Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Norbert
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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Norbert » Mittwoch 10. Juni 2015, 08:37

Das wird ein komplizierter Fall. Wenn Ihr Glück habt, bekommt Ihr auf die UdSSR-Urkunde in Russland eine Apostille, denn Russland ist an sich der Rechtsnachfolger der UdSSR. Wenn Ihr Pech habt, sagen sie aber, dass dieses Dokument auf dem heutigen Gebiet Usbekistans ausgestellt wurde, dann bräuchtet Ihr die Apostille aus Taschkent - welche aber von Deutschland nicht anerkannt wird (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Apostille# ... einkommens). In diesem Fall müsstet Ihr die Urkunde legalisieren, was leider wesentlich aufwändiger ist als die Apostille.

(Ich habe vor einiger Zeit über den absurden Fall einer Geburtsurkunde aus Transnistrien gehört, was noch komplizierter ist, weil dieses Land für Deutschland gleich gar nicht existiert.)



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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von LookingS75 » Mittwoch 10. Juni 2015, 09:01

Schon mal Danke für die Antworten. Dann werden wir es wohl erst mal mit der UDSSR Geburtsurkunde probieren. Hierzu noch eine Frage: muss die Apostille auf die ursprüngliche Orginalurkunde oder (da diese ja nicht neu ausgestellt werden kann) auf eine notariell beglaubigte Kopie und das Orginal wird mit übergeben?

Danke!

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Wladimir30
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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 10. Juni 2015, 09:28

lausi hat geschrieben:
klny2 hat geschrieben: Zur Ehefähigkeit: Ich habe mehrfach gelesen, dass es dieses Dokument in der RF nicht gibt.
Stimmt.
Ja, kann ich bestätigen. Das hat enorme Probleme bei uns gebracht. Meine (damals noch zukünftige) Frau hat dann alle Seiten des Inlandpasses kopiert und ich habe vom russ. Konsulat in DEU ein Schreiben bekommen, dass wenn auf der Seite "Familienstand" kein Eintrag steht, dass es dann bedeutet, dass sie ledig (also damit "ehefähig") ist.
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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 10. Juni 2015, 11:34

Norbert hat geschrieben: (Ich habe vor einiger Zeit über den absurden Fall einer Geburtsurkunde aus Transnistrien gehört, was noch komplizierter ist, weil dieses Land für Deutschland gleich gar nicht existiert.)
Ich könnte unseren aktuellen Fall beisteuern, da meine Frau in Abchasien geboren ist und keine in DEU anerkannte Apostille auf ihre Geburtsurkunde bekommt ... von wegen Ehefähigkeitszeugnis für Heirat in DEU oder Eintragung in das Deutsche Eheregister. Interessant von Euch zu lesen, dass man das - wenn auch aufwendig - umgehen könnte.

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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Andreas_HR » Freitag 28. August 2015, 10:25

Hallo Wladimir30,
habt ihr die Kopien einfach per Post an (welches?) russische Konsulat geschickt?
Ich kann leider keine privaten Nachrichten lesen/schreiben (keine Berechtigung) um auf diesem Wege danach zu fragen.
Anna und ich planen in naher Zukunft die Eheschließung und das ist auch für uns ein spannendes Thema. Wir haben alle Dokumente beisammen, bis auf diese Bescheinigung, auf welche unser Standesamt besteht :-(
Dafür waren sie sehr kulant, was andere Dokumente anging. Geburtsurkunde benötigte keine Apostille, lediglich eine Übersetzung mit Beglaubigung.
Grüße
Andreas



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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 28. August 2015, 11:18

Andreas_HR hat geschrieben: habt ihr die Kopien einfach per Post an (welches?) russische Konsulat geschickt?
Nee, ich hatte selber ein Schreiben aufgesetzt, deutsch und russisch, in welchem ich den genannten Sachverhalt dargestellt habe. So in der Art: wenn die Seiten im Pass (insbesondere die Seite "Familienstand") ohne Eintrag sind, dann bedeutet dies nach russsichem Recht, dass einer Heirat nichts im Wege stehe.

Dann habe ich beim nächsten Konsulat nachgefragt, wer der dort für derartige Fragen zuständig ist. Habe dem dann am Telefon die Lage erklärt und gefragt, ob er dieses Schreiben auf Konsulatsbriefbogen ausdrucken und unterschreiben könnte. Hab's ihm dann per Einschreiben zugeschickt, und er hat es dann auch gemacht.

Das hat dem Standesbeamten gereicht.
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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Neuling » Dienstag 3. April 2018, 04:12

Hat jemand Erfahrungen wie es in folgender Konstellation mit der Geburtsurkunde zu regeln ist:
Russin, die in Russland wohnt mit Russischem Pass, die aber zu DDR-Zeiten in Berlin in einem russischen Militärkrankenhaus geboren wurde.
Haben die deutschen Behörden in so einem Fall eine Geburtsurkunde ?

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Re: Heirat in Deutschland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von inorcist » Dienstag 3. April 2018, 10:50

Meines Wissens wurde in solchen Fällen immer Moskau als Geburtsort angegeben (es gab wohl ein bestimmtes ZAGS, das dafür zuständig war).

So war es zumindest bei einem Bekannten, der als Diplomatenkind in Bangkok auf die Welt kam.

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