Leben in St.Petersburg

Für alle, die mehr über "Piter" wissen wollen.
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Tomsixty
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Leben in St.Petersburg

Beitrag von Tomsixty » Dienstag 23. Juli 2019, 15:48

[welcome] Ob ich hier richtig bin wird bald herausstellen. Ich werde im September wieder in meine Stadt fahren und eins steht für mich schon heute fest, ich werde meinen zweiten Lebensabschnitt in Piter verbringen. Und jetzt wäre ich euch sehr dankbar über jede Hilfe. Wichtig ist für mich vorrangig ein Konto in Russland zu eröffnen (Eurokonto), dabei ist mir eure Erfahrung wichtig. Des Weiteren welcher Erfahrungen habt ihr mit Krankenversicherungen gemacht. Ich werde ab dem 31.12.2020 in Rente gehen und beginne jetzt mit dem Sammeln aller erforderlichen Informationen. Ich wäre euch sehr dankbar wenn ihr mich mit Informationen überhäuft.

Vielen Dank schon einmal.

Euer Tom



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m1009
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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von m1009 » Dienstag 23. Juli 2019, 18:42

Kontoeroeffnung bei Alfabank und Raiffeisen: Reisepass, notariell beglaubigte aktuelle Uebersetzung, Migrationskarte und Registrierung sind zur Kontoeroeffnung notwendig.

Krankenversicherung koennen andere sicher besser, daher nur kurz meine Erfahrungen.

Es kommt darauf an, mit welchem Status Du in Russland bist. Business und Touristen-Visum brauchst eine Auslandsversicherung aus DE.
Ab RVP (Ehegatte ist Russin) ist man, wie ich erfreut feststellen konnte, offenbar automatisch in RUS versichert, auch ohne Arbeitgeber in RUS.

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Bobsie
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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von Bobsie » Dienstag 23. Juli 2019, 19:00

m1009 hat geschrieben:
Dienstag 23. Juli 2019, 18:42

Ab RVP (Ehegatte ist Russin) ist man, wie ich erfreut feststellen konnte, offenbar automatisch in RUS versichert, auch ohne Arbeitgeber in RUS.
Als Rentner ja, zufällig weiss ich das :D Ich nutze das aber kaum und lasse mich privat behandeln.Da Du dann keine Krankenversicherung mehr in D bezahlst, kannst Dich in RUS überwiegend Privat behandeln lassen. Eine "Grauer Star" Operation kostete auf beiden Augen 850€
Auf das russische Bankkonto musst Du nicht unbedingt Wert legen, ein deutsches Intenetkont (ING Bank) tut es auch. Bargeld aus dem Automaten holen, die gibt es in jedem grösseren Supermarkt oder mit der Visakarte direkt bezahlen.
Meine Rente geht weiterhin auf das deutsche Konto und so gibt es mit den Finanzen keine Probleme. Die Rentenversicherung will alle Jahre eine Lebensbescheinigug haben, das Formular kommt jedes Jahr um diese Zeit. Also, als Rentner so einfach untertauchen in Russland ist nicht, Dein Geldgeber will immer noch wissen ob es Dich noch gibt.

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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von m1009 » Dienstag 23. Juli 2019, 19:21

Bobsie, Rentner bin ich nicht, jedoch momentan ohne Arbeitgeber in Russland. Trotzdem bin ich über das staatliche System versichert.

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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von Bobsie » Dienstag 23. Juli 2019, 19:31

Das zweifle ich doch nicht an, nur hast Du "offenbar automatisch versichert" geschrieben
Ganz automatisch läuft das aber nicht ab, ich muss jedes Jahr einmal zum Amt und mich da melden und den neuen Versicheungsschein in Empfang nehmen.



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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von m1009 » Dienstag 23. Juli 2019, 19:40

Automatisch ist eine Annahme. Weil:

Letztes Jahr RVP bekommen. Da ich keinen Arbeitgeber in Russland habe, wie selbstverständlich eine Auslandskrankenversicherung in Deutschland abgeschlossen. Im Februar mit Tatütata in Krankenhaus. Bei der Aufnahme die ersten 14 Tage mit Kreditkarte vorausbezahlt, das Geld sollte ich nach Bestätigung der Kostenübernahme der deutschen Versicherung zurück erhalten.... Nach 3 Tagen eine Dame aus der Buchhaltung ins Zimmer.... Entschuldigte sich. Es tut ihr sehr leid, von mir die Anzahlung verlangt zu haben. Erst am 3. Tag sei ihr aufgefallen, das ich eine RVP habe. Mit RVP sei ich selbstverständlich versichert. Sie riet mir, sobald als möglich die Versicherungskarte zu beantragen, um nochmalige Missverständnisse zu vermeiden.

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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 24. Juli 2019, 08:35

Ja, ab RVP ist man automatisch staatlich versichert. Man muss halt seit Ende des letzten Jahres den blauen Zettel jedes Jahr neu beantragen. Ich hatte damals noch den blauen Zettel (die Police) für die Gesamtlaufzeit des RVP, also drei Jahre, bekommen.

Jetzt habe ich von der Versicherung eine Plastikkarte wie früher in Deutschland.

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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von bella_b33 » Donnerstag 25. Juli 2019, 11:42

m5bere2 hat geschrieben:
Mittwoch 24. Juli 2019, 08:35
Jetzt habe ich von der Versicherung eine Plastikkarte wie früher in Deutschland.
Wow, ich muss da echt mal wieder hin, dieser riesige Zettel nervt nämlich :lol:
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!

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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von Bobsie » Donnerstag 25. Juli 2019, 12:08

Hier erzählt man auch, dass dieser Zettel abgeschafft wird, einige Arbeitsplätze weniger :shock:

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Re: Leben in St.Petersburg

Beitrag von BaB » Freitag 26. Juli 2019, 22:01

Hallo Tom,

herzlichen Glückwunsch zu Deinem Entschluß. Sankt Petersburg ist eine sehr schöne Stadt und ich kann Deinen Wunsch sehr gut nachvollziehen, zumal ich selber mit dem Gedanken spiele in Sankt Petersburg zu leben.

Sei Dir aber bewußt, daß solche Entscheidungen immer in guten Zeiten getroffen werden und Du Dir der Risiken bewußt sein solltest. Das soll nicht heißen, daß Du Dich dagegen entscheiden oder jedes Risiko abdecken solltest. Aber weder Du noch ich sind 20 Jahre alt und können eine richtige Pleite, in mehrfacher Hinsicht gemeint, so leicht ausbaden wie mit 20 Jahren. Da kann man nach 10 Jahren einfach mit mehr Erfahrung auch wieder in Deutschland starten und das nach außen als großes Abenteuer verkaufen. Also Holzauge, sei wachsam!

Ich kann Dir nur raten so zu planen, daß für Dich immer der Schritt zurück ohne Probleme möglich ist. Sofern Deine Ruhestandsvorsorge so ausreichend ist, daß Du finanziell angesichert bist, ist das größte Risiko abgesichert. Für alle anderen Bereiche würde ich mir eine Liste an Punkten aufstellen, die ich für Deutschland und für Russlang geklärt haben sollte. Ich beispielsweise habe mich schon einmal bei der Krankenkasse angefangen zu erkundigen, was ich bedenken muß. Um über einen längeren Zeitraum die Möglichkeit zu haben wieder in Deutschland in die GKV einzusteigen, besteht die Möglickhkeit einer Anwartschaft. Im Grunde ist das eine Ruhegebühr, um eine passive Mitgliedschaft aufrecht zu erhalten. Wenn Du so anfängst, wirsts Du ganz schnell auf eine lange Liste an Punkten kommen, um die Du Dich kümmern mußt bzw. die Du recherchieren mußt. Aus meiner Sicht ist das aber immer noch besser, als im Falle von Problemen, besonders gesundheitlicher Natur, einen harten Aufschlag zu erleben. Hierbei gilt das gleiche wie in Deutschland: Hauptrisiken identifizieren und absichern. Du mußt nicht gegen Hagelschlag vorsorgen, aber Dich mit dem Thema Krankenversicherung etc. solltest Du Dich beschäftigen.

Und Du solltest auf jeden Fall die Sprache lernen, auch wenn das hart am Anfang sein sollte. Sicherlich wirst Du auch mit Englisch oder wortlos überleben, aber wenn Du Freude am Leben in Russland haben willst, dann brauchst Du Kontakte und die gehen ohne Sprache nicht. Als Rentner entfällt bei Dir auch die Möglichkeit Kontakte über die Arbeit aufzubauen. Und die Wahrscheinlichkeit nochmals eine Familie in Sankt Petersburg zu gründen dürfte auch gering sein, oder? Bitte nimm besonders diesen Punkt nicht zu sehr auf die leichte Schulter. Jedes Land ist im Sommer schön, auch Russland, aber besonders im dunklen Winter und bei schlechtem Wetter hilft auch die schönste Stadt nichts, wenn man alleine zu in seiner Wohnung sitzt.

Mein nächster Schritt ist mir einen internationalen Führerschein zuzulegen für Russland. Du siehst, eine Menge an Kleinigkeiten.

Viele Grüße
Boris



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