Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Erlebinsse einer Wolga-Kreuzfahrt und Abenteuer-Reisen nach Kamtschatka können hier diskutiert werden. Aber natürlich auch, ob Aeroflot die wirklich günstige Flugverbindung nach Moskau ist.
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Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Oblomow » Sonntag 2. Juli 2017, 22:27

Mein russischer Schwiegervater besuchte uns in Deutschland.
Er bekam sehr starke Schmerzen in der Bauchgegend und der Blutdruck sank.
Als er sich endlich überreden ließ, zum Arzt zu gehen, schickte dieser ihn sofort mit Verdacht auf Herzinfarkt ins Krankenhaus.
Ein Herzinfarkt war es letztlich nicht und es wurde das ein oder andere Problemchen diagnostiziert, aber woher diese Schmerzen nun genau kamen, war nicht festzustellen und die Schmerzen verschwanden dann letztlich auch.
Als die gesundheitlichen Probleme begannen, haben wir pflichtgemäß sofort die Krankenversicherung informiert und die haben dem Krankenhaus auch den Versicherungsschutz bestätigt.
Der Krankenhausbesuch war natürlich kein geplanter diagnostischer Medizintourismus.
Aufgrund des Arztbriefs/Entlassungsschreibens will die russische Krankenversicherung Alfa Strahovanie nicht zahlen, weil das wäre ja chronisch gewesen und das Krankenhaus hat nun die Rechnung als Privatrechnung rausgeschickt.

Was tun?

Ich werde mich beim deutschen auswärtigen Amt über die Versicherung beschweren. Vielleicht häufen sich ja die Beschwerden und die können eine Drohkulisse aufbauen, dass die Versicherung künftig nicht mehr anerkannt wird.

Habt Ihr noch Ideen / Strategien? (vorerst außer Anwalt)



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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Saboteur » Sonntag 2. Juli 2017, 23:36

Oblomow hat geschrieben:
Habt Ihr noch Ideen / Strategien? (vorerst außer Anwalt)
Meine Frage wäre an der Stelle was denn im Arztbrief stand. Also Vorstellungsanlass und zum anderen wie hoch die Rechnung ist.
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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Oblomow » Sonntag 2. Juli 2017, 23:47

Der Spaß wird uns über 2000 Euro kosten.

Im Arztbrief werden Vorerkrankungen erwähnt (auf denen die Krankenversicherung zum Thema "chronisch" reitet) aber es geht aus dem Arztbrief auch hervor, dass die Ursachen der starken Schmerzen nicht wirklich gefunden werden konnten.

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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Saboteur » Sonntag 2. Juli 2017, 23:59

Ja, das man eine Krankheitsanamnse macht ist ja normal. Aber es sollte auch im ersten Absatz der Vorstellungsanlass erwähnt /erklärt werden.

Der Patient kam nach akuten Bauschshmerzen und Blutdruckabfall.. und so weiter. Falls nichts zum Vorstellungsanlass im Brief steht - der ja ein akuter war, würde ich um erneute Ausstellung eines ergänzten Arztbriefes bittten.
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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Oblomow » Montag 3. Juli 2017, 00:25

Neuen Arztbrief hatte ich beim (sehr großen) Krankenhaus angefordert, wurde aber nicht darauf reagiert.

Ich sollte noch erwähnen, dass die Krankenkasse dem Patienten nicht schriftlich sondern nur telefonisch mitgeteilt hat, dass sie nicht zahlen werden. Geht ja wohl gar nicht !?



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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Saboteur » Montag 3. Juli 2017, 00:47

Also. Ich würde erstmal gucken ob dieser Passus im. Brief steht oder nicht. Falls nicht macht ein neuen Brief anfordern Sinn. Das erstmal niemand reagiert ist kein Wunder. Arztbriefe und Epikrisen sind überall in Deutschland ein Problem, da sie sehr viel Arbeit machen. Ich würde an deiner Stelle gucken wer damals behandelnder Arzt war und Oberarzt war, falls Assistenzarzt und mich direkt telefonisch an den Oberarzt /Oberärztin wenden und das Problem schildern und um einen neuen Brief bitten.
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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von Magdeburg-Moskva » Montag 3. Juli 2017, 21:13

Oblomow hat geschrieben:Neuen Arztbrief hatte ich beim (sehr großen) Krankenhaus angefordert, wurde aber nicht darauf reagiert.

Ich sollte noch erwähnen, dass die Krankenkasse dem Patienten nicht schriftlich sondern nur telefonisch mitgeteilt hat, dass sie nicht zahlen werden. Geht ja wohl gar nicht !?
Wenn die alfa strahovanie Kostenübernahme ggü. dem KH zugesichert hat, soll sich doch das KH mit Alfa-Strahovanie herumärgern und die auf Zahlung verklagen. Wenn nur Versicherungsschutz oder ihr irgendeine Selbstzahlerklausel o. ä. unterschrieben habt, is' schlecht.

Warum nur telefonisch? Schlecht gelaunter Mitarbeiter eines Callcenters von Alfa-Strah behaupte ich mal, der stur nach Vorgaben arbeitet. N. B. In vielen Servicebereichen gilt: unqualifiziertes Personal, das erstmal abwimmelt. Schreibt man denen auf Augenhöhe, werden die Leute lösungsorientiert und handzahm.

Ihr habt zwei Möglichkeiten:

- Das KH ärgert sich mit Alfa herum - wäre das Beste.

ODER

Schwiegervater muss sich mit Alfa herumärgern:

1. Beim KH um Stundung bitten
2. Alfa schriftlich zur Zahlung auffordern, Frist 30 Tage (Einschreiben, Rückschein)
3. Nach Fristablauf + 15 Tage Anwalt beauftragen, der schreibt Alfa nochmals an
4. Klage - die russischen Gerichte gelten als relativ verbraucherfreundlich [wahrscheinlich wird Alfa im Vorfeld eine Klage vermeiden]

Beschwerden beim AA nützen nichts und erscheinen mir nicht angebracht. Die sind noch unbeweglicher als Alfa. Auch ist es politisch unklug, sich wegen eines - verzeih mir bitte - kleinen Lichtes wie Deinem Schwiegervater diplomatischen Stress zu machen. Sonst wäre zu befürchten, dass bei deutschen Versicherungen in Russland denmächst intensive Steuerprüfungen o. ä. stattfinden.

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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von zimdriver » Montag 3. Juli 2017, 21:24

... sich beim AA über eine russische Versicherung beschweren wird nur eines bringen: Ausschluss der Versicherung von der Liste der akzeptierten. Die Versicherung wird´s nicht jucken.
Es ist leider so, dass eine Behandlung im Ausland äusserst ungern von russischen Versicherungen übernommen wird, selbst dann, wenn die Behandlung in Russland gleich oder sogar noch mehr kosten würde. Irgendein Gesetz soll es dazu geben.
Ich denke, in dem Fall hilft nur, eine Änderung des Wortlauts des Arztbriefes zu erbitten und, wenn das nicht mehr anerkannt wird, die Angelegenheit unter Lehrgeld abzubuchen.

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Re: Russische Reisekrankenversicherung für Deutschland: Ärger!

Beitrag von inorcist » Montag 3. Juli 2017, 21:50

Ich schliesse mich der Meinung der Vorredner an. Kommunikation mit der Versicherung nur schriftlich, mit Anwalt oder Verbraucherschutz drohen, neuen Arztbrief anfordern, der deutlich macht, dass es sich um einen Notfall handelt.

Wir hatten im russischen Teil der Familie zweimal den Fall, dass jemand im Urlaub zum Arzt musste, und keinerlei Probleme bei der Erstattung, da der Begleitbrief deutlich genug war.

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