Selbstständig in Russland als Texter

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Viktor00
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Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von Viktor00 » Mittwoch 6. November 2019, 01:27

Guten Abend,

mein Wunsch ist es in Russland zu Leben und zu arbeiten als selbstständiger Ghostwriter bzw. Texter.
Ich bin Russlanddeutscher, es gibt für uns ein Programm indem wir "zurück" nach Russland können.

Es geht mehr um die Tätigkeit bzw. Arbeit.

Ich arbeite schon als selbstständiger Ghostwriter bzw. Texter in Deutschland. Ich schreibe Texte und verkaufe sie weiter. Das läuft alles online. Die Arbeit ist deshalb ortsunabhängig.

Das mögliche Problem das es gibt: Meine wichtigsten Kunden sitzen in Österreich und Niederlande.
Ich habe gehört, dass wenn ich in Russland lebe und selbstständig arbeite, wird die Valjuta Kontrolle die Überweisungen meiner ausländischen Kunden sperren wird. Ist das korrekt?

Gibt es Tipps und Tricks dieses Problem zu umgehen?

Grüße Viktor



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m5bere2
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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 6. November 2019, 06:15

Nicht sperren. Alles was unter 600.000 Rubel ist, interessiert die Valutakontrolle nicht. Für alles drüber muss man halt ein Dokument haben, woher das Geld kommt (Vertrag oder sowas), denn das kann angefragt werden.

Die Valutakontrolle wird auch nur aktiv, wenn du russischer Staatsangehöriger bist oder mit Вид на жительство in Russland bist. Ansonsten zählst du als Valuta-Nichtresistent und kannst machen, was du willst.

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Norbert
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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von Norbert » Mittwoch 6. November 2019, 11:43

In dem Moment, wo Du wirklich "zurück" nach Russland willst, ist dies aber in der Tat ein kleines Problem.

Denn in diesem Fall bist Du Resident und unterliegst voll den russischen Valutaregeln. Und der Export von geistigem Eigentum (dazu zählen beispielsweise Programmiercode oder auch Texte) ist möglich, MUSS aber zwingend auf einem russischen Konto verbucht werden. Deine Kunden müssten also Deinen Lohn auf ein russisches Konto zahlen. Das ist problemlos möglich, kostet aber Gebühren. Und nicht alle Kunden wollen auf russische Konten zahlen.

Die Gefahr, dass ein Verstoß bemerkt wird, ist vermutlich gering. Andererseits gehört Russland seit 2017 zu den Ländern, welche zur Vermeidung von Steuerhinterziehung auch Kontodaten austauschen. Und die für diese Verstöße vorgesehene Strafe ist 70 bis 100 % der Gesamtsumme.

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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 6. November 2019, 14:04

m5bere2 hat geschrieben:
Mittwoch 6. November 2019, 06:15
Nicht sperren. Alles was unter 600.000 Rubel ist, interessiert die Valutakontrolle nicht. Für alles drüber muss man halt ein Dokument haben, woher das Geld kommt (Vertrag oder sowas), denn das kann angefragt werden.
Mir hat die Sberbank damals gesagt, ich soll unter 5.000Eur bleiben, wenn ich Geld aus dem Ausland empfange! Hab ich bisher immer so gemacht und niemand hat gefragt.
Dumm sein ist wie tot sein: Man selber merkt nichts, schlimm ist es nur für die Anderen!

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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von Norbert » Mittwoch 6. November 2019, 15:13

Aus dem Ausland empfangen ist grundsätzlich kein Problem, auch bei deutlich höheren Summen. Vertrag vorzeigen, fertig.

Im (!) Ausland empfangen ist ein Problem.



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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von Berlino10 » Mittwoch 6. November 2019, 17:52

Ich, in RUS mit RWP lebend, beziehe mein Einkommen auch aus dem Ausland.
Aber in der Tat scheint es Probleme mit der Versteuerung in RUS damit zu geben,
wenn die dt. Firma einen Teil auf mein dt. Konto bzw bar zahlt

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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von m1009 » Mittwoch 6. November 2019, 18:28

Bei mir nicht. Alles ok. Toi Toi Toi.

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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von Norbert » Mittwoch 6. November 2019, 19:36

Das geht so lange gut, bis die russische Valutakontrolle davon Wind bekommt und es als verbotene Valuta-Transaktion bewertet. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, weil ich die potentielle Strafe alles andere als hinnehmbar empfand und habe mich von der Steuerbehörde über die Steuerzentrale zur Abteilung Valutakontrolle durchgefragt. Dort saß dann zufällig ein Nachbar am Schreibtisch, der mir klipp und klar sagte: "Erspar Dir den Ärger! Lass es Dir nach Russland überweisen! Nur dann ist es ganz sicher kein Verstoß."

Bei mir weigert sich im Moment die Bank, Kapitalerträge, die in Euro vorliegen, auf ein privates Euro-Konto in Russland zu überweisen. Auch dies ist eine unerlaubte Valuta-Transaktion. Ich muss zwingend in Rubel konvertieren. Das Gesetz lässt hier auch keine Schlupflöcher, ich habe ziemlich lange gesucht.
Berlino10 hat geschrieben:
Mittwoch 6. November 2019, 17:52
Ich, in RUS mit RWP lebend, beziehe mein Einkommen auch aus dem Ausland.
Aber in der Tat scheint es Probleme mit der Versteuerung in RUS damit zu geben,
wenn die dt. Firma einen Teil auf mein dt. Konto bzw bar zahlt
Wenn Du diesen Teil Deiner Leistung außerhalb Russlands erbracht hast, dann geht es. Alles andere ist sehr gewagt. Nachtrag: Falsch, so lange nur ein RWP und noch kein Vid besteht, ist es nicht so kritisch.

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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von m5bere2 » Mittwoch 6. November 2019, 19:59

Berlino10 hat geschrieben:
Mittwoch 6. November 2019, 17:52
Ich, in RUS mit RWP lebend, beziehe mein Einkommen auch aus dem Ausland.
Mit RWP biste auch kein Valutaresident. Wenn du den Vid kriegst, mach dich darauf gefasst, dass alle deine Konten in Russland geschlossen und neue eröffnet werden.

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Re: Selbstständig in Russland als Texter

Beitrag von Norbert » Mittwoch 6. November 2019, 20:01

Ah, OK, das Schlüsselwort war RWP. Übersehen, sorry.



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