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Tonicek stellt sich ein weiteres Mal vor

Verfasst: Sonntag 4. Februar 2018, 22:44
von Tonicek
Jenenser hat geschrieben: ... Ist Russisch auch dabei? Nur das erleichtert Dir die Kommunikation in diesem großen Land, zum Beispiel im Zug. Gelegenheiten der Kontaktaufnahmen mit den Menschen sehe ich im Bericht zahlreich. Sie wurden nur nicht genutzt. Sei es ein Schwatz mit der Mannschaft im wenig besetzten Speisewagen oder selbst mit der Familie im Abteil.
Tonicek hat geschrieben:Auch wenn die Russen, die mich gefragt haben: "Urlaub?? Warum denn Urlaub in Vorkuta ...?" Und wenn ich ihnen dann antwortete: I kill my time, schauten sie völlig ahnungslos und verstanden nicht im Geringsten, was ich meinte
Findet das überhaupt irgendjemand witzig? Gleichgültig, ob es sich nun um Nordzypern, Tschechien, Deutschland oder eben Russland handelt? Kann ich mir nicht vorstellen!
Ja, russisch habe ich 9 Jahre in der Schule gelernt, bei der jährlich stattfindenden Russisch-Olympiade war ich immer Sieger, hat nichts mit Fleiß + Intelligenz zu tun, es ist ein sprachl. Talent. Dafür bekomme ich keinen Nagel gerade in die Wand, ohne blaue Finger zu bekommen.
Später hatte ich eine poln. Freundin, die keine Fremdsprache verstand, hab' ich kurzerhand mein russisch in's Poln. gewandelt, jetzt mach ich das Gleiche mit Tschechisch - gibt schon Unterschiede, ist aber alles die slawische Sprachgruppe.

Im Abteil hab ich mich schon mit der Fam. unterhalten, der Mann arbeitet auf der Gasprom-Plattform nördl. von Vorkuta, aber die Gespräche versiegen dann irgendwann. Der Sohn hatte mit dem im Zug gekauften Internet in seinem Bett nonstop zu tun.

Zwecks Unterhaltung im Speisewagen, die Kellnerin verschwand immer sehr schnell im Nirwana, ich war ja der Einzige. Die "Köchin", eine "Babushka", hatte für meine Begriffe eine etwas sehr schmutzige Kittelschürze an; normalerweise könnte man nach diesem Anblick nur schwer etwas essen - aber auch sie verschwand immer in der Kombüse sehr schnell.

Was ich mit "witzig in Vorkuta" meinte: Es ist nachvollziehbar schwer zu verstehen, daß ein Ausländer mitten im Winter in Vorkuta Urlaub macht, das kann ich verstehen - mit Urlaub verbinden die Leute dort: Sonne, Strand + Meer in der Türkei, Spanien oder Italien, da überall wird man mich nicht oder nur selten finden. Vorkuta ist nicht gerade prädestiniert als Urlaubsziel . . .

Re: Tonicek stellt sich ein weiteres Mal vor

Verfasst: Dienstag 6. Februar 2018, 16:05
von bella_b33
Tonicek hat geschrieben:mit Urlaub verbinden die Leute dort: Sonne, Strand + Meer in der Türkei, Spanien oder Italien
Ja, ist bei uns genauso! Irgendwo in den warmen Sand ans warme Wasser....Abenteuer hab ich im täglichen Leben mehr als genug.
Vorkuta würde ich mal für nen Trip im frühen Winter anpeilen, wobei es auch gern Usinsk sein kann(wurde mir von 2 guten Freunden aus Usinsk empfohlen, Vorkuta ist irgendwo im letzten Jahrhundert hängengeblieben, meinten sie). Mir gehts nur um Nordlichter zu sehen und fotografisch festzuhalten. In Syktyvkar, wo ich letztens einige Wochen war(über 1000km südlicher, auch Republik Komi) sieht man sie leider nur alle paar Jahre.

Re: Tonicek stellt sich ein weiteres Mal vor

Verfasst: Mittwoch 7. Februar 2018, 13:35
von Okonjima
bella_b33 hat geschrieben: Ja, ist bei uns genauso! Irgendwo in den warmen Sand ans warme Wasser....
Ich bin seit meiner Zeit in RUS mutiert vom Abenteurer zum Beinehochleger wenn es um Urlaub geht.
Hängt aber auch viel mit meiner Freundin zusammen. Ohne Sonne bzw. Strand geht da nix.
Das ist meine "Bremse", die mich an der Erkundung des fernen Ostens Russlands hindert. Aber man wird
ja auch gerne eingebremst ;)
Außerdem kann man ja nicht mehr wie vor 10-15 Jahren, es zwickt und zwackt schon überall.
In der Theorie spuken mir da auch so ein paar "magische" Orte durch den Kopf:
Pik Lenin Basecamp, Wrangelinsel, Franz-Josef-Land, Oimjakon, Bären auf Kamtschatka fotografieren - aber eben nur in der Theorie!
Vielleicht wirds ja noch was mit etwas "leichteren" Orten wie Medeo oder Wladiwostok.
Außerdem muß man ja auch mal zur Ruhe kommen.

@bella
kleiner Tipp für die Nordlichter - im Febr./März nach Spitzbergen. Logistisch relativ einfach zu erreichen und
in der Zeit hohe Wahrscheinlichkeit für Nordlichter. Und viel kälter als Syktyvkar ist es auch nicht ;)

Re: Tonicek stellt sich ein weiteres Mal vor

Verfasst: Mittwoch 7. Februar 2018, 13:46
von bella_b33
Okonjima hat geschrieben: @bella
kleiner Tipp für die Nordlichter - im Febr./März nach Spitzbergen. Logistisch relativ einfach zu erreichen und
in der Zeit hohe Wahrscheinlichkeit für Nordlichter. Und viel kälter als Syktyvkar ist es auch nicht ;)
Jaaa, Februar März hab ich keine Zeit, da arbeite ich, das ist das Problem!

Gruß
Silvio

Re: Tonicek stellt sich ein weiteres Mal vor

Verfasst: Mittwoch 7. Februar 2018, 13:55
von Okonjima
bella_b33 hat geschrieben:
Jaaa, Februar März hab ich keine Zeit, da arbeite ich, das ist das Problem!
Womit wir beim nächsten Problem wären - ZEIT! :D
Und die Sache zwischen Daumen und Zeigefinger! ;)

Re: Reisebericht nach Workuta

Verfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 00:27
von bella_b33
Ich weiß nicht wovon du redes Oki :lol: :lol: :lol:

Re: Reisebericht nach Workuta

Verfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 11:32
von Okonjima
bella_b33 hat geschrieben:Ich weiß nicht wovon du redes Oki :lol: :lol: :lol:
Und da bist Du nicht der Einzigste [run]

Re: Reisebericht nach Workuta

Verfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 12:00
von zimdriver
@Tonicek, danke. Beim Betrachten des Fotos mit Hafenjacke und Russenmütze verstehe ich, weshalb die Omas Dich um Begletung beim Betreten der Strassen gebeten haben. Das ist so die ünliche Kluft der bessergestellten Strassenbewacher.
Transsib würde ich gleich nochmal machen. Vladivostok bis Moskau mit Unterbrechungen in 18 Tagen war ein Genuss. Allerdings: Ich habe mir immer das komplette Abteil für uns zwei Reisende gekauft. Ich wollte weder stinkende Socken (Platskartny) noch junge Welpen mit Mutterverlust oder alkoholisierte Adidas- Träger (Kupe) nachts um mich haben, wie ich sie in der Nachbarschaft erlebt habe.
@oki, Medeo ist mit dem Rollstuhl machbar. Ist ein Vorort von Almaty und absolut ohne irgendeine Schwierigkeit. KAZ ist visafrei zudem. Lohnt sich aber nur, wenn du gleich weiter zum Chymbulak fährst, um da Ski oder Snowbard zu fahren. Bären auf Kamtschatka verlangt Zeit und Geld, weil es da ohne Agentur überhaupt nicht geht, wegen der Quoten/ Touristennation im Naturschutzgebiet. Omjakon- ja, das wäre noch was für mich.

Re: Reisebericht nach Workuta

Verfasst: Donnerstag 8. Februar 2018, 14:44
von Okonjima
@zimdriver
Gedankenleser? :D Genauso ist Planung, wenn Almaty + Medeo dann gleich noch in Chymbulak bißchen rumrutschen.
Ist ja quasi um Ecke. Medeo ist jetzt sicherlich auch kein Ort den jeder unbedingt mal gesehen haben muß.
Als sportinteressierter Pimpf in der Täterä war Medeo damals das Mekka des Eisschnellauf, da wurden Legenden
wie Karin Enke oder Christa Rothenburger gemacht. Daher mein Interesse.
Muß ich nur noch das Weibchen im Winter dahinlotsen.

Re: Reisebericht nach Workuta

Verfasst: Freitag 9. Februar 2018, 14:05
von Jenenser
zimdriver hat geschrieben:Transsib würde ich gleich nochmal machen. Vladivostok bis Moskau mit Unterbrechungen in 18 Tagen war ein Genuss. Allerdings: Ich habe mir immer das komplette Abteil für uns zwei Reisende gekauft. Ich wollte weder stinkende Socken (Platskartny) noch junge Welpen mit Mutterverlust oder alkoholisierte Adidas- Träger (Kupe) nachts um mich haben, wie ich sie in der Nachbarschaft erlebt habe.
Ja, bei meiner ersten Reise von Moskau nach Irkutsk, noch im legendären „Baikal“, buchten wir SW, um solche Erscheinungen aus einem sicheren Nest heraus nur beobachten zu können. Später wollte ich aber dazugehören, einschließlich „Platzkartny“.

Oki hat irgendwo `was vom Zwicken und Zwacken geschrieben. So ändern sich die Zeiten. Heute bevorzuge ich das 4er Coupe. Die Frage schon auf dem Bahnsteig bleibt immer: Wird die Babuschka mit Sonnenblumenkernen mit im kleinen Abteil sitzen? Schnarcht dieser Nachbar? Oder gibt es Party bis früh um Acht?

Im vergangenen Jahr waren es 2 ältere Chinesen einer Reisegruppe. Doch, sehr rege, organisierten sie einen Tausch. Und so landeten wir in einem anderen Abteil, in dem schon zwei Olgas warteten. Alle waren glücklich und zufrieden.