Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

Moderator: Dietrich

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Sibirier
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Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Sibirier » Dienstag 25. November 2008, 09:36

Ja, auch von mir ein herzlichen Glückwunsch, alles Gute und viele kleine Silvio's.... :) Bierher :alc: :blumen2: :pirat:
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....



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manuchka
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Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von manuchka » Dienstag 25. November 2008, 17:03

Ich schließe mich den Glückwünschen an und singe mal ein bisschen vor mich hin: "Mnogaja leta, mnogaja leheta, monohogaja leheta!"
Du erntest, was du säst.

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bella_b33
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Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 26. November 2008, 19:11

Danke euch für die netten Glückwünsche ;)

Wir sind gerade fertig mit allen Ärzten(4 Krankenhäuser) abklappern für mein Vid na Shittelstwo, wenn das alles gelaufen ist, werde ich ab Anfang März nach RU ziehen ;)

Viele Grüße
Silvio
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!

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Norbert
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Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von Norbert » Mittwoch 26. November 2008, 21:02

bella_b33 hat geschrieben:Wir sind gerade fertig mit allen Ärzten(4 Krankenhäuser) abklappern für mein Vid na Shittelstwo, wenn das alles gelaufen ist, werde ich ab Anfang März nach RU ziehen ;)
Ersteinmal die Разрешение на временное проживание. Den вид на жительство bekommst Du frühestens nach einem Jahr mit der Разрешение на временное проживание. Dennoch viel wünsche ich gute Nerven und viel Ausdauer!

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bella_b33
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Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von bella_b33 » Freitag 28. November 2008, 00:30

Stimmt Norbert,
Du hast natürlich Recht! Meine Frau fädelt das alles hier ein und ich lauf hinterher wie ein Esel hinter der Möre die man ihm vors Näschen hängt :D.

Viele Grüße
Silvio
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!



tani123

Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von tani123 » Freitag 9. Juli 2010, 12:25

Heiraten in Russland stelle ich mir schön vor, vor allem nach orthodoxen Bräuchen, denn ich habe mal gesehen, dass das junge Ehepaar dann auch so Kronen bekommt. So etwas habe ich mal im Fernsehen gesehen bei so einem Film, denke ich

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Re: Heirat in Russland - ein Erlebnisbericht

Beitrag von stefan0306 » Dienstag 6. November 2012, 01:42

Habe auch vor 20 Jahren in Kaliningrad geheiratet. War alles kein Problem.
Und das beste, ich liebe mein Mädchen heute noch! Russinnen sind halt einsame
Spitze!
lg
Stefan
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Bericht: Heirat mit Russin in Russland

Beitrag von naali » Donnerstag 24. Januar 2013, 02:06

Hallo,

ich lese hier schon seit Längerem mit und habe mich heute endlich mal angemeldet.
Um ein weiteres Beispiel beizusteuern, wie ein deutsch-russische Eheschließung ablaufen könnte, möchte ich an dieser Stelle beschreiben, wie es bei Mascha und mir von Statten ging. Wir haben in Russland geheiratet und arbeiten jetzt an der Familienzusammenführung, da wir in Deutschland leben möchten. Wir hatten ursprünglich überlegt, erstmal in Russland zu leben, aber da wir auf gute Ärzte angewiesen sind und ich als Übersetzer/Dolmetscher (wohlgemerkt ohne Russisch) in Deutschland wesentlich bessere Berufsaussichten habe, soll es nun doch Deutschland sein. Aber ich schweife schon zu Beginn des Postings ab :) Im Nachhinein betrachtet war die eigentliche Eheschließung gar nicht so kompliziert, wie ich erwartet hätte, aber das habe ich auch diesem Forum zu verdanken, da wir so immer wussten, was auf uns zu kam oder hätte zukommen können. ;)

Meine Frau kommt aus Kirow, Kirow Oblast, wo wir auch geheiratet haben.

Das Erste Gespräch fand im Herbst statt, ich glaube, es war September. Wir waren in Kirow auf dem SAGS und fragten, welche Dokumente sie von einem deutschen Ehemann zur Eheschließung bräuchten.
Die Sachbearbeiterin schlug es nach und sagte:

1. Reisepass
2. Russische Übersetzung des Passes mit Apostille, welche ebenfalls übersetzt sein sollte
3. Kopie meines VIsums, mit dem ich eingereist war, mit Einreisestempel
4. Kopie der MIgrationskarte
5. Ehefähigkeitszeugnis mit russischer Übersetzung und übersetzer Apostille
6. Kopie des Anmelde-Belegs (von der Registrierung in Russland)

Als ich kurz darauf wieder in Deutschland war, ist meine Mascha noch mal zum SAGS, um zu fragen, ob es nicht auch ohne EFZ ginge. Nicht, dass wir keines besorgt hätten, aber wir wollten recht bald heiraten und man braucht ja, wenn ich es richtig verstanden habe, für ein EFZ die Geburtstunkde und Geburtsurkunden der Eltern der Russin, natürlich übersetzt und apostilliert, welche im Fall meiner Frau gar nicht so einfach zu bekommen gewesen wären, jedenfalls nur mit viel Zeitaufwand.
Die Sachbearbeiterin war nicht sehr erfreut, dass wir ohne EFZ heiraten wollten, ließ sich aber überzeugen. Maschas Argumente (in anderen Städten Russlands geht es doch auch ohne... und aus einem Auszug aus dem Melderegister geht doch der Familienstand hervor) waren wohl gut genug, Schokolade oder ähnliche Dinge haben jedenfalls nicht die Besitzerin gewechselt ;)

Also ist Punkt 5 zu ersetzen durch:
5. Auszug aus dem Melderegister (aus dem natürlich hervorgehen muss, dass man ledig ist) mit Apostille und deutscher Übersetzung.

Die Frau aus dem SAGS wird sich, glaub ich, ihr Leben lang an mich erinnern, da ich ihren Worten nach der erste Deutsche war, der ohne EFZ in Kirow geheiratet hat, was sie "ungeheurlich" fand und "absolut ungern" zugelassen hat und überhaupt warnte sie Mascha davor, mich zu heiraten - wer weiß, vielleicht wollte ich ja durch die EFZ-Verweigerung etwas verheimlichen und außerdem "wird durch das fehlende EFZ die Ehe in Deutschland nicht gültig sein" (was sie aber natürlich ist).

Nun ja, ich habe mich also in Deutschland um die Unterlagen gekümmert.

1. Hat man ja als Russland-Reisender sowieso.
2. Habe zuerst den Pass kopiert, dann die Kopien auf der Stadtverwaltung beglaubigen lassen (Gebühr war glaub 3 Euro), dann die russische Übersetzung von einem beeidgten Übersetzer anfertigen lassen, zur Apostille mehr Info unten.
3. Kann man ja nach der Einreise in Russland machen
4. ebenso
5. Bekommt man auf dem Einwohnermeldeamt ausgedruckt, die Gebühr war hier glaub 5 Euro. Davon habe ich dann gleich bei der Stadtverwaltung eine beglaubigte Kopie machen lassen. Die wiederum hat der beeidigte Übersetzer ins russische Übersetzt.
6. Bekommt man ja bei der Anmeldung in Russland, die in meinem Fall auf der Hauptpost in Kirow erfolt ist.

Zu den APostillen für 2 und 5: Das ist je nach Bundesland anders geregelt, hier in Rheinland-Pfalz bekommt man sie bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Kaiserslautern. Kann man postalisch erledigen oder persönlich hingehen. Die Gebühr beträgt 13 Euro pro Apostille. Zu beachten ist, dass man die Apostillen VOR der russischen Übersetzung ausstellen lässt, da der Apostillen-Text ausschließlich auf Deutsch ist und vom Übersetzer mitübersetzt wird.
In meinem Fall hat zur Eheschließung die Pass-Seite mit dem Foto gereicht, aber auf der ADD wies man mich darauf hin, dass es in Russland/Ukraine bei manchen Personen nicht ausgereicht hat, die dann wiederkamen und Kopien aller Seiten des Passes apostilliert haben wollten. Nun ja.

Nach der Übersetzung des Passes+Apostille und der Meldebescheinugung+Apostille wies mich der Übesetzer darauf hin, dass in Russland das System mit beeidigten Übersetzern nicht unbedingt bekannt ist und dass dort Übersetzungen i.d.R. von Notaren beglaubigt werden. Deshalb ist er mit meinen Übersetzungen noch einmal zum Notar und hat sie beglaubigen lassen (eigentlich beglaubigt der Notar ja auch nur die Echtheit der Unterschrift des Übersetzers, aber es sieht eben schön offiziell aus mit noch mehr Stempeln und Siegeln....). Notargebühr 10 Euro/Dokument.

Zwischenzeitlich vereinbarte meine Frau mit dem SAGS in Kirow zwei Termine, einen zur Anmeldung der Ehe (wo die Dokumente geprüft werden) und einen zur eigentlichen Hochzeit, in unserem Fall gleich am Tag danach. Eigentlich muss der Zeitraum zwischen den beiden Terminen wohl 30 Tage betragen, aber wenn gute Gründe bestehen, wie z.B. in meinem Fall die Tatsache, dass ich im Dezember nur zwei Wochen dort war, geht es auch schneller. Die Dame, die also schon auf das EFZ verzichtete und mir dazu noch die Frist verkürzte, meinte dazu: "WIe Sie sehen, sind wir sehr bemüht, Ihnen und entgegen zu kommen". Das war sie auch. :) Außerdem wies die Frau noch mal darauf hin, dass ein russisch-deutscher Dolmetscher bei beiden Terminen anwesend sein müsse, da ich kaum Russisch kann. Also bestellte meine Frau einen Dolmetscher von ReloD in Kirow (der übrigens hervorragend gedolmetscht hat und sehr nett war, er war eine große Hilfe, sodass ich, falls rein zufällig jemand in Kirow einen Dolmetscher oder Übersetzer benötigt, ReloD nur weiterempfehlen kann). Der Preis war 1700 RUR für beide Termine zusammen.

Ich reiste also mit meinem Unterlagen nach Russland, wir kopierten vor Ort noch das Visum, die Migrationskarte und den Anmelde-Beleg und gingen dann am Tag X-1 zum SAGS. ich war übrigens mit einem Geschäftsvisum eingereist, ein Jahresvisum von Spomer, alles problemlos. Der Dolemtscher war pünktlich da und wir meldeten die Ehe bei der besagten Sachbearbeiterin an. Meine Frau benötigte nur Ihren Inlandspass. Die Dame prüfte alle Dokumente sehr eingehend und war im Großen und Ganzen zufrieden, sagte jedoch: "Also, so eine Übersetzung habe ich ja noch nie gesehen, noch nie hat ein Deutscher eine Übersetzung mitgebracht, die so aussah!", wobei ich bis heute nicht weiß, was genau sie meinte, aber sie bezog sich wohl auf das Layout. Im Großen und Ganzen zufrieden, will heißen: Ihr missfiel, dass der Stempel des beeidigten Übersetzers ausschließlich auf Deutsch war (der Stempel, indem die gesetzlich vorgeschriebene Formulierung für beeidigte Übersetzer verwandt wird, ich glaube, so was in der Art wie: "Vom Präsidenten des Oberlandesgerichts Landau/Pfalz ermächtigter Übersetzer und beeidigter Dolmetscher für die russische und ukrainische Sprache", nur noch länger). Sie sagte also, dass sie den Stempel-Text noch auf Russisch bräuchte. Ich fragte den Dolmetscher: "Können Sie ihr nicht eben übersetzen, was da steht?" - Die Dame sagte: "Wir brauchen das schriftlich" - Ich fragte den Dolmetscher: "Können SIe die Übersetzung nicht eben auf Russisch auf den Zettel schreiben?" - Der Dolmetscher schnappte sich also einen Kugelschreiber, übersetze den Stempel-Text, doch die Dame sagte: "Wir brauchen noch eine notarielle Beglaubigung der Übersetzung", sodass ich nach dem Termin mit meiner Frau noch zu ReloD geflitzt bin, die den handschriftlichen Text noch mal am PC abtippten und einem Notar zur Beglaubigung gaben, kostete 200 Rubel. Dann nutzte die Dame noch die Gelegenheit, dass jetzt ein Dolmetscher anwesend war, und fragte mich: "Warum hat sich der Bräutigam, der aus der Bundesrepublik Deutschland kommt, dafür entschieden, nicht das Dokument vorzulegen, dass sich Ehefähigkeitszeugnis nennt, wo doch alle anderen Bürger der Bundesrepublik Deutschland, die hier die Ehe geschlossen haben, ein solches Dokument mitgebracht haben und offensichtlich auch problemlos erhalten konnten?"
Auf meine Erklärungen hin fragte Sie dann weiter:
"Und welche Nachteile entstehen unserer Bürgerin der Russischen Förderation auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland?"
Ich sagte: "Keine, die Eheurkunde wird apostilliert und die Ehe gilt in Deutschland ganz normal"
Und die Dame sagte: "Das hoffen wir".
Später fügte sie hinzu: "Wir machen uns Sorgen um unsere jungen Staatsbürgerinnen."

Ansonsten wurden bei dem Termin eben die Dokumente geprüft und meine Frau musste eine Ausnahme von der 30-Tages-Frist schriftlich beantragen. Dann wurden wir für den nächsten Tag endlich zur Hochzeit bestellt. Der Dolmetscher war wieder pünktlich und dolmetschte die gesamte Zeremonie. Und die Dame hat nie wieder nach der Übersetzung des Stempel-Textes gefragt, sodass sie im Endeffekt für die Katz war, aber was soll's, wir haben uns riesig gefreut, dass alles so gut geklappt hat.

Die Eheurkunde haben wir in zweifacher Ausfertigung bekommen (zweites Exemplar gab's aber erst ein paar Tage später). Das erste Exemplar haben wir in Kirow apostillieren lassen (1600 Rubel - interessant, dass das In der russischen Provinz dreimal so teuer wie in Deutschland ist). Das hat die Standesamtsverwaltung gemacht, die wiederum nicht im eigentlichen SAGS ist, sondern im Gebäude der Stadtverwaltung. Da ist praktischerweise auch gleich eine Mini-Sberbank, bei der man die 1600 Rubel entrichten kann....

Mit dieser Eheurkunde bin ich dann nach Deutschland, der Übersetzer hat die Urkunde mit Apostille ins Deutsche übersetzt und nun bin ich auch für die deutschen Behörden verheiratet. Nächsten Monat fahre ich wieder nach Russland und dann fahren wir auch nach Moskau, damit Mascha ihren Termin für das Visum für den Ehegattennachzug (tolles deutsches Wort) wahrnehmen kann. Ich bin gespannt, wie dieser zweite Teil des Abenteuers ablaufen wird....

Anelya
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Re: Bericht: Heirat mit Russin in Russland

Beitrag von Anelya » Donnerstag 24. Januar 2013, 08:36

Herzlichen Glückwunsch! Ich bin überzeugt, dass auch die Familienzusammenführung problemlos klappt!

naali
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Re: Bericht: Heirat mit Russin in Russland

Beitrag von naali » Donnerstag 24. Januar 2013, 11:59

Danke, Anelya, für die aufmunternden Worte!
Gruß
Micha



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