Von Bayern über Sachsen nach Russland

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inorcist
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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von inorcist » Montag 22. Juni 2020, 15:10

Hallo Herdubreid,

erstmal herzlich willkommen im Forum!

Zu den Möglichkeiten nach Russland umzusiedeln hat Norbert eigentlich schon alles aufgeführt. Im Wesentlichen geht das entweder über ein Arbeitsvisum oder über einen russischen Ehepartner.

Die einzigen anderen beiden Möglichekeiten, die ich kenne und die auch Freunde und Bekannte genutzt hatten, sind Ketten-Visa und Studentenvisa. Für ein Kettenvisum müsstest du alle drei Monate zurück nach Deutschland, um ein neues Visum zu beantragen. Diese Art Visa waren um 2010 recht verbreitet, soweit mir bekannt ist es mittlerweile aber schwieriger geworden solche Visa zu erhalten. Zumindest kenne ich niemanden mehr, der das macht. Für ein Studentenvisum müsste man sich an einer Bildungseinrichtung einschreiben (zB für einen Sprachkurs) und man wäre dann zumindest einmal vor Ort. Aber auch hier sind die Auflagen und Kontrollen in den letzten Jahren angestiegen.

Sich selbst als HQS anstellen geht (ein Bekannter hat es gemacht), der Aufwand ist aber immens. Mein Bekannter hat eine eigene Stratgie-Beratung in Moskau und lässt mittlerweile alle Behördengänge für sein Visum von einer externen Firma erledigen (alle drei Jahre 6000 EURO). Im Nachhinein würde er den Weg nicht mehr gehen (allerdings hat er noch eine Option via seiner Ehefrau).



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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Berlino10 » Montag 22. Juni 2020, 17:06

inorcist hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 15:10
Für ein Kettenvisum müsstest du alle drei Monate zurück nach Deutschland, um ein neues Visum zu beantragen. Diese Art Visa waren um 2010 recht verbreitet, soweit mir bekannt ist es mittlerweile aber schwieriger geworden solche Visa zu erhalten. Zumindest kenne ich niemanden mehr, der das macht.
2016 bis 2018 habe ich es so gemacht, reibungslos, ohne Probleme.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Piter90 » Montag 22. Juni 2020, 17:45

Norbert hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 11:52
Vor Ort ist der Antrag in jedem Fall einfacher, weil die Laufwege einfacher sind: Tests zu Sprache, Geschichte und Verfassung, Drogentest, Siphilistest, Aidstest, Tuberkolosetest, Wohnnachweis, finanzielle Absicherung. Die örtlichen Behörden wissen genau, woher sie dies alles wollen und es ist alles bezahlbar.
So weit ich mich erinnere (Antrag auf RWP 2018 gestellt), braucht man für den Antrag auf die vorläufige Aufenthaltsgenehmigung (RWP) keinen Wohnnachweis oder Nachweise zur finanziellen Absicherung. Das braucht man erst für den Antrag auf die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (VID). Wobei, finanzielle Mittel muss man auch beim jährlichen "Rapport" für die RWP nachweisen. Anmeldung am Wohnort / Wohnnachweis muss man in SPB und Oblast Leningrad 7 Tage nach Erhalt der RWP machen, da reicht aber auch die "normale Zettelregistrierung" wie früher.
Berlino10 hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 17:06
inorcist hat geschrieben: ↑Montag 22. Juni 2020, 14:10
Für ein Kettenvisum müsstest du alle drei Monate zurück nach Deutschland, um ein neues Visum zu beantragen. Diese Art Visa waren um 2010 recht verbreitet, soweit mir bekannt ist es mittlerweile aber schwieriger geworden solche Visa zu erhalten. Zumindest kenne ich niemanden mehr, der das macht.
2016 bis 2018 habe ich es so gemacht, reibungslos, ohne Probleme.
Eine Bekannte von mir hatte 2018/19 vier Kettenvisa - ging problemlos.
Das einzige, was mittlerweile strenger gehandhabt wird: Früher brauchte man für das neue Visum nicht unbedingt nach DEU ausreisen, man konnte es auch im Baltikum beantragen. Haben viele Ausländer in SPB so gemacht, weil es ja quasi um die Ecke liegt. Jetzt braucht man wohl als deutscher Staatsbürger gute Gründe, um seinen Kram in den Konsulaten im Baltikum zu beantragen (Quelle: Erzählungen von Bekannten). In Helsinki/Finnland soll es wohl noch leichter gehen. Da sind aber die Hostel-/Hotelpreise so hoch, dass es günstiger ist, nach DEU auszureisen :D

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von kamensky » Montag 22. Juni 2020, 18:28

Betreffend finanzielle Nachweisung mit Vid. Ich bin im Besitze einer Vid mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung. Trotzdem muss ich alljaehrlich ein Beweis-Dokument erstellen, dass ich mich noch in RU aufhalte und eine finanzielle Bestaetigung abgeben, welche beweist, dass ich monatlich ueber ein Einkommen, oder auch Geldmittel auf einer russischen Bank in der Hoehe von 11200 Rubel/Mt (Swerdlowsk Oblast) verfuege. Wer im Besitze einer Vid ist, muss sich 1 mal jaehrlich beim UFMS melden.
Zuletzt geändert von kamensky am Montag 22. Juni 2020, 18:40, insgesamt 1-mal geändert.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Piter90 » Montag 22. Juni 2020, 18:33

kamensky hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 18:28
Betreffend finanzielle Nachweisung mit Vid. Ich bin im Besitze einer Vid mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung. Trotzdem muss ich alljaehrlich einen Beweis-Dokument erstellen, dass ich mich noch in RU aufhalte und eine finanzielle Bestaetigung abgeben, welche beweist, dass ich monatlich ueber ein Einkommen, oder auch Geldmittel auf einer russischen Bank in der Hoehe von 11200 Rubel/Mt (Swerdlowsk Oblast) verfuege. Wer im Besitze einer Vid ist, muss sich 1 mal jaehrlich beim UFMS melden.
Das meinte ich mit dem "jährlichen Rapport" :D
Auch mit RWP muss man einmal pro Jahr antreten bei der Migrationsbehörde und seine Finanzen und Auslandsreisen belegen.



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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von kamensky » Montag 22. Juni 2020, 18:43

Piter90 hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 18:33
kamensky hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 18:28
Betreffend finanzielle Nachweisung mit Vid. Ich bin im Besitze einer Vid mit unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung. Trotzdem muss ich alljaehrlich einen Beweis-Dokument erstellen, dass ich mich noch in RU aufhalte und eine finanzielle Bestaetigung abgeben, welche beweist, dass ich monatlich ueber ein Einkommen, oder auch Geldmittel auf einer russischen Bank in der Hoehe von 11200 Rubel/Mt (Swerdlowsk Oblast) verfuege. Wer im Besitze einer Vid ist, muss sich 1 mal jaehrlich beim UFMS melden.
Das meinte ich mit dem "jährlichen Rapport" :D
Auch mit RWP muss man einmal pro Jahr antreten bei der Migrationsbehörde und seine Finanzen und Auslandsreisen belegen.
Auslandreisen: Hier in Swerdlowsk nur die letzte Einreisebestaetigung, also nicht alle Aus- bzw. Einreisebestaetigungen, welche im Jahr getaetigt wurden.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Piter90 » Montag 22. Juni 2020, 19:00

kamensky hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 18:43
Auslandreisen: Hier in Swerdlowsk nur die letzte Einreisebestaetigung, also nicht alle Aus- bzw. Einreisebestaetigungen, welche im Jahr getaetigt wurden.
Müsst ihr in Swerdlowsk wirklich selbst nachweisen, wann ihr ein- und ausgereist seid? :shock: Bei uns in SPB muss ich die Daten meiner Auslandsreisen nur in das Formblatt eintragen, das ich bei der Migrationsbehörde abgebe. Nachweisen muss ich nichts, das haben die alles im Computer.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von m1009 » Montag 22. Juni 2020, 19:26

Piter90 hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 19:00

Müsst ihr in Swerdlowsk wirklich selbst nachweisen, wann ihr ein- und ausgereist seid?
Bei uns.... Formblatt, Exel Datei plus komplette Passkopie.

Dorf halt....
Zuletzt geändert von m1009 am Montag 22. Juni 2020, 19:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von Norbert » Montag 22. Juni 2020, 19:31

Piter90 hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 17:45
So weit ich mich erinnere (Antrag auf RWP 2018 gestellt), braucht man für den Antrag auf die vorläufige Aufenthaltsgenehmigung (RWP) keinen Wohnnachweis oder Nachweise zur finanziellen Absicherung. Das braucht man erst für den Antrag auf die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (VID).
OK, mein Antrag war deutlich früher, und jetzt wo Du es sagst, entsinne ich mich, dass m2bere5 auch erwähnt hatte, dass es einfacher geworden ist.
Piter90 hat geschrieben:
Montag 22. Juni 2020, 17:45
Eine Bekannte von mir hatte 2018/19 vier Kettenvisa - ging problemlos.
Stimmt, die Option war mir nicht in den Sinn gekommen. Aber ich finde sie für die Dauer zu anstrengend, zu teuer. Und auch zu riskant, denn eine Garantie, dass man das nächste Visum erhält, gibt es nicht. Immerhin umgeht man die 90/180-Regelung damit sehr offensichtlich. (Ich kenne ebenso Leute, die es 6 bis 12 Monate so durchgehalten haben.)

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Re: Von Bayern über Sachsen nach Russland

Beitrag von inorcist » Montag 22. Juni 2020, 19:50

Für US Amerikaner gibt es noch das Visum nach US-russischem Abkommen: drei Jahre gültig, keine 90/180 Tage-Regelung. Man muss aber alle 180 Tage einmal für einen Tag ausreisen.



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