Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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cdev
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Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von cdev » Montag 9. November 2009, 16:07

Liebe Forengemeinde,

mein Herzblatt aus Moskau befindet sich seit sieben Monaten in Deutschland mit einem Sprachkursvisum für ein Jahr. Wir haben die Zeit dazu genutzt um uns zu vergewissern, dass wir auch künftig zusammen leben, sprich heiraten möchten.

Nun hat meine zukünftige Frau sich etwas in das Thema eingelesen und dabei festgestellt, dass es offenbar sehr ungern gesehen wird, wenn eine Russin mit Sprachkursvisum in Deutschland heiratet.

Nun stellt sich für uns die Frage, ob dieses "ungern gesehen wird" ernstzunehmen ist und welche Konsequenzen ggf. drohen können (und seien es auch "nur" diese, dass ggf. künftig Sprachkursvisa nicht mehr möglich sind, was ich aber für sehr unwahrscheinlich halte).

Kurz gesagt: Wir wollen einen optimalen Weg finden um zu heiraten- und dies möglichst noch unter Ausnutzung der verbleibenden knapp vier Monate bis zum Ablauf des Sprachkursvisums. Mein Herzblatt spricht übrigens bereits recht gut Deutsch, von dieser Seite gibt es also eher wenig Probleme.

Was meint ihr dazu: Wann und wo und wie heiraten? :-)) Danke für eure Meinungen!



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harald63
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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von harald63 » Montag 9. November 2009, 17:14

Das Standesamt wird keine Probleme machen, die Ausländerbehörde könnte aber auf die Idee kommen, zumindest nach Ablauf des Visums die Ausreise zu verlangen und dann eine FZF. Die Ehe steht zwar unter dem besonderen Schutz des GG, aber da steht ja auch schon was von der Unantastbarkeit der Menschenwürde, wobei ironischerweise EU-Ausländer, die hier leben, besser behandelt werden als Deutsche.
Vielleicht lohnt sich aber ein Gespräch mit der Ausländerbehörde. Deine Freundin macht ja schon länger den Sprachkurs und kann da wohl auch Nachweise bringen. Und Beamte sind doch auch immer öfters Menschen, die ihren Ermessensspielraum viel lieber wahrnehmen, wenn man sie vorher informiert und fragt, als wenn man sie dann irgendwann vor vollendete Tatsachen stellt (und sich dabei vielleicht noch doof/naiv stellt) und sie mehr oder weniger zur Absegnung zwingen will.

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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von Sibirier » Montag 9. November 2009, 17:18

Stimme harald63 vollkommen zu! Am besten die für Euch zuständige Ausländerbehörde aufsuchen (vielleicht ist die Tür ja direkt neben dem Standesamt... ;) ).
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

cdev
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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von cdev » Mittwoch 11. November 2009, 03:55

@harald63

Danke für Deine Meinung, die sich haargenau mit unseren eigenen Gedanken deckt.

Es ist auch meine Erfahrung, dass die Behörden im Rahmen der vorhandenen Ermessensspielräume desto besser kooperieren, je umfassender sie zuvor informiert werden. Ich habe bis dato mit den deutschen Ausländerbehörden nur gute Erfahrungen gemacht.

Herzliche Grüße

Hannes
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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von Hannes » Mittwoch 11. November 2009, 14:11

harald63 hat geschrieben:Das Standesamt wird keine Probleme machen
... wenn die notwendigen Dokumente besorgt werden können.
Erkundige dich mal bei deinem Standesamt, bzw. OLG welche Dokumente notwendig sind.
in der Regel, müssen die dann mit Apostille (Übersetzung und notarieller Beglaubigung) versehen sein, was das ganze etwas erschwert,
da man die entsprechende Apostille nur in Russland bekommt.

Wenn dein Herzblatt noch nicht verheiratet war, ist es etwas einfacher, da weniger Dokumente!



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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von Glider » Donnerstag 19. November 2009, 17:50

Grundsätzlich wird sich das Standesamt einer Eheschliessung bei vorliegen aller nötigen Dokumente nicht verschliessen. Mein Standesbeamte meine bei uns sogar bei Aufgebotserstellung, dass wir während der 6-monatigen Gültigkeit des Aufgebots "Ruhe vor der ABH" hätten.
Eine Rückfrage bei der ABH ergab als Antwort, dass es die interssiert, dass ein derartiger Entschluss erst nach der Einreise aufgekommen sein darf. Dieses hatten wir seinerzeit bejahen können. Klar kannten wir uns vorher, doch der Entschluss zur Heirat kam definitiv erst danach. Wäre das nicht so gewesen, dann hätte meine Liebste Probleme wegen Erschleichung des Visums bekommen können (grosser Ärger).
Zu klären ist, ob Deiner Freundin nach der Heirat mit einem Deutschen in Deutschland, eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen ist (-> Ausländergesetz).
Bei uns war das seinerzeit so.

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lixil
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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von lixil » Donnerstag 19. November 2009, 19:20

Ich bin mir nicht sicher wie es mit einer AE wegen eines Sparachkurses ist. Hätte sie eine Aufenthaltserlaubnis wegen Arbeit, hätte sie auch nach der Heirat mit dir einen Anspruch auf eine AE dann allerdings wegen der Ehe mit einem Deutschen. Und das ohne ausreisen zu müssen!! Den Punkt würde ich an eurer Stelle als erstes klären. Und nicht nur bei der Ausländerbehörde nachfragen. ;)
Falls ihr an die ganzen Unterlagen nicht rechtzeitig rankommt könnt, also vor dem Ablauf der aktuellen Aufenthaltserlaubnis, dann bietet sich noch das schöne Nachbarland im Norden an. Die sind da etwas entspannter :)

Marco
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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von Marco » Donnerstag 19. November 2009, 19:42

Da sie eine AE für D hat, dürfte es eigentlich keine Handhabe geben sie zurückzuschicken

Zeppelin
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Re: Heiraten in Deutschland während Sprachkurs?

Beitrag von Zeppelin » Montag 30. November 2009, 20:33

Um mich nach langer Zeit mal wieder zurück zu melden:

Es ist völlig 'schnurz', mit welcher Art Visum man hier heiratet. Entscheidend ist allerdings, dass die Eheschließungsabsicht nicht vor der Einreise mit eben diesem Visum erkennbar sein darf.

D.h. mit anderen Worten: Es spricht nichts dagegen, hier erst einmal mit sonst was für einem Visum einzureisen, sich dann bis auf weiteres fortan lega hier aufzuhalten und während des Aufenthalts hier die Eheschließung zu beantragen. Allerdings muss man dann schon dem ursprünglichen Einreisen und Aufenthaltszweck nachgehen; also Besuch des Sprachkurses mit entsprechenden Nachweisen.

Sofern die für eine Heirat nötigen Unterlagen dann in der Heimat (RUS) nach der Einreise ausgestellt werden, gibt es kein Problem.
Natürlich kann es logistisch etwas kompliziert werden, die geforderten Dokumente herzuschaffen.
Sollte die Ehe während des Sprachkursaufenthaltes geschlossen werden können, entsteht ab dem Tag ein Anspruch auf eine AE gem. § 28 Abs. 1 AufenthG.
Somit entfällt die ansonsten erforderliche Rückreise und das Verfahren zur FZF

Gruß,
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)

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