KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Ausrichterstadt der Fußballweltmeisterschaft 2018
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domizil
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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von domizil » Sonntag 30. September 2012, 08:24

... besten Dank an alle, die an der Veröffentlichung der Ausrichterstädte für die Fussball-WM2018 in Russland mit mehr oder weniger "Nervenaufwand" teilgenommen haben. Bleibt nur noch zu hoffen, dass Russland im allgemeinen und die einzelnen Städte im besonderen die Chance nutzen, sich sowohl sportlich wie auch auf allen anderen gesellschaftlichen Gebieten der Welt richtig zu präsentieren.

Hier Fotoeindrücke wie die Kaliningrader gestern gefeiert haben:
http://kaliningrad.ru/news/item/22675-b ... iningradru
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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von domizil » Samstag 6. Oktober 2012, 07:49

Hier ein Link zum Artikel des Korrespondenten Th. Plath in Russland-Aktuell:
http://www.kaliningrad.aktuell.ru/kalin ... t_139.html

und mein doublierender Kommentar:

Ein Foto mit Symbolik?
Der Artikel wird begleitet von einem interessanten Schnappschuss – Kenner der Kaliningrader Situation werden schmunzeln: Der Gouverneur schaut nach rechts, der Bürgermeister nach links – beide stehen also mit dem Rücken zueinander. Und zwischen beiden steht Stanislav Woskresenski, der Vertreter des Präsidenten in Kaliningrad. Wie soll man das verstehen? Flankieren die beiden Erstgenannten den Vertreter des Präsidenten, oder ist dieser eine Art Puffer zwischen den Beiden? Na gut, lassen wir das ... Interessant ist aber, das im Artikel G. Boos, der ehemalige Gouverneur erwähnt wird – nur am Rande, aber immerhin. Auch in der hiesigen Presse wird der Name immer öfter erwähnt. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren – gerade im Hinblick auf die Fußball-WM2018, dass Georgi Walentinowitsh sich noch nicht völlig von Kaliningrad verabschiedet hat – warum auch? Es gibt heute wieder Leute die meinen, dass er so schlecht ja gar nicht war. Umso mehr, als wir erst vergangene Woche einen Politskandal überlebt haben. Der Bürgermeister Jaroshuk hatte im Rahmen seines Wahlkampfes einen Fauxpas begangen und Herrn Gan, dem Bürgermeisterkandidaten der «Patrioten Russlands» damit eine Steilvorlage geliefert. Das empfiehlt ihn nicht unbedingt für eine direkte Fortsetzung der Karriere auf höherer Ebene... ach, ich verzettele mich schon wieder.
Kommen wir auf die Fussball-WM2018 zurück. Jetzt sind alle glücklich. Nein, vermutlich nicht, denn in meinen Gesprächen der letzten Tage, hatte ich ein Verhältnis 50:50. Die, die nicht begeistert sind, sind in erster Linie besorgt, dass das ruhige Kaliningrad eine riesige Baustelle wird und damit sechs Jahre Staub und Dreck über der Stadt hängt. Aber ist es nicht so, dass zuerst investiert werden muss, damit man dann besser leben kann? Die Stadt hat jetzt in eine Investitionsagentur investiert, die unter staatlicher Aufsicht alle Investoren begleitet und ihnen die Wege ebnet – anscheinend die Kopie des Erfolgsmodells Kaluga. Vor wenigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit dem Stellv. Minister für strategische Entwicklung des Kaliningrader Gebietes. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe – sein Optimismus ist ansteckend. Und selbst wenn nur die Hälfte umgesetzt wird, ist dies bemerkenswert. So sehr ich mir die Umsetzung aller Gedanken wünsche, bin ich doch in den 17 Jahren meines Wirkens in Kaliningrad soweit Realist geblieben, dass ich weiß, dass Übertreibungen zum politischen Tagesgeschäft gehören. Zum Beispiel ist der Bau von 4 Yachthäfen in Kaliningrad geplant. Interessant! Aber wozu? Das kostet alles viel Geld. Und bei all dem Euphorismus, kommt noch ein Moment hinzu, der eigentlich kein Geld kostet – der aber mindestens so wichtig ist, wie der Bau des Fußball-Stadions: Das Visaproblem. Ohne die Herstellung der Visafreiheit mit Russland, wird die Vorbereitung und Durchführung der WM2018 schwieriger. Russland ist bereit für die Visafreiheit. Im November beginnt die Einführung der elektronischen Migrationskarte in Kaliningrad. Kein Ausländer muss mehr Papier ausfüllen – alles automatisch. Und ohne Visa entfällt dann auch die Meldepflicht? Da lohnt es sich doch nachzudenken – in Westeuropa! Vor wenigen Tagen hatte ich ein Treffen mit dem Generaldirektor der staatlichen TV-Agentur «Panorama». Der Generaldirektor kam mit seinem Technikteam gerade aus England zurück, wo die modernste Technik die in Europa existiert, von Russland für die TV-Übertragung der Olympiade zur Verfügung gestellt wurde. Jetzt bereitet man sich auf die Olympischen Spiele in Sotchi vor und dann auf die WM2018. Wie schön wäre es, wenn diese Technik im Interesse aller Sportbegeisterten sich völlig frei und ohne Visazwang innerhalb Europas bewegen könnte?
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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von GastroService » Samstag 6. Oktober 2012, 09:48

Kaliningrad ist Stadt der Fussball - WM 2018, wie andere Staedte in Russland, Sotchi ist Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014, doch in vielen anderen Regionen will man den Tourismus aufbauen und diese warten genauso auf die Visafreiheit mit der EU. Wenn die Winterspiele und WM vorueber sind, wird sich die Euphorie fuer die Staedte normalisieren, der Tourismus als solcher ist von langlebiger Natur, wenn man ihr richtig organisiert. Seine Langlebigkeit und nachhaltiger Erfolg haengt auch vom auslaendischen (europaeischen) Touristen ab. Auch fuer Kaliningrad.
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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von domizil » Samstag 6. Oktober 2012, 11:47

... völlig richtig. Und letztendlich geht es doch nur um eins: die Freiheit, die Reisefreiheit der Menschen, egal welchen Pass sie in der Tasche haben. Wir Deutschen (Ostdeutschen) wollten das 1989 so und mit Hilfe des westelbischen Teils Deutschlands wurde es erreicht. Und nun sollte sich das ganze Deutschland auch dafür stark machen, das nicht nur die Demokratie weiter nach Osten getragen wird, sondern auch die Reisefreiheit. Russland ist bereit diese Reisefreiheit sofort zu gewährleisten ...
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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von bigbear » Samstag 6. Oktober 2012, 12:58

domizil hat geschrieben:Russland ist bereit diese Reisefreiheit sofort zu gewährleisten ...
das ist ja wirklich super....nur eines bitte ich zu Bedenken....

was ist mit dem Ausfall der Visagebühren, auf beiden Seiten. Sind diese nicht im "Finanzplan" der Staaten eingeplant?
Was ist mit den vielen Angestellten in den Botschaften...gehen die dann in Rente?

Ich glaube, so einfach ist das alles nicht. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein.

Eine Verbindung suchen nach Kaliningrad oder sonstwo in Russland und dann ..... ja in den Bus, Zug oder Flugzeug und ab..

Kurzer Anruf....bin gleich bei DIr.....

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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von GastroService » Samstag 6. Oktober 2012, 13:52

...dieses Manko (Visagebuehren) wird durch den Konsum (Konsumsteuern) wohl mehr als ausgeglichen. Die Mitarbeiter koennen in anderen Bereichen arbeiten, dann werden dort die Wartezeiten verkuerzt :roll:
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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von andreask020361 » Samstag 6. Oktober 2012, 15:31

Schöner witz ,er meint doch nicht etwa seine Landsleute, wäre ja mal absolut was ganz neues
domizil hat geschrieben:Amtlich zu 99,99 Prozent

Bürgermeister A. Jaroshuk: „Ich hatte soeben einen Anruf aus Moskau mit der Information, dass wir Ausrichterstadt sind.“

Bürgermeister Kaliningrad: Ärmel hochkrempeln und arbeiten!

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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von Jenenser » Freitag 12. Oktober 2012, 11:13

Gestern Abend las ich eine Studie zur geplanten Fußball WM. Inhaltlich ging es am Beispiel einiger Kriterien darum, inwieweit die austragenden Städte schon heute für das Turnier breit seien. Kaliningrad belegt in dieser Bewertung den 10. Platz. In Sachen Übernachtungsinfrastruktur bekommt die Stadt akzeptable 4 Pluspunkte. Im Bereich Einkaufen hält sich plus und minus die Wage. Jedoch 10 Minuspunkte gibt es für die derzeitige Transportinfrastruktur.
Die Statistik entnahm ich dem Jekaterinburger Stadtportal. Auch die Hauptstadt des Urals schätzt selbstkritisch ein, nicht bereit zu sein, für die Aufnahme der zu erwartenden Fußballfans.
http://www.e1.ru/news/spool/news_id-376630.html

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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Freitag 12. Oktober 2012, 11:31

bigbear hat geschrieben: was ist mit dem Ausfall der Visagebühren, auf beiden Seiten. Sind diese nicht im "Finanzplan" der Staaten eingeplant?
Was ist mit den vielen Angestellten in den Botschaften...gehen die dann in Rente?
Also, mit 35 EUR kannst du Visaanträge nicht kostendeckend bearbeiten. Erst Recht nicht die deutsche Botschaft Moskau. Verwaltungsgebühren dienen der Kostendeckung. Nur hat man diese Beträge eingeführt, damit sich die Russen zusammenreißen und nicht mehr ihre astronomischen Visagebühren verlangen. So stellt sich klein Fritzchen aka Magdeburg-Moskva die Sache vor. Mit 70 EUR dürfte die Bearbeitung möglich sein, aber wahrscheinlich auch nicht als Express.
bigbear hat geschrieben:Ich glaube, so einfach ist das alles nicht. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein.
Naja, es spielen halt (vorgebliche) Sicherheitsinteressen gerade auf deutscher Seite rein. Jedoch gibt es Positionspapiere, die aussagen, dass eben das Visaverfahren wegen Ineffizienz nicht mehr der Erhöhung der Sicherheit dient, sondern neue Technologien, angefangen beim biometrischen Reisepass. Deutschland hat wohl Angst, dass noch mehr dableiben wollen und dann als (Schein-)Ehegatten die Sozialsysteme belasten ohne jemals eingezahlt zu haben. Gegen Geschäftsleute oder Touristen mit dicken Geldbündeln hat niemand was.

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Re: KALININGRAD – Stadt der Fussball-WM 2018

Beitrag von domizil » Freitag 12. Oktober 2012, 13:40

Jenenser hat geschrieben:Gestern Abend las ich eine Studie zur geplanten Fußball WM. Inhaltlich ging es am Beispiel einiger Kriterien darum, inwieweit die austragenden Städte schon heute für das Turnier breit seien. Kaliningrad belegt in dieser Bewertung den 10. Platz.
... ich ergänze: den 10. Platz von 11 möglichen ... Und so soll es auch sein. Wenn ich das "System" richtig verstehe, geht es darum, zu solchen Großereignissen Orte auszusuchen, die großen Bedarf an der Entwicklung der Infrastruktur haben. Da gibt es aus föderalen Töpfen Geld und wenn alles klug angelegt wird, kann das Land, die Region, die Stadt bis zu dem Ereignis und hoffentlich auch danach davon profitieren. Ich hoffe für Kaliningrad insbesondere auf "die Zeit danach". Meine Hoffnung untermauere ich noch damit, dass der jetzige Gouverneur mit seiner Regierung noch bis maximal 2015 im Amt ist ... Und ich hoffe auf die Wahlergebnisse am jetzigen Sonntag.
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Also, mit 35 EUR kannst du Visaanträge nicht kostendeckend bearbeiten.
... völlig richtig, ein rein symbolischer (politischer) Preis
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Jedoch gibt es Positionspapiere, die aussagen, dass eben das Visaverfahren wegen Ineffizienz nicht mehr der Erhöhung der Sicherheit dient,

... mit einem Visum kann man nur im Vorfeld gewisse "Interessenten" rausfiltern und abweisen. Wer böse Absichten hat (u.a. die genannten), kann man mit einem Visum davon nicht abhalten. Mit einem vernünftigen zwischenstaatlichen Abkommen, welches auch die Kostenübernahme regelt für die "Schäden/Kosten" die derjenige Bürger verursacht hat, müsste eigentlich das Problem des visafreien Reiseverkehrs zu regeln sein - immer den BEIDERseitigen Willen der Beteiligten vorausgesetzt.
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http://www.blog.aktuell.ru/category/kal ... em-akzent/
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