Dauervisum für Deutschland

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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manuchka
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Re: Dauervisum für Deutschland

Beitrag von manuchka » Dienstag 18. November 2008, 19:57

Ich glaube, Zeppelin hat hier ein wenig heftig reagiert - ich kann keine Absichten für ein illegales Vorgehen erkennen.

Recht hat Zeppelin, wenn er sagt, dass es "nur mal so" (Besuch des Freundes) keine privaten Dauervisa für Schengen gibt. Das geht zwar für Ehepartner und Familienangehörige, aber für nur so "Bekannte" nicht oder möglicherweise erst nach mehrmaligem Einzelvisum und braver Rückkkehr.

Insofern käme ein Geschäftsvisum in Frage, wenn ihr das ohne Schiebereien hinbekommt, weil z.B. du in der Tat die Freundin über deine Firma einladen kannst. Das verbietet dir ja keiner, und da eure Berufe zumindest in die gleiche Richtung gehen, halte ich das für machbar. Da ist es allerdings so, dass man auch mit "kleinen Brötchen" anfängt - unsere Firma kann bei der erstmaligen Einladung für russische Mitarbeiter zunächst 3-Monats-Visa mit Aufenthalt 30-45 Tage beantragen, dann beim nächsten Mal Halbjahresvisa mit Aufenthalt 90 Tage, dann beim nächsten Mal Jahresvisa mit 2x 90 Tagen Aufenthalt.
Du erntest, was du säst.



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Norbert
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Re: Dauervisum für Deutschland

Beitrag von Norbert » Donnerstag 20. November 2008, 08:35

cdev hat geschrieben:Seltsam allerdings, dass meine Freundin bereits letztes Mal bohrenden Fragen ausgeliefert war, die sich sogar auf unserer beider Berufe bezogen (sie ist Journalistin, ich Medienfachmann). Ob hier wohl ein Wind aus einer bestimmten politischen Richtung weht?
Nein, das ist ganz normal. Nahezu alle jungen Mädels werden befragt, weil man sie (a) vor der Prostitution bewahren will und (b) Visaerschleichung verhindern will. Deswegen werden scheinbar banale Fragen gestellt, mit denen man herausfinden will, ob das Mädel wirklich weiß, wohin sie fährt. Und dann ist die Frage "Wen besuchen Sie denn da? Wo arbeitet er?" durchaus plausibel. Wenn sie die Antwort weiß und sicher darauf antwortet, dann können die Beamten beruhigt davon ausgehen, dass sie keinen Zuhälter im Internet kennengelernt hat.

Grundsätzlich schließe ich mich Manuchka an - beantragt von mal zu mal längere Visa. Ob nun privat oder geschäftlich - je nachdem, was Euch einfacher erscheint.
cdev hat geschrieben:ich habe durch einen Dienstleister ein Visum bekommen, das mich als Angehöriger einer bestimmten Organisation ausweist. Ich möchte hier nicht mehr darstellen, da im Interesse aller dieser Weg offenbleiben soll. Der Kostenpunkt betrug ca. 350 EUR für ein Jahr. Es handelt sich um ein Business-Multivisum.
Diese Visa bieten alle Visa-Serviceagenturen an. ABER, sie gelten nur 90 Tage pro Halbjahr, es ist also nicht möglich, 365 Tage am Stück in Russland zu sein.

Selbst wenn es nicht explizit auf dem Visum steht, achten die Migrationsbehörden vor Ort darauf und rufen ggf. bei Dir oder Deinen Gastgebern an, wenn die 90 Tage ablaufen (Erfahrung in Novosibirsk).

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Update: Mein Herzblatt in Deutschland

Beitrag von cdev » Mittwoch 29. Juli 2009, 18:53

Für alle, die es interessiert: "Dank" Finanzkrise hat sich mein Herzblatt für eine "einjährige Generalprobe" in Deutschland entscheiden können, die wir gemeinsam im Rahmen eines Sprachkursvisums nun absolvieren. ABER: Auf russischer Seite war die Genehmigung für sie ein wahrer Spießrutenlauf. Obwohl aus gutbürgerlichen Kreisen stammend und einwandfrei beleumundet, wurde sie einer Prozedur unterzogen, die nichts für schwache Nerven ist. Selbst mit der Genehmigung der deutschen Behörden in der Hand wurde sie aus russischer Seite derart "gestriezt", dass man nicht an einen Zufall glauben möchte. Das Verfahren wurde auf den allerletzten (Abreise!-)Tag mit fadenscheinigen Begründungen hinausgezögert. Am Schluss stand mein Herzblatt mit den Koffern in der Visastelle und konnte nur mit äußerstem Nachdruck erreichen, dass sich die zuständige Beamtin schlussendlich dazu durchrang, den notwendigen Stempel samt Unterschrift zu leisten.

Im Nachhinein habe ich erfahren, dass sich die russischen Beamten in der deutschen Botschaft offenbar erheblichen Repressionen bis hin zum Arbeitsplatzverlust ausgesetzt sehen, sollte sich eine der Visakandidatinnen als "faules Ei" herausstellen. Das ist zwar auf der einen Seite verständlich. Andererseits werden Visa-Antragsteller systematisch als unwillkommene Bittsteller behandelt.

Die Prozedur in Deutschland war dagegen 100% Fairplay, die MitarbeiterInnen des Landratsamtes kooperativ und hilfsbereit (wenn auch sicherlich nicht zu unrecht kritisch).

Mein Herzblatt büffelt nun schon eifrig und erfolgreich die deutsche Sprache, was behörderlicherseits auch mehr oder weniger überwacht wird. Insgesamt hat sich für uns das Sprachkursvisum als die richtige Lösung herausgestellt, auch wenn der Weg (speziell für sie) mit Dornen gespickt war.

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Re: Update: Mein Herzblatt in Deutschland

Beitrag von harald63 » Mittwoch 29. Juli 2009, 20:03

cdev hat geschrieben: ...die russischen Beamten in der deutschen Botschaft...
Seit wann arbeiten in der deutschen Botschaft russische Beamte?

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Re: Dauervisum für Deutschland

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 29. Juli 2009, 20:15

harald63 hat geschrieben: Seit wann arbeiten in der deutschen Botschaft russische Beamte?
Wir haben in der deutschen Botschaft Moskau auch viele russische Angestellte gesehen(ob das jetzt Beamte waren oder nicht will ich nicht beurteilen ;)), ist schon klar, daß die nicht 101% der Stellen mit deutschen Leuten besetzt haben, oder?
“Wow, eine superleichte Profi-Angel für 10Euro! Wo ist der Haken?"
"Es gibt keinen Haken..."



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Re: Dauervisum für Deutschland

Beitrag von harald63 » Mittwoch 29. Juli 2009, 20:21

bella_b33 hat geschrieben:
harald63 hat geschrieben: Seit wann arbeiten in der deutschen Botschaft russische Beamte?
Wir haben in der deutschen Botschaft Moskau auch viele russische Angestellte gesehen(ob das jetzt Beamte waren oder nicht will ich nicht beurteilen ;)), ist schon klar, daß die nicht 101% der Stellen mit deutschen Leuten besetzt haben, oder?
Angestellte eben. Ich glaube kaum, das die Russen dort verbeamtet werden. Das geht auch wahrscheinlich gar nicht, dass ein Staat Bürger eines anderen Staates verbeamtet. Beamte haben ja eine besondere Loyalitätspflicht gegenüber ihrem Dienstherrn.

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Re: Dauervisum für Deutschland

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 29. Juli 2009, 20:36

Ob Beamte oder nicht, sie arbeiten dort und ich bin der Meinung, daß sie beim Annehmen eines Visaantrages und beim späteren Weiterreichen schon Anhand ihrer Anmerkungen die Richtung der Entscheidung ein wenig vorgeben können

Gruß
Silvio
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Re: Dauervisum für Deutschland

Beitrag von Norbert » Donnerstag 30. Juli 2009, 07:49

bella_b33 hat geschrieben:Ob Beamte oder nicht, sie arbeiten dort und ich bin der Meinung, daß sie beim Annehmen eines Visaantrages und beim späteren Weiterreichen schon Anhand ihrer Anmerkungen die Richtung der Entscheidung ein wenig vorgeben können.
Stimmt schon. Aber grundsätzlich entscheidet immer noch der deutsche Beamte. Die russischen Mitarbeiter (natürlich keine Beamten) erfragen nur alle Details für ihre Vorgesetzten. Dabei sollen sie sicher ausdrücklich hartnäckig sein.
cdev hat geschrieben:Im Nachhinein habe ich erfahren, dass sich die russischen Beamten in der deutschen Botschaft offenbar erheblichen Repressionen bis hin zum Arbeitsplatzverlust ausgesetzt sehen, sollte sich eine der Visakandidatinnen als "faules Ei" herausstellen.
Hier geht es aber auch um Korruptionsabwehr. Es gab ja Fälle, wo die Ortskräfte (auf dem Balkan, wenn ich mich nicht irre) ihren Chefs positiv anmutende Fälle untergejubelt hatten - und dafür finanzielle Gegenleistungen der Antragsteller bekamen. Da im Moment niemand seinen Arbeitsplatz verlieren möchte, wird natürlich der russische Mitarbeiter immer mehrfach nachfragen ...
cdev hat geschrieben:Auf russischer Seite war die Genehmigung für sie ein wahrer Spießrutenlauf. Obwohl aus gutbürgerlichen Kreisen stammend und einwandfrei beleumundet, wurde sie einer Prozedur unterzogen, die nichts für schwache Nerven ist. Selbst mit der Genehmigung der deutschen Behörden in der Hand wurde sie aus russischer Seite derart "gestriezt", dass man nicht an einen Zufall glauben möchte.
Die Bezeichnung "russische Seite" ist etwas irreführend. Ich dachte erst wirklich, wie kann denn der russische Staat "striezen", wenn Du ausreisen willst?! War sie beim FSB und hat ein Ausreiseverbot?! Aber Du meinst ja "nur" die deutsche (!) Botschaft in Russland. Das ist eine rein deutsche Institution, also nix russisch.

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