Erste Schritte in Deutschland

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Sisko
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Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Sisko » Sonntag 3. Juli 2011, 18:47

Hallo liebe Forengemeinde,

nach erfolgreicher Einreise meiner Frau befindet sie sich nun in Deutschland mit einem Visum für Familienzusammenführung :-). Dieses Visum ist 3 Monate gültig und enthält keine Arbeitserlaubnis sowie die Auflage den Aufenthaltsort nach Einreise anzuzeigen. Nun habe ich mich informiert welches die nächsten Schritte sind und hoffe ihr könnt mir bei der ein oder anderen Frage weiterhelfen oder mich verbessern.

1. Aufenthaltsanzeige (Da die Einreise am Wochenende war kann ich dies erst am Montag erledigen).
- Welche Unterlagen werden benötigt? Ist der russische Reisepass meiner Frau mit Visum ausreichend? Die Ehe ist bereits bei der Behörde eingetragen.
2. Einen Termin mit der Ausländerbehörde vereinbaren und einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis stellen.
- Wird die Aufenthaltserlaubnis gleich für die ersten 3 Jahre ausgestellt?
3. Änderung der Krankenversicherung in eine Familienkrankenversicherung. Da meine Frau mit dem Visum für Familienzusammenführung noch keine Arbeitserlaubnis hat muss dieses logischerweise auf meinen Namen geschehen.

Nun hätte ich noch ein paar allgemeine Fragen:
- Wie lange dauert es eurer Erfahrung nach bis der Aufenthaltstitel verlängert wird und meine Frau sich eine Arbeit suchen kann.
- Wie lässt man in Deutschland Abschlusszeugnisse etc... anerkennen?
- Laut einer Freundin hat meine Frau das Recht auf einen kostenlosen 3-monatigen Deutsch- und Integrationskurs. Ist das richtig?

Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen. Vielen Dank im Voraus!



Zeppelin
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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Zeppelin » Sonntag 3. Juli 2011, 20:47

Die Punkte 1. - 3. sind so weit okay und richtig.

Die Meldebescheinigung ist schließlich Voraussetzung für eine AE und natürlich auch die KV (da genügt die Bescheinigung, dass Aufnahme in die Familienversicherung beantragt wurde.) Ohne diese wäre ein Besuch bei der ABH sinnlos.

Für wie lange die ABH die erste AE ausstellt, kann man nicht sagen. Das kann zwischen 1 und 3 Jahren liegen.
Die Ausstellung der AE erfolgt normalerweise während des Besuchs bei der ABH. Kommt drauf an, wie stark die frequentiert wird und wie routiniert sie ist. Hier in Berlin ist das üblicherweise an einem Vormittag erledigt.
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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von werner » Sonntag 3. Juli 2011, 23:00

Hallo Sisko,

Deine Ehefrau muss wohl ihren Deutschkurs selber bezahlen (eigene Erfahrung). Aber bestimmt wir Dir Deine
Ausländerbehörde alle notwendigen Auskünfte erteilen. Wenn man nur freundlich nachfragt, hast Du bestimmt Erfolg.
Umsiedler bekommen wohl kostenlos einen Deutschkurs, dafür müssen sie dann ihre russische Staatsbürgerschaft ablegen und
verlieren alle Rechte auf Erbe,Rente und Wohnrecht in Russland.

Mit besten Gruß von Werner
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Jochen
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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Jochen » Sonntag 3. Juli 2011, 23:57

Für einen kostenlosen Deutschkurs die Staatsbürgerschaft ablegen? Wie bitte? :shock:
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Norbert » Montag 4. Juli 2011, 08:58

werner hat geschrieben:..., dafür müssen sie dann ihre russische Staatsbürgerschaft ablegen und verlieren alle Rechte auf Erbe,Rente und Wohnrecht in Russland.
Das Recht auf Erbe und Rente verliert man nicht. Das würde mich schwer wundern. Denn auch als Ausländer kann ich eine Rente aus Russland bekommen. Und ein Erbe sowieso - wenn dies im Testament festgelegt ist, kann man sein Guthaben sonstwem vererben, selbst dem Papst.



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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von arghmage » Montag 4. Juli 2011, 09:24

Genaueres über den Integrationskurs gibts da
http://www.integration-in-deutschland.d ... -node.html
Kostenlos wird der für deine Freundin bestimmt nicht sein, Maximalbetrag sind 645 Euro.

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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von werner » Montag 4. Juli 2011, 13:42

@ Jochen,
Du hast mich bestimmt falsch verstanden.Wenn die russische Ehefrau einen deutschen Pass beantragt, muss sie im Gegenzug ihren russischen Pass abgeben.Dann ist sie nicht mehr Russin und verliert wohl das Wohnrecht in Russland und den Anspruch auf Rente.Die jeweilige Ausländerbehörde ist bestimmt der beste Ansprechpartner und eine gute Informationsquelle.
Das mit den 600,- Euro kommt hin, so viel in etwa habe ich in DM damals bezahlt.Aber es war eine gute Hilfe!
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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Norbert » Montag 4. Juli 2011, 14:03

werner hat geschrieben:Dann ist sie nicht mehr Russin und verliert wohl das Wohnrecht in Russland und den Anspruch auf Rente.
Beides verwundert mich!

Die Rente hängt doch nicht von der Staatsbürgerschaft ab, sondern von den eingezahlten Rentenbeiträgen. Auch ich als Deutscher bekomme irgendwann eine russische Rente - falls es in 33 Jahren noch den russischen Rentenfond gibt. Das einzige, was ich mir vorstellen kann: Man verliert die Ansprüche aus Sowjetzeiten, da die damaligen Renten anders organisiert waren und daher heute an der Staatsbürgerschaft festgemacht werden.

Ebenso das Wohnrecht bezieht sich nur auf nichtprivatisierten Wohnraum. Eine eigene Wohnung wird man nie verlieren, egal welche Staatsbürgerschaft man hat!

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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Hannes » Donnerstag 14. Juli 2011, 11:34

Hallo,
Wie lange dauert es eurer Erfahrung nach bis der Aufenthaltstitel verlängert wird und meine Frau sich eine Arbeit suchen kann.
Wenn alle Dokumente vorhanden sind, du sie Heute anmeldest, kann sie sich morgen eine Arbeit suchen.
Wie lässt man in Deutschland Abschlusszeugnisse etc... anerkennen?
Bei der Schulbehoerde deines Bundeslandes, am besten schon in Russland uebersetzen lassen. Die haben es lieber wenn es in Deutschland uebersetzt wurde, aber wenn du eine Uebersetzung aus Russland hast werden die normalerweise nichts dagegen haben (Brandenburg).

Zum Sprachkurs / Integrationskurs, den bekommt sie evtl. bezahlt, dass kommt auf die Hoehe deines Einkommens an. Mal zum Sozialamt/ARGE oder wie die sich jetzt nennen, da bekommt sie eine Bescheinigung das sie keine Ansprueche hat (Negativbescheinigung), insofern du genug Einkommen hast. Dann zum Arbeitsamt, dort bekommt sie auch Bescheinigung dass sie keine Ansprueche hat. Nun kann sie dort aber vermittelt werden oder an Kursen Teilnehmen. Meine Erfahrung ist, kannste beides vergessen, Zeitverschwendung. Wichtig ist aber die Rentenanwartschaft die sie durch die Meldung beim Arbeitsammt bekommt.

Jetzt suchst du dir eine Organisation in deiner Naehe, die Sprachkurse / Integrationskurs durchfuehren. Sollte es in deiner Stadt mehrere Einrichtungen geben, soll sie mal in den Unterricht "reinschnuppern". Fuer Koeln habe ich einen guten Tipp. Dort haben die auch einen Antrag. Damit wird geprueft, mit welchem Anteil du dich an den Kosten beteiligen musst, oder bestenfalls befreit wirst.

Es gibt Einrichtungen, da koennen die Kursteilnehmer Praktika in verschiedenen Betrieben machen. Hat den Vorteil, dass deine Frau sieht was ihr liegt oder nicht z.B. Altenpflege.

Das mit der Staatsbuergerschaft ist fruehestens eh erst in 3 Jahren aktuell
Zuletzt geändert von Norbert am Mittwoch 3. August 2011, 08:01, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Formatierung korrigiert

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Re: Erste Schritte in Deutschland

Beitrag von Norbert » Mittwoch 3. August 2011, 08:05

Die hier gestellte Frage zum Familiennachzug eines russisches Vaters nach Deutschland habe ich abgetrennt: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=34&t=13214



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