Frage zur Beantragung eines nationalen Visums nach der Heirat in Russland

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Wi_M_Tölke
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Frage zur Beantragung eines nationalen Visums nach der Heirat in Russland

Beitrag von Wi_M_Tölke » Dienstag 8. Mai 2018, 17:34

Nachdem meine Frau und ich die ersten Hürden erfolgreich überwunden haben, wurden wir am 04.05.2018 standesamtlich im Schipilowski Sags vermählt. Es war eine kurze aber sehr schöne Zeremonie. Wir waren sehr glücklich, dass die eigentliche Trauung nach dem ganzen bürokratischen Wahnsinn, sowohl in Deutschland als auch in der russischen Föderation, vollkommen unkompliziert abgelaufen ist.

Der nächste Schrift zur Botschaft bezüglich der Beantragung eines nationalen Visums zum Ehegattennachzug ist auch klar. Die erforderlichen Dokumente müssen wie auf der Seite der Deutschen Botschaft in Moskau sortiert und abgegeben werden. Dazu noch der Sprachnachweis, entweder vom Goetheinstitut oder durch Vorsprechen. Ich denke, dass wir wissen, welche Vorkehrungen getroffen werden müssen. Nun hat meine Frau auf diversen russischsprachigen Internetseiten gelesen, dass es bei der Beantragung des Visums regelmäßig zu Problemen kommt. Nun ist sie natürlich in Sorge und weiß nicht, ob alle glatt geht. Immerhin dauert die Bearbeitung des Antrages 8-10 Wochen. Bei uns verzögert sich die Wartezeit um weitere 2-3 Wochen, da sie nach Namensänderung nur mit dem neuen Inlandspass erscheinen darf.

Wir möchten noch mehr Wartezeiten vermeiden und würden gern wissen, wie so die allgemeinen Erfahrungen bei der Beantragung des nationalen Visums sind. Vor allem interessiert uns auch die Frage, wie die Deutschkenntnisse ohne Zertifikat getestet werden. Meine Frau kann mittlerweile Deutsch mindestens auf dem Niveau A1. Sie spricht mit meiner Familie in einfachen Sätzen und kann auch einfache Sachen erklären. Es wird nur problematisch, wenn sie mit ihr sprechen, ohne auf die Grundlagen von A1 zu achten und da besteht unsere größte Sorge. Vielleicht hat ja der ein oder andere Erfahrungen die er hier gern mitteilen möchte.



Marco
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Re: Frage zur Beantragung eines nationalen Visums nach der Heirat in Russland

Beitrag von Marco » Mittwoch 9. Mai 2018, 14:26

Macht den A1 Test besser. Es muss beim Vorsprechen in der Botschaft offensichtlich sein, dass deine Frau A1 beherrscht, was allerdings meist voraussetzt, dass man besser als A1 ist. Es gibt genug Tests im Internet mit denen man sich darauf vorbereiten kann, was man auch tun sollte.
Ansonsten bei der Botschaft die Unterlagen abgeben, die gefordert sind. Mehr kann man nicht machen. Jedes Verfahren ist klein wenig anders

Wi_M_Tölke
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Re: Frage zur Beantragung eines nationalen Visums nach der Heirat in Russland

Beitrag von Wi_M_Tölke » Mittwoch 9. Mai 2018, 16:03

Marco hat geschrieben:Macht den A1 Test besser. Es muss beim Vorsprechen in der Botschaft offensichtlich sein, dass deine Frau A1 beherrscht, was allerdings meist voraussetzt, dass man besser als A1 ist. Es gibt genug Tests im Internet mit denen man sich darauf vorbereiten kann, was man auch tun sollte.
Ansonsten bei der Botschaft die Unterlagen abgeben, die gefordert sind. Mehr kann man nicht machen. Jedes Verfahren ist klein wenig anders
Danke erst einmal für deine Antwort. Grundsätzlich gebe ich dir Recht und es ist besser, den Test zu machen zumal sie diesen ja mit Sicherheit auch bestehen würde. Allerding kostet der Test in Moskau derzeit umgerechnet 70 Euro was ich schon verdammt unverschämt finde, dafür dass man ein paar Blätter vorgesetzt bekommt und die dann auch noch vollautomatisch korrigiert werden. Nichts anderes findet in diversen Onlinetests statt und ist meiner Meinung nach nur Geldschneiderei.

Ich möchte im Prinzip wissen, ob es einen Versuch wert ist, bei der Botschaft oder der Visazentrale vorzusprechen, um damit die Sprachkenntnisse nachzuweisen. Im Grunde ist der Sprachnachweis auch nur eine Farce des Systems. Es gibt tausende Wolgadeutsche, die seit vielen Jahren in Deutschland leben und nicht die Deutsche Sprache erlernen müssen, da sie von Hause aus als Deutsche eingestuft wurden und ohne Sprachprüfung hier leben können. Ein echter Witz wenn man bedenkt, dass viele schon 10 bis 20 Jahre hier leben und bei allen Dingen noch immer einen Dolmetscher benötigen.

Anelya
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Re: Frage zur Beantragung eines nationalen Visums nach der Heirat in Russland

Beitrag von Anelya » Mittwoch 9. Mai 2018, 18:12

Wi_M_Tölke hat geschrieben:
Marco hat geschrieben:Macht den A1 Test besser. Es muss beim Vorsprechen in der Botschaft offensichtlich sein, dass deine Frau A1 beherrscht, was allerdings meist voraussetzt, dass man besser als A1 ist. Es gibt genug Tests im Internet mit denen man sich darauf vorbereiten kann, was man auch tun sollte.
Ansonsten bei der Botschaft die Unterlagen abgeben, die gefordert sind. Mehr kann man nicht machen. Jedes Verfahren ist klein wenig anders
Danke erst einmal für deine Antwort. Grundsätzlich gebe ich dir Recht und es ist besser, den Test zu machen zumal sie diesen ja mit Sicherheit auch bestehen würde. Allerding kostet der Test in Moskau derzeit umgerechnet 70 Euro was ich schon verdammt unverschämt finde, dafür dass man ein paar Blätter vorgesetzt bekommt und die dann auch noch vollautomatisch korrigiert werden. Nichts anderes findet in diversen Onlinetests statt und ist meiner Meinung nach nur Geldschneiderei.

Ich möchte im Prinzip wissen, ob es einen Versuch wert ist, bei der Botschaft oder der Visazentrale vorzusprechen, um damit die Sprachkenntnisse nachzuweisen. Im Grunde ist der Sprachnachweis auch nur eine Farce des Systems. Es gibt tausende Wolgadeutsche, die seit vielen Jahren in Deutschland leben und nicht die Deutsche Sprache erlernen müssen, da sie von Hause aus als Deutsche eingestuft wurden und ohne Sprachprüfung hier leben können. Ein echter Witz wenn man bedenkt, dass viele schon 10 bis 20 Jahre hier leben und bei allen Dingen noch immer einen Dolmetscher benötigen.
Versuch macht kluch - oder wie ging der Spruch? Marco hat absolut recht - ohne Test geht das zu 99% nicht, sollte deine Frau nicht deutlich (!) besser als A1 sprechen. Es wird nämlich genau das passieren, was du befürchtest: Da die Konsulatsmitarbeiter eben kein "Grünes Diplom" o.ä. haben, was man braucht, um Sprachprüfungen bei Goethe abnehmen zu dürfen, können sie gar nicht "auf Niveau A1" mit deiner Frau kommunizieren (und ich bezweifele, dass man dieses Niveau überhaupt als "zur Kommunikation fähig" nennen darf). Diese "offensichtliche Sprachfähigkeit" haben zum Beispiel oft junge Frauen, die ein Jahr Au-Pair waren und dann noch ein Jahr FSJ-lerin - die machen Smalltalk und brauchen dann keine A1-Prüfung (die haben allerdings oft nach so einem Werdegang auch TestDaf in der Tasche....).

Ich kann mir eine Bemerkung nicht verkneifen: Wenn dir die 70 Euro für den Test als "Abzocke" vorkommen, könnte es nach der Einreise deiner Frau zu unangenehmen Überraschungen kommen. Es werden noch weitere Kosten auf dich zukommen. Viele weitere Kosten. Vor allem, wenn dir daran liegt, dass deine Frau einen optimalen Start hat (qualifizierte Übersetzung der Zeugnisse, Sprachkurse, Sprachprüfungen, Weiterbildungen, ..., ...).

Und: Du beschleunigst die Prozesse nicht, wenn du mit Wolgadeutschen anfängst. Weder beim Konsulat, noch später bei der Ausländerbehörde. Tue dir, deiner Frau und den Mitarbeitern den Gefallen. Wenn du mit der Einwanderungspolitik der BRD unzufrieden bist, kannst du das auf politischer Ebene artikulieren, aber irgendwelche Ortskräfte in Moskau können da wenig für.

Viel Erfolg!
A.

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Re: Frage zur Beantragung eines nationalen Visums nach der Heirat in Russland

Beitrag von Norbert » Donnerstag 10. Mai 2018, 05:24

Ein nationales Visum läuft in jedem Fall über die Botschaft, nicht via Visazentrum.

Bezüglich des Sprachtests wurde mir auf Anfrage mitgeteilt: "Eine Überprüfung der Sprachkenntnisse im Generalkonsulat findet nicht statt, ein A1-Zertifikat muss vorgelegt werden. Eine Ausnahme hiervon kann nur gemacht werden, wenn [...] eine Offenkundigkeitsüberprüfung am Schalter ergibt, dass Deutschkenntnisse vorhanden sind. Dies erfordert jedoch i.d.R. Sprachkenntnisse von B2/ C1."



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