Russische Frau - Eine Frage dazu

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.

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manuchka
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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von manuchka » Dienstag 26. Februar 2013, 17:06

GIN hat geschrieben:В Российской Федерации право на отпуск по беременности и родам регулируется статьёй 255 Трудового кодекса РФ.

Der Gesetzgeber sieht hier nach meiner Meinung noch in KKK Zeiten wie in der Bundesrepublik oder der Schweiz. Er sieht nicht das junge Männer auch Zeit für die Kinder nehmen wollen. Ich denke hier sind wir im Westen um Jahre voraus..
Ich hatte dazu gestern schon mal geschrieben, aber scheinbar ist der Beitrag irgendwo im Telefon versackt: Der "otpusk po beremennosti i rodam" ist, wie die Bezeichnung schon sagt, an Schwangerschaft und Geburt gebunden - das sind je 2 Monate vor und nach dem Geburtstermin bzw. das, was man in DE (und anderswo) unter "Mutterschutzzeit" versteht... und die steht naturgemäß nur Frauen zu, da Männer bisher weder schwanger sein noch Kinder gebären können - auch in der BRD und der Schweiz.

Die Elternzeit ist dann "otpusk po uxodu za rebénkom", und der ist in Art. 256 Trudovoj Kodeks geregelt:
По заявлению женщины ей предоставляется отпуск по уходу за ребенком до достижения им возраста трех лет. Порядок и сроки выплаты пособия по государственному социальному страхованию в период указанного отпуска определяются федеральными законами.
Отпуска по уходу за ребенком могут быть использованы полностью или по частям также отцом ребенка, бабушкой, дедом, другим родственником или опекуном, фактически осуществляющим уход за ребенком.
По заявлению женщины или лиц, указанных в части второй настоящей статьи, во время нахождения в отпусках по уходу за ребенком они могут работать на условиях неполного рабочего времени или на дому с сохранением права на получение пособия по государственному социальному страхованию.
На период отпуска по уходу за ребенком за работником сохраняется место работы (должность).
Отпуска по уходу за ребенком засчитываются в общий и непрерывный трудовой стаж, а также в стаж работы по специальности (за исключением случаев досрочного назначения трудовой пенсии по старости).
Wie war das mit dem "im Westen um Jahre voraus"? Mit der Nase oben - sicher!!!
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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von Dietrich » Dienstag 26. Februar 2013, 18:13

Naja, "wir hier im Westen" haben nämlich schon herausgefunden, dass Kinder schweren seelischen Schaden nehmen, wenn es in den ersten 3 Lebensjahren nicht ausschließlich durch die Mutter betreut wird.... Deshalb sind Krippen ja auch so ein Teufelszeugs!
Und Väter.... meistens eben auch! ;-)

@Pippie: Tief luftholen! Ist ironisch gemeint!
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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von umergel » Dienstag 26. Februar 2013, 19:27

Ja, dann müssten die meisten Kinder aus der ehemaligen DDR ja auch.....sein, ist das wirklich so einfach? Bis 3 Jahre nur von der Mutter betreut, eine Streitfrage. Dann müsste aber der Mann wirklich in der Lage sein, mit seiner Arbeit seine Familie auch zu ernähren oder man sichert die finanzielle Frage von öffentlicher Seite. Was wäre dann, wenn die Frau die sichere Arbeit hat und der Mann gerne das Kind betreuen würde? Ist die Frau dann als Mutter schlecht und der Vater auch schlecht, weil er keine Arbeit oder nur unsichere Arbeit hat und das Kind betreuen will?

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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von Dietrich » Dienstag 26. Februar 2013, 19:46

Ich dachte mit dem Hinweis auf die Väter hätte ich den direkten Hinweis auf Ironie überflüssig gemacht....
Wobei ich ja im Kleingedruckten sogar vorgesorgt hatte...... da hatte ich aber nicht mit dir gerechnet...sorry!
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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von GIN » Dienstag 26. Februar 2013, 20:03

@manuchka, Danke Dir, diesen Artikel kenne ich so nicht.
In der Schweiz ist die Elternzeit vollkommen unbekannt, die Mutter bekommt die sogenannte "Stillzeit", sind je nach Betriebszugehörigkeit 2 bis 6 Monate, bezahlte 80% deer letzten Bruttolöhne.
Nach dieser Zeit verlieren viele Mütter oft ihren Job, es gibt keinen Kündigungsschutz nach dieser Zeit. Dem Vater werden nur 5 Ferientage zugestanden, auch so tut der Gesetzgeber als ob der Vater nichts mit dem Kind zu tun hat.
Wir machen uns hier viele Gedanken wie wir das mit dem Kind machen sollen, in die Kinderkrippe wollen wir das Kind nicht geben,wir sind fest der Meinung das Kind und Mutter die ersten 12 Monate zusammen sein müssen. Das meint aber das meine Partnerin die in einer sozialversicherten Tätigkeit ist wohl ihren Job verlieren wird (Regelfall bei den Kollegen). Nach den ersten 12 Monaten möchte ich das Kind haben, ich werde meine Projekte 2 Jahre einfrieren um mich der Kindererziehung zu widmen.



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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von manuchka » Dienstag 26. Februar 2013, 21:06

Das Problem in RU ist, dass man von der staatlichen Unterstützung in der Elternzeit auch nicht wirklich leben kann... wir hatten das damals so gelöst, dass ich nach 6 Monaten (Mutterschutzzeit plus bezahlter Urlaub plus unbezahlter Urlaub) wieder arbeiten ging und mein Mann mit Knirps zu Hause blieb, weil ich einfach viel mehr verdiente als er.

In DE und Ö gibt es ja jetzt eine sehr ordentliche finanzielle Unterstützung für die 12 Monate nach der Geburt und noch Kündigungsschutz und so - ich hatte gedacht, dass es in CH auch so sei, immerhin rühmt sich das Land seiner guten Infrastruktur... da wundere ich mich um so mehr über deine komische Anmerkung, dass RU hinter dem Mond und wir im Westen ach so fortschrittlich sein sollen, was Elternzeit betrifft...
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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von GIN » Mittwoch 27. Februar 2013, 10:28

Nein, die Schweiz versucht den Staatssektor zu entlasten und der Arbeitsmarkt ist "Liberal". Du meintest a das man in Russland von der staatlichen Unterstützung nicht leben kann, also bringt dann auch dieses Gesetz nichts. In der Schweiz zahlt der Arbeitgeber die 80% Lohn maximal 6 Monate (je nach Betriebszeitangehörigkeit). Nach meiner Meunung muss nicht der Staat, sondern Unternehmen mehr auf die Mütter zugehen.

Wir brauchen das Geld nicht so, es geht um die sozialen Bindungen meiner Lebenspartnerin die sie in der Jobwelt hat. Sie würde ihre sozialen Kontakte verieren. Ihr Lohn ist geringer als mein Einkommen, ich bin Unternehmer.

Wie sieht es aus mit der Stillzeit? nach 6 Monaten ist ja diese besondere Mutter-Kind-Bindung nicht fertig? im Spital sagte man uns (auch die Familien) das 12 Monate seien müssen.

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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von manuchka » Mittwoch 27. Februar 2013, 13:02

Ich weiß nicht, inwieweit dieses Elterngeld eine staatliche Leistung ist - soweit ich weiß, wird das von den Sozialkassen ausbezahlt, und da zahle ich ja z.B. auch ordentlich Beiträge ein. Schön, dass ihr finanziell nicht drauf angewiesen seid. Besonders toll ist das in der Schweiz aber trotzdem nicht, wenn Kinderkriegen quasi ein Kündigungsgrund ist...

Stillzeit - nun, was soll ich dir sagen? Wenn es erstmal nur um den Fakt "Sillen" geht: Stillen ist (aus ernährungsphysiologischen Gründen) mindestens für das erste Lebenshalbjahr als ausschließliche ernährung empfohlen. D.h. das ist die Optimalvariante. Das heißt aber nicht, das die einzig mögliche Variante ist und dass nicht auch aus "Flaschenkindern" auch was ordentliches werden kann, ich wurde z.B. nicht gestillt und fühle mich dadurch in keiner Weise beeinträchtigt. Manche Mütter stillen, andere nicht, das kann ja verschiedene Gründe haben und muss sich auch nicht auf die Mutter-Kind-Bindung auswirken, wenn trotzdem ein guter Kontakt vorhanden ist. Ich habe auch als berufstätige Mutter gestillt, morgens und abends, mit 6 Monaten kann ein Kind ja auch schon anderes Essen gut vertragen, und so war das bei uns auch. Über mangelnde Bindung kann ich mich nicht beschweren, unser Kind hatte ja den Papa als feste Bezugsperson.

Und da sind wir bei Stichwort "Bindung": Ich finde es auch nicht gut, das Kind zu früh (vor 1 Jahr) in eine Tageseinrichtung oder an andere Betreuungspersonen zu geben, weil es für das Kind natürlich wichtig ist, dass es seine Eltern in dieser Zeit als Primärbezugspersonen erlebt. Aber auch da gibt es Abstufungen von der optimalen Lösung, die für manche wahrscheinlich bedeutet, die Mutter ist rund um die Uhr zu Hause und für das Kind da, bis es ... Jahre alt ist (anstelle der Punkte kann man ein fast beliebiges Alter einsetzen, und man wird eifrige Befürworter und erbitterte Gegner finden). Man muss einfach auch sehen, dass es nicht für alle Eltern / Mütter möglich ist, aus welchen Gründen auch immer, und ich hüte mich vor Verurteilungen a la "was für Rabeneltern", weil die Umstände manchmal einfach andere Maßnahmen verlangen als man sie sich wünschen würde - und dass muss trotzdem nicht bedeuten, dass die Eltern schlechte Eltern sind und dass sie nicht anderweitig ihrem Kind alles zukommen lassen, was sie nur können.

"Im Spital sagte man uns..." - das würde ich auch als Empfehlung betrachten, die sicher nicht schlecht ist, aber gerade in Sachen Kindererziehung und -pflege vertreten manche einen Absolutheitsanspruch, den ich falsch und schädlich finde, weil er Druck aufbaut ("schlechte Eltern! böse Eltern! ihr liebt euer Kind wohl nicht!") und außer Acht lässt, dass es eben nicht nur eine Möglichkeit gibt, es richtig zu machen.
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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von GIN » Samstag 2. März 2013, 13:14

Danke Euch.

Manuchka... Zur Schweiz, die Schweiz ist überhaupt kein Beispiel im Bereich Sozialsystem. Hier ist eine liberale Wirtschaftsordnung. Viele Volksabstimmungen im Bereich Soziales und Familie scheitern wegen diesem liberalen Gedanken. Eine Familie kann man meist mit einem Gehalt in der Schweiz ernähnen, dann bleibt aber auch wirklich nichts an Luxus und Ferien sind wohl nur jede 3 Jahre möglich und das Geld fürs Gymnasium kann man nicht aufbringen, denn anders als in der Vergangenheit ist Schuldbildung indirekt Kostenpflichtig und in manchen Regionen muss man kantonale Schulen wegen den dortigen Kindern meiden und eine teure private Schule bezahlen.

Für uns sind die Bedenken medizinischer Natur. Die ersten 12 Monaten ob die Mutter zu Hause ist oder nicht. Später möchten wir zusammen das Kind erziehen.
Wir finden beide schade das wir so spät erst Kinder bekommen wollen, dieses ist aber unsere veränderten Welt geschuldet. Wir müssen jetzt viel länger studieren, noch mehr Sprachen können als früher und verdienen oft noch weniger Geld als die Generationen vor uns. Die Wirtschaft lässt uns doch keine andere Chance als zwischen dem Zeitfenster 30 bis 40 Kinder zu bekommen und da wollen wir wenigstens aus medizinischen Gesichtspunkten dem Nachwuchs keinen Schaden beibringen. Vielleicht machen wir ja einen Mix aus 6 Monaten Stillen und 6 Monaten Flasche... .. Danke Dir für die Meinung.

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Re: Eine Frage über russische Frauen

Beitrag von Anelya » Samstag 2. März 2013, 13:47

GIN, warum unterwirfst du dich denn dem Diktat der Wirtschaft? Wer zwingt dich denn, zwischen 30 und 40 Kinder zu bekommen?
Ich habe den Eindruck, es geht gerade in die andere Richtung: In vielen Firmen werden inzwischen junge Eltern gefördert!
In der Firma meines Mannes wird bsp. explizit geworben mit Teilzeitarbeit/Kinderprämie/flexible Arbeitszeiten/Projektarbeit in der Väterzeit etc.pp.

Und so richtig "passt" ein Kind doch nie: Zwischen 30 und 40 winken dann die Abteilungsleiterposten, und dann macht man sich auch Gedanken, ob man jetzt wirklich ein Jahr aussetzen sollte. Wenn ihr ein Kind wollt, würde ich das nicht von externen Faktoren abhängig machen. Zum Glück kenne ich viele positive Beispiele, die Kind, Arbeit und Freizeit und Ehe unter einen Hut bekommen und ziemlich glücklich wirken.

Wenn du eine Karriere in den Top-Unternehmensberatungen mit 80h-Woche hast, dann gilt das obige natürlich nicht. Irgendwie muss man Prioritäten setzen, da hast du recht.

Und wegen sinkender Gehälter: Ein Kind in Deutschland zur Welt zu bringen wird einem doch momentan finanziell so einfach gemacht wie es noch nie war! Bezahlte Elternzeit, Kindergeld, Rechtsanspruch auf Krippenplatz, kostenlose Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, staatliche kostenlose Schulen, kostenlose Universitäten etc.pp. Klar könnte es immer noch besser sein, aber ich finde, die Verhältnisse in Deutschland sind nicht so schlimm, dass man ernsthaft darüber Nachdenken müsste, ob man sich ein Kind leisten kann oder nicht.

Ah, ich sehe gerade, dass du ja in Basel wohnst. Okay, wie du geschrieben hast, ist da die finanzielle Belastung mit einem Kind weitaus größer als in Deutschland. Trotz allem glaube ich, dass Kinder einen ideellen Mehrwert bieten, den man mit Geld nicht aufrechnen kann.



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