Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Die russische Küche ist einfallslos und fettig? Hier könnt Ihr das Gegenteil beweisen oder Klischees rahmen. Na sdorovje!???

Moderator: Wladimir30

Zeppelin
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von Zeppelin » Dienstag 30. März 2010, 12:21

Ich kann eigentlich keine gravierenden Unterschiede zwischen Partys in eher russischer oder eher deutscher Umgebung ausmachen, was die Gastfreundschaft betrifft.
Auch die Formen, in denen sie 'ausgetragen' werden, sind in beiden Kulturen m.E. annähernd gleichverteilt: Mutters 50. wird man vermutlich eher an der familiären Tafel begehen, während das Examen unter Studenten sicher etwas weniger organisiert gefeiert wird.
Ist natürlich auch alles eine Frage des sozialen Milieus.

Persönlich finde ich es eigentlich am schönsten, wenn Gastgeber und Gäste sich gemeinsam an der Zubereitung der Speisen - sowie auch später an der Beseitigung des Chaos' - beteiligen.
Da unterscheiden sich die Grillpartys, die ich erlebt habe kaum; ebenso wenig wie in house partys.
Man macht halt das Beste aus den verfügbaren räumlichen und sonstigen Ressourcen, spricht sich vorher ab, wer was beisteuert und verbringt dann gemeinsam einen schönen Abend.
Kann sein, dass es unter Russen nicht ganz so verbreitet ist, dass Gäste ihrerseits Speisen und Getränke beizusteuern. Womöglich wollen sie die Gastgeber nicht beleidigen. Aber das gleicht sich dann wohl aus, indem jeder aus dem Freundes-/Familienkreis mal an der Reihe ist.

Ich persönlich finde es weniger schön, wenn die ganze Party nahezu ohne die Hauptperson abläuft, weil diese die ganze Zeit in der Küche oder mit sonstigen logistischen Fragen befasst ist.

Eine wirklich gute Party wird m.M. am besten von nahe stehenden Angehörigen/Freunden vorbereitet und organisiert. Dann braucht der Gastgeber / die Gastgeberin nur noch für einige wenige highlights zum 'Beweis' seiner/ihrer Gastfreundschaft zu sorgen, kann aber auch den Anlass - der ja eigentlich ihr / ihm gebührt - feierlich genießen bzw. sich feiern lassen.

Partys, bei denen Gäste nur kommen, um sich kostenlos durchzufuttern, durchzusaufen und hinterher ein endloses Chaos zu hinterlassen, finde ich grauenhaft.

Doch sowas kenne ich aus persönlichem Erleben kaum.
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katja
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von katja » Montag 27. September 2010, 15:03

Hallo,
ich war auch schon mal auf einer Feier bei Russen eingeladen. Von der Gastfreundschaft der Russen können sich wirklich manche Deutsche etwas abschauen. Die ist nämlich sehr gut. Sie kümmern sich um ihre Gäste und sorgen dafür, dass man immer genügend zu essen und zu trinken hat. Auch beim drumherum ist bei ihnen als viel angenehmer. Man fühlt sich bei ihnen als Gast sehr wohl.

Grüße von Katja

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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von bella_b33 » Montag 27. September 2010, 20:26

Was ich aber teilweise grausigst finde, ist das Vollstapeln der Tische auf größeren Feiern! Ich kann mich noch gut an die letzte Jahreswechsel-Fete erinnern, da bekam man die Gläser teils NICHT mehr auf den Tisch gestellt :lol:. Auf privaten kleinen Feiern hab ich Das aber glücklicherweise noch nicht erleben müssen ;)
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von Aniki » Montag 27. September 2010, 21:49

Deutsche Party: Man kommt, unterhält sich mit Freunden/ Clique oder steht wie ein Pfahl in der Gegend rum. Das Gelingen der Party kommt einem nicht einmal in den Kopf. Neue Leute lernt man vielleicht ab und an kennen.

Russland: Man kommt und bemüht sich auch bei schlechtester eigener Laune um die anderen Partygäste, um die Party für den Gastgeber zu einem Erfolg werden zu lassen. Man geht und kennt zwei Dutzend neuer Leute.

Stimmt so für westdeutsche Partys. Von den Ossis hört man Angenehmeres.

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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von bella_b33 » Montag 27. September 2010, 22:00

Aniki hat geschrieben:Deutsche Party: Man kommt, unterhält sich mit Freunden/ Clique oder steht wie ein Pfahl in der Gegend rum. Das Gelingen der Party kommt einem nicht einmal in den Kopf. Neue Leute lernt man vielleicht ab und an kennen.

Russland: Man kommt und bemüht sich auch bei schlechtester eigener Laune um die anderen Partygäste, um die Party für den Gastgeber zu einem Erfolg werden zu lassen. Man geht und kennt zwei Dutzend neuer Leute.

Stimmt so für westdeutsche Partys. Von den Ossis hört man Angenehmeres.
Kann ich so unterschreiben, bis jetzt! In Russland hilft Jeder mit bei einer Party! Man tischt zusammen auf, schenkt den Anderen immer Getränke nach und räumt auch später gemeinsam ab. In DE bleibt mehr am Gastgeber hängen!
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von CSB_Wolf » Montag 27. September 2010, 22:15

Aniki hat geschrieben: Stimmt so für westdeutsche Partys. Von den Ossis hört man Angenehmeres.
Dann bist Du noch nie auf einer Party in Süddeutschland gewesen :D Es kommt aber immer darauf an wie und wer die Party organisiert. Für Russland stimmt das natürlich 8)

Gruss
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von Axel Henrich » Dienstag 28. September 2010, 03:42

katja hat geschrieben:[Gastfreundschaft der Russen] Sie kümmern sich um ihre Gäste und sorgen dafür, dass man immer genügend zu essen und zu trinken hat.
Du hast natuerlich Recht, aber genau dieses "kuemmern" kann manchmal ziemlich nervig sein. Was man sich da manchmal aus Hoeflichkeit noch hinter die Binde schiebt, obwohl eigentlich schon Oberkante, Unterlippe ... :roll:

Meine Tochter hatte fuer eine Kurzbesuch der Oma eine Freundin (Wessi) mitgenommen. Die jammert heute noch: "das erste Wort was ich gelernt habe, war: "ешь ..., ешь ..., ешь ..."" ;)

-ah-

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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von bella_b33 » Dienstag 28. September 2010, 08:53

Ich bin teilweise schon nach der Vorspeise fast satt und musste sogar schon die Hauptgerichte ablehnen! Die tischen auf und tischen auf, Noch nen Salat usw.....ich esse und esse, irgendwann war Schluss.....DANN kam der Hauptgang! Freundlich bin ich sicher....aber was ich nicht essen will, daß esse ich nicht!
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von GastroService » Dienstag 28. September 2010, 09:04

Das Essen bei Einladungen ist immer eine Sache der "Einteilung". Lieber zu Beginn des Essens (auch wenn Du hungrig bist) kleine Portionen (Kostproben) nehmen und Zeit lassen, dann kannst Du die Tafel geniesen. Das ist wie beim trinken, wenn Du Durst hast und den ersten Maßkrug hinein schuettest, bist Du schon gleich voll (nicht vom Alk :lol: ), wenn Du langsam tinkst, kannst Du noch oft Bierher rufen :idea:
Dann mal guten Appetit gewuenscht
Gruss
Guenter
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Re: Gastfreundschaft in Russland und in Deutschland

Beitrag von bella_b33 » Dienstag 28. September 2010, 10:27

Ich trinke glaub immer mit der gleichen Geschwindigkeit :), es ist dann bei mir eher eine Frage der "Dosierung" ;). Ja, ich vergesse das "wenig Essen" am Anfang immer! Bis ich mit Auftischen des Hauptgangs merke, daß ichs mal wieder verschwitzt hab. Die Vorplatte ist, in den von mir geschilderen Fällen, dann meist auch irgendwie, wie ein normales kaltes Abendessen gewesen und hat nicht irgendwie verraten, daß da nochwas kommen sollte: Brot, Wurst, Käse, Salat das lädt zum Sattessen ein ;)
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