Mutterschutz in Russland

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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matt83
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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von matt83 » Dienstag 26. Juli 2011, 14:13

Wir haben uns nun übrigens entschlossen nach erfolger Eheschliessung (siehe anderer Thread), dass meine zukünftige Frau im September schon nach Österreich kommt und wir uns dort den Lebensmittelpunkt aufbauen und anschließend nach erfolgter Erteilung der Aufenthaltskarte etc. das Kindergeld sowie Elterngeld dort beantragen werden. Anders macht es für uns keinen Sinn. Wir haben nun die Bestätigung dass auch nach nicht vorher erfolgter Erwerbstätigkeit in Österreich, die Mutter dort Anspruch auf Kinderbetreuungsgeld hat (12 Monate bspw. zu ca. 1000 EUR im Monat).



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manuchka
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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von manuchka » Dienstag 26. Juli 2011, 19:45

Siehste mal, das ist ja toll...
Du erntest, was du säst.

kazan
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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von kazan » Dienstag 1. April 2014, 17:19

manuchka hat geschrieben:Hier steht alles: http://posobie.info/law/ für 2011 in russischer Sprache, aber deine Freundin wird es ja verstehen.

Kurze Zusammenfassung für die Nichtsprachkundigen:
...

2. Mutterkapital
wofür: Geburt des 2. oder weiteren Kindes (nach 1.1.2007)
wieviel: einmalig 365.000 RUR (wird auch jedes Jahr mehr), davon kann man 12.000 auszahlen lassen, der Rest ist zweckgebunden und wird nicht ausgezahlt
wer hat Anspruch: Mütter mit russischer Staatsangehörigkeit - ich krieg also z.B. keins, obwohl meine Kinder auch Staatsangehörige der RF sind
wer zahlt aus: vom Rentenversicherungsfonds bekommt man das Zertifikat nach Vorlage von x Dokumenten
wann: keine genaue Angabe

weitere lokale Auszahlungen - für Moskau (in anderen Regionen können ähnliche Regelungen gelten, die Info gibt es in der lokalen Behörde für soziale Sicherheit):
...
Hallo,
ich habe eine Frage zu diesem Mutterkapital, das wohl für das 2. Kind gilt.
google Übersetzung
B) Maternal Kapital (Mutterkapital):

Das Recht der Eltern Hauptstadt bestätigt einzelnen staatlichen Zertifikate für Mütter (Familien-) Kapital. Ab 1. Januar 2013 ist die Muttergesellschaft der Hauptstadt 408 960 Rubel 50 Kopeken. http://posobie.info/law/
Ich habe Freunde in Russland (Oblast Pskow) und diese wollen sich dort auf dem Land ein kleines Häuschen von diesem "Mutterkapital" kaufen, das sie wohl in 2 Jahren für das jetzt ein Jahr alte zweite Kind bekommen.
Fragen:
1. Bekommt man dieses Mutterkapital nur, wenn man in Moskau/Hauptstadt wohnt?
2. Die Freunde erzählten mir, dass die Bank ihnen keinen Kredit geben will, obwohl sie dieses staatlichen (Mutterkapital-)Zertifikate haben. Warum?

Nun haben sie mich gefragt, ob ich ihnen diese umgerechnet ca 8000.- EUR leihen kann mit der Zusage, dass das Mutterkapital quasi als Sicherheit dienen soll, bzw ich als Besitzer des Häuschen (Kaufpreis ca 12.000.- eur) eingetragen werden soll. Da die Eintragung mit einigem Aufwand verbunden ist und dann eventuell diese Geschichten von 30% Verkausssteuer etc kommen, will ich von der Eintragung bei der Registrierungsbehörde/Grundbuchamt absehen.
Mir ist klar, dass aus dem Kredit schneller als gedacht durch irgendwelche Umstände, eine "Schenkung" werden kann. Das ist dann mein Problem.
Aber kann mir jemand zu den 1.) und 2.) Fragen weiterhelfen?
Vielen Dank!

kazan
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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von kazan » Dienstag 1. April 2014, 18:42

Hallo,

hab zum Mutterschaftskapital http://de.wikipedia.org/wiki/Mutterschaftskapital noch etwas gefunden, damit hat sich die 1.) Frage wohl erledigt.
Aber warum geben Banken zu Wohnzwecken keinen Kredit?
You can spend the maternity capital to:
housing improvement: to buy housing, to pay off mortgage loans (Hypothekarkredit), or to build a house;
http://www.pfrf.ru/ot_en/mother/
Oder welche Auflagen müsste man erfüllen, dass dies funktioniert? Danke.

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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von m1009 » Dienstag 1. April 2014, 23:06

Aber warum geben Banken zu Wohnzwecken keinen Kredit?
Warum geben Banken in DE keine Kreditzusage ? Gleiches gilt sogar in Russland..... Geringes Einkommen, keine Sicherheiten, negatives Zahlungsverhalten etc.....
von diesem "Mutterkapital" kaufen
Von dem kapital kann man leider gar nichts kaufen. nach vergabe einer Hypothek kann das "Mutterkapital" zur abgeltung der Schuld verwendet werden. ein anspruch auf einen Kredit besteht nicht.
Denken ist wie googeln, nur krasser!



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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von fugen » Dienstag 1. April 2014, 23:34

Norbert hat geschrieben:
manuchka hat geschrieben:Norbert, ich kann nur das weitergeben, was ich gefunden habe. Wir hatten jedenfalls keinen Anspruch auf 12.000 RUR pro Monat, max. 1.500 RUR (war 2009), und auch da war gar nicht sicher, ob wir was bekommen, wir haben es nicht versucht. Ist das möglicherweise eine lokale Regelung? Oder "junge Familie" oder so? Denn die bekommen mehr.
Manuchka, das ist definitiv russlandweit so, nennt sich "Пособие на период отпуска по уходу за ребенком до достижения им возраста 1,5 лет"

Minimal sind es 4.000 Rubel, maximal 14.000 Rubel. Diese werden die ersten 18 Monate gezahlt. Ich schlage vor, dass wir dies in Deiner Aufzählung oben noch ergänzen!

http://www.kukuzya.ru/page/posobie-na-p ... t-3-kh-let
So kenne ich es auch.

18 Monate knapp 14000 Rub. bekommen wir noch 6monate

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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von kazan » Dienstag 1. April 2014, 23:52

m1009 hat geschrieben:
Aber warum geben Banken zu Wohnzwecken keinen Kredit?
Warum geben Banken in DE keine Kreditzusage ? Gleiches gilt sogar in Russland..... Geringes Einkommen, keine Sicherheiten, negatives Zahlungsverhalten etc.....
Nun, dieses Mutterschaftskapital ist aber so wie ich es verstanden habe, genau dafür gedacht. Also als Sicherheit. So wie der Pension Fund of Russian Federation schreibt: "You can spend the maternity capital to: housing improvement: to buy housing, to pay off mortgage loans, or to build a house"

Mir erschließt sich also nicht gleich, warum man dieses "capital certificate" (Mutterschaftskapital) nicht "beleihen" können soll. Das wäre ja völlig unabhängig vom Einkommen, oder sonstigem Zahlungsverhalten. Dieses Mutterschaftskapital-Zertifikat ist ja quasi eine Garantie, die sogar inflationsbesichert ist. ("The Government increases the maternity capital every year:") Quelle: http://www.pfrf.ru/ot_en/mother/

Mich würde interessieren, wie Familien in Russland mit diesem Mutterschaftskapital-Zertifikat umgehen. Gilt das für Banken in keinster Weise als Garantie, da würde mich interessieren warum? Kann man das Mutterschaftskapital nicht pfänden, keine Vollstreckungsmaßnahmen vollziehen?
Wird das unter Privatleuten als "Garantie" angesehen?
Danke.

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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von Norbert » Mittwoch 2. April 2014, 06:56

kazan hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie Familien in Russland mit diesem Mutterschaftskapital-Zertifikat umgehen. Gilt das für Banken in keinster Weise als Garantie, da würde mich interessieren warum? Kann man das Mutterschaftskapital nicht pfänden, keine Vollstreckungsmaßnahmen vollziehen?
Wird das unter Privatleuten als "Garantie" angesehen?
Nein und nein. Denn das Mutterschaftskapital ist streng an Regeln gebunden, es kann nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden. Ausbildung, Wohnraum sowie kurzfristige Hilfe (dann aber deutlich weniger).

Angenommen die Bank (oder Du) gibt nun einen Kredit darauf und die Mutter überlegt es sich anders und löst es für die kurzfristige Hilfe ein. Du kannst dies nicht verhindern ... hast aber keine Garantie mehr.

Oder dieses Haus wird gebaut, aber wegen eines Formfehlers sehen die Behörden den Nachweis der Wohnraumverbesserung für das Kind nicht bestätigt ... auch dann gibt es das Kapital nicht.

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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von kazan » Mittwoch 2. April 2014, 13:43

Ok, jetzt bekomme ich so langsam eine Vorstellung davon.
Norbert hat geschrieben:Angenommen die Bank (oder Du) gibt nun einen Kredit darauf und die Mutter überlegt es sich anders und löst es für die kurzfristige Hilfe ein. Du kannst dies nicht verhindern ... hast aber keine Garantie mehr.
Aber könnte man zB. die kurzfristige Hilfe nicht unterbinden, in dem man das Zertifikat dem Gläubiger aushändigt? Oder kann sich die Mutter dann einfach ein neues holen und behaupten sie hat das alte verloren etc... und holt sich dann in der Not doch die kurzfristige Hilfe?
Norbert hat geschrieben:...Oder dieses Haus wird gebaut, aber wegen eines Formfehlers sehen die Behörden den Nachweis der Wohnraumverbesserung für das Kind nicht bestätigt ... auch dann gibt es das Kapital nicht.
Kann man das im voraus planen? Also gehen Familien bei der Wohnraumverbesserung so vor, dass sie dann später die volle Summe dafür verwenden können?
Ich habe gelesen, dass der Makler in Russland eine viel wichtigere Rolle spielt als in DE. Gibt es Makler, die bei der Wohnraumverbesserung speziell beraten können, ob man das Mutterschaftskapital dafür später bekommt, oder eher nicht?
Irgendwie muss sich doch da ein "pragmatischer" Umgang bei den Familien etabliert haben, zB. was die Wohnraumverbesserung angeht? Oder lassen sich die meisten einfach die kurzfristige Hilfe auszahlen, nach der Devise, (lieber den Spatz in der Hand, als die taube auf dem Dach)?
Danke.

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Re: Mutterschutz in Russland

Beitrag von Norbert » Mittwoch 2. April 2014, 14:42

Mein Eindruck ist, dass es vor allem für Wohnraum genutzt wird. Dazu muss dann eh eine Hypothek aufgenommen werden, denn die Auszahlung erfolgt (noch so eine alberne Regel) nur zur Löschung einer Hypothek. Und da hoffen einfach alle, dass schon alles klar gehen wird. Aber eine Garantie hat man nicht.

Ich kenne niemanden, der die kurzfristige Auszahlung genutzt hat, aber auch niemanden, der die Ausbildung nimmt - schlicht, weil es noch kaum Kinder gibt, die eine kostenpflichtige Ausbildung nutzen und schon nach der Einführung dieses Kapitals geboren wurden. Aber es glauben auch wenige daran, dass das Programm bis zum Studienalter dieser Kinder überlebt. Deswegen versuchen (subjektiv wahrgenommen) alle, es irgendwie über Wohnraum zu versilbern.

Wenn Du so einen Fall vorfinanzieren willst, solltest Du als Haftung nicht dieses Zertifikat nutzen, sondern einen Anteil des gekauften Wohnraums. Wobei dies wiederum Ausschlusskriterium für das Kapital sein könnte ...



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