Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

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Young Shatterhand2
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Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von Young Shatterhand2 » Freitag 10. April 2015, 23:21

[welcome]

Ich suche Rezeptideen für Aufläufe, Eintöpfe und Salate, die als Grundlage Kartoffeln, Zwiebel und Kohl haben. Sie sollten satt machen (für die dunkle Jahreszeit), leicht zu machen sein und auch relativ schnell zubereitet sein. Kennt ihr welche bzw. eure Frauen? Wichtig ist, dass man die Zutaten auch im Winter von den Märkten bekommen kann. Auf gespritzter Ware aus dem Supermarkt kann ich gut verzichten.



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Axel Henrich
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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von Axel Henrich » Samstag 11. April 2015, 01:29

Young Shatterhand2 hat geschrieben: Wichtig ist, dass man die Zutaten auch im Winter von den Märkten bekommen kann. Auf gespritzter Ware aus dem Supermarkt kann ich gut verzichten.
Also ich habe jetzt mal einen Bericht gesehen, dass die Supermärkte in Deutschland aber fett bei der Frische mit den Wochenmaerkten mithalten koennen, z.T. sogar besser sind!
In Russland, vor allem in den Regionen, sieht das bisserl anders aus, weil sich die Leute 2x in der Woche meist auf dem Basar mit dem Nötigsten versorgen. Da sieht die Obst- und Gemueseecke manchmal ziemlich verwaist aus - Bigimot, Magnit.

Zu deiner Frage von mir leider nix, это не моя функция :lol:

-ah-

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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von klaupe » Samstag 11. April 2015, 10:58

Axel Henrich hat geschrieben:Also ich habe jetzt mal einen Bericht gesehen, dass die Supermärkte in Deutschland aber fett bei der Frische mit den Wochenmaerkten mithalten koennen, z.T. sogar besser sind!
Das habe ich auch gesehen und ich war sehr erstaunt.

Im letzten Jahr gab es hier in der Region (PM) auch eine vergleichende Untersuchung: Supermarkt - Obst-/Gemüsegeschäfte - "Bioläden" - Wochenmarkt - Hofläden - Straßen(rand)händler mit Produkten aus dem eigenen Garten.
Das Ergebnis war verblüffend!
  1. Die Bioläden schnitten sehr gut ab, hatten aber durchweg Apothekenpreise. Dazu waren die Produkte optisch manchmal nicht so schön, z.B. fleckiges Obst. OK, wenn man nicht spritzt, ist das auch eine Einladung für das Ungeziefer.
  2. Spitzenreiter waren im Preis-/Leistungsverhältnis eindeutig die großen Supermarktketten. Offensichtlich drücken die nicht nur die Preise, sondern erlauben sich auch mehr Kontrollen und/oder haben die Hersteller dressiert und in der Zange. Nur bei Paprikaschoten aus Ungarn war die Pestizidbelastung hart am Grenzwert. Die Optik war überwiegend gut und der Kram von gestern landet im Container oder bei der Tafel.
  3. Die Obst-/Gemüsehändler (überwiegend "regionale Produkte") und die Wochenmarkthändler konnten mit dem Supermarkt im Durchschnitt nicht mithalten. Preise und Belastung waren im selben Geschäft oft sehr unterschiedlich. Bei den Preisen kann man ja noch vergleichen, aber beim Einkauf habe ich mein Minilabor nicht dabei.
  4. Die Hofläden konnten auch wenig punkten. Reduziertes Warenangebot "direkt vom Erzeuger", bei den Preisen deutlich über Supermarkt und in der Qualität sehr unterschiedlich. Ich kenne ein paar dieser Nachbarschafts-Bauern und musste feststellen, das das Zeug auch teilweise sehr lange lagert oder sehr schnell ausverkauft ist. Da habe ich sogar schon Eier erwischt (glückliche Freilandhühner!) die jenseits der Schleudergrenze waren. Bei dem Bio-Eier-Preis (gluten-,laktosefrei, 100% ovolaktovegetabil) greifen wohl selten die Kunden zu.
    Ich kaufe dort nur Kartoffeln, weil ich die aus der Kiste selbst aussuchen kann und der Sack-Preis akzeptabel ist.
  5. Extrem schlimm war es bei den Vorgartenhändlern an der Straße. Offensichtlich sparen die Laubenpiper nicht mit Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmittel. Einer hatte wohl "natürlich" mit dem Inhalt seiner Sickergrube gedüngt, da waren Waschmittelrückstände und Bakterien (Kolio?) nachweisbar. Bei Obst reichte das Spektrum von unbelastet bis 'großzügig gespritzt'. Dazu kam die deutlich nachweisbare Staub- und Schwermetallbelastung durch den Straßenverkehr. Bei den Preisen lagen sie meist in der Obergruppe und die Optik reichte von "mein erster Versuch" bis "Profi", aber da kann man ja meist auch selbst aussuchen.
Aber nun wenigstens noch ein Rezept von meiner Freundin aus Lillehammer:
Forikohl (sage ich, mit weit offenem 'o', eigentlich Får i kål = Hammel und Kohl)
Anmerkung: Statt Hammel nehmen viele Lamm, auch durchwachsenes Rindfleisch oder eine Mischung daraus.

1 kg Fleisch, nicht zu mager, grob gewürfelt wie bei Gulasch,
1 kg Kohl grob geschnitten,
paar Zwiebeln (ca. 300-400 g) in Scheiben oder nicht zu fein gewürfelt,
Salz, schwarze oder bunte Pfefferkörner (1/2 Hand voll),
Kümmel nach belieben, ggf. auch Knoblauch (wer es mag und hinterher kein Rendezvous hat)
ggf. 1 EL Mehl, zum Andicken
ggf. Petersilie, geschnitten für die Optik

Der Topf sollte möglichst hoch sein, also keine breite "Pfanne"

Die fettesten Fleischstücke auf den Boden schichten, darüber ein paar Pfefferkörner oder grob gemahlen,
dann eine dünnere Schicht Zwiebeln und eine ordentliche Schicht Kohl, darüber Kümmel und nicht zu viel Salz (Kümmel gibt Geschmack und verhindert, dass der Kohl und Zwiebel hinterher geräuschvoll den Körper verlassen; Salz macht Durst und erhöht den Blutdruck)

Nun weiter Schichten Fleisch, Zwiebel, Kohl, gewürzt wie oben.

Topf etwas mit heißem Wasser füllen. Ich mag es dicker, manche füllen aber den Topf gut zur Hälfte mit Wasser.

Kurz aufkochen lassen und dann bei kleiner Flamme mit gut geschlossenem Deckel (Dampfdrucktopf wäre ideal) ca. 2 Stunden schmoren lassen (Dampfdruck geht etwas schneller). Wenn man, wie ich, wenig Wasser nimmt, sollte die Nase aktiv bleiben, dass nichts anbrennt; notfalls 1 Tasse Wasser nachkippen.

Zum Schluß die Brühe (falls vorhanden) etwas binden (1 EL Mehl in 1 Glas Kaltwasser klumpenfrei verquirlen und dann unterrühren) und ggf. mit geschnittener Petersilie etwas Farbe drauf.

Ich verschlinge den Fårikål so, wie er ist, meistens viel zu viel :shock:
Manche nehmen Kartoffel dazu, insbesondere, wenn mit mehr Brühe serviert wird.

Mit einem Linie Aquvit kann man das Mahl stilecht abrunden, schon wegen dem Kümmel (s.o.) empfehlenswert.

Der Topf muss nicht leer werden, denn mit jedem Aufwärmen schmeckt es besser!

God Appetitt - Бон Аппетит
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von m1009 » Samstag 11. April 2015, 11:41

Eine erschoepfende Analyse der Lebensmittelsituation in Bandenburg spare ich mir.... :lol: ...

- etwa 500gr Rind am Stueck, mit Knochen, mit Salz und Pfeffer in eine grossen Topf, 1,5 bis 2 Wasser dazu, ca. 2h bei geringer Hitze kochen
- Fleisch entnehmen, verdunstetet Wasser ggf. auffuellen,
- 1/4 bis 1/2 Weisskohl in Streifen schneiden, ab in den Topf, 20min bei geringer Hitze kochen
- 2 mittlere Rote Beete schaelen, in grobe Streifen hobeln, mit Oel, etwas Salz und Pfeffer in der Pfanne leicht anbaten, 2 Essloeffel Essig dazu, etwa 10 min in Pfanne bei geringer Hitze duensten, danach ab in den Topf
- 1-2 Moehren schaelen, grob verreiben, 1-2 Zwiebeln klein wuerfeln, in die Pfanne, bis sie gut goldgelb sind
- in den Topf
-3 Kartoffeln schaelen, wuerfeln, ab in den Topf
- Salz, Zucker, Rotwein oder Essig dazu
3 Zehen Knoblauch, durch die Knoblauchpresse, in den Topf :roll:
-1h Kochen, Dill oder Schnittlauch macht sich auch noch ganzgut
-kurz vor dem Ende ein Lorbeerblatt

Nennt sich Bortsch das Ganze... ;)
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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von klaupe » Samstag 11. April 2015, 12:42

m1009 hat geschrieben:Eine erschoepfende Analyse der Lebensmittelsituation in Bandenburg spare ich mir.... :lol: ..
Wäre ja interessant, wenn man es mit der Situation in anderen Regionen vergleicht. BRB ist sicherlich keine Orientierungsgröße für Russland.
Ich kann mich nur einigermaßen kompetent zur hiesigen Situation äußern.
Nennt sich Bortsch das Ganze... ;)
Porsche macht meine Frau auch manchmal, aber lieber ist es ihr, wenn ich koche :roll:
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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von m1009 » Samstag 11. April 2015, 12:47

Wäre ja interessant, wenn man es mit der Situation in anderen Regionen vergleicht
Gibt es da nicht bessere Moeglichkeiten, als ein RUSSLAND-Forum?
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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von Saboteur » Samstag 11. April 2015, 15:37

Young Shatterhand2 hat geschrieben:[welcome] Wichtig ist, dass man die Zutaten auch im Winter von den Märkten bekommen kann. Auf gespritzter Ware aus dem Supermarkt kann ich gut verzichten.
Das glaube ich nicht mehr, dass das Dorfobst und Gemüse immer besser ist... aber egal:

ich mag das hier:

http://www.chefkoch.de/rezepte/16269112 ... rkohl.html

Wegen anderen Rezepten frage ich nochmal meine Frau.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...

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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von Young Shatterhand2 » Samstag 11. April 2015, 17:48

Erst einmal vielen Dank an Euch, für Eure Rezeptvorschläge!

Besonders die Empfehlung von klaupe klingt gut. In meinem Eingangspost habe ich vergessen zu schreiben, dass ich insbesondere an Gerichte aus Osteuropa/Russland interesssiert bin.

Es muss nicht zwingend immer Fleisch drinne sein. Wichtig wären die drei Zutaten Kartoffeln, Zwiebeln und Kohl. Also halt Zutaten, die man auch im Winter noch auf einem Markt kaufen kann (in Bulgarien). Während meiner Ukraine-Reise sind mir besonders die dortigen Eintöpfe mit den drei erwähnten Zutaten positiv im Gedächtnis geblieben. Leider habe ich es versäumt nachzufragen, bezüglich Zubereitung etc. Aufläufe mit überbackenen Käse esse ich auch sehr gerne.

Also dann bin ich mal weiter gespannt und hoffe besonders, dass Saboteur´s Frau ein paar Geheimnisse von sich preisgibt. ;)

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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von klaupe » Samstag 11. April 2015, 20:26

m1009 hat geschrieben:
Wäre ja interessant, wenn man es mit der Situation in anderen Regionen vergleicht
Gibt es da nicht bessere Moeglichkeiten, als ein RUSSLAND-Forum?
Na gerade die Situation in Russland ist ja besonders interessant. Vielleicht sind da die Qualitäten total anders verteilt.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.

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Re: Rezeptideen für Eintöpfe, Aufläufe und Salate gesucht

Beitrag von Nikolaus » Samstag 11. April 2015, 21:33

Young Shatterhand2 hat geschrieben:Es muss nicht zwingend immer Fleisch drinne sein. Wichtig wären die drei Zutaten Kartoffeln, Zwiebeln und Kohl.
Naja, ein Eintopf oder ein Auflauf ist es nicht, nicht mal ein Salat. Es besteht eigentlich ueberhaupt nur aus Weisskohl, ganz ohne Fleisch - einfach speziell gebackener Kohl. Ist sicherlich eher ein "Arme-Leute-Gericht", denke ich.
Ich habe das mal waehrend einer Dienstreise nach Brjansk kennengelernt; die Kollegen dort haben das ziemlich oft als Vorspeise oder zum Wodka, ... oder besonders die Frauen "einfach so", weil es nicht dick macht - gefuttert. Fuer mich war und ist es noch eine Abwechslung - ohne alles, mit Smetana, Sossen mit Kuemmel, Senf, Butter... oder oder. Ach ja - bissel Knoblauch ist da auch recht beliebt. ;)
Die Zubereitung ist elementar: Kohlkopf in mehrere grosse Teile zerschneiden und in mit bisschen Butter eingeschmiertem geschlossenem Gefaess ab in die Backroehre. Bei ca. 150 Grad ungefaehr 3-4 Stunden backen, bis das Zeug dunkel "wie Kaffee" aussieht. Wenn's besser passt, kann man auch einfach die Heizung nach ein paar Stunden ausschalten, den Kohl aber in der Backroehre auskuehlen lassen, z.B. ueber Nacht und erst am Morgen nachschauen, was da so herausgekommen ist.
Wem's nicht schmeckt, selber dran schuld. :)
Ach so - ja: Weisskohl gibt es in Russland scheinbar auch in diesem Winter trotz Embargo von Import aus der EU ausreichend, entgegen anderslautender "Befuerchtungen" hier im Forum. :D



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