Arbeit ohne Hochschulabschluss - in D und RU

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Arbeit ohne Hochschulabschluss - in D und RU

Beitrag von paramecium » Sonntag 10. Dezember 2017, 15:12

Abtrennung von: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?p=218506#p218506. Norbert, Vize-Admin
m5bere2 hat geschrieben:Ohne Hochschulabschluss findet die Freundin in Deutschland sowieso keine Arbeit.
Bitte was? Ausländer (Nicht-EU-Ausländer eingeschlossen) bekommen in Deutschland nur Arbeit mit einem Hochschulabschluss? Das sehe ich nicht so.

Wer keinen Hochschulabschluss, ein wenig deutsch spricht und nicht auf einen bestimmten Beruf festgelegt ist (also auch putzen gehen würde), findet auch in Deutschland zu Mindestlohnkonditionen Arbeit. In meinem Bekanntenkreis haben zudem 2 Ukrainerinnen und eine Russin (allerdings alle Anfang 20 und nicht 33) Ausbildungen zu Altenpflegerinnen in Deutschland gemacht und arbeiten jetzt hier.

Wer auf einen Beruf festgelegt ist, oder mit einem Hochschulabschluss zu hohe Erwartungen hat, kann bei der Jobsuche eher leer ausgehen. Wenn man deutsche Sprachkenntnisse hat und bereit ist am Anfang Abstriche zu machen, also erstmal in einer niedrigen Position einzusteigen, sind die Chancen sicherlich höher, als wenn man versucht mit seinem russischen "Diplom-Ekonomist" an die Chefbuchhalterstelle ranzukommen.



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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von kamensky » Sonntag 10. Dezember 2017, 16:16

Ohne Hochschulabschluss findet die Freundin in Deutschland sowieso keine Arbeit.
Alles Quatsch, denn viele Firmen entscheiden heute nicht mehr nach Abschluessen, Diplomen usw.

In meinem sehr nahen Bekanntenkreis in der CH, arbeiten bsbw. eine Moldawierin 32 J. jung in einem auf Reben (Jungreben) spezialisierten Unternehmen zu einem Nettolohn CHF 4600.--. Weiters kenne ich eine 45 jaehrige Floristin aus RU, welche seit 6 Jahren in einem Blumengeschaeft (Floristin) im Hintergund arbeitet. Auch ihr Gehalt ist Netto nahe der CHF 5000.--. Zwei andere Russinen, welche in der Spedition eines Pharma-Weltkonzerns arbeiten haben (selbst gesehen) Gehaelter von ueber CHF 5000.- die eine und die andere im Schichtbetrieb nahe der CHF 6000.--. Alle 4 haben keinen Hochschulabschluss, doch hatten sie die Faehigkeiten sich zu selbst zu motivieren und die Integration voran zu treiben. Wie heisst es noch so schoen: " Von Nichts kommt eben Nichts!"
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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 10. Dezember 2017, 16:48

paramecium hat geschrieben:Wer keinen Hochschulabschluss, ein wenig deutsch spricht und nicht auf einen bestimmten Beruf festgelegt ist (also auch putzen gehen würde), findet auch in Deutschland zu Mindestlohnkonditionen Arbeit.
Tolle Aussichten, genau das meinte ich. Hier normale Arbeit (in einem Moskauer Logistikunternehmen), und dann in Deutschland putzen gehen zum Mindestlohn. Wer würde das gerne tun? Ich nicht.

Ich korrigiere also: ohne Hochschulabschluss findet man in Deutschland als Nicht-EU-Ausländer kaum Arbeit, die ich z.B. meiner Frau zumuten würde.
Wer auf einen Beruf festgelegt ist, oder mit einem Hochschulabschluss zu hohe Erwartungen hat, kann bei der Jobsuche eher leer ausgehen.
Mit anderen Worten: wer tief genug kriecht, keine Bedigungen stellt, bereit ist, sich unterm Wert zu verkaufen und seinen Beruf aufzugeben, der findet auch in Deutschland Arbeit. Tolle Aussicht.

Meine Frau und ich würden vielleicht auch immer noch in Deutschland arbeiten, wenn wir bereit gewesen wären, in verschiedenen Städten zu leben, alle drei Jahre getrennt umzuziehen, oder unseren Beruf aufzugeben. Waren wir aber nicht. In Russland hat man uns mit Kusshand genommen, wir wohnen und arbeiten in der selben Stadt und brauchen auch nicht dauernd umziehen. Besser gemeinsam in Sibirien als zu den deutschen Bedingungen in Deutschland.

Deine Beispiele mit Löhnen von abertausenden CHF in allen Ehren, aber sie beeindrucken mich kein Stück, da das Leben in der Schweiz auch entsprechend teuer ist. Mein Nachbar ist jetzt als Programmierer von Nowosibirsk nach München gezogen. Dort hat er tausend Euro Netto mehr im Monat. Bezahlt dort aber 1500 Euro mehr für Miete, Sprit, Strom und Wasser als hier. Ein Kuhhandel.

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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von kamensky » Sonntag 10. Dezember 2017, 17:05

m5bere2 hat geschrieben:
Deine Beispiele mit Löhnen von abertausenden CHF in allen Ehren, aber sie beeindrucken mich kein Stück, da das Leben in der Schweiz auch entsprechend teuer ist. Mein Nachbar ist jetzt als Programmierer von Nowosibirsk nach München gezogen. Dort hat er tausend Euro Netto mehr im Monat. Bezahlt dort aber 1500 Euro mehr für Miete, Sprit, Strom und Wasser als hier. Ein Kuhhandel.
Geht ja in erster Linie nicht um die Loehne, sondern wollte ich dir mitteilen, dass deine Version von wegen "ohne Hochschulabschluss", schon laenger der Vergangenheit angehoert. Beispiel: Glaubst du tatsaechlich das bsbw. in der CH mit einem Auslaenderanteil von nahezu 25% (ohne Asylanten- und Fluechtligsstatus), all jene Auslaender aus z.B. (Ex-Jugoslawien) ueber einen Hochschulabschluss verfuegten und doch sind die Arbeitslosenzahlen bei +/- 3%. Wie erklaerst du dir den das? Ebenfalls die abertausend Grenzgaenger, welche taeglich pendeln, muessten nach deinem Statement wohl meistens auch einen "Hochschulabschluss" inne haben. Vergiss es, denn deine Aussage beruht mehrheitlich auf veralteten Theorien und nicht auf den heutigen Realitaeten.
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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 10. Dezember 2017, 19:23

Hochschulabschlüsse sind für Inländer ... ;)
Die CH holt sich Pflegekräfte aus DEU, DEU dafür welche aus Osteuropa ...
OsteuropäerInnen haben in DEU gute Chancen? Ausser als Pflegekräfte, Putzfrauen, Rotlicht, ...?
In Luzern habe ich das so erzählt bekommen, eine Sprechstundenhilfe bekommt 4200 CHF netto,
für 1800 CHF aber keine Zweizimmerwohnung in einigermassen Stadtnähe ... die Imbisspizza in der Mittagspause für 20 CHF
... wenn man karg lebt, kann man aber sicher einiges nach Hause schicken.



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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von kamensky » Sonntag 10. Dezember 2017, 19:30

Berlino10 hat geschrieben: für 1800 CHF aber keine Zweizimmerwohnung in einigermassen Stadtnähe .
Hier der gegenteilige Beweis

https://www.comparis.ch/immobilien/mark ... mer/mieten

Ist natuerlich stets von den Anspruechen abhaengig.
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Re: Arbeit ohne Hochschulabschluss - in D und RU

Beitrag von Norbert » Sonntag 10. Dezember 2017, 19:37

m8bere7: Und wo findet man ohne Hochschulabschluss in Russland einen vernünftig bezahlten Job, mit welchem man als alleinerziehende Mutter seinem Kind ein vernünftiges Leben ermöglichen kann? Also die Kassiererinnen in unserem Supermarkt um die Ecke bekommen laut Aushang so rund 20.000 Rubel. Und selbst mit Hochschulabschluss ist für Frauen oft nicht mehr als das Doppelte drin. Wenn man nicht gerade Programmiererin ist.

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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 10. Dezember 2017, 19:53

kamensky hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben: für 1800 CHF aber keine Zweizimmerwohnung in einigermassen Stadtnähe .
Hier der gegenteilige Beweis

https://www.comparis.ch/immobilien/mark ... mer/mieten

Ist natuerlich stets von den Anspruechen abhaengig.
Bei ihr hatte das in 4 Monaten noch nicht geklappt gehabt ... auf 99 Angebote kommen wieviele Nachfragen?

Wie auch immer, aus eigenem Erleben muss man die zugegebenermaßen sehr, sehr hohen Löhne in der CH
tatsächlich mit den sehr, sehr hohen Lebenskosten verrechnen ... scheinbar lohnt es sich für viele trotzdem,
Pendler sowieso, aber auch einige Deutsche, die ganz auswanderten ...

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Re: Arbeit ohne Hochschulabschluss - in D und RU

Beitrag von paramecium » Sonntag 10. Dezember 2017, 20:09

m5bere2 hat geschrieben: Mit anderen Worten: wer tief genug kriecht, keine Bedigungen stellt, bereit ist, sich unterm Wert zu verkaufen und seinen Beruf aufzugeben, der findet auch in Deutschland Arbeit. Tolle Aussicht.
Das wäre umgekehrt in Russland in vielen Bereichen (z.B. für den ausgebildeten deutschen Buchhalter) nicht anders. Und zur Lebenshaltung: Meine Frau (Buchhalterin mit Diplom ;-)) verdient hier in Deutschland, trotz niedriger Einstiegsposition, etwa das dreifache von dem, was sie in Russland in einer höheren Position verdient hätte. So groß ist der Unterschied bei unserem Konsumverhalten in der Lebenshaltung nicht. Ich würde übrigens in Russland in meinem Beruf (mangels High-Tech-Biotech-Unternehmen) überhaupt nicht tätig sein können und müsste auch "umschulen".

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Re: Russische Freundin nach D holen

Beitrag von kamensky » Sonntag 10. Dezember 2017, 20:12

Berlino10 hat geschrieben:
Bei ihr hatte das in 4 Monaten noch nicht geklappt gehabt ... auf 99 Angebote kommen wieviele Nachfragen?

Wie auch immer, aus eigenem Erleben muss man die zugegebenermaßen sehr, sehr hohen Löhne in der CH
tatsächlich mit den sehr, sehr hohen Lebenskosten verrechnen ... scheinbar lohnt es sich für viele trotzdem,
Pendler sowieso, aber auch einige Deutsche, die ganz auswanderten ...
Da hast du nicht Unrecht. Doch mache den Vergleich einmal mit dem Leben und den damit verbundenen Kosten in RU. Nach neuesten Informationen betraegt der Durchschnittslohn hier in Eburg knapp 33000 Rubel. Eine 2 Zimmer-Whg. in der Stadt schlaegt mit mindestens 20000 Rubel/mtl kalt zu buche. Dann noch Futter, Kleidung und Bilette, was bleibt da Ende des Monats noch fuers Ferienbudget, oder Sparschwein uebrig?
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