Leben und Arbeiten in Georgien

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m5bere2
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Leben und Arbeiten in Georgien

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 28. Juni 2017, 15:03

Auskopplung aus: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=37&t=19353 Norbert, Vize-Admin

Ich war 2013 auch in Georgien ... eigentlich überall außer an der Schwarzmeerküste. Könnte mir auch vorstellen, da zu wohnen, aber was macht/arbeitet man in Georgien, wenn nicht in der Tourismusbranche?

Dazu noch mit meinen nicht ganz perfekten Georgischkenntnissen...



Jens
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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von Jens » Mittwoch 28. Juni 2017, 15:56

Also mich hat gestört, dass die Taxifahrer kein Englisch konnten, obwohl das Land von Touris "überflutet" wird und gerade in Tbilisi hunderte Expats leben, die für die Botschaften, NGO's, Entwicklungshilfe usw. arbeiten.
Also hab ich ne Taxifirma mit deutsch/englischsprachigen Fahrern gegründet. Durch die Apps, kommen die Leute inzwischen ganz gut innerhalb der Stadt ohne uns zurecht, sodass wir uns auf Flughafentransfers und Touren in Georgien und Armenien "spezialisiert" haben. Also echt nix megakompliziertes.

Gründe warum die Leute mit uns fahren: vollständige Autos (also mit allen Stossstangen und Lichtern und ohne klappern), europäischer Fahrstil, wir rauchen nicht wenn Kunden im Auto sind, wir sprechen englisch oder deutsch, wir haben Kindersitze, man kann online buchen, wir belästigen die weiblichen Fahrgäste nicht und wir vergessen die Termine nicht (...so oft ... wie die Georgier :D ).
Also alles keine hohe Kunst, aber für den gemeinen georgischen Taxifahrer alles überbewertet. Alternativ gibt es gute Fahrer, die entweder keine westliche Sprache können und/oder von Marketing null Ahnung haben. Solche fahren auch für mich, nehm ich dann gern für die russischsprachige Kundschaft oder Expats, die ein paar Brocken georgisch oder russisch können.

Generell ist hier ziemlich viel Schwung drin im Moment, man kann sich auch grob in folgenden Bereichen verwirklichen:
-Landwirtschaft (allerdings wird hier grad diskutiert, ob georgisches Agrarland an Ausländer verkauft werden darf oder nicht, sieht eher negativ aus, von daher geht es nur mit einem Georgier zusammen oder über Pacht)
-Bauwirtschaft/Handwerk, ist wahrscheinlich ähnlich wie in Russland. Die Georgier "können" alles, aber nichts richtig. Mit Qualitätsarbeit und Empfehlungen kann man sich hier sicher schnell was aufbauen
-Dienstleistungen, gesucht werden von Expats ständig Putzfrauen, Haushälterinnen, Hausmeister, Babysitter, private Fahrer
(das ist vielleicht nix für einen halbwegs qualifizierten deutschen Facharbeiter, aber man könnte die Leute ja mal ausbilden und als Vermittlung auftreten, es geht hier vor allem um Sprachkenntnisse und Zuverlässigkeit)
-Sprachlehrer haben wir viele hier (englisch, deutsch, russisch oder georgisch für Ausländer)
-Tourismus hat viele Seiten ... man muss ja kein Hotel eröffnen, wie wäre es mit Quadtouren, Reittouren, einem Restaurant/Café, irgendwelche Aktivitäten, Freizeitparks, Golfplatz ... die georgische Mittelschicht will ihr Geld loswerden ... ähnlich wie in Russland ist alles in der Kategorie "sehen und gesehen werden" eine gute Art Geld zu verdienen.
-Wer schon ein größeres Gewerbe in DE hat: Arbeitskräfte sind in GE sehr billig, also könnte man seine Produktion evtl hierher verlagern. Mit Holz und Textilien können sie umgehen, zu SU-Zeiten gab es hier Stahlwerke und eine LKW-Fabrik, also in der Richtung ist Grundwissen da. Auch in der Landwirtschaft (einschl. Weinbau) steckt noch Potenzial.
-da sich EU-Bürger bis zu 12 Monate visafrei hier aufhalten und auch arbeiten dürfen, sind auch alle Arten von Online-Jobs von hier aus machbar, die Infrastruktur dafür ist gut.
-aktuell ist alles was mit Casino/Glücksspiel zu tun hat, sehr gefragt, da wir viele Touris aus UAE, Iran, Azerbaijan und der Türkei hier haben und in deren Ländern sowas nicht erlaubt ist. Allerdings kenne ich mich mit den Regeln diesbezüglich nicht aus.
-Callcenter gibt es mindestens zwei, die überwiegend deutsche Kunden betreuen
-mit Bildung (Privatschule/Ausbildung) kann man sicher auch irgendwas machen
-...

Georgien macht es den Leuten einfach hier herzukommen und Geschäfte zu machen, das Steuerrecht ist an das Estnische Model angelehnt (Steuern werden erst bei Gewinnausschüttung fällig), LTD-Registrierung ist supereinfach, Verzollung von Autos dauert ne Stunde (also du kommst mit DE-Nummer und fährst mit GE-Nummer und alles dazwischen ist in rund 60 min erledigt), es gibt flächendeckend gutes Internet in bewohnten Gegenden, Strom- und Wasserausfälle werden immer weniger und wenn, dann sind es Sanierungsarbeiten, die vorher angekündigt werden.
Es gibt unzählige Flugverbindungen via Istanbul, Wahrschau, Kiew, Moskau oder direkt nach Berlin, Memmingen, Dortmund, Wien oder München.

Was man dann daraus macht, muss jeder für sich selbst testen. Man muss es nur selbst machen, Job suchen und auf den Arbeitgeber setzen wird hier nicht funktionieren.

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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 28. Juni 2017, 17:33

Jens hat geschrieben:Ich sag jetzt nicht, dass alle nach Georgien auswandern sollen.
An sich keine schlechte Idee. Soll ja wirklich ganz toll da sein.

... [weiterer Text im Original-Thread]
«Поздравляю всех с Новым годом, желаю, чтобы вы не знали горя, удачи, любви, счастья и особенно здоровья». Виталий Кличко.

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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von m1009 » Mittwoch 28. Juni 2017, 18:11

Soll ja wirklich ganz toll da sein.
Mein ehemaliger Trainer beim ZSKA kam aus Tbilisi... Der schwaermt heute noch von deiner Heimat....

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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von zimdriver » Mittwoch 28. Juni 2017, 18:19

... Ich war immer sehr begeistert von GEO und hatte nur ein einziges Problem- der Hosenbund. Irgendwie wurde meine Hose jedes Mal enger ...



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Norbert
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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von Norbert » Mittwoch 28. Juni 2017, 20:14

Was ich in Georgien vermisste: Eine wirklich gute Weinbar. In drei Wochen haben wir nirgends eine vernünftige Weinverkostung angeboten bekommen. Jedes Restaurant hat zwar einige vernünftige Weine, aber für eine Weingegend wie Georgien hatten wir uns eine vernünftige Verkostungen erhofft, wo man wirklich mal die Unterschiede zwischen Quevri und Flaschenwein, zwischen Kindzmarauli und Saperavi oder auch zwischen billig und teuer erfahren kann.

Auf einer Tagestour hatten wir eine Verkostung mit gebucht, diese war ein Reinfall: "Es gibt roten Wein, weißen und rose. Und hier ist Tschatscha, der georgische Wodka." Na super.

(Sicher hat Schuchmann eine gute Marke geschaffen, und auch ein Restaurant. Aber von Verkostungen steht auch bei denen nichts auf der Webseite.)

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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von Anelya » Donnerstag 29. Juni 2017, 11:32

Norbert hat geschrieben:Was ich in Georgien vermisste: Eine wirklich gute Weinbar. In drei Wochen haben wir nirgends eine vernünftige Weinverkostung angeboten bekommen. Jedes Restaurant hat zwar einige vernünftige Weine, aber für eine Weingegend wie Georgien hatten wir uns eine vernünftige Verkostungen erhofft, wo man wirklich mal die Unterschiede zwischen Quevri und Flaschenwein, zwischen Kindzmarauli und Saperavi oder auch zwischen billig und teuer erfahren kann.

Auf einer Tagestour hatten wir eine Verkostung mit gebucht, diese war ein Reinfall: "Es gibt roten Wein, weißen und rose. Und hier ist Tschatscha, der georgische Wodka." Na super.

(Sicher hat Schuchmann eine gute Marke geschaffen, und auch ein Restaurant. Aber von Verkostungen steht auch bei denen nichts auf der Webseite.)
Norbert, das ist aber sehr schade. Das klingt wirklich nicht gut. Wir hatten auf dem Chateau Mere (in unmittelbarer Nähe zu Schuchmann) eine hervorragende Weinprobe - der Besitzer arbeitet eng mit den Oenologen aus Geisenheim zusammen und gibt einen tollen Einblick in Anbau, Sorten, Veredlung etc. Das ganze hat allerdings seinen Preis. https://mere.ge/

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Re: Im Alter von 51 nach Russland auswandern?????

Beitrag von Okonjima » Donnerstag 29. Juni 2017, 11:56

Wir wollten eigentlich diesen August nach Georgien, allerdings sind die Preise für Hotels und Flüge schon ganz schön happig.
Batumi scheint zu boomen. Aber gut - Mitte August ist natürlich Hochsaison.
Aber das kulinarische ist schon top in Georgien und die Themen Hosenbund (Essen) und Märchenwald (Rotwein) wären
dann täglich wiederkehrende Probleme :D
m1009 hat geschrieben: Mein ehemaliger Trainer beim ZSKA kam aus Tbilisi... Der schwaermt heute noch von deiner Heimat....
Wie jetzt - habsch was verpasst :shock:
Georgischer Trainer klingt nach Ringen oder Judo?
"Die gefährlichste Weltanschauung ist die derer die die Welt nicht gesehen haben..."

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