Übersiedlung nach DE

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Norbert
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Übersiedlung nach DE

Beitrag von Norbert » Mittwoch 12. Juli 2017, 08:04

Hier im Forum sind ja einige nach mehreren Jahren in Russland mit Partner und Kindern nach Deutschland gezogen. Für die Kinder ist es kein Problem - die sind Doppelstaatler. Aber für die Partner braucht man ja einen Aufenthaltsstatus.

Wie habt Ihr dies von Russland aus organisiert? Wann habt Ihr begonnen? Was waren die Hürden?



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inorcist
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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von inorcist » Mittwoch 12. Juli 2017, 10:56

Bei uns war's zwar Lux und nicht De, sollte aber mehr oder weniger ähnlich sein.

Gebraucht haben wir:
- Eheurkunde (mit Apostille, Übersetzung in Lux machen lassen)
- Polizeiliches Führungszeugnis (um den Führerschein umschreiben zu lassen)

Das war's eigentlich.

Bzgl Visum haben wir bei der Botschaft angefragt. Dort hieß es nach Rücksprache mit den luxemburger Behörden, dass man keine zusätzliche Bürokratie bräuchte und meine Frau problemlos mit ihrem bestehenden Besuchervisum einreisen könne.

Sicherheitshalber haben wir noch ihre Geburtsurkunde apostillieren lassen und eine Bestätigung eingeholt, dass meine Frau keinerlei Schulden hat. Beides bisher aber nie gebraucht.

Vor Ort gab's dann zunächst eine temporäre Aufenthaltserlaubnis (die theoretisch nicht zur Ausreise aus Lux berechtigt) und ein oder zwei Monate später die vollständige Aufenthaltserlaubnis.
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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von zimdriver » Mittwoch 12. Juli 2017, 10:58

... der russische FS konnte umgeschrieben werden? Eigentlich heisst es doch, dass die Fahrprüfungen nochmals abgelegt werden müssen, da Russland nicht Mitglied dieses internationalen Abkommens sei.

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Norbert
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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von Norbert » Mittwoch 12. Juli 2017, 11:19

inorcist, bist Du Luxemburger? Oder Deutscher? Denn es gibt leider die sogenannte Inländerdiskriminierung. Einen Ehepartner in ein fremdes EU-Land mitzunehmen ist dank der EU-Freizügigkeit wesentlich einfacher als ins Heimatland. Im Heimatland gibt es die Sprachtests, muss es via Ausländeramt gehen, etc. EU-Freizügigkeit ist hingegen einfach ein Visum.

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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von Saboteur » Mittwoch 12. Juli 2017, 11:49

Ein Freund von mir hat das so gemacht. Ich frage ihn die Tage mal.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...



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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von inorcist » Mittwoch 12. Juli 2017, 12:15

Norbert, ich bin Deutscher und wir haben von der EU-Freizügigkeit profitiert. Das stimmt soweit. Allerdings war ich der Meinung, dass Deutschland die eigenen Regeln mittlerweile soweit angepasst hat, dass es zu keiner nennenswerten Inländerdiskriminierung mehr kommt. Kann mich da aber auch irren.

Den Führerschein konnten wir wirklich problemlos umtauschen - hat uns selbst sogar überrascht.

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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 12. Juli 2017, 12:25

Hm, meine Frau war damals mit Arbeitsvisum in Schland, irgendwann hatten wir geheiratet, und sie hat sofort den Aufenthaltstitel bekommen.

Kann man nicht analog einfach mit Besuchsvisum einreisen und dann dort den Aufenthaltstitel machen? ;)

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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von Bluewolf » Mittwoch 12. Juli 2017, 13:04

Hmm meine Frau konnte nach Übersiedlung nach Deutschland 6 Monate mit dem russischen Führerschein fahren und musste dann die Prüfung nach zwanzig Jahren Fahrpraxis wiederholen. Und zwar fast volles Programm: Sehtest, Erste Hilfe Kurs, 6 x Theorie + 12 Stunden Praxis.
Da mich das doch sehr irritierte, habe ich einen Anwalt konsultiert und der kannte mehrere solche Fälle ...
Zuletzt geändert von Bluewolf am Mittwoch 12. Juli 2017, 13:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von Norbert » Mittwoch 12. Juli 2017, 13:19

Mir wurde damals von der Fahrschule gesagt: Man kann natürlich theoretisch auch nur zu den Fahrprüfungen und Gesundheitstests gehen. Aber faktisch wird man die Prüfung ohne echte Vorbereitung nicht bestehen.
m5bere2 hat geschrieben:Kann man nicht analog einfach mit Besuchsvisum einreisen und dann dort den Aufenthaltstitel machen? ;)
Soweit ich weiß, kann sich die Ausländerbehörde dann quer stellen und nochmals eine Ausreise fordern. Insofern würde ich schon gern den planmäßigen Weg gehen anstatt von vorn herein auf gute Laune zu hoffen.

Ich hätte aber auch erst einmal selbst googlen können: https://www.auswaertiges-amt.de/DE/Info ... ?nn=350374

Und dort steht eindeutig, dass man in diesem Fall vorab ein Visum zur Familienzusammenführung beantragen soll, nur für wenige Länder ist eine Beantragung nach Einreise gestattet. (Sicher wird dies nicht extrem streng gehandhabt, wenn beispielsweise der Partner aus anderen Gründen schon länger vor Ort war.)

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Re: Übersiedlung nach DE

Beitrag von Dietrich » Mittwoch 12. Juli 2017, 14:53

Ich verweise erstmal auf einen Thread von 2009, in dem ich selbst viel dazu geschrieben habe. Und zwar kurz nachdem ich die FZF selbst beantragt hatte.
http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f ... C3%BChrung

Zum Führerschein: Meine Frau "durfte" auch 6 Monate fahren und musste dann die Prüfungen nacholen. Ohne die Pflichtstunden absolvieren zu müssen. Sie hat damals allerdings schon etliche Fahrstunden nehmen müssen, da sie in Moskau nie gefahren war und damit quasi bei null anfing. Außerdem ist bei Fahrstunden und auch Prüfungen hier im Rhein-Main-Gebiet auch meist die Autobahn gern gesehener Gast, was auch geübt werden will...
Wir konnten die 6 Monate schon mal dzu nutzen, dass sie sich auf diversen Parkplätzen mit dem Auto anfreundet.
Erste Hilfe Kurs und Sehtest musste sie auch machen.

Ansonsten habt ihr ja keinen Zeitdruck. Oder? Ich bin damals so vorgegangen:
1. Kontakt zur deutschen Ausländerbehörde der (späteren) Heimatgemeinde aufnehmen. Nett bei der Sachbearbeiterin fragen, was sie da alles gerne sehen möchte. Gleich nach der Faxnummer und dem Namen der Sachbearbeiterin fragen.
2. Visum zur FZF in der Botschaft stellen. Dabei kann man (über Aufpreis) die Unterlagen anstatt mit der Botschafts/Schneckenpost auch gleich per Fax an die Ausländerbehörde schicken lassen. Denn DIE übernehmen ja die Prüfung.
3. Ein, zwei Wochen später mal ganz naiv bei der AB anfragen, ob die Unterlagen angekommen sind und ob sie vielleicht noch weitere Unterlagen benötigen.
4. Warten, bis die entschieden haben. Du wirst von der Botschaft benachrichtigt.
5. Visum abholen.
6. Nach D reisen, beim Einwohnermeldeamt anmelden und dann zur AB gehen und die Aufenthalterlaubnis beantragen/abholen, wobei ich nicht weiß, ob es die da sofort gibt (wie bei uns damals, da war es noch ein Aufkleber!), oder ob man die (als Karte) dann erst beantragen muss.

Zum Sprachtest: Da deine Kinder doch bestimmt die deutsche Staatsangehörigkeit haben, muss deine Frau KEINEN Nachweis bringen. Auch die verpflichtende Teilnahme an Integrationskursen ist da nicht notwendig.

Hinweis: Ist natürlich alles Stand 2009 ;-)
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
W. Churchill (1940)



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