FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
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werner
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von werner » Sonntag 12. Oktober 2014, 22:02

Hallo Hadrian,

Deine deutsche Krankenversicherung greift wohl nur 6 Monate, wenn Du im Ausland lebst.
Dann mußt Du wohl wieder nach Deutschland einreisen und die Kosten für die Ausreise berappen.
Was hat Dir Deine Krankenkasse geantwortet ?

Apropo, wird Deine russische Rente zum Leben in Russland ausreichen ?
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bella_b33
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von bella_b33 » Montag 13. Oktober 2014, 00:45

Hadrian hat geschrieben:Es wurde geschrieben, dass es Auswirkungen auf Versicherungen und Bankkonten haben kann wenn ich mich abmelde. Wie genau sieht das aus? Bekommt die Bank meine Abmeldung vom Finanzamt mitgeteilt und fordert dann einen "Nicht-Residenten-Zuschlag"? Habe so etwas in meinem Konto Vertrag nicht gefunden...
Zu Versicherungen: Diese orientieren sich doch nicht am "formalen" Wohnsitz.
Bei den Banken ist es nach Ummeldung(also raus aus DE) umso besser, man zahlt dann keine Kapitalertragssteuern mehr in DE auf Zinseinnahmen.
Gut Personenhaftpflicht.....sowas gibt in RU nicht. Und ehrlich, ich hab sie früher auch nie gebraucht.

Gruß
Silvio
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Hadrian
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von Hadrian » Montag 13. Oktober 2014, 15:28

Hallo,
zunächst einmal danke für die Antworten. Im Bezug auf Abmeldung in Deutschland ja oder nein bin ich jedoch leider nicht schlauer geworden. Ich gehe vielleicht mal etwas mehr ins Detail:

Versicherungen:
Zu meiner gesetzlichen KV: Diese habe ich zu Ende 2014 gekündigt. Nach der aktuellen Lage kommt man da auch wieder ohne Probleme rein. In Ru versichert der AG (ein Witz) und für Kleinigkeiten kann man die Privatklinik selbst zahlen. In D dann eine Auslands KV und bei größeren Sachen geht man halt ganz zurück.

Zur Haftpflicht: Ich erachte diese gerade auch in Russland als äußerst wichtig und werde mich darum auch nach Ablauf der zwei Jahre (vertragliches Maximum im Ausland) neu versichern lassen. Wenn ich aus Versehen jemanden z.B. körperlich schädige kann das ziemlich schnell sehr teuer werden. Und dass niemand in Russland eine Haftpflicht hat spricht noch mehr dafür. Denn ich habe auch die Option "Forderungsausfall bei Schäden durch Dritte" wodurch meine Versicherung zahlt, sollte ein z.B. russischer Bürger den mir zugefügten Schaden nicht begleichen können (und das alles bislang für 50€ im Jahr und Versicherungssumme bis 50Mio€).

Rentenversicherung: Bei der Deutschen freiwillig zu zahlen macht für mich keinen Sinn da ich in den zurückliegenden 5 Jahren nicht mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt habe. Der Berater der Dt. Rentenversicherung war da sehr eindeutig))) Aber ich sorge natürlich privat vor und verlasse mich nicht auf die Russische.

Zur BU Versicherung: Hier prüfe ich gerade ob diese auch bei dauerhafter Arbeit im Ausland weiter besteht und falls nicht wie lange noch.

Banken, Besteuerung:
Das DBA zwischen Ru und D habe ich jetzt auch schon einige Male studiert. Mich interessieren (I) Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit, (II) Mieteinkünfte und (III) Einkünfte aus Kapitalanlagen.
Zu (I):
Der Fall ist klar, lt. Artikel 15 (1) wird das Einkommen in Ru versteuert und gut ist, D interessiert sich dafür nicht (vorausgesetzt ich weise dem dt. Finanzamt meine Stelle in Ru nach).
Zu (II):
Hier gilt wahrscheinlich Artikel 6 (1) und die Mieteinnahmen werden in D versteuert. Und Artikel 13 (1) gilt wohl für den Fall, dass ich meine Immobilie verkaufe (dann muss ich in D versteuern). Auch klar.
Zu (III):
Jetzt wird’s etwas kniffeliger. Ich verstehe das DBA so, dass Artikel 10 (1) b) nur für meine Dividenden von in D ansässigen Gesellschaften gilt und dann max. 15% Steuern fällig werden. Aber was ist mit den Dividenden von nicht in D ansässigen Gesellschaften und allgemein den Veräußerungsgewinnen? Oder funktioniert dass alles nach dem Welteinkommensprinzip und wird in Ru versteuert, möglicherweise reduziert um die bezahlten ausländischen Quellensteuern? Und spielt es keine Rolle dass das Depot bei einer dt. Bank liegt? Die Bank wird vermutlich über das deutsche Finanzamt auf die nicht Veranlagung hingewiesen?
Bei den Zinsen dt. Emittenten greift Artikel 11 (1), diese werden in meinem Fall in Ru besteuert.


So, das fürs Erste)) Wie schon in meinem vorherigen Beitrag geschrieben: Welche Gründe sprechen jetzt dafür, sich nicht aus D abzumelden? Insbesondere in Bezug auf die Themen Versicherungen und Banken bzw. Steuern interessiert mich das.

Zum Nachlesen das DBA von 1996: http://www.bundesfinanzministerium.de/C ... onFile&v=3

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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von bella_b33 » Montag 13. Oktober 2014, 15:47

Hadrian hat geschrieben: Dividenden
Damit kann ich Dir leider nicht weiterhelfen, ich habe seit Anfang 2009 mal einen größeren Dämpfer bekommen und das zum Anlass genommen meine Börsenspielereien ganz einzustellen.
Hadrian hat geschrieben: In D dann eine Auslands KV und bei größeren Sachen geht man halt ganz zurück.
Ganz zurück nach DE? Wer behandelt Dich denn dann dort, wenn Du keine deutsche KV mehr hast? Das ist nämlich eine Sache, die mir bis heute auf der Zunge brennt.
Ich hab in Ru die normale Arbeitnehmerversicherung + dann ne Zusatzversicherung von der Allianz(in Russland heisst die РОСНО, wobei trotzdem auf allen Schriftstücken bei mir Allianz steht) mit 500.000rub Deckung, mehr ging irgendwie nicht ohne Zusatzpapierkram.
Hadrian hat geschrieben:Zur BU Versicherung:
Ich hab so ne BU/Rentenversicherung, damit hab ich gleich das Thema private Altersvorsorge mit abgedeckt. Die lasse ich natürlich weiter laufen. Die deutsche Rentenversicherung lasse ich einfach ruhen.
Hadrian hat geschrieben:Zur Haftpflicht
ja, 50€ im Jahr tun nicht weh, da hast nicht ganz Unrecht. Bekommt man sowas noch als Auslandsdeutscher oder ist man dann, nach 2 Jahren im Ausland + Abmeldung, nichtmehr versicherbar?

Gruß
Silvio
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von Hadrian » Montag 13. Oktober 2014, 16:35

Hallo Silvio,
ich gehe doch davon aus, dass meine ehemalige gesetzliche KV verpflichtet ist, sich mir anzunehmen (http://www.bmg.bund.de/krankenversicher ... kkehr.html). Meine KV hat mir auch mitgeteilt, dass ich zum üblichen Tarif eingestuft werde, d.h. dass sich keine Nachteile aufgrund der Aus(lands)zeit ergeben würden.
Eine Haftpflicht gibt es sicher auch für Deutsche die dauerhaft im Ausland leben, dann wahrscheinlich mit einem etwas höheren Beitragssatz. Da dieses Thema bei mir aber erst in knapp zwei Jahren ansteht habe ich mich damit noch nicht beschäftigt... Falls du dazu was findest poste es auf jeden Fall, dürfte sicher noch mehr interessieren.

Grüße, Hadrian



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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von bella_b33 » Montag 13. Oktober 2014, 17:19

Hadrian hat geschrieben:Hallo Silvio,
ich gehe doch davon aus, dass meine ehemalige gesetzliche KV verpflichtet ist, sich mir
Ja, stimmt. Ich war ja nun vorher schon jahrelang privat versichert, das könnte im Notfall also etwas problematischer/ungünstiger werden.

Gruß
Silvio
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von Norbert » Donnerstag 16. Oktober 2014, 06:45

Hadrian hat geschrieben:Eine Haftpflicht gibt es sicher auch für Deutsche die dauerhaft im Ausland leben, dann wahrscheinlich mit einem etwas höheren Beitragssatz. Da dieses Thema bei mir aber erst in knapp zwei Jahren ansteht habe ich mich damit noch nicht beschäftigt... Falls du dazu was findest poste es auf jeden Fall, dürfte sicher noch mehr interessieren.
Da bin ich mir nicht sicher, denn es gibt auch keine Hausrat bei europäischen Versicherungen, wenn die Wohnung nicht in Europa ist (es sei denn, Du bist Diplomat).

Hadrian
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von Hadrian » Donnerstag 16. Oktober 2014, 11:44

Guten Morgen bzw. Tag,
diese Haftpflicht habe ich gerade auf die Schnelle gefunden: http://www.hansemerkur.de/produkte/risi ... aftpflicht

Für die Option Top Schutz gilt "Auslandsdeckung weltweit mit unbegrenzter Dauer". Meine Prämie wäre um die 70€. Komisch allerdings, dass es nur die Laufzeiten 1 Jahr und 3 Jahre gibt. Naja, immerhin zeigt es dass es Angebote gibt. Man findet da sicher noch mehr. Interessant wäre ob man zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses in D wohnen muss oder ob das egal ist...

Jochen
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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von Jochen » Donnerstag 16. Oktober 2014, 12:15

Wie viele Versicherungen ihr so alle habt?! :shock:

Ich habe nur eine Privathaftpflicht und Rechtschutzversicherung und sonst nichts. Lebe immer noch! :D
Plenken ist eine seltsame Sache . Es machen seltsame Leute , die große Angst haben , dass ihre Satzzeichen übersehen werden oder stolz darauf sind , überhaupt welche zu verwenden . Daher trennen sie dieses stets mit einem Leerzeichen vom Wort .

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Re: FAQ: Nach Russland übersiedeln - Behördengänge in Dtl.

Beitrag von Norbert » Donnerstag 16. Oktober 2014, 12:20

Immer noch viel. Ich habe nur die russische minimale Haftpflicht für das Auto mit einer freiwilligen Verdopplung der Haftungssumme. Keine Hausrat, keine Haftpflicht, keine Rechtsschutz, keine Unfall, ...



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