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Befreiung Ehefähigkeitszeugniss: Verbleib Geburtsurkunde?

Verfasst: Freitag 7. Mai 2010, 12:48
von cdev
Hallo zusammen,

das deutsche Standesamt fordert vom heiratswilligen Paar ein sog. Ehefähigkeitszeugnis. In Russland gibt es dieses Ehefähigkeitszeugniss nicht. Das ist soweit bekannt. Konsequenz ist ein "Antrag auf Befreiung von der Beibringung des Ehefähigkeitszeugnisses", dessen Voraussetzungen (für den Zuständigkeitsbereich des OLG Stuttgart) hier abzurufen sind: http://www.olg-stuttgart.de/servlet/PB/ ... ssland.pdf.

Es wird also u.a. eine Geburtsurkunde im Original mit Apostille benötigt. Wie ich schon so gehört und gelesen habe, bedeutet das für nicht Wenige eine lange und beschwerliche Reise zum Geburtsort in Russland. Hält man das Dokument schließlich in Händen, muß es nach der Apostillierung zusammen mit dem Antrag an das OLG gesendet werden- das geschieht durch das jeweilige Wohnsitzstandesamt des deutschen Partners.

Mein russisches Herzblatt war nun einigermaßen erschrocken, als keine Stelle Anstalten machte, ihr dieses Dokument nach Durchlauf des Antrages wieder zurückzugeben. Denn in Russland ist dieses Dokument sehr wichtig und für alle möglichen Prozeduren notwendig. Zwischenzeitlich ist die originale Geburtsurkunde wieder vom OLG zum Wohnsitzstandesamt zurückgesendet worden. Dort kann mir aber niemand im Moment sagen, ob meine russische Partnerin das Dokument wieder zurückbekommen kann (da sich die Sachbearbeiterin im mehrwöchigen Urlaub befindet).

Weiß jemand von euch mehr?

Re: Befreiung Ehefähigkeitszeugniss: Verbleib Geburtsurkunde

Verfasst: Freitag 7. Mai 2010, 15:00
von fich27
Keine Panik, Ihr solltet eigentlich alle eingereichten Dokumente zurückbekommen. So war es jedenfalls bei uns. Alles, was wir über das Standesamt zum OLG geschickt hatten, kam über das Standesamt auch zu uns zurück. Normalerweise spätestens nach der Eheschließung - die sind auch froh, wenn sie die riesigen Papierberge wieder loswerden. Ein Dokument, das meine Frau dringend brauchte (ich glaube sogar, das war ihre Geburtsurkunde), habe ich lange vor der Hochzeit schon vom Standesamt abgeholt. Alles kein Problem.

Alles Gute,
fich

Re: Befreiung Ehefähigkeitszeugniss: Verbleib Geburtsurkunde

Verfasst: Freitag 7. Mai 2010, 19:15
von herlit
Welch erniedrigender Begriff: Ehefähigkeitszeugnis. Da bestätigt ein Staat einem mündigen Bürger, dass dieser fähig ist, eine Ehe einzugehen. Er erteilt ihm die Erlaubnis zu heiraten. Der Staat als Neurologe. Bei meiner Heirat in Moskau ging das unbürokratisch und schnell.

Re: Befreiung Ehefähigkeitszeugniss: Verbleib Geburtsurkunde

Verfasst: Freitag 7. Mai 2010, 22:35
von Zeppelin
herlit hat geschrieben:Welch erniedrigender Begriff: Ehefähigkeitszeugnis. Da bestätigt ein Staat einem mündigen Bürger, dass dieser fähig ist, eine Ehe einzugehen.
Nein! Der Staat bestätigt damit nur, dass keine rechtlichen Gründe bestehen, die eine Ehe ausschließen würden (Verwandtschaft ersten Grades, eine bereits bestehende Ehe ...
Er erteilt ihm die Erlaubnis zu heiraten.
Ja. siehe oben.
Der Staat als Neurologe.
So ein Unsinn. Der dt. Staat kann schließlich nichts dafür, dass RUS kein eineindeutiges Standesregister führt, aus welchem man einfach einen Auszug bereitstellen könnte, um alle Zweifel zu beseitigen.
Bei meiner Heirat in Moskau ging das unbürokratisch und schnell.
Dito siehe oben: Intern kann RUS wohl doch sehr einfach feststellen, wie es mit Familienstand und Abstammung seiner Büger/-innen aussieht - oder aber es nimmt in Kauf, dass Doppelehen geschlossen werden oder solche zwischen Geschwistern bzw. Elternteil und Kind? :roll:

Aber back to topic:
Hier in Berlin wurden uns die Unterlagen für das Befreiungsverfahren vom EFZ gar nicht erst im Original abgenommen. Wir hatten sie nur dem Standesamt vorgelegt, welches sich dann Kopien davon zog, beglaubigte und sie zum KG (OLG) weitergab. Diese Kopien verblieben dann allerdings beim Standesamt.
Da wir uns allerdings mit der Heirat auch gleichzeitig in das damals noch existierende Familienbuch eintragen ließen, kann meine Frau sich seither jederzeit vom hiesigen Standesamt eine aktuelle Geburtsurkunde ausstellen lassen - auch mit russischer Staatsangehörigkeit.

Dieses Familienbuch wurde zwar inzwischen in eine andere Form des Standesregisters umgewandelt, aber das Prinzip ist dabei das gleiche: Abstammungsurkunden ausländischer Staatsangehöriger werden von dt. Standesämtern ausgestellt, wenn die Ehe hier geschlossen bzw. (auf Antrag) nachbeurkundet wurde.

Re: Befreiung Ehefähigkeitszeugniss: Verbleib Geburtsurkunde

Verfasst: Freitag 7. Mai 2010, 23:19
von cdev
Vielen Dank für eure Hinweise! Es wurde im Merkblatt des OLG Stuttgart ausdrücklich die "Geburtsurkunde im Original mit Apostille" verlangt, so daß die Standesbeamtin wohl eher schlecht beraten gewesen wäre, dies nicht genauso einzureichen. Offenbar gibt es jedoch zwischen den Bundesländern gewisse Unterschiede in Details, was mitunter für Verwirrung sorgt.