix/nicht viel gut machst, weil du auf deutscher Seite ja dann auch wieder runterwaerts musst. Ok, wenn das inzwischen alles AB ist, sieht es auch wieder anders aus.
zimdriver hat geschrieben:man spricht nur teilweise andere Sprachen als Polnisch
... obwohl Sie es sicher koennten ... sture Bande ... :roll:

Danke auf jeden Fall mal fuer einen "Neuzeitbericht" ... ;)

-ah-



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just3042
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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von just3042 » Montag 27. August 2012, 15:51

Da werde ich meinen Bericht einfach mal anschließen, bin gestern gerade aus Moskau zurückgekehrt, und habe dabei die E30 benutzt. Ich muss sagen, schneller und unkomplizierter bin ich noch nie in meinem Leben gefahren. Auf russisch / belarussischer Seite ist die Qualität der Straßen außerordentlich gut, die GAI in Russland gut sichtbar und in BY (zumindest am Samstag) quasi nicht präsent. Fotoapparate stehen in BY, sind aber von weitem sichtbar und blitzen von hinten, weshalb man sich auf sie gut einstellen kann. An der Grenze (war gegen 22:00 Ortszeit in Brest) gab es quasi keine Wartezeit. Ich konnte direkt in die Haltebucht vorfahren und wurde auch ziemlich sofort abgefertigt, war noch vor den Belgiern, die da schon standen, an der polnischen Grenze. Dort schaute man halbherzig durch die Heckscheibe, nahm mit gelangweiltem Polnisch meine Dokumente und ließ mich eine halbe Stunde warten. Dann Dokumente zurück und gute Reise. War baff, grad mal eine Stunde gebraucht um in die EU zurückzukommen. Vielleicht ist Samstag am späten Abend einfach wenig los, ich weiß es nicht.
Die 2 zwischen Terespol und Warschau ist in gutem Zustand, allerdings wegen der vielen, teils halsbrecherisch überholenden "Gruzowuschki" nur mäßig schnell befahrbar, hab mich nach ca. 100km auf einem TIR-Parkplatz für ein paar Stündchen zur Ruhe gelegt. Warschau ist ohne Navi eine Katastrophe, da die 2 in Richtung Berlin einfach in die Innenstadt führt, wo man nirgends mehr eine Beschilderung findet. Habe nur mithilfe hilfsbereiter Ukrainer und einem Stadtplan die Trasse aufgetan. (War auf dem Hinweg ähnlich, da endete die A2 einfach, und an der Abfahrt stand nirgends geschrieben, wie man Richtung Terespol weiterkommt...) Nach Warschau gehts zügig, aber teuer bis Frankfurt. 18 € hat der Spaß gekostet, und dabei ist das Erste stück noch nicht mal Mautpflichtig, die Stationen stehen aber schon, es wird als bald noch teurer. Polnische Polizei habe ich kein einziges Mal gesehen und Blitzer stehen an der Autobahn nur bei den Mautstellen, auf höhe der 70er-Schilder, also da unbedingt drauf achten. Kleiner Tipp: Wenn ihr euch in Polen noch einmal den Tank vollschlagen wollt, tut das nicht kurz vor der Grenze, sondern etwa 50km davor, ich bin unverrichteter Dinge wieder von der Tanke runter, weil die Schlange der deutschen PKW bis auf den Verzögerungsstreifen reichte.

Die Hinreise war im Großen und Ganzen ähnlich unkompliziert, nur dass ich an der Grenze PL-BY erheblich mehr Zeit zugebracht habe. Insgesamt fast 4 Stunden reine Wartezeit vor der belarussischen Grenze, die Polen haben mich mehr oder weniger im Rollen abgefertigt, einmal in den Pass geschaut und "gute Reise". An schlafen war nicht zu denken, weil sich alle 10-15 Minuten die Schlange um eine Autolänge bewegt hat. Auch hier ein Tipp für Einreise-Neulinge: Stellt euch mit EU-Kennzeichen gleich an den Roten Kanal an, auch wenn ihr nichts zu verzollen habt. Euer Auto ist in dem Fall zu verzollen. Ein Deutschrusse mit seinem SUV hat das am eigenen Leib erfahren, er stand eine Halbe Stunde in der Schlange für den grünen Kanal und wurde dann von den Grenzern zurückgeschickt, ganz ans Ende der roten Schlange.

Noch ein Tipp für Belarus: Die Mautstellen nehmen so ziemlich jede Währung - außer polnischen Zloty und belarussischen Rubel. Also immer eine Ausreichende Menge Euro oder RUR dabei haben (kostet 3x 3€ bzw, 3x 120rub).

Das einzige was ein wenig genervt hat, war der MKAD (Von Zarizyno bis M1) und die M1 selber bis zum Ende der Baustellen. Dort stand man sich zusammen mit den Moskauern, die auf dem Weg zu ihren Datschen waren, die Räder eckig. Und unterwegs hat mich ein GAIschnik mit 55 km/h zuviel gelasert, 10km weiter waren sie dann aber mit 20€ glücklich wie kleine Kinder an Neujahr... :D

Kurz zusammengefasst kann ich sagen: Die Strecke ist entspannt. Sie fährt sich gut und schnell. Ich habe sie alleine bewältigt, mit ca. 3 Stunden Schlaf auf der Hälfte. Und ich empfehle sie jedem, der über Freude am Autofahren und ein komfortables Auto verfügt. Mein Volvo 240 ist dafür bestens geeignet, er liegt gut, hat bequeme Sitze und ist gut Geräuschgedämmt. Außerdem genießt er in Russland, speziell in Moskau, aufgrund seiner Größe und Bulligkeit eine gewisse Autorität, die das Fahren entspannter macht. Auch ist ein Kombi an der Grenze von Vorteil, weil die Grenzer das Gepäck besser überschauen können und so nicht anfangen zu wühlen.

So, ich hoffe, mein Erfahrungsbericht war interessant und für alle, die diese Reise ebenfalls planen Hilfreich.

Viele Grüße aus Berlin (bzw. bald Moskau) von Justin :)

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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von bella_b33 » Montag 27. August 2012, 19:48

just3042 hat geschrieben:Und unterwegs hat mich ein GAIschnik mit 55 km/h zuviel gelasert, 10km weiter waren sie dann aber mit 20€ glücklich wie kleine Kinder an Neujahr... :D
Moskau in Richtung Smolensk aus nem stationären Blitzer? Das hatte ich voriges Jahr. Angeblich fuhr ich 145 auf dem Laptopbild im nächsten GAI Posten....Geld gabs keins für den blöden Scherz, ich bin wirklich 110 gefahren(stundenlanger Tempomatnutzer :-)). Gegen solche Spezis kann ich nur eine Car-Cam mit Geschwindigkeitsanzeige empfehlen.

Gruß
Silvio
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!

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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von zimdriver » Montag 27. August 2012, 19:55

Danke für den E30- Bericht. Ich werde es probieren, mit einem russischen Kennzeichen.

Hatte ich vergessen zu erwähnen:
Russische Fahrzeuge zahlen in BY keine Maut. Ich wurde immer durchgewunken.

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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von Daten-Salat » Dienstag 28. August 2012, 01:33

Kann bestätigen, dass auf der E30 in Polen sehr selten geblitzt wird.
Tempolimit 140 km/h + 23% MWSt ;) = 172,20 km/h = mein übliches Tempo dort (d.h. Posen - Frankfurt/Oder 80 Minuten)
Hat bisher nix extra gekostet.

Gruß: Armin



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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 28. August 2012, 02:07

just3042 hat geschrieben:Warschau ist ohne Navi eine Katastrophe, da die 2 in Richtung Berlin einfach in die Innenstadt führt, wo man nirgends mehr eine Beschilderung findet.
... beruhigend, dass das auch Andere so sehen ... ;)
Klar, irgendwann schnallste das mal, aber wenn man dann mal ne andere Strecke faehrt (Abstecher nach Cottbus, also ueber Poznan raus) dann machste wieder ne Stadtrundfahrt ... :roll: ;)
Btw St. Petersburg und das nicht nur Richtung Vyborg, sondern auch in Richtung Moskau irrefuehrend, ist auch so ein Kandidat. Riesige, quadratmetergroße Reklametafeln, aber wenn Vorwegweiser ueberhaupt vorhanden, dann nur im Postkartenformat.

Danke fuer den ausfuehrlichen Bericht!

-ah-

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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von m1009 » Dienstag 28. August 2012, 03:47

Axel Henrich hat geschrieben:
just3042 hat geschrieben:Warschau ist ohne Navi eine Katastrophe, da die 2 in Richtung Berlin einfach in die Innenstadt führt, wo man nirgends mehr eine Beschilderung findet.
... beruhigend, dass das auch Andere so sehen ... ;)
Das erste mal Warschau war bei mir in der "VorNaviZeit". Bei der 2. Ehrenrunde hab ich mit einen RUS Aufkleber auf einem LKW gesucht, und bin dem zielstrebig gefolgt.... :lol:

Inzwischen klappts auch ohne Navi.... :D
Straßenbahn kann man nicht auf Pump fahren.

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zimdriver
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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von zimdriver » Dienstag 28. August 2012, 08:07

... beim ersten Mal Warschau ohne Navi landete ich am Kulturpalast, wollte aber nur schnell durch. Danach kam ich immer irgendwie durch, wunderte mich aber selbst darüber. Irgendwann kommt auch da eine Umgehung.

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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von just3042 » Dienstag 28. August 2012, 10:46

bella_b33 hat geschrieben: Moskau in Richtung Smolensk aus nem stationären Blitzer? Das hatte ich voriges Jahr. Angeblich fuhr ich 145 auf dem Laptopbild im nächsten GAI Posten....Geld gabs keins für den blöden Scherz, ich bin wirklich 110 gefahren(stundenlanger Tempomatnutzer :-)). Gegen solche Spezis kann ich nur eine Car-Cam mit Geschwindigkeitsanzeige empfehlen.
Nein, das waren zwei Täubchen mit Laserpistole und grünen Warnwesten, die in einer Ortsdurchfahrung auf dem Mittelstreifen standen und alle fotografiert haben. Und sie hatten sogar recht, ich bin wirklich ziemlich durchgeballert, Tacho 130, war damit aber nichtmal der schnellste :D Darum hab ich die 20 € auch klaglos gezahlt, in D wäre ich mit dieser Aktion den Lappen losgewesen))) Aber über die Anschaffung einer Carcam habe ich auch schon nachgedacht, schon allein, weil man immer so viel filmreifes auf russischen Straßen beobachten kann))

Nächstes Mal werde ich mich auch so durch / bzw. an Warschau vorbei finden, doch dieses Mal haben mir Ukrainer und russisch-sprachige Taxifahrer geholfen, da ich mein Polnisch in den letzten Jahren ziemlich verdrängt habe durch das viele Russisch... Die ersten Worte klappten immer noch auf Polnisch, danach fielen mir aber nur noch russische Wörter ein und die Taxifahrer schalteten dankbarer Weise schnell um...
Axel Henrich hat geschrieben: Btw St. Petersburg und das nicht nur Richtung Vyborg, sondern auch in Richtung Moskau irrefuehrend, ist auch so ein Kandidat. Riesige, quadratmetergroße Reklametafeln, aber wenn Vorwegweiser ueberhaupt vorhanden, dann nur im Postkartenformat.
Das kommt mir irgendwie auch aus Brest bekannt vor, dort fährt man auf der riesigen breiten Einfallstraße und plötzlich steht an der kreuzung ein ganz kleines Schild, auf dem es rechts nach Warschau geht, und ich bin schön in der linken Spur... dann wieder links, wider so ein kleines Schildchen, fast nicht zu sehen, schon irritierend wenn man Moskau gewöhnt ist...

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Re: Moskau- Brest- Dresden Route8/E67/A4 23./24. August 2012

Beitrag von m1009 » Montag 22. Oktober 2012, 23:29

zimdriver hat geschrieben:
16:36 Grenze BY PL km 1066
--> .......
17:30 BY abgefertigt
--> ......
19:30 PL abgefertigt
--> .................
letzte Freitag Nacht.... 7h..... Inkl. 1h Aufenthalt im Zoll-Hangar zur "Tiefenpruefung"....
Straßenbahn kann man nicht auf Pump fahren.



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