Straßenbau

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Norbert
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Re: Straßenbau - wann und mit wem

Beitrag von Norbert » Dienstag 12. September 2017, 08:32

m1009 hat geschrieben:Tiefgarage.... = Asphalt auf Beton... oder?
Hätte ich jetzt vermutet. Aber wie gesagt: Ganz Novosibirsk hat diese Spurrillen. Massiv. Und vor allem über Winter entwickeln sie sich, was für die Spikes als Ursache spricht.



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m5bere2
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Re: Straßenbau - wann und mit wem

Beitrag von m5bere2 » Dienstag 12. September 2017, 08:46

Vielleicht haben sie ja auf eine Schneedecke oder bei -20 Grad betoniert. Dann taut es auf und schwimmt unter den Rädern weg. :shock:

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Re: Straßenbau

Beitrag von Dietrich » Dienstag 12. September 2017, 11:03

Wir haben hier bei uns an einem kleinen Berg eine Bushaltestelle. Und da waren auch ziemliche Spurrillen. Da es am Gewicht der Busse nicht liegen kann (dann wären die auch vor und hinter der Haltestelle), muss es wohl am losfahren der Busse am Berg liegen. Bremsen sollte ja bergauf eher einfacher sein.

Das waren allerdings auch keine richtigen Spurrillen, bei denen Material auf der Straße "fehlt", sondern da war der Asphalt zur Seite gedrückt worden...

Jetzt haben sie das neu asphaltiert und an der Stelle anscheinend speziellen Asphalt verwendet. Mal sehen, wie lange das hält. Wobei da wahrscheinlich sehr heiße Tage das Problem sind, bei denen der Asphalt weich wird.
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Re: Straßenbau

Beitrag von Wladimir30 » Dienstag 12. September 2017, 11:42

Dietrich hat geschrieben:Da es am Gewicht der Busse nicht liegen kann (dann wären die auch vor und hinter der Haltestelle)
Denkfehler: An der Haltestelle stehen die Busse, deshalb ist die Belastung da ungleich höher.

Ich vermute, dass entweder die Asphaltschicht zu dünn ist, oder dass der Asphalt nicht richtig verdichtet ("plattgewalzt", im wahrsten Sinne des Wortes) wurde und nun durch das hohe Gewicht der stehenden Busse "nachverdichtet" wird.
Wobei da wahrscheinlich sehr heiße Tage das Problem sind, bei denen der Asphalt weich wird.
Dann müssten ja die Straßen in den südlichen Ländern grauenhaft aussehen. Da es Apshaltstraßen in recht kalten Gegenden genauso wie auch in recht heißen Gegenden gibt, gibt es mit Sicherheit auch verschiedene Zusammensetzungen.

So weit ich es weiß, ist Aspahlt eben gerade nicht empfindlich gegen heiße oder kalte Temperaturen, aber die Wechseltemperaturempfindlichkeit soll wohl sehr hoch sein.
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Re: Straßenbau

Beitrag von Norbert » Dienstag 12. September 2017, 12:26

Im Studium haben wir gelernt: Gewöhnlicher Asphalt hält Unterschiede bis 80 Grad aus. Dieses Fenster kann man je nach Zusammensetzung nach oben oder nach unten schieben. Vergrößern ist schon schwieriger. Entweder kalkuliert man Risse bei Kälte ein oder es schmilzt bei Wärme.

Insofern ist Sibirien natürlich wirklich ein spannendes Thema, denn von -40 bis +40 kann es alles geben. Und wenn dann im Hochsommer noch die Sonne knallt, dann sind es nicht nur +40 über dem Asphalt.

Aber ich glaube m1009 ist hier eher der Spezialist. Meine Uni ist auch 20 Jahre her. (Verdammt ...)



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Re: Straßenbau

Beitrag von Dietrich » Dienstag 12. September 2017, 16:17

Wladimir30 hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:Da es am Gewicht der Busse nicht liegen kann (dann wären die auch vor und hinter der Haltestelle)
Denkfehler: An der Haltestelle stehen die Busse, deshalb ist die Belastung da ungleich höher.
Das stimmt. Aber ein Stück die gleiche Straße runter ist auch eine Haltestelle. Nicht am Berg. Und da ist/war alles in Ordnung mit dem Belag.
Muss also was mit dem Berg zu tun haben. Und da ist mir das Anfahren der Busse am wahrscheinlichsten. Denn "stehen am Berg" ist von der reinen Gewichtsbelastung her auch kein großer Unterschied. Nur in der Richtung der Belastung.
Beim Anfahren kann ich mir vorstellen, dass bei guter Haftung der Reifen da durchaus eine Belastung auf die Straße kommt, die eben nicht nur seknrecht wirkt, sondern den Belag möglicherweise horizontal verschiebt.

Jetzt haben sie ihn ja erst mal neu gemacht... Oben weiter stehen seit ein paar Wochen ein paar Eimer am Straßenrand. Auf einem steht "Prope Asphalt Bushaltestelle" drauf. Die scheinen da tatsächlich was spezielles draufgemacht zu haben....
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Re: Straßenbau

Beitrag von m1009 » Dienstag 12. September 2017, 16:42

Meine Uni ist auch 20 Jahre her. (Verdammt ...)
Und was wurde gelehrt.... genau... 1x LKW mit 10t Achslast = 20.000 PKW Ueberfahrungen.

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Re: Straßenbau

Beitrag von m1009 » Dienstag 12. September 2017, 16:55

Denkfehler: An der Haltestelle stehen die Busse, deshalb ist die Belastung da ungleich höher.

Ich vermute, dass entweder die Asphaltschicht zu dünn ist, oder dass der Asphalt nicht richtig verdichtet ("plattgewalzt", im wahrsten Sinne des Wortes) wurde und nun durch das hohe Gewicht der stehenden Busse "nachverdichtet" wird.
Genau! Haltestellen sind die mit am hoechsten belasteten Verkehrsflaechen. Die schlaue Kommune baut diesen Bereich in Beton. Achtet mal drauf, sieht man in DE recht haeufig in Metropolen.

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Re: Straßenbau

Beitrag von m5bere2 » Dienstag 12. September 2017, 17:30

Ich kann mich erinnern, in meiner Kindheit, in der DDR, da gab es vor unserem Block eine asphaltierte Bushaltestelle ... nicht am Berg, sondern eine ebene. Die war unglaublich wellig, man konnte kaum mit dem Fahrrad längs langfahren, ohne sich hinzulegen.

Die Straße daneben war natürlich aus Hitlerplatten gebaut (aus irgendeinem Grund nannten wir die so, wohl weil die Autobahnen der 30er Jahre auch so aussahen)... also diese Betonplatten manchmal mit Metallösen dran. Die hatte keine Spurrillen. :-)

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Re: Straßenbau

Beitrag von m1009 » Dienstag 12. September 2017, 17:47

Beton verformt sich nicht. Jedenfalls nicht auf der Piste. Physikalisch ausgeschlossen.



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