Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Julian
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Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von Julian » Sonntag 21. Januar 2018, 20:40

Ich möchte gerne ein paar Worte über unsere Hochzeit in Moskau verlieren und über meine Erfahrungen berichten.

In Moskau gibt es zwei Standesämter (ЗАГС) in denen Ausländer heiraten dürfen. Das ist das allerwärts zitierte Standesamt ЗАГС No. 4 oder das vor ca. 2 Jahren eröffnete Шипиловский ЗАГС. Im restlichen Russland ist das anders. Dort kann in jedem beliebigen Standesamt geheiratet werden. Meine Frau hat sich beide Lokalitäten angeguckt und die Dokumente erfragt die für eine Eheschließung mit einem deutschen notwendig sind. Für die Beantragung der Trauung waren folgende Unterlagen unter Anwesenheit beider Partner notwendig:

1. der russischer Inlandspass meiner Frau
2. eine notariell beglaubigte Übersetzung meines deutschen Passes durch einen moskauer Notar (nur die Seiten mit persönlichen Infos, keine Visa, keine leeren Seiten)
3. mein deutscher Pass im original
4. Migrationskarte
5. Registrierungsnachweis
6. beglaubigte Übersetzung des Ehefähigkeitszeugnis mit Apostille (Beglaubigung durch moskauer Notar)
7. Quittung, dass die Gebühr von ca. 5 Euro für die Trauung bezahlt wurde (Requisite im Zweifelsfalle im ЗАГС selbst holen)

Das Ehefähigkeitszeugnis (EFZ):

Die Beschaffung ist eigentlich keine komplizierte Angelegenheit nur relative kostenintensiv. Das EFZ kostet 80 Euro. Dazu kommen natürlich noch die Kosten für sämtliche Unterlagen und Übersetzungen. Ich hab das EFZ im Standesamt Berlin Lichtenberg erstellen lassen. Um ein EFZ zu bekommen, muss man sich persönlich vorstellen und erhält dann alle Informationen über die notwendigen Dokumente. Es waren folgende Unterlagen erforderlich:

1. mein Personalausweis
2. eine beglaubigte Abschrift aus meinem Geburtenregister (das muss man im Standesamt seiner Geburtsstadt anfragen)
3. eine beglaubigte Kopie des In- und Auslandspasses meiner Frau (Beglaubigung durch die deutsche Botschaft in Moskau)
4. die beglaubigte Übersetzung der beglaubigten Kopie des In- und Auslandspasses meiner Frau (Beglaubigung durch einen deutschen Notar)
5. beglaubigte Übersetzung der Geburtsurkunde meiner Frau mit Apostille (Urkunde darf nicht älter als 6 Monate sein, Beglaubigung durch einen deutschen Notar)
6. beglaubigte eidesstattliche Erklärung meiner Frau, dass sie ledig ist und wenn ja, wie oft sie verheiratet war (Eid und Beglaubigung durch Notar des Wohnortes in Russland)
7. beglaubigte Übersetzung der eidesstattlichen Erklärung (Beglaubigung durch deutschen Notar)

Ich empfand den Aufwand, um alle Dokumente zusammen zu tragen wirklich überschaubar. Nach der Konsultation im ЗАГС haben wir ca. 1,5 Monate benötigt, um alle Unterlagen zu beschaffen. Die Zeit von der Beantragung bis zur Trauung, wir hatten uns einen Termin nach einem Monat ausgesucht, ging dann auch sehr schnell vorbei. Die Wartezeit beträgt gesetzlich mindestens einen Monat. Wenn man nicht gerade in der Hochsaison heiraten möchte, dann gibt es auch ausreichend freie Termine. Die Trauungen sind eng gestaffelt. Man könnte fast meinen, dass während die frisch Vermählten den Saal durch die Vordertür verlassen, durch die Hintertür schon das nächste Paar den Saal betritt. Ich kann das Шипиловский ЗАГС sehr empfehlen. Die Umgebung ist ruhig, der Parkplatz groß und von Putzfrau über Wachmann bis hin zur Standesbeamtin waren die Mitarbeiter sehr angenehm.



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Wladimir30
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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von Wladimir30 » Sonntag 21. Januar 2018, 21:09

Herzlichen Glückwunsch und ein langes glückliches Zusammenleben! :blumen2:
«Поздравляю всех с Новым годом, желаю, чтобы вы не знали горя, удачи, любви, счастья и особенно здоровья». Виталий Кличко.

Wi_M_Tölke
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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von Wi_M_Tölke » Montag 22. Januar 2018, 18:47

Vielen Dank für deine so ausführliche Beschreibung. Wir haben die selben Informationen vom russischen Standesamt erhalten und werden voraussichtlich im selben Standesamt heiraten. Die benötigten Unterlagen weichen etwas von dem ab, was mir in Marzahn-Hellersdorf auferlegt wurde. Da sieht man mal wieder, dass es keine konkret einheitliche Regelung bei der Prüfung gibt. Die Beglaubigung der Pässe ersparen wir uns zum Beispiel, da sie für den Antrag eh her kommen wird und die Pässe beim Standesamt, mit kompletter Übersetzung des Inlandspasses, zur Beglaubigung vorgelegt werden können.
Julian hat geschrieben:6. beglaubigte eidesstattliche Erklärung meiner Frau, dass sie ledig ist und wenn ja, wie oft sie verheiratet war (Eid und Beglaubigung durch Notar des Wohnortes in Russland)
Kannst du mir bezüglich Punkt 6 vielleicht sagen, ob es dafür ein Standardformular für den Notar gibt oder ist deine Frau einfach zu einem Notar gegangen und hat die Erklärung abgegeben?

Ich wünsche euch alles Gute und viel Glück

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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von jackie_rs » Montag 22. Januar 2018, 23:30

Wi_M_Tölke hat geschrieben:
Julian hat geschrieben:6. beglaubigte eidesstattliche Erklärung meiner Frau, dass sie ledig ist und wenn ja, wie oft sie verheiratet war (Eid und Beglaubigung durch Notar des Wohnortes in Russland)
Kannst du mir bezüglich Punkt 6 vielleicht sagen, ob es dafür ein Standardformular für den Notar gibt oder ist deine Frau einfach zu einem Notar gegangen und hat die Erklärung abgegeben?
Mein Mann hat das vor etwa einem Jahr in Moskau auch machen müssen. Der Notar hatte keine Ahnung was er von ihm wollte, und mein Mann hat den Text der Erklärung quasi diktiert. Standesamt München (was übrigens völlig ohne offizielle Beglaubigungen von Pässen und Kopien auskam, aber beglaubigte Übersetzungen mussten natürlich sein) war zufrieden.
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Julian
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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von Julian » Dienstag 23. Januar 2018, 11:10

Meine Frau ist zu einem Notar gegangen und der wusste was zu tun ist. Im Anhang mal das Schreiben auf russisch.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.



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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von m5bere2 » Dienstag 23. Januar 2018, 11:17

Genau so ein Schreiben haben wir damals in Deutschland auf Deutsch beim deutschen Notar gemacht, um vom russischen Konsulat einen Schein zu kriegen, dass meine Frau nicht verheiratet ist und um vom Gericht von der Beibringung des EFZ befreit zu werden.

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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von Wi_M_Tölke » Dienstag 23. Januar 2018, 17:01

Vielen Dank für das Musterbeispiel. Das hat uns schonmal sehr geholfen.

Carlos03
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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von Carlos03 » Dienstag 6. März 2018, 15:07

Hallo Julian,

danke für das hilfreiche Beispiel.
Das heißt, dass für Dein Ehefähigkeitszeugnis von Deiner Frau beinahe die selben Dokumente verlangt wurden, die bei einer Eheschließung in Deutschland erforderlich sind.
Richtig?

Besten Gruß

Ingo

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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von jackie_rs » Freitag 23. März 2018, 10:14

Carlos03 hat geschrieben:Das heißt, dass für Dein Ehefähigkeitszeugnis von Deiner Frau beinahe die selben Dokumente verlangt wurden, die bei einer Eheschließung in Deutschland erforderlich sind.Richtig?
Hallo Ingo,
in meinem Fall hat das deutsche Standesamt mir gesagt dass die Dokumente die gleichen sind. Wenn man aber damit in Deutschland heiraten will, muss der russische Partner, da es in Russland kein EFZ gibt, dann von einem zuständigen Gericht davon extra befreit werden, weil das EFZ ja eigentlich verlangt wird. D.h. es müssen auf alle eine Dokumente Apostillen, und einige Monate dauert das alleine natürlich auch.
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Re: Hochzeit in Moskau - Erfahrungsbericht

Beitrag von lausi » Freitag 23. März 2018, 15:03

jackie_rs hat geschrieben:
Carlos03 hat geschrieben:Das heißt, dass für Dein Ehefähigkeitszeugnis von Deiner Frau beinahe die selben Dokumente verlangt wurden, die bei einer Eheschließung in Deutschland erforderlich sind.Richtig?
Hallo Ingo,
in meinem Fall hat das deutsche Standesamt mir gesagt dass die Dokumente die gleichen sind. Wenn man aber damit in Deutschland heiraten will, muss der russische Partner, da es in Russland kein EFZ gibt, dann von einem zuständigen Gericht davon extra befreit werden, weil das EFZ ja eigentlich verlangt wird. D.h. es müssen auf alle eine Dokumente Apostillen, und einige Monate dauert das alleine natürlich auch.
Warum einige Monate? Wenn Deine Frau in RU ist, lässt sich das in der Regel an einem Tag erledigen.
War jedenfalls bei meiner so.
„Ich habe überhaupt keine Zweifel, dass wir das nicht hinkriegen.“
(Angela Merkel bei Anne Will)



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