Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Erlebinsse einer Wolga-Kreuzfahrt und Abenteuer-Reisen nach Kamtschatka können hier diskutiert werden. Aber natürlich auch, ob Aeroflot die wirklich günstige Flugverbindung nach Moskau ist.
Magdeburg-Moskva
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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Donnerstag 8. Juni 2017, 22:17

Tonicek hat geschrieben:1 Std im Speisewagen ist ja bißchen wenig.
Dürfte kein Standard in Speisewagen sein. Meist wenig Gäste, da ist man froh, wenn überhaupt wer da ist. Höchstens auf hochfrequentierten Strecken.
Wobei, mit dem Alkoholverbot kann es natürlich sein, dass einige jetzt erst mal im Speisewagen versuchen, legal ein paar nicht ganz so schnelle Helle zu zischen.
Tonicek hat geschrieben:Jetzt warte ich erst mal auf Angebote aus Freiburg - kann es sein, daß die gleisnost diese 52-Betten-Mannschaftswaggons gar nicht im Programm haben?
Aus DE ist nur ab 2. Klasse = Coupé verfügbar, wenn der Zug / Waggon im System verfügbar ist. Einige Strecken, z. B. nach Kaliningrad, werden nicht verkauft. Platzkartny gilt als 3. Klasse und ist hier nicht verkäuflich. Oder die Kollegen hätten einen direkten Anschluss an das ASU-Express-Buchungssystem. Das ist aber nicht so einfach zu machen, dem stehen wohl auch internationale bahnrechtliche Regelungen entgegen.



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Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von Tonicek » Donnerstag 8. Juni 2017, 22:29

Scheint ja doch etwas komplizierter zu sein.
2. Klasse = Coupe ist Vierbett- oder Zweibettkabine?

Kann mir schon gut vorstellen, daß die Reisebüros in DE keine Mannschaftswagen mit 52 Betten anbieten . . .

Wenn ich Bescheid aus Freiburg habe, melde ich mich. Die sollen mir alle vorhandenen Kategorien anbieten.

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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von Packerowski » Donnerstag 8. Juni 2017, 23:33

Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Dürfte kein Standard in Speisewagen sein.
Nee, an dem Speisewagen war gar nichts Standard. Ein Totalreinfall.
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:Aus DE ist nur ab 2. Klasse = Coupé verfügbar, wenn der Zug / Waggon im System verfügbar ist. Einige Strecken, z. B. nach Kaliningrad, werden nicht verkauft. Platzkartny gilt als 3. Klasse und ist hier nicht verkäuflich. Oder die Kollegen hätten einen direkten Anschluss an das ASU-Express-Buchungssystem. Das ist aber nicht so einfach zu machen, dem stehen wohl auch internationale bahnrechtliche Regelungen entgegen.
Ich meine, die Freiburger können auch Platzkartny-Tickets ausstellen. Hab das aber noch nie gemacht.

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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von bella_b33 » Freitag 9. Juni 2017, 00:02

Tonicek hat geschrieben:Scheint ja doch etwas komplizierter zu sein.
2. Klasse = Coupe ist Vierbett- oder Zweibettkabine?
Kupeh ist Vierbett :)

Gruß
Silvio
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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von Jenenser » Mittwoch 21. Juni 2017, 11:59

Packerowski hat geschrieben:
Vielen Dank für Deine umfangreichen Informationen. Lange habe ich nach einer Übersetzung für „Firmenye poesda“ gesucht. Premiumzüge kling sehr gut.

Einige Ergänzungen: Die Einteilung in Zugkategorien erfolgt bei der RZD grundsätzlich nicht mit Ziffern. Lediglich beim „Roten Pfeil“ fiel mir am Waggon die Aufschrift 1. bzw. 2 Klasse auf. Erworben haben wir trotzdem Fahrkarten im „Kupej“. In immer mehr Zügen, jedoch fast ausschließlich nur im europäischen Teil, werden Waggons einer weiteren Klasse mit der Bezeichnung „Lyuks“ angehängt mit eigenem WC+ Dusche pro Abteil.

Noch zum Thema Sicherheit. Das Betreten eines beliebigen Bahnhofsgebäudes ist nur noch durch eine Schleuse möglich. Das Gepäck wird durchleuchtet. Es kann zu Wartezeiten kommen. In allen Zügen ist privates Sicherheitspersonal „Ochana“ präsent.

Den Bahnsteig bzw. das Gleis, auf dem der Zug startet bzw. einfährt, wird dem Bahnkunden erst ungefähr 20 Minuten vor der Abfahrt des Zuges an der Anzeigetafel im Bahnhofsgebäude mitgeteilt.

Es gibt keine Wagenstandsanzeigen. Die Reihenfolge der Waggons kann sich zusätzlich unterscheiden. Nach dem Waggon mit der Ziffer 5 muss nicht automatisch der Waggon 6 erscheinen. Hektisches Hin- und Herlaufen auf dem Bahnsteig sind manchmal die Folge.

Grundsätzlich stimme ich mit Dir überein. Russland und die Eisenbahn bilden einfach eine Einheit. ;)



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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 21. Juni 2017, 21:37

Jenenser hat geschrieben:Noch zum Thema Sicherheit. Das Betreten eines beliebigen Bahnhofsgebäudes ist nur noch durch eine Schleuse möglich.
Genau, da geht man durch, es blinkt rot und piept laut, der Pförtner liest weiter sein Buch oder VK, und keinen interessiert's.
Das Gepäck wird durchleuchtet. Es kann zu Wartezeiten kommen.
Noch nie gesehen. :-)
In allen Zügen ist privates Sicherheitspersonal „Ochana“ präsent.
Auch noch nie gesehen. ;-)
wird dem Bahnkunden erst ungefähr 20 Minuten vor der Abfahrt des Zuges an der Anzeigetafel im Bahnhofsgebäude mitgeteilt.
Anzeigetafeln? Ja, habe ich schonmal gesehen ;) Aber nicht überall. Oft wird's auch einfach über verzerrte Lautsprecher angesagt.

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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von Wladimir30 » Mittwoch 21. Juni 2017, 22:00

Also Wladimir ist anscheinend viel moderner ausgestattet als die Bahnhöfe wo Du verkehrst. Alles, was Jenenser geschrieben hat, gibt es exakt so hier im Bahnhof. In einem guten Zustand. Gepäck wird beim Eingang ins Gebäude lückenlos durchleuchtet, große Anzeigefafeln, Wachdienst.

Also die Aussage "Noch nie gesehen!" zeigt, dass Du zumindest hier noch nicht warst. :lol:
«Поздравляю всех с Новым годом, желаю, чтобы вы не знали горя, удачи, любви, счастья и особенно здоровья». Виталий Кличко.

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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von m1009 » Mittwoch 21. Juni 2017, 23:26

Fahre nicht viel mit dem Zug, meine Erfahrungen beziehen sich auf Nizhny Novgorod und Beljoruskij Voksal in Moskau (Aeroexpress SVO)... bei beiden Bahnhoefen ist es, wie Jenenser und Waldi berichten....

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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von m5bere2 » Donnerstag 22. Juni 2017, 02:44

Hm, vor einem Jahr sind wir aus Nizhny nach Petersburg gefahren und dann von Petersburg nach Nsk. Weder in Nizhny noch in Petersburg wurden wir durchleuchtet.

Meine Stammstrecke ist ja Nsk-Tomsk, in beiden Bahnhöfen wurden wir noch nie ernsthaft kontrolliert. Also die Rahmen stehen da, aber da gehen wir mitsamt allem Gepäck durch, es piept, und allen ist's wurst.

Ich werde bald schauen, wie es in Ulan-Ude ist. ;)

Anzeigetafeln gibt es z.B. nicht in Taiga (Oblast Kemerowo), wo viele Leute umsteigen müssen, wenn sie von oder nach Tomsk fahren.

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Re: Kleines Einmaleins für Zugreisen durch Russland

Beitrag von Jenenser » Donnerstag 22. Juni 2017, 09:22

m5bere2 hat geschrieben: Noch nie gesehen. :-)
Es ist schwer vorstellbar, dass man heute in Sibirien unkontrolliert ins, letztendlich, ganze Netz der RZD gelangen kann.

Im Nordkaukasus wurden vor zwei Jahren diese Sicherheitskontrollen (die besagten Rahmen + Gepäckkontrolle mit Band) in Container verlagert, die vor dem Bahnhofsgebäude standen. Um den Bahnhof zog man einen Zaun, unter dem die Architektur, z.B. in Kislowodsk, doch leidet. Seitenein- und Ausgänge konnten nicht mehr genutzt werden…
Anzeigetafeln gibt es z.B. nicht in Taiga (Oblast Kemerowo)
Keine Ahnung, wie groß der Bahnhof ist, wie viele Gleise… Möglicherweise ist dort alles, wie immer. Da braucht man natürlich dann auch keine Anzeigetafeln…
in Nizhny
...ist ja zur Zeit Großbaustelle. Doch die Sicherheit kam nicht zu kurz.
Noch was zu Sicherheit. Ein Bekannter aus Sotschi teilte mir mit, dass das Fotografieren von Zügen und Bahnanlagen nicht mehr verboten ist. Das müsste auch für die Metro gültig sein. Wer weiß da mehr?



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