Welches Namensrecht wählen?

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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RoSlo_82
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Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von RoSlo_82 » Dienstag 13. Mai 2014, 13:14

Liebe Foren-Gemeinde,

ich habe eine kurze Frage, die ich leider durch die Suchfunktion nicht ausreichend beantworten konnte. Ich würde mich freuen, wenn der ein oder andere einen Rat hätte.

Folgender Sachverhalt:
Ich, Deutscher, aber mit Nachnamen endend auf -ski (klingt komisch, kommt in Deutschland aber öfters vor), möchte eine Russin heiraten (-ova). Wir möchten in Deutschland heiraten. Sie lebt schon seit sechs Jahren in Deutschland.
Wir möchten einen gemeinsamen Namen führen, allerdings soll Ihr Name dann endsprechend der russischen Formulierung auf -aja enden. (Wir wollen meinen Namen nehmen)

So wie ich das verstanden habe, müssten wir das russische Namensrecht anwenden, sehe ich das richtig. Hat das für mich dann aber Auswirkungen?
Müssen wir im Vorfeld, d.h. vor der Anmeldung der Ehe, im russischen Konsulat etwas beantragen?

Vorher:
Ich: Lewinski
Sie: Smirnova

Nachher:
Ich: Lewinski
Sie: Lewinskaja

Geht diese Konstellation überhaupt?

Würde mich über eine Antwort super freuen.

VG
Robert



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Dietrich
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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von Dietrich » Dienstag 13. Mai 2014, 17:14

Wollt ihr diese beiden Namensvarianten denn nur im russischen Pass eintragen lassen, oder soll das dann auch in Deutschland gültig sein?

Ob das deutsche Standesamt da mitmacht, wenn ihr euch da einfach eine weibliche Form von Lewinski "ausdenkt".. keine Ahnung. Dem normalen deutschen Namensrecht nach Heirat entspricht es nämlich nicht.
Vielleicht müsste man dafür in Russland heiraten, damit man da auf der "a-Endung" bestehen kann.

P.S. Wie wäre es denn mit Smirnovski ;-)
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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von RoSlo_82 » Dienstag 13. Mai 2014, 18:01

Danke für dein Feedback.

Es geht uns grundsätzlich um Ihrem russischen Pass und dass Sie dort die "weibliche" Form des Namens hat.
Sie würde dort nur ungerne Левински stehen haben. Was ich auch unterstütze. Wenn ich schon den passenden Namen habe ;)

Ich dachte ja, wenn ich das russische Namensrecht anwende, dass Sie dann die weibliche Form in Ihren Pass bekommt.

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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von Gunnar » Dienstag 13. Mai 2014, 18:03

beide Varianten sind gar kein Problem. Wenn Ihr EUch für russisches Namensrecht entscheidet, bekommt sie die weibliche und Du die deutsche Endung. Habe ich auch so gemacht.

Ausdrücklich in Art 10 Abs. 2 EGBGB geregelt:
Artikel 10, Name

(2) Ehegatten können bei oder nach der Eheschließung gegenüber dem Standesamt ihren künftig zu führenden Namen wählen

1. nach dem Recht eines Staates, dem einer der Ehegatten angehört, ungeachtet des Artikels 5 Abs. 1, oder
2. nach deutschem Recht, wenn einer von ihnen seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat.
Nach der Eheschließung abgegebene Erklärungen müssen öffentlich beglaubigt werden. Für die Auswirkungen der Wahl auf den Namen eines Kindes ist § 1617c des Bürgerlichen Gesetzbuchs sinngemäß anzuwenden.

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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von RoSlo_82 » Dienstag 13. Mai 2014, 18:17

Ah ok.
Das hört man natürlich gerne.

Mich hat nur stutzig gemacht, weil auf dem Antragsbogen diese Option zur Wahl steht, man dann aber selber die Namen angeben soll. In diesem Sinne: Der Ehemann trägt demnach den Nachnamen _________ und die Ehefrau den Nachnamen _________ . So als ob ich mir die Namen selber aussuchen dürfte.
Ich hätte ja eher gedacht (mit meinem laienhaften Halbwissen), dass das die russische Körperschaft machen müsste.

@Gunnar: Habt ihr euch dann die weibliche Form des Namens selber "ausgedacht" wie es im russischen passen könnte.
In meinem Fall eben Lewinskaja. Das klingt plausibel, ob es aber vom russischen her korrekt ist, weiß ich jetzt nicht.



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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von inorcist » Dienstag 13. Mai 2014, 18:21

Wir waren gerade erst kürzlich im ZAGS und haben rein aus Neugierde mal angefragt, ob meine Freundin meinen Namen in weiblicher Form annehmen könnte. Die Antwort war eindeutig, wenn der Partner den Namen des Nicht-Russen annimmt, wird keine Anpassung an die männliche oder weibliche Form vorgenommen. Wir haben da allerdings nicht weiter nachgefragt, da es uns letztendlich egal war.

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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von Gunnar » Dienstag 13. Mai 2014, 18:24

inorcist hat geschrieben:Wir waren gerade erst kürzlich im ZAGS und haben rein aus Neugierde mal angefragt, ob meine Freundin meinen Namen in weiblicher Form annehmen könnte. Die Antwort war eindeutig, wenn der Partner den Namen des Nicht-Russen annimmt, wird keine Anpassung an die männliche oder weibliche Form vorgenommen. Wir haben da allerdings nicht weiter nachgefragt, da es uns letztendlich egal war.
Aber die beiden wollen ja nicht RUS sondern in D heiraten, und da kann man auf dem Standesamt beantragen, dass man isoliert für die Namen Russisches Recht anwenden will. Dementsprechend wird dann eine weibliche und eine männliche Form des Familiennamens ausgewiesen.

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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von inorcist » Dienstag 13. Mai 2014, 18:29

Dementsprechend müsste man klären, ob es nach russischem Recht zulässig ist, eine weibliche Form für einen ausländischen Namen zu bilden. Und genau das wurde uns beim ZAGS verneint.

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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von Dietrich » Dienstag 13. Mai 2014, 18:34

Da hättet ihr dann womöglich Glück, denn Lewinski ist zumindest von der Endung her ja "kompatibel" zu den russischen Namen.

Wenn man Zoollstock, Kuhfuß oder Nonnenmacher heißt, wäre das schwieriger ;-)
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Re: Welches Namensrecht wählen?

Beitrag von RoSlo_82 » Dienstag 13. Mai 2014, 18:37

Es gibt ja auch einige Russen die -ski oder -skaja heißen.

Der vielleicht bekanntest Dostojewski.



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