Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

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m5bere2
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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 24. Januar 2018, 11:02

Das weiß ich nicht ... ich weiß nur, dass man so oder so zumindest deklarieren muss und dass die Deklaration als Einkommensnachweis für RWP und Vid durchgeht. Das Auslandseinkommen, das ich deklariere (Tantiemen), werden hier nicht nachbesteuert.

Dann müsste er ja in Deutschland seine Steuern zurückbekommen oder was, um sie hier zu zahlen? Das wäre ja nur vorteilhaft. :D
Zuletzt geändert von m5bere2 am Mittwoch 24. Januar 2018, 11:19, insgesamt 1-mal geändert.



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Wladimir30
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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 24. Januar 2018, 11:18

DAS ist natürlich ein Riesenfass, was da jetzt aufgemacht wird. Unter welchen Umständen kommen Emigranten (mal im ganz weiten Sinne dieses Wortes) zurück nach Russland? Oder eben nicht?

Viele sind in den finsteren 90er Jahren ausgewandert, und das Bild, das sich über RUS festgesetzt hat und sicher auch irgendwie gepflegt wird, hat mit dem heutigen Russland nichts gemein. Ich bin seit 93 hier, und ich habe gerade letzte Woche nochmal die Serie Бригада gesehen, die, glaube ich, 2003 gedreht wurde, wo gerade die innere Logik dieser 90er Jahre sehr anschaulich und brutal-konsequent dagestellt wird. Dass in dieses Land niemand zurück will ist mehr als verständlich.

Ihr habt recht: nicht oder falsch informiert zu sein, ist sicherlich eines der wichtigsten Gründe, warum jemand nicht zurück will. Zudem ist Russland ein sehr rauhes Land. Die fehlende Perspektive für diejenigen, die raus sind aus dem Land und dann wieder hier Fuss fassen wollen, halte ich in der Tat für ein ernstzunehmendes Argument. Warten tut hier keiner auf sie. Ein weich abfederndes Sozialnetz fehlt. Die genannte "juristische Absicherung" hat sich in den letzten Jahren gebessert, ist jedoch immer noch weit von westlich definierten Standards entfernt. Ist eine Frage der eigenen Vorstellungen, inwieweit man sich auf dieses Argument versteift oder sich auf die Alternative, die Russland hier zu bieten hat, einlassen will.

Die Verdienstmöglichkeiten, die im Westen z.T. deutlich höher liegen? Wer sich mit dieser Frage etwas eingehender beschäftigt, stellt fest, dass dies in der Regel stimmt, aber dass es viele Ausnahmen gibt, da dass das gesamte System der Arbeitssuche und der Gestaltung der Arbeitsbedingungen einfach anders geregelt ist.

Gegen Vorurteile kann man selten was ausrichten, das gleicht einem Kampf gegen Windmühlen.
You know nothing Jon Snow.....

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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von kamensky » Mittwoch 24. Januar 2018, 11:34

m5bere2 hat geschrieben:
Norbert hat geschrieben:weil ihnen scheint, in Russland hätten sie keine Perspektive.
Unter eigenen Kollegen und Bekannten mache ich aber auch oft die Beobachtung, dass sie die Möglichkeiten und Perspektiven, die es de facto gibt,

a) nicht (er)kennen oder
b) gar nicht versuchen sie zu nutzen (sich z.B. gar nicht bewerben).

Mich ärgert das immer.
Und c) vielfach ist es denke ich auch noch gefuehlte Angst als Teil von dem " Ungewissenen ", welches einem erwartet bzw. erwarten koennte, ob nun im positiven, wie aber auch im moeglichen negativen Sinne. Wie sagt man noch so schoen " ein Stubenhocker, der sich in seiner Umgebung wohl und zuhause fuehlt, wird seine heile Welt fuer keinen Preis der Welt aufs Spiel setzen, wenn er nicht gezwungenermassen muss!"
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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von olexpert » Mittwoch 24. Januar 2018, 12:12

m5bere2 hat geschrieben:Das weiß ich nicht ... ich weiß nur, dass man so oder so zumindest muss und dass die Deklaration als Einkommensnachweis für RWP und Vid durchgeht. Das Auslandseinkommen, das ich deklariere (Tantiemen), werden hier nicht nachbesteuert.
Der Hinweis ist gut ! Sorgen macht mir nur noch die Definition meiner Tätigkeit im russischen Home Office. Ich bin ja kein Programmierer ! Real sieht mein Tagesablauf etwa so aus, dass ich zu 60 % jemandem per Telefon oder PC-Fernwartung bei der Arbeit mit Software helfe, zu 20 % eMails und Briefe Schreibe und den Rest mit Präsentationen und Erfassungen unserer Software verbringe. Das passiert mir ja z.T. selbst in D, dass ich bei einer Konzernhotline für deutsche Software in Holland oder Indien rauskomme. Ich hab noch paar lose Kontakte zur AHK in RUS, ich glaube ich werde mal dort um eine Beratung bitten.
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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von Ramenia » Mittwoch 24. Januar 2018, 12:58

Moin Moin

Eines scheint hier immer nen bisschen unterzugehen. Es ist totaleinfach einen IP aus sich zu machen. 6 Prozent hoeren sich auch nicht schlecht an , aber man sollte doch seine Rentenbeitraege nicht vergessen , die man ja nunmal zahlen muss. Und als "normaler" Deutscher wirst du davon , wenn du keine russische Stattsbuergerschaft willst , nie was sehen bzw. bekommen , wenn du nicht dein Leben lang hier in Russland bleiben willst.
Der Hinweis kam hier aus dem Forum und ich bin auch gerade dabei es genauer rauszukriegen. Ueber das viel oder wenig sei mal hinweggesehen. Aber es ist schon doof , arbeitest 10-30 Jahre in Russland , zahlst fleissig ein , und bekommst nix wieder ))))

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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von kamensky » Mittwoch 24. Januar 2018, 13:09

olexpert hat geschrieben:
m5bere2 hat geschrieben:Das weiß ich nicht ... ich weiß nur, dass man so oder so zumindest muss und dass die Deklaration als Einkommensnachweis für RWP und Vid durchgeht. Das Auslandseinkommen, das ich deklariere (Tantiemen), werden hier nicht nachbesteuert.
Der Hinweis ist gut ! Sorgen macht mir nur noch die Definition meiner Tätigkeit im russischen Home Office. Ich bin ja kein Programmierer ! Real sieht mein Tagesablauf etwa so aus, dass ich zu 60 % jemandem per Telefon oder PC-Fernwartung bei der Arbeit mit Software helfe, zu 20 % eMails und Briefe Schreibe und den Rest mit Präsentationen und Erfassungen unserer Software verbringe. Das passiert mir ja z.T. selbst in D, dass ich bei einer Konzernhotline für deutsche Software in Holland oder Indien rauskomme. Ich hab noch paar lose Kontakte zur AHK in RUS, ich glaube ich werde mal dort um eine Beratung bitten.
Ein, leider vor 2 Jahren verstorbener Kumpel, welcher in Perm gelebt hat und fuer diverse europaeische Firmen in in Selbstaendigkeit Fernwartungen am PC, wie auch bei Bedarf Vorort vornahm handhabte es steuerlich folgendermasen:

Er erhielt nach vorangegangener Absprache und seiner eigenen (Offerte) Kalkulation (Arbeitsaufwand, Spesen usw. jedoch ohne Material) von Firma XXX aus D den Auftrag fuer eine Arbeit. Im Preise inbegriffen waren 13% Steuern fuer den Kumpel. Bezahlt wurde die Steuer unter Angabe der INN vom ehemaligen Kumpel jedoch durch den Auftragnehmer bspw. Firma YYY in Moskau. Also im Prinzip und fuers Steueramt in RU war er jeweils ein indirekter Angestellter der Firma XXX, also immer des jeweiligen Auftraggebers. Wie er mir sagte, wurde ihm diese Art und Weise der Besteuerung von einem Steuerberater vorgeschlagen und er hatte meines Wissens auch diesbezueglich nie Probleme mit der Steuerbehoerde.
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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von olexpert » Mittwoch 24. Januar 2018, 13:24

Ramenia hat geschrieben:Moin Moin

Eines scheint hier immer nen bisschen unterzugehen. Es ist totaleinfach einen IP aus sich zu machen. 6 Prozent hoeren sich auch nicht schlecht an , aber man sollte doch seine Rentenbeitraege nicht vergessen
Ja, IP, OOO kenn ich ja alles. Das Problem ist dann nur, dass ich meinem deutsche Arbeitgeber, für den ich ja auch nur für Kunden in D Leistungen erbringe, vermitteln muss, mir eine Rechnung nach RUS zu schicken, anstatt alles schön wie gabt mit einem deutschen Anstellungsvertrag abzuwickeln. Wer in D nicht wegen eigenen Exportmaßnahmen damit zu tun hat, ist da doch in der Regel sehr konservativ aufgestellt und will alles beim Alten belassen. Außerdem ist mir dass wegen der deutschen Sozialversicherung auch lieber, KV, RV, ALV und PV stellen dann doch immer noch eine Absicherung für Notfälle dar. IP oder OOO werd ich trotzdem zusätzlich machen, falls mal ein Kunde in RUS vorbeikommt :lol:
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Re: Zurück nach Russland - oder - was will ich nun eigentlich ?

Beitrag von Norbert » Donnerstag 25. Januar 2018, 06:16

Als IP zahlt man für sich selbst nur 1 % Sozialsteuer (wo die Rente mit drin ist), und dieses Prozent wird von den 6 % abgezogen.

Eine private Rente oder ein anderes Konzept fürs Alter sollte man natürlich haben.

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