Armut in Russland

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saransk
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Re: Armut in Russland

Beitrag von saransk » Mittwoch 24. August 2016, 16:04

Wie zu einem anderen Thema bereits angeführt, erschien vorgestern ein sehr interessanter Artikel in den DWN, dem man eigentlich nichts hinzufügen muß, außer der Anmerkung, das es wohl doch sehr ernst sein muß, wenn bereits eine "Kremlnahe" Zeitung solch einen Aufhänger bringt.

"Russland scheint im Nahen Osten eine Weltmacht zu sein, die in dem Krisengebiet und vor allem in Syrien für Ordnung sorgen will. Allerdings steht Russland selbst am Rande des Ruins. Die entscheidende Frage lautet: Was geschieht, wenn Russland in wenigen Monaten alle Reserven aufgebraucht hat? Putin-Kritiker argwöhnen bereits: Ist der Einsatz im Nahen Osten eine erste Aktion, um von den Problemen im Inland abzulenken? Folgen dann weitere Kriegseinsätze? Wo? Auf der Krim?"...
"Die Lage der Bevölkerung ist dramatisch. Über 20 Millionen Menschen – bei einer Gesamtbevölkerung von 140 Millionen – leben unter der Armutsgrenze, die bei 10.000 Rubel liegt, das sind zum aktuellen Kurs weniger als 165 Dollar oder 150 Euro. Auch, wenn man die im Binnenverkehr nicht wirkende, katastrophale Abwertung des Rubel ausklammert, entspricht der Betrag nur etwas mehr als 220 Dollar oder 200 Euro. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Preise in Russland schon länger nicht extrem niedriger sind als in Westeuropa und die Inflationsrate im Jahr 2015 15 Prozent entsprach und heuer bei weiteren 8 Prozent liegt.".....
"Das Zentrum Moskaus vermittelt den Besuchern den Eindruck einer überragenden, blühenden Weltmacht und dieses Bild empfangen auch die großen Weltpolitiker. Dass nur wenige Kilometer vor Moskau so manche Kleinstadt alle Mühe hat, die Bürger mit Wasser und Strom zu versorgen, sehen die mächtigen Damen und Herren aus den Limousinen mit den getönten Scheiben nicht."



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Dietrich
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Dietrich » Mittwoch 24. August 2016, 16:57

saransk hat geschrieben: außer der Anmerkung, das es wohl doch sehr ernst sein muß, wenn bereits eine "Kremlnahe" Zeitung solch einen Aufhänger bringt.
Da hast du aber arg gefiltert und alle Russlandkritischen Teile zusammengesucht ;-)

Ansonsten ist mir seine Argumentation in dem Artikel (LINK) doch etwas zu verwirrend.
Einerseits ist die Lage angeblich "sehr kritisch" und andererseits
Die Reaktion, die Annexion der Krim mit wirtschaftlichen Sanktionen zu beantworten, blieb wirkungslos.
Während er im Rest des Berichts dann ausführt, wo diese Sanktionen dann eben doch eine "Wirkung" gezeigt haben.
Klar hatten die Sanktionen nicht die Wirkung, dass Russland die Krim zurückgegeben und seine Waffen und "Urlauber" aus dem Osten der Ukraine abgezogen hat. Aber damit hat auch niemand (direkt) gerechnet.
Die Sanktionen soll(t)en die Annektion der Krim und den Überfall auf die Ukraine für Russland "teuer" machen und sie davon abhalten, es noch bunter zu treiben. Und immerhin stehen sie bisher noch nicht in Kiev...

Und natürlich macht er auch keine konkreten Vorschlägem wie man diese Ziele erreichen könnte, ohne auf wirtschaftliche Sanktionen zu setzen. Wahrscheinlich aber, weil er die Notwendigkeit dieser Ziele bestreitet.
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Berlino10 » Donnerstag 25. August 2016, 02:28

Dietrich hat geschrieben: Annektion der Krim und den Überfall auf die Ukraine
Hast du nicht mal was Intelligentes zu bieten? Immer dieselbe peinliche Propaganda-Hetze ...

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Dietrich
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Dietrich » Donnerstag 25. August 2016, 10:07

Berlino10 hat geschrieben:Hast du nicht mal was Intelligentes zu bieten? Immer dieselbe peinliche Propaganda-Hetze ...
Nur weil hier jemand davon Bluthochdruck kriegt, werde ich kaum darauf verzichten, das Offensichtliche beim Namen zu nenen. Wenn du meinst, dich im Bezug auf Putins völkerrechtliche Verbrechen mit Rumschwurbeln und Relativierungen aus deinem Gewissenskonflikt herauswinden zu müssen... bittesehr.

Ansonsten frage ich mich, was du hier im Thema willst, wenn du nix zu dem Artikel auf DWN sagen möchtest? Nur mal wieder deiner Abneigung mir gegenüber fröhnen? Fühlst du dich danach irgendwie besser?

Mach lieber ein Thema auf in dem du erklärst, warum Assad in Syrien als gewählter Präsident durchaus Chlorgas gegen "seine" Bevölkerung einsetzen darf, oder warum Russlands Flächenbmbardierung trotzdem keine Zivilisten tötet, sondern nur böse Terroristen. Warum die Belagerung und Stück-für-Stück Zerstörung von Aleppo trotz der vielen zivilen Opfer gerechtfertigt ist, während ein von beiden Seiten in Odessa provozierter und aus dem Ruder gelaufener Konflikt natürlich Völkermord ist und Poroschenko deshalb sofort als Hauptschuldiger nach Den Haag muss.

Schwierig? Na dann bleib einfach dabei, mir vorzuwerfen, ich sei ein tumber Nato-Troll. Ist einfacher und du fühlst dich danach bestimmt befreiter.

Aber noch besser: Behalt deine Abneigung mir gegenüber einfach für dich. Interessiert hier nämlich niemanden.
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Re: Armut in Russland

Beitrag von Okonjima » Donnerstag 25. August 2016, 18:46

Ist es nicht genau das, was die Sanktionen bzw. die Isolierung Russlands bezwecken sollen?
Es soll Russland wirtschaftlich schlechter gehen! Also - laeuft doch super das ganze!!
Und solange RUS bzw. Putin nicht zu Kreuze kriecht und den Westen um Vergebung bzw. Unterwerfung
bittet, wird sich daran so schnell nichts aendern.
Ganz so dramatisch ist die Lage hier in Veliki Novgorod noch nicht. Aber man merkt am Konsumverhalten
schon das die Preise erheblich gestiegen sind. Mangel kann ich allerdings nicht feststellen!!

Achso - ausser vielleicht.... HILFE MEIN BIER IST WEG!!!
Irgendwie gibts in ganz V.Novgorod kein 387er Bier mehr. Ich werd bekloppt!
Ist das ein Novgorodsches Problem oder hat die Brauerei die Krise dahingerafft?

Gruss der durstige Oki! ;)

Alle Antworten zum Biermangel sind hier: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=138&t=19048, Norbert, Vize-Admin
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Re: Armut in Russland

Beitrag von saransk » Dienstag 6. September 2016, 06:59

Die Hauptgründe für familieninterne Schwierigkeiten sind für viele Russen Geldmangel und zu niedrige Gehälter. Dies ergab die jüngste Studie der russischen Meinungsforschungsinstitutes Lewada-Zentrum.
Mehr: http://de.sputniknews.com/gesellschaft/ ... klich.html

So viel Unterschied ist da gar nicht zwischen Deutschland und Russland. Vermute dann mal das die weiteren Gründe auch identisch sind: durchgedrehte Teenies und besserwisserische Schwiegermütter :D

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Re: Armut in Russland

Beitrag von GIN » Sonntag 25. September 2016, 20:05

saransk hat geschrieben:Die Hauptgründe für familieninterne Schwierigkeiten sind für viele Russen Geldmangel und zu niedrige Gehälter. Dies ergab die jüngste Studie der russischen Meinungsforschungsinstitutes Lewada-Zentrum.
Mehr: http://de.sputniknews.com/gesellschaft/ ... klich.html

So viel Unterschied ist da gar nicht zwischen Deutschland und Russland. Vermute dann mal das die weiteren Gründe auch identisch sind: durchgedrehte Teenies und besserwisserische Schwiegermütter :D

Ich finde Russen in gewissen Gebieten von RF zufriedener als zbs in Moskau oder Rostow. Mir ist aufgefallen das die Sorgen in Krasnodar oder Twer viel weniger ausgeprägt sind als in den Grossstädten. Ich vermute einmal die sehr hohen Lebenshaltungskosten spielen eine Rolle. Die Teenies sind genauso durchgeddreht wie in Deutschland. Als ich 12 war gabs kein Handy, es gab kein Internet und auch kaum Fastfood. Wir sind mit 5DM in der Woche super klargekommen und stressten die Eltern kaum. Es brauchte damals auch keine privaten Schulen oder Kindergärten.

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