Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
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bella_b33
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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von bella_b33 » Sonntag 5. Juni 2016, 14:38

saransk hat geschrieben: Mit das erstem was mir beigebracht wurde. Keine guten Klamotten tragen und in der Öffentlichkeit kein Deutsch. Als Westler wird man ja trotzdem meistens erkannt. Und wenn es durch das Verhalten bei Behörden oder in der Öffentlichkeit ist.
Nein, so oft wie Du es Dir vorstellst wird man in RU nicht gleich als Westler enttarnt und angesprochen. Im Gegensatz merk ich öfter, daß man mir erst sagt, wenn ich mit jemanden Rede: "Ach Du bist ja gar kein Russe....okay, sahst jetzt gar nicht so fremd aus". Also nein, man ist hier als Deutscher optisch keine Leuchtfackel im Alltag.
Da fand ich es in meiner asiatischen Zeit viel viel schlimmer, da sind einem Horden von Kindern hinterher gerannt durchs Dorf: "Hello Hello, whas you name?" "Suweniiir Mannniii"....das war alles was gesagt wurde, antworten konnte man sich sparen. Gefühlt 0,1% von den Rednern konnte mehr als diese zwei Brocken....Dann grapschen einen die Leute dauernd an, weil man so helle Haut hat :lol: es war schon eine eigenartige Zeit damals dort.(Klar in den Metropolen bekommt man sowas nicht zu spüren, aber auf dem Lande ist es ziemlich derbe)
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!



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Norbert
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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von Norbert » Sonntag 5. Juni 2016, 19:57

saransk hat geschrieben:... Sonst gäbe es ja auch keine Opposition. Und gerade der vermehrte Kontakt zu dieser (auch aus privaten/verwandschaftlichen Gründen) kann in Russland auch für Einheimische problematisch sein, für Expats schon fast ausgeschlossen.
What?

So ein Schmarrn. Ich lebe hier seit 15 Jahren, habe durchaus Kontakt auch zu Personen, die als Opposition gelten. Ich war auch auf Gerichtsprozessen gegen diese Personen, habe eine der Personen vor einer Operation offen finanziell unterstützt. Wohlgemerkt Opposition aller Art - neokommunistisch, ultraslawisch, linksalternativ.

Natürlich gehe ich davon aus, dass diese Kontakte nicht unbeachtet blieben. Aber ich habe nie Probleme deswegen bekommen, nicht einmal eine dezente Ermahnung! Auch bei meinen russischen Freunden, die viele Weltansichten teilen, gab es kein einziges negatives Erlebnis - weder direkt (unangenehme Vorladung) noch indirekt (zufällige Unfälle, etc.)

Kennst Du konkrete Gegenbeispiele?

Disclaimer: Ich beachte bei all meinen Kontakten eine Linie - ich mische mich nicht ein. Ich kenne die Personen privat, interessiere mich für ihre Ideen und Projekte. Aber ich leiste prinzipiell keine finanzielle oder ideologische Unterstützung für ihre gesellschaftlichen Ambitionen. Als Gast im Land fände ich dies aber auch nicht korrekt.

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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 5. Juni 2016, 23:28

Norbert hat geschrieben:So ein Schmarrn. Ich lebe hier seit 15 Jahren, habe durchaus Kontakt auch zu Personen, die als Opposition gelten.
[...]
Natürlich gehe ich davon aus, dass diese Kontakte nicht unbeachtet blieben. Aber ich habe nie Probleme deswegen bekommen, nicht einmal eine dezente Ermahnung!
Du sitzt ja auch schon in Sibirien. ;-) Der sowjetische Punk wurde nicht ohne Grund im Nowosibirsker Akademgorodok groß, Graschdanskaja Oborona konnten selbst im Unihauptgebäude ungestraft Konzerte speielen, mitsamt aller dreibuchstabigen Lieblingswörter...

Ich glaube, in Nowosibirsk ist alles etwas ruhiger und freier. Mir ist aufgefallen, dass hier in Petersburg Leute Alkohol aus braunen Papiertüten trinken. Sowas habe ich in Nsk noch nie gesehen,...

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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von m1009 » Montag 6. Juni 2016, 00:53

Weil es nun mal auch Länder mit einer liberalen Grundhaltung gibt, wo so etwas toleriert wird.
Aha.

Das schreibt wer? Meinungsbilder?
Und gerade der vermehrte Kontakt zu dieser (auch aus privaten/verwandschaftlichen Gründen) kann in Russland auch für Einheimische problematisch sein,
Eigene Erfahrungen?

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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von Norbert » Montag 6. Juni 2016, 07:10

m5bere2 hat geschrieben:Mir ist aufgefallen, dass hier in Petersburg Leute Alkohol aus braunen Papiertüten trinken. Sowas habe ich in Nsk noch nie gesehen,...
Du bist ja auch nie in Novosibirsk. Als es noch an den Kiosken Bier gab, hat man dort auch immer eine Tüte dazu bekommen.

Aber vermutlich hat das in den wilden Vororten wie bei Dir nie jemanden interessiert. ;)



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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von kamensky » Montag 6. Juni 2016, 07:58

Norbert hat geschrieben:
m5bere2 hat geschrieben:Mir ist aufgefallen, dass hier in Petersburg Leute Alkohol aus braunen Papiertüten trinken. Sowas habe ich in Nsk noch nie gesehen,...
Du bist ja auch nie in Novosibirsk. Als es noch an den Kiosken Bier gab, hat man dort auch immer eine Tüte dazu bekommen.

Aber vermutlich hat das in den wilden Vororten wie bei Dir nie jemanden interessiert. ;)
Nun also hier in Eburg kaufst ein Bier am Kiosk, oder kleinen Lebensmittelladen und trinkst dies ohne eine braune Papiertuete. Bier hat aber irgendwie auch einen anderen Status bei der Gesundheitsbehoerde. Und in den Provinzen draussen interessiert so gut wie fast niemand.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von kamensky » Montag 6. Juni 2016, 08:12

@Norbert
Ich lebe hier seit 15 Jahren, habe durchaus Kontakt auch zu Personen, die als Opposition gelten. Ich war auch auf Gerichtsprozessen gegen diese Personen, habe eine der Personen vor einer Operation offen finanziell unterstützt. Wohlgemerkt Opposition aller Art - neokommunistisch, ultraslawisch, linksalternativ.
Dito:

Auch ich habe seit 11 Jahren mehrheitlich Kontakte zu Personen, welche eher der Opposition zu gehoeren. Legte dieses Jahr auch Blumen nieder am Gedenkstag Nemzows und wurde zuvor prompt eine Prsonenkontrolle (Ausweis) unterzogen. Einen Monat darauf war dann der Termin zur Verlaengerung der Vidna.

Kein Problem, nie eine geringste Bemerkung von Seite irgendeiner staatlichen Behoerde.

Doch wie du schon erwaehntest, bin auch ich davon ueberzeugt, dass man nicht "unbemerkt" bleibt und ist, doch das waren wir in anderen Staaten ebenfalls.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von Norbert » Montag 6. Juni 2016, 09:26

kamensky hat geschrieben:Doch wie du schon erwaehntest, bin auch ich davon ueberzeugt, dass man nicht "unbemerkt" bleibt und ist, doch das waren wir in anderen Staaten ebenfalls.
Hier bin ich sogar der Meinung: Wenn der Geheimdienst solche Typen wie uns nicht auf dem Schirm hat, ist es ein schlechter Geheimdienst. Dies ist nun mal eine der Aufgaben eines Geheimdienstes ... zu schauen, dass man als Ausländer keine Aktivitäten betreibt, die eine aktive Einmischung in die Politik darstellen.

Aber natürlich darf man dennoch "oppositionelle Leute kennen".

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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von Wladimir30 » Montag 6. Juni 2016, 09:37

Ich bin mir sicher, dass vergleichbare Aktionen wie die, die Ihr hier beschrieben habt, von Ausländern, die in Deutschland leben, ebenfalls nicht unbemerkt bleiben. Jeder Staat muss sich selbst schützen, und jeder Staat macht es mit den besten ihm zur Vergügung stehenden Mitteln. Ich denke, dass derartige Fälle, wie Ihr (Norbert, kamensky) sie hier beschrieben habt, registriert werden, und damit hat es sich. Erst wenn analytische Arbeiten zeigen, dass sich durch diverse Einzelaktionen des einen oder anderen ein roter Faden durchzieht, der auffällig wird, erst dann wird in der einen oder anderen für den Betroffenen spürbaren Form gehandelt.

Also immer schön ruhig bleiben. Und nicht wieder Russland dämonisieren.
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Re: Wie schützen sich "reiche Expats" vor Räubern?

Beitrag von zimdriver » Montag 6. Juni 2016, 12:03

kamensky hat geschrieben:.....Auch ich habe seit 11 Jahren mehrheitlich Kontakte zu Personen, welche eher der Opposition zu gehoeren. Legte dieses Jahr auch Blumen nieder am Gedenkstag Nemzows und wurde zuvor prompt eine Prsonenkontrolle (Ausweis) unterzogen. .....
Mehrheitlich?
Ich denke, man sollte das Gastrecht nicht überziehen, wenn man nicht anschliessend eine Karriere als Russland- Spezialist im deutschen TV plant. Ich kam nach Russland, um ein Geschäft aufzubauen, nicht als Mitarbeiter einer NGO. Es ist ganz bestimmt nicht meine Aufgabe, an Demonstrationen teilzunehmen oder Vorträge über das westliche Demokratieverständnis zu halten.



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