Großbauern vs. Öko Bauern

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
bauplan
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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von bauplan » Dienstag 15. Dezember 2015, 18:14

Klaupe:
Was schreiben Sie sich für einen Schmarrn zusammen. Vielleicht sollten Sie sich erstmal informieren wie das mit den Subventionen in der EU funktioniert.
http://info.brot-fuer-die-welt.de/blog/ ... bgeschafft
http://www.spiegel.de/wirtschaft/eu-agr ... 30785.html
Und das was Sie "EU-Großbauern effizienter arbeiten" nennen ist Industrielandwirtschaft pur. Wenn in der EU Erstellungspreise gezahlt werden müssten, würden sich in der EU die Lebensmittelpreise deutlich erhöhen.

Oh, ich vergass, Sie sind ja der, der mal großkotzig behauptet hat er hat an der FU studiert und dann doch nur Reisefuzzi über Abendschule war.
Keine Ahnung, aber La paloma pfeifen.



kamensky
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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von kamensky » Dienstag 15. Dezember 2015, 18:30

bauplan hat geschrieben:
klaupe hat geschrieben: Offensichtlich fehlt es deutlich an Vertrauen und Stolz in eigene Produkte
Nein, das größte Problem war die EU.
Durch die durch Brüssel hochsubventionierten Lebensmittel waren Lebensmittel aus der EU billiger, als sie in Russland hergestellt werden konnten. Ein Problem was ja auch in Afrika sehr aktuell ist.
Erst die Sanktionen gegen die EU, wenn sie denn lange genug erhalten bleiben, werden der russischen Landwirtschaft wieder die Möglichkeit geben richtig auf die Beine zu kommen.
Nur eine rigerose Abschottung gegen EU-Lebensmittel kann da helfen. Darum hat Russland ja auch die Grenze zur Ukraine dichtgemacht, denn sonst würden über die Ukraine die EU-Lebensmittel nach Russland kommen.
Übrigens war das der Grund, warum Russland gegen das Assoziierungsabkommen EU-Ukraine war, wenn Russland nicht mit einbezogen wird.
Also ist das Problem in RU erkannt, obschon (sich auch andere Staaten) mit einer freien Marktwirtschaft (Wettbewerb) zu kämpfen haben und dessen Problemen (ob nun subventioniert, oder nicht) stellen müssen. Wie viele von RU exportierte, wie auch heimische Produkte aller Güter sind dann wohl nicht subventioniert? Die rein russische Wirtschaft (gibt es die überhaupt noch ) kann quasi ohne staatliche Subventionen gar nicht existieren, und wen, dann sind die Tage derer tatsächlich gezählt. Dies hat dann aber nur ganz im entferntesten Sinne mit einer Entschuldigung von subventionierten Importprodukten Etwas zu tun, wie hier wohl ein jeder weiss.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

bauplan
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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von bauplan » Dienstag 15. Dezember 2015, 18:49

In den 90er Jahren waren es nicht die Subventionen, die die russische landwirtschaft zerstört haben, sondern der IWF.
Durch den Zwang, den Rubel an den Dollar zu koppeln waren Importwaren deutlich billiger als in Russland hergestellte.
Damit wurden alle Schleusen für den export nach Russland geöffnet. Wer damals schon in Russland lebte, wird sich z.B. noch an rasputin-Wodka erinnern, der der absolute Renner in Russland war. In Flensburg hergestellt und billiger als russischer Wodka.

In der Periode 2000-2008 (Wirtschaftskrise) kam zu viel Geld nach Russland, da war es teilweise egal was was kostet. Miese Milch kostete deulich mehr als in Deutschland bei Aldi etc. Landwirtschaftliche Kredite gab es kaum und alle Klein und Kleinsbauern starben.

Also wurde wieder alles importiert. Erst während der Wirtschaftskrise kamen wieder Höfe auf und es wurd produziert. Leider hat man es nicht so konsquent weitergemacht in der Landwirtschaft wie in der Autoindustrie. In der AUtoindustrie hat man durch Zölle und andere Maßnahmen dafür gesorgt, das immer mehr im Land produziert werden muss. In der landwirtschaft hatte man das leider versäumt.

Erst durch die Ukrainekrise in deren verlauf der Westen auch die russische landwirtschaftsbank mit Sanktionen überzogen hatte, was dazu führte, dass russische Landwirte keine Kredite mehr zu vernünftigen Preisen bekommen konnte, konnte durch die Sanktionen gegen die EU die Landwirtschaft langsam wieder in die Gänge kommen. Sowas dauert aber 5-10 Jahre und darum kann man nur auf lange Sanktionen hoffen.

Das ist jetzt alles etwas verkürzt, aber so ist es. Leider gibt es Hilfen nur für Industriefarmen. Wir sprechen da von 10.000den Kühen und mehr pro Betrieb, die vom Staat unterstützt werden durch günstigere Kredite. Kleine Biobauern oder kleine normale Bauern nicht.

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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von Wladimir30 » Dienstag 15. Dezember 2015, 19:55

Das Beste am Rasputin Wodka war die Werbung im Fernsehen. Изображен дважды (mit dickem Akzent und falscher Betonung). Ich hab mich immer halbtot gelacht.
You know nothing Jon Snow.....

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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von kazan » Donnerstag 17. Dezember 2015, 18:08

Hallo,

klingt ja alles sehr interessant!
bauplan hat geschrieben:Ich möchte gerne nochmal etwas allgemeines zu dem Biohof-Projekt schreiben.
Es geht dort zwar auch darum Geld zu verdienen, aber nicht im industriellen Maßstab. Wir wollten zeigen, dass es möglich ist eine "humane" Tierhaltung zu haben, biologisch anzubauen und auch ökologisch (Windrad, Sonnenzellen etc.) einen Betrieb aufzuziehen.
Wer sich mal mit der alten russischen Obschina auseinandergesetzt hat, weiß welche Gedanken bei uns auch dahinterstehen.
Nach dem Wiki Artikel "Obschtschina", bin ich nicht sicher was du meinst. Möchtest du du die Ideale der Dorfgemeinschaft herausstellen, oder die Schwierigkeiten ansprechen?
Mir (russisch мир) oder Obschtschina (община) https://de.wikipedia.org/wiki/Mir_%28Do ... nschaft%29
bauplan hat geschrieben: Im Moment wollen sich immer mehr Kleinstbauern daran beteiligen.
Es ist also nicht nur Biohof, sondern auch ein politisches Projekt. Vielleicht auch endlich die Möglichkeit die Träume aus der 70er Jahre Ökobewegung umzusetzen.
Im Moment haben wir einen gewaltigen Zuspruch aus allen Gegenden Russlands. Bei Vielen ist und wird es nur Träumerei bleiben so ein Projekt aufzuziehen.
Wir werden ab Januar eine Rubrik einrichten, wo wir per Video, Foto und per Text laufend von der Farm berichten werden. Uns ist es wichtig, dass wir die Entwicklungen stärker kommunizieren.
Zu kaufen sind die Produkte direkt auf der farm, in unserem Stiftungshaus in Tarusa und es soll ein sonntäglicher Jahrmarkt in Tarusa eingerichtet werden. Leider muss Vieles vorbestellt werden, weil die Nachfrage die Produktion im Moment noch überschreitet.
Gruss Gunnar aus Tarusa
Wenn mich das alles (soz. Engagement der Stiftung, Holzbau etc. etc ) ernsthaft interessiert und ich dort Land kaufen will, bei eurem Netzwerk in irgendeiner Form mitmachen möchte, wie komme ich da weiter? Kann ich einfach vorbeikommen...? Gibt es da noch Land zu kaufen? (Ich bin kein Landwirt und mich interessiert vorerst nur ein kleineres Grundstück, keine 800 Hektar wie Hans Milch-Michel. ;) in der Doku:
Leben in Putins Reich – Zwei Schweizer in fremder Heimat
https://youtu.be/-xvSjzosJ5I?t=13m44s

Besten Dank.



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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von bauplan » Samstag 19. Dezember 2015, 10:10

kazan hat geschrieben:Hallo,

klingt ja alles sehr interessant!
Hallo Kazan, ich kann leider keine PNs schreiben. Schreib mir doch bitte an meine Mail "juette [@] russland.ru".
Gruß Gunnar

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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von GIN » Montag 21. Dezember 2015, 10:00

Das mit der Landwirtschaft ist natürlich eine Sache für sich in Russland aber man kann wunderbar Geld verdienen. Mir fällt bei den "Landwirten" auf das sämtliche Investoren massiv in ihren Projekten mitarbeiten müssen. Ohne den "Patron" geht es vermutlich nirgendswo. Gerade jetzt gibt wieder massive Chancen. Im Krasnodar kenne ich sehr viele die mit Landwirtschaft deutlich mehr Rendite machen als meine Projekte. Lebensmittelverpacker werden vermutlich ebenfalls in den nächsten Jahre auch eine goldene Nase verdienen.

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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von Deutsch-Mann » Montag 22. August 2016, 04:58

bearbeitet und gelöscht

Uljan
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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von Uljan » Mittwoch 7. September 2016, 02:54

bauplan hat geschrieben:...
Wir werden ab Januar eine Rubrik einrichten, wo wir per Video, Foto und per Text laufend von der Farm berichten werden. Uns ist es wichtig, dass wir die Entwicklungen stärker kommunizieren.
Zu kaufen sind die Produkte direkt auf der farm, in unserem Stiftungshaus in Tarusa und es soll ein sonntäglicher Jahrmarkt in Tarusa eingerichtet werden. Leider muss Vieles vorbestellt werden, weil die Nachfrage die Produktion im Moment noch überschreitet.

Gruss Gunnar aus Tarusa
Gibt es diese Rubrik inzwischen? Und gibt es den Jahrmarkt in Tarusa sonntags? Wann findet der Markt ansonsten statt?
Danke.

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Re: Großbauern vs. Öko Bauern

Beitrag von m1009 » Dienstag 29. Mai 2018, 07:56

Ich mach hier mal einen Garten-Fred drauss..... :lol:

Kennt hier einer dieses Schadensbild?

https://www.baumportal.de/blattkrankheiten.htm



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