Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Daniel_Marina
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Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Daniel_Marina » Samstag 11. Juli 2015, 14:27

Hallo zusammen,

Eine Frage:
Ich Deutscher, meine Frau Russin.
Sie ist aktuell mit einer 3 jährigen Aufenthaltsgenehmigung wohnhaft mit mir in Deutschland. Mittlerweile haben wir einen gemeinsamen in Deutschland geborenen Sohn.
Ihre Aufenthaltsgenehmigung ist noch ein Jahr gültig.
Wie gehts jetzt weiter?
Niederlassungsgenehmigung möglich oder Aufenthaltsgenehmigung verlängern?
Ich finde irgendwie keine passenden Infos wie es ist, wenn ein Kind geboren wurde und was zu tun ist.
Wer kann mir Infos geben?
Mit deutsch lernen hat sies grad nicht so, weil sie sich erstmal vorrangig ums Kind kümmert und nebenher den deutschen Führerschein macht. Dann wird erst wieder deutsch gelernt wenn der kleine nächstes Jahr in Kindergarten kommt.

Freue mich über Hilfe.

Grüße aus Ulm



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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Saboteur » Sonntag 12. Juli 2015, 11:05

Hallo,

wir sind in einer ähnlichen Situation. 3.5 Jahre Aufenthalt, 1 Kind. Haben vor 4 Wochen die Niederlassungserlaubnis beantragt. Neben ausreichenden deutsch-Kenntnissen ist- meiner Meinung nach - auch die finanzielle Unabhängigkeit vom Staat wichtig.

Ich habe dir mal den Link mit den Vorraussetzungen hier in Berlin rausgesucht. Ich finde es recht übersichtlich.

https://service.berlin.de/dienstleistung/121864/

Übrigens, einen Bescheid haben wir noch nicht :)
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...

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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Daniel_Marina » Sonntag 12. Juli 2015, 11:23

Danke für die Info, aber ist es nicht so, dass durch ein Kind die Eltern so oder so nicht getrennt werden können?
Hier gehts um die deutschkenntnisse die meine Frau noch nicht hat. Finanzen sind kein Problem

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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Saboteur » Sonntag 12. Juli 2015, 12:04

Ja man bekommt -soweit ich weiß- den Titel mit Kind. ABER: eine Bekannte von mir hat auch mit einem Nichtdeutschen ein Kind, der hat nur Aufenthalt bis zum 18. Geburtstag des Kindes bekommen. Sie sind aber nicht verheiratet.

Sobald ich was von unserem Antrag höre schreibe ich.
Zuletzt geändert von Saboteur am Sonntag 12. Juli 2015, 14:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Daniel_Marina
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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Daniel_Marina » Sonntag 12. Juli 2015, 12:20

Ah das ist schonmal ne Info! Danke



Polarwolf
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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Polarwolf » Montag 20. Juli 2015, 14:03

Daniel_Marina hat geschrieben:Danke für die Info, aber ist es nicht so, dass durch ein Kind die Eltern so oder so nicht getrennt werden können?
Hier gehts um die deutschkenntnisse die meine Frau noch nicht hat. Finanzen sind kein Problem
Hallo,

zunächst einmal ist es so, dass auch im schlimmsten Fall die "Eheurkunde" das abgeleitete Freizügigkeitsrecht darstellt, das bedeutet auch, dass bei einer "funktionierenden" Ehe (keine Scheinehe o.ä) keine Abschiebung o.ä erfolgen kann.
Mit Kind sowieso nicht, da das Kind erstens deutscher Staatsbürger ist bei Geburt in Deutschland mit mindestens einem "Deutschen" STA. Und zweitens das Kindeswohl üblicherweise an die Familie gekoppelt ist und drittens sogar bei einer Scheidung nach vorherigem, verwurzelten Aufenthalt in Deutschland, für die ausländische Mutter mit deutschem Kind weiter fortbestehen -kann-. Möglich natürlich bis zum Erwachsenwerden des Kindes, allerdings ist Mann/Frau dann sooo lange in D, dass eine Abschiebung eher sehr unwahrscheinlich wäre.

Also, selbst wenn die Frau keine oder sehr schlechte Deutschkenntnisse hier hätte, gibt es mit Kind und EHE kein Problem. Niederlassungserlaubnis ist an Regeln gekoppelt, siehe dazu das Aufenthaltsgesetz unter Punkt Niederlassungserlaubnis.

Am allereinfachsten wäre allerdings eine Beratung im städtischen/ländlichen Ausländeramt.

Achtung das war keine Rechtsberatung, ich kenne mich beruflich allerdings aus und meine Frau ist ebenfalls russische Staatsbürgerin, möchte aber auch erstmal Russin bleiben.

Grüße

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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Saboteur » Montag 20. Juli 2015, 16:14

Polarwolf hat geschrieben:[

Am allereinfachsten wäre allerdings eine Beratung im städtischen/ländlichen Ausländeramt.
Ja das ist die Theorie. Haben wir versucht aber nicht mit der Dummheit der Mitarbeiterin dort gerechnet die auf jede Frage mit " Steht alles im Internet. Ich weiß es jetzt nicht" antwortete. Telefonische Erreichbarkeit = 0
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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Polarwolf » Dienstag 21. Juli 2015, 01:46

Saboteur hat geschrieben:
Polarwolf hat geschrieben:[

Am allereinfachsten wäre allerdings eine Beratung im städtischen/ländlichen Ausländeramt.
Ja das ist die Theorie. Haben wir versucht aber nicht mit der Dummheit der Mitarbeiterin dort gerechnet die auf jede Frage mit " Steht alles im Internet. Ich weiß es jetzt nicht" antwortete. Telefonische Erreichbarkeit = 0
Eigenartig, gerade die Mitarbeiter dort sollten das wissen. Aber solche Probleme hatten wir anfangs in ihrer Schwangerschaft auf einem Amt auch, "sowas hatten wir noch nie.." und beim heiraten... "mh. da müssen sie nach russland fliegen"...

Nun gut, schauen wir im §9 AufenthG

Wenn sie seit 5 Jahren eine Aufenthaltserlaubnis besitzt, macht es Sinn, mal die unteren Punkte zu prüfen.

Aktuell würde es scheitern an der Aufenthaltsgenehmigung, da sie erst seit 3 Jahren besteht. Aktuell könnte sich der Zweck des Aufenthaltes geändert haben, welcher war vorher? Studium? Au Pair? Der aktuelle Zweck ist ja die Fürsorge des eigenen Kindes

Nun könnte §28(1) Nr. 3 AufenthG greifen, als (ausländische) Mutter eines deutschen Kindes, wird eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt, Absatz 2 greift bei -familiären Lebensgemeinschaften-, also eine Niederlassungserlaubnis nach 3 Jahren schon.. Ihr seid aber nicht verheiratet, oder?




(1) Die Niederlassungserlaubnis ist ein unbefristeter Aufenthaltstitel. Sie berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit und kann nur in den durch dieses Gesetz ausdrücklich zugelassenen Fällen mit einer Nebenbestimmung versehen werden. § 47 bleibt unberührt.
(2) Einem Ausländer ist die Niederlassungserlaubnis zu erteilen, wenn
1.
er seit fünf Jahren die Aufenthaltserlaubnis besitzt,
2.
sein Lebensunterhalt gesichert ist,
3.
er mindestens 60 Monate Pflichtbeiträge oder freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet hat oder Aufwendungen für einen Anspruch auf vergleichbare Leistungen einer Versicherungs- oder Versorgungseinrichtung oder eines Versicherungsunternehmens nachweist; berufliche Ausfallzeiten auf Grund von Kinderbetreuung oder häuslicher Pflege werden entsprechend angerechnet,
4.
Gründe der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung unter Berücksichtigung der Schwere oder der Art des Verstoßes gegen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder der vom Ausländer ausgehenden Gefahr unter Berücksichtigung der Dauer des bisherigen Aufenthalts und dem Bestehen von Bindungen im Bundesgebiet nicht entgegenstehen,
5.
ihm die Beschäftigung erlaubt ist, sofern er Arbeitnehmer ist,
6.
er im Besitz der sonstigen für eine dauernde Ausübung seiner Erwerbstätigkeit erforderlichen Erlaubnisse ist,
7.
er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
8.
er über Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet verfügt und
9.
er über ausreichenden Wohnraum für sich und seine mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebenden Familienangehörigen verfügt.
Die Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 7 und 8 sind nachgewiesen, wenn ein Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen wurde. Von diesen Voraussetzungen wird abgesehen, wenn der Ausländer sie wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung nicht erfüllen kann. Im Übrigen kann zur Vermeidung einer Härte von den Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 7 und 8 abgesehen werden. Ferner wird davon abgesehen, wenn der Ausländer sich auf einfache Art in deutscher Sprache mündlich verständigen kann und er nach § 44 Abs. 3 Nr. 2 keinen Anspruch auf Teilnahme am Integrationskurs hatte oder er nach § 44a Abs. 2 Nr. 3 nicht zur Teilnahme am Integrationskurs verpflichtet war. Darüber hinaus wird von den Voraussetzungen des Satzes 1 Nr. 2 und 3 abgesehen, wenn der Ausländer diese aus den in Satz 3 genannten Gründen nicht erfüllen kann.
(3) Bei Ehegatten, die in ehelicher Lebensgemeinschaft leben, genügt es, wenn die Voraussetzungen nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3, 5 und 6 durch einen Ehegatten erfüllt werden. Von der Voraussetzung nach Absatz 2 Satz 1 Nr. 3 wird abgesehen, wenn sich der Ausländer in einer Ausbildung befindet, die zu einem anerkannten schulischen oder beruflichen Bildungsabschluss oder einem Hochschulabschluss führt. Satz 1 gilt in den Fällen des § 26 Abs. 4 entsprechend.
(4) Auf die für die Erteilung einer Niederlassungserlaubnis erforderlichen Zeiten des Besitzes einer Aufenthaltserlaubnis werden folgende Zeiten angerechnet:
1.
die Zeit des früheren Besitzes einer Aufenthaltserlaubnis oder Niederlassungserlaubnis, wenn der Ausländer zum Zeitpunkt seiner Ausreise im Besitz einer Niederlassungserlaubnis war, abzüglich der Zeit der dazwischen liegenden Aufenthalte außerhalb des Bundesgebiets, die zum Erlöschen der Niederlassungserlaubnis führten; angerechnet werden höchstens vier Jahre,
2.
höchstens sechs Monate für jeden Aufenthalt außerhalb des Bundesgebiets, der nicht zum Erlöschen der Aufenthaltserlaubnis führte,
3.
die Zeit eines rechtmäßigen Aufenthalts zum Zweck des Studiums oder der Berufsausbildung im Bundesgebiet zur Hälfte.

Daniel_Marina
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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Daniel_Marina » Dienstag 21. Juli 2015, 19:00

doch wir sind verheiratet seit 2,5 Jahren

Andreas_HR
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Re: Aufenthaltsgenehmigung nach Geburt eines Kindes, wie gehts weiter

Beitrag von Andreas_HR » Montag 31. August 2015, 13:33

Ich bin mir nicht sicher ob es (noch) hilft, Wir haben auch ein gemeinsames Kind, und der Aufenthaltstitel ist für 3 Jahre genehmigt. Der gute Mensch der Ausländerbehörde (Homberg(Efze)) sagte, dass sie binnen der 3 Jahre den Sprachnachweis erbringen muss in einem der genannten Institute (hab ne Liste bekommen mit Orten und Telefonnummern, die Wahl ist frei), und die müssen einen Wisch ausfüllen. Danach sollte der Antrag auf Niederlassung innerhalb des Aufenthaltstitels beantragt werden, und alles wär okay. Ich will jedoch einräumen, dass die Menschen dort generell total gechillt an die Thematik herangehen :-) Großes Lob!
Grüße
Andreas



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