Rückkehrer wie ist es euch ergangen?

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.

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Norbert
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Re: Rückkehrer wie ist es euch ergangen?

Beitrag von Norbert » Dienstag 28. Januar 2020, 15:01

Jens hat geschrieben:
Montag 27. Januar 2020, 21:29
Aber zB. Norbert war doch weit über 10 Jahre in Russland, und dann auch noch ziemlich weit im Osten ... wie ist das für so jemanden, wenn man nach x Jahren wieder nach Deutschland zieht und alles ist anders als in Russland und eben teilweise auch anders, als zu der Zeit, als man DE verlassen hat.
Ganz ehrlich: Alles prima. Ich sehe keine (!) grundlegende Veränderung, weder positiv noch negativ. Ich genieße diverse Vorteile von Deutschland - lebenswerte Städte, gut organisierter Nah- und Radverkehr, die kulturelle Vielfalt, kreativere Schule, gut organisierte Nachmittagsbetreuung in der Schule. Ich leide unter diversen Nachteilen - der Kalenderzwang für Treffen mit Freunden, der fehlende Winter, die fehlende Spontanität, zu geringe Anforderungen in der Schule.

Weder habe ich ständig Pegidisten um mich herum, noch fühle ich mich von Flüchtlingen verdrängt. Alles schrecklich normal.

Hätten wir keine Kinder, wären wir vermutlich jeweils einige Monate des Jahres in jedem Land. Geht leider nicht mit Kindern.



kamensky
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Re: Rückkehrer wie ist es euch ergangen?

Beitrag von kamensky » Dienstag 28. Januar 2020, 17:12

Norbert hat geschrieben:
Dienstag 28. Januar 2020, 15:01


Hätten wir keine Kinder, wären wir vermutlich jeweils einige Monate des Jahres in jedem Land.
Genau so handhaben wir es seit 2 Jahren. Die Wintermonate verbringen wir mehrheitlich in RU, denn fuer mich ist das ein MUSS, weil ich die neblig nasskalten und meist sehr schneearmen Winter in Zentraleuropa nicht ausstehen mag. In den Sommermonaten ist es dann ein Mix, aus RU, Europa, Uebersee und Far East. Sicherlich ist ein Grund dafuer, dass beide Kinder meiner LP seit Jahren nicht mehr in RU leben und ein Kind ihrer Schwester nun auch schon bald ein Jahr in Europa lebt, arbeitet und nebenbei noch studiert. Zudem existiert von meiner Seite her noch eine Mutter, welche naechsten Monat ihren 95 Geburtstag feiern darf und dies bei noch sehr akzeptabler Gesundheit in ihrem EFH. Doch fallen manchmal Arbeiten/ Reperaturen und Investitionen an, welche sie nicht mehr in der Lage ist, diese von sich aus selbst zu entscheiden. Fuer uns Alle, ist diese Lebensweise momentan eine Win/Win - Situation.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.

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Axel
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Re: Rückkehrer wie ist es euch ergangen?

Beitrag von Axel » Mittwoch 29. Januar 2020, 02:19

Wladimir30 hat geschrieben:
Dienstag 28. Januar 2020, 14:25
Typisches Beispiel ist die meist sehr emotionsgeladene Diskussion um die Migranten in Deutschland. Oft werden in erster Linie erhöhte Verbrechensraten bei Migranten genannt, die Unwilligkeit, sich einzufügen und so weiter und so fort. Die anderen Seiten, die es ja auch zweifellos gibt, werden in diesen Diskussionen meist verschwiegen. Klar, dadurch ändert sich die Kultur im Lande. aber das muss ja erstmal nichts Schlechtes sein.
Altes Spiel, neues Gewandt. Genauso hat man auch vor 20 Jahren Stimmung gegen die Russlanddeutschen gemacht. Die meisten haben sich aber ziemlich gut integriert als auch assimiliert. Habe bis jetzt drei Flüchtlinge aus Syrien hier im Ruhrgebiet kennengelernt. Der eine studiert Medizin, der andere hat eine Lehre als Friseur abgeschlossen und der letzte ist halt dieser Klischeeflüchtling, Deutschunterricht abgebrochen, keine Lust zu arbeiten, handelt mit Drogen. Schätz mal so wird auch das Gesamtbild aussehen, Ausreißer wird's geben, aber die meisten werden sich wie die zwei positiven Beispiele integrieren. Die meisten Flüchtlinge, die hier stressen, sind nicht mal aus Syrien, sondern aus sichere Herkunftsländer wie Algerien oder Marokko.

Was das Thema betrifft, hab zwar nie in Russland gelebt, aber war sehr oft drüben als Tourist. Die Leute lachen dort drüben irgendwie nie, alle sind bedrückt und schlecht gelaunt, bin in ein Laden gegangen, um mir Mineralwasser zu kaufen und der Ladenbesitzer so: ,,Was willst Du hier.´´
Würde man in Deutschland seine Kunden so behandeln, könnte man morgen schon direkt schließen. Das selbe Bild in Restaurants, alle irgendwie griesgrämig und abgefuckt, so nach dem dem Motto bitte schnell fressen und verschwinden. Dort herrscht sowas wie eine ,,Leck mich am Arsch´´- Einstellung, jeder ist jedem komplett egal. Egal ob Behörden, Polizei oder sonst wo. Bemerk ich immer wieder im Vergleich zu Deutschland. Positiv aufgefallen, dass die Metro und Bahn auf die Minute genau immer sind und man mit Leuten leichter ins Gespräch kommt als in Deutschland, auch wenn der obige Text vielleicht etwas widersprüchlich jetzt klingt. Russische Frauen finde ich auch einfacher als deutsche Frauen, bei Deutschen muss man immer kämpfen und darf nicht nachgiebig sein, russische Frauen kommen teilweise selbst zu Dir und wollen Dich kennenlernen. Vor allem wenn sie merken, dass Du russischsprechender Ausländer aus Westeuropa bist, spätestens da ist der Drop gelutscht.

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