Russische Frau Zweifel übertrieben?

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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m1009
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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von m1009 » Donnerstag 9. März 2017, 10:46

Amen!



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Saboteur
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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von Saboteur » Donnerstag 9. März 2017, 11:00

Ehevertrag ist doch Humbug. Wenn du das in Erwägung ziehst, solltest du überlegen warum und eben da genauer hingucken.

Ergänzen möchte ich noch, dass so eine Migration, kulturelle & soziale Verpflanzung ein Prozess ist und nicht abgeschlossen wenn der Koffer in Deustchland - im wörtlichen Sinn- ausgepackt wurde. Im Übertragenen Sinn ist das Koffer auspacken schwer und mitunter langwierig und manche kriegen das in 30 Jahren nicht hin. Diese ganze Inegrationskiste bezogen auf den Beruf war bei uns wesentlich schwieriger und langwieriger als gedacht und nun nach 5 Jahren noch lange nicht abgeschlossen. Das hält man allerdings nur aus, wenn BEIDE sich zum einen darüber im Klaren sind, keine zu hohen Erwartungen haben, nicht komplett naiv sind, bescheidenheit kein Fremdwort ist und eine respektvolle und gute Partnerschaft besteht. Selbst das ist natürlich kein Garant (jetzt denke ich irgendwie an Lada :) ).

Aber einen Mechanismus zu installieren, der das Scheitern des "Projektes" miteinkalkuliert halte ich für völlig abwägig und ehrlich gesagt nicht russlandkompatibel.
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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von Norbert » Donnerstag 9. März 2017, 11:03

Mein Rat ist in solchen Fällen immer: Sucht einen Weg, eine Zeit lang ein alltägliches Leben gemeinsam zu führen. Man kann sich beispielsweise als Lektor in einem der Goethe-Sprachlernzentren für ein Jahr bewerben. Man kann einen Sprachkurs in Deutschland buchen. Au-Pair. Praktikum. Auslandssemester. Es gibt viele Wege, wie einer von beiden für drei bis zwölf Monate beim anderen sein kann, um aus dem Flirt mehr zu machen. Oder zu merken, dass es eben am Geschirrspülen scheitert.

Danach kann man dann ernsthaft über Heirat nachdenken, auch wenn dies für die heutige Zeit immer noch "kurzfristig" wäre.
Saboteur hat geschrieben:Aber einen Mechanismus zu installieren, der das Scheitern des "Projektes" miteinkalkuliert halte ich für völlig abwägig und ehrlich gesagt nicht russlandkompatibel.
Sensationell ausgedrückt! Danke.

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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von Saboteur » Donnerstag 9. März 2017, 11:11

m5bere2 hat geschrieben:Bevor du ans Heiraten und "rüberholen" denkst
Das richtest sich nicht an dich, da ich davon ausgehe dass das so nicht sagen würdest, aber wenn ich das lese oder damals gefragt wurde habe ich echt eine Griebe gekriegt. Ist ja nunmal kein Schuhregal...
Zuletzt geändert von Saboteur am Donnerstag 9. März 2017, 11:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von Saboteur » Donnerstag 9. März 2017, 11:13

Norbert hat geschrieben:Mein Rat ist in solchen Fällen immer: Sucht einen Weg, eine Zeit lang ein alltägliches Leben gemeinsam zu führen. Man kann sich beispielsweise als Lektor in einem der Goethe-Sprachlernzentren für ein Jahr bewerben. Man kann einen Sprachkurs in Deutschland buchen. Au-Pair. Praktikum. Auslandssemester. Es gibt viele Wege, wie einer von beiden für drei bis zwölf Monate beim anderen sein kann, um aus dem Flirt mehr zu machen. Oder zu merken, dass es eben am Geschirrspülen scheitert.
So haben wir es auch gemacht. Hab dann nach 3-4 Monaten den Antrag gemacht. War aber auch nicht russlandkompatibel (laut meiner Frau) - ich habe aber darauf bestanden. Hatte eher den Verdacht, dass es an der nicht zugemachten Zahnpastatube scheitert :P
Danke.
:oops: ähhh, bitte :) und danke
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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von bella_b33 » Donnerstag 9. März 2017, 12:06

janjan hat geschrieben:also so gar keinen Kontakt haben wir auch nicht .. wir schreiben schon jeden tag what's app, auch mal ein paar sprachnachrichten. im allgemeinen war die zeit mit ihr unglaublich schön und intensiv in allen Bereichen - quasi perfekt...
Achso, dann also doch nicht sooo schlimm, wie es im Erstposting aussah. Hör auf Dein Gefühl....und ja, natürlich sollte man vor einer Ehe schon genug Zeit zusammen verbracht haben, damit man weiß, wie der Andere tickt im Alltag. Das hat aber nicht nur mit diesem speziellen Thema hier zu tun sondern gilt IMHO eigentlich grundsätzlich.

Also verbringt mehr Zeit miteinander, egal wo......geniesst die Zeit und lernt Euch weiter kennen. Unter Druck setzen lassen würde ich mich aber auf keinen Fall!

Gruß
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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 9. März 2017, 14:42

Saboteur hat geschrieben:
m5bere2 hat geschrieben:Bevor du ans Heiraten und "rüberholen" denkst
Das richtest sich nicht an dich, da ich davon ausgehe dass das so nicht sagen würdest
Deswegen habe ich es ja in Anführungszeichen gesetzt.
aber wenn ich das lese oder damals gefragt wurde
Siehste, ich kenne eben den gängigen Jargon ... vor allem von Leuten, die meinen, eine russische Prinzessin von ihrem russischen Elend zu befreien ohne sich einen Kopf zu machen, was sie dann in Deutschland überhaupt machen soll.

Wir als Familie haben z.B. in Russland mehr Perspektiven als in Deutschland allein schon, weil ich in Russland gefragter bin als sie in Deutschland. Das ist ja ein Grund, warum wir nicht in Deutschland geblieben sind. Die Frau möchte sich ja auch beruflich verwirklichen und eine Frau, die das nicht kann, ist ja auch irgendwie anstrengend. ;)

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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von janjan » Donnerstag 9. März 2017, 14:47

Vielen Dank für die ganzen ausführlichen Antworten. Ich bin vielleicht auch etwas zu skeptisch. Möchte aber auf keinen Fall verletzt werden, ihr aber auch kein Unrecht tun. Es waren nicht nur sexuell Kontakte, die kann ich z.b. auch gut hier in Deutschland haben. Es waren überwiegend eigentlich die Gespräche und gleichen Vorstellungen vom Leben. Natürlich Sex gehört auch dazu, die Optik spielt mit. Es war alles super. Fast schon auffällig. Aber da kommt wieder meine Skepsis durch.

Sie hat bis Ende 2017 ein Touristenvisa darf aber wohl nur 3 Monate kommen und muss dann für 3 Monate wieder nach Russland.
Sie hat einen abgeschlossenen Master in Rechtswissenschaften und einen Bachelor in Zollwesen. Englishkenntnisse sind gut. Und wir denken darüber nach Sie auf einem internationalen, ausschließlich auf English geführten, Studiengang anzumelden. Dann könnten wir uns kennenlernen, Sie würde sich weiterbilden, ich kann weiter arbeiten. Keine voreilige Hochzeit.

Aber werde ich Unterhaltspflichtig nach einer Hochzeit? oder was habe ich denn für Probleme wenn ich Sie heirate und wir uns dann scheiden? Kriegt Sie dann mein Auto?? :-D da bin ich echt ein Grünschnabel.

Gruß janjan

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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 9. März 2017, 14:56

janjan hat geschrieben:Aber werde ich Unterhaltspflichtig nach einer Hochzeit?
Das bist du schon ohne Hochzeit z.B. im Sinne von Hartz IV, wenn ihr in einem Haushalt in einer "eheähnlichen" Beziehung wohnt. Kenne so einen Fall, ein junges unverheiratetes Paar. Die Freundin Studentin, der Freund arbeitslos. Er kriegte aber kein Hartz IV, weil sie ja zusammen lebten (auch ohne Hochzeit) und das Arbeitsamt meinte, die Freundin könne ihn mit durchfüttern (im Endeffekt haben ihre Eltern die beiden durchgefüttert, weil sie als Studentin auch kein Einkommen hatte).

Und er hat sich dann immer die neuesten Playstationspiele gekauft aber gemeinsamen haben sie bei ihren Mitbewohnern dann Geld für Essen geschnorrt...

Ob eine Beziehung "eheähnlich" ist, macht das Arbeitsamt an so Sachen fest, ob jeder in der Wohnung seine eigene Zahnbürste und ein Fach im Kleiderschrank hat, etc...
janjan hat geschrieben:was habe ich denn für Probleme wenn ich Sie heirate und wir uns dann scheiden?
In Deutschland weiß ich es nicht. Nach russischem Recht wird das während der Ehe erarbeitete Vermögen 50-50 aufgeteilt. Was du schon vor der Ehe hattest, bleibt deins. Jedes Gehalt, was du nach der Hochzeit kriegst, jedes Haus, das du kaufst, usw., ist zur Hälfte ihres.

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Re: Russische Frau Zweifel übertrieben?

Beitrag von Norbert » Freitag 10. März 2017, 06:13

In Deutschland gilt die Zugewinngemeinschaft, in Russland die Errungengsgemeinschaft. Ganz grob gesagt ist aber beiden gemein, was schon m5bere2 schreibt: Während der Ehe gebildetes Guthaben wird im Scheidungsfall geteilt, egal bei wem es auf dem Lohnzettel stand. (Bei der Errungensgemeinschaft ist der Unterschied - wenn ich es recht verstehe - darin, dass das Guthaben von vorn herein als gemeinsames gilt, bei der Zugewinngemeinschaft wird erst im Rahmen einer Scheidung ein Zugewinnausgleich vorgenommen.)

Unterhalt zahlen muss man in jedem Fall für Kinder. Für den Ex-Partner nach der Scheidung nur noch in seltenen Fällen, beispielsweise wenn der Ehemann für die Kindererziehung daheim geblieben ist und deswegen seine Qualifikation verloren hat - dann muss die Frau zahlen. Vor der Scheidung gibt es noch Trennungsunterhalt. Aber das ganze Thema ist sehr umfangreich: https://de.wikipedia.org/wiki/Unterhalt ... _einer_Ehe
m5bere2 hat geschrieben:Ob eine Beziehung "eheähnlich" ist, macht das Arbeitsamt an so Sachen fest, ob jeder in der Wohnung seine eigene Zahnbürste [...] hat, etc...
Also in der eheähnlichen Gemeinschaft mit meiner Frau haben wir dennoch keine gemeinsame Zahnbürste. :roll:



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