Tempora mutantur

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Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Montag 16. Januar 2017, 19:51

Interessant, kurz nachdem Trump gewählt worden ist - und schon herrscht im politischen Forum dröhnendes Schweigen.

In den letzten Jahren war ja der Tenor irgendwie der Gleiche - irgendwas läuft mal wieder schief in Russland, das Russlandbashing geht los, die eisernen Verteidiger Russlands mobilisierten sich und dann kam auch schon das nächste "irgendwas-stimmt-nicht-in Russland"-Thema.

Seitdem sich aber die politische Großwetterlage drastisch gedreht hat und die Kalte-Krieger-Falken einen Nasenstüber kassiert haben, passt scheinbar das mit dem Finger zeigen auf Russland gar nicht mehr ins aktuelle Zeitgeschehen:
- die EU ist zu einem jämmerlicher Laberhaufen mit Zerfallserscheinungen mutiert: Brexit, Erstarken rechter Kräfte in Form populistischer Parteien oder nationalkonservativen Regierungen in Osteuropa, ungelöste Flüchtlingskrise, Dauerbrenner Eurokrise, Griechenland dauerpleite, Italien am Wanken...
- In Deutschland wabern seit der Flüchtlingsschwemme irre Araber mit Äxten durch Regionalzüge oder Brummis fahren auf auf Weihnachtsmärkte oder Frauen werden an Silvester in Köln frisch gev..., während deren Männer wohl mit Wichtigerem ("Benutze ich nun das Unisex-Klo oder das Männerklo?" "Wie fülle ich den Riesterzulageantrag richtig aus?") beschäftigt sind als sie zu schützen oder man wird mal auf dem Weg zur U-Bahn mit einem Tritt nach unten befördert oder wir kommen dem Bescheissen a la russe, äh a la Deutsche Bank oder VW auf ein gutes kriminelles Niveau (selbstverständlich protegiert durch unsere Politiker), was wir gerne anderen Bananenrepubliken unter die Nase reiben.
- und in Syrien ist der Westen Zaungast, aber kein Gestalter, das übernehmen derzeit Teheran, Moskau und Ankara.

Kurz und gut: Mein Eindruck ist, dass es derzeit im westlichen Lager ganz und gar nicht gut aussieht. Dann kommt noch die völlig verfehlte Russlandpolitik mit dem Ukraine-Babysitten dazu - redet darüber heute noch jemand? Die Sanktionen sind ohnehin für den Arsch (wie mir meine Frau nach einem Heimatbesuch, Gesprächen mit Freunden+BEkannten und Preisstudie und Warenanngebot in Supermärkten bestätigt hat, es sei denn, jemand benötigt tgl. Original-Camembert), ändern werden die nüscht, wahrscheinlich demnächst ohnehin aufgehoben... und die - um es in Obama-Deutsch zu formulieren - "Regionalmacht" Russland hat wohl ein Wahlergebnis in den USA (sind die nicht sowas wie die digitale Cybergroßmacht des 24. Jahrmilleniums?) herbeigeführt (wenn die ganzen Räuberpistolen hierzu stimmen sollten).

Also, irgendwie gefühlt steht die Welt heute ganz und gar anders da als noch vor einem Jahr.
"Eines der zentralen Probleme heutzutage ist, dass die Politik so eine Schande ist. Gute Menschen gehen nicht in die Politik." (Donald Trump)



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Wladimir30
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Wladimir30 » Montag 16. Januar 2017, 21:18

Hat mir sehr gut gefallen diese Kurzanalyse.

Ja, es ändert sich vieles. Und mir gefällt es. Wird hoffentlich einiges wachgerüttelt. Ich setze da einige Hoffnungen drauf.
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Montag 16. Januar 2017, 21:36

Mir auch. Trump redet zwar viel Blödsinn, aber er redet Klartext. Macht ihn direkt sympathisch. Klare Worte, klare Kante. Bitte schön, Applaus oder sich daran reiben.
Merkel redet viel Blödsinn, aber verklausuliert alles derart kompliziert, dass ich trotz Promotion gar nicht kapiere, was sie eigentlich sagen will (ok, bei meiner Frau checke ich es auch nicht immer :lol: ) Na ja, sie lebt einfach in einer anderen Welt. Die Pattex-Mutti, nicht meine Frau!
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von zimdriver » Montag 16. Januar 2017, 21:56

... geht mir auch so, die Empfindungen teile ich. Das "Anmahnen" und "Einfordern" hat eben auch seine Grenzen, wenn ein Volk eines anderen Landes sich einen Präsidenten wählt. Und dieser hat nun mal das Recht, seine Meinung auch wieter zu äussern, wegen derer er gewählt worden ist.
Solche Interviews wie heute dämpfen die munteren Transatlantiker offenbar ...

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Montag 16. Januar 2017, 21:58

Mit Obama und Clinton geht erst mal - dem Herren sei Dank - eine Ära der Weichspülerei, Hetze, Verlogenheit (schöne Worte, tolle Reden und Rumgeheule einerseits, Guantanamo und Drohnenkriege andererseits) und Russophobie dem Ende entgegen.
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Montag 16. Januar 2017, 22:07

zimdriver hat geschrieben:... geht mir auch so, die Empfindungen teile ich. Das "Anmahnen" und "Einfordern" hat eben auch seine Grenzen, wenn ein Volk eines anderen Landes sich einen Präsidenten wählt. Und dieser hat nun mal das Recht, seine Meinung auch wieter zu äussern, wegen derer er gewählt worden ist.
Solche Interviews wie heute dämpfen die munteren Transatlantiker offenbar ...
In diesem Kontext weiß ich gar nicht, auf was für einem Trip dieses Deutschland ist oder was für ein Kraut unsere Politiker und Schmierfinken rauchen. Trump, Orban, die polnische Premierministerin (deren Namen ich genauso auf der Pfanne habe wie Trump Tusk und Juncker verwechselt), selbst Erdogan oder auch die Hamas im Gaza-Streifen sind demokratisch gewählt worden. Und es passt uns nicht. Und dann geht das ewige kindische Gegreine los ("böse, finstere Zeitgenossen etc.")
Ja hallo, sollen wir mit der Wehrmacht den Ländern die Staatschefs hineindrücken, die uns genehm sind? Unser Demokratieverständnis ist schon kurios.
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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Berlino10 » Dienstag 17. Januar 2017, 00:35

Kultgrieche hat geschrieben: Seitdem sich aber die politische Großwetterlage drastisch gedreht hat ...
Die EU wird halt immer offensichtlicher zu einer Selbstbereicherungs-Mafia für Kapital- und Polit-Eliten zum Schaden der Menschen. Kein Wunder, dass die die Schnauze voll bekommen ...

Es ändert sich gerade viel, ja, aber nicht in unseren Medien, und nicht bei den Alt-Eliten der USA - die versuchen noch krampfhaft alles auf alt zu schalten, damit sie Trump nicht umbringen müssen, und trotzdem ihre Eliten- und Kriegs-Pfründe behalten können.

Schon grotesk, wie die versuchen ihre Welt als real darzustellen, in dem sie die Guten und RUS die Bösen sind ... da machen sie nicht einmal davor Halt, ihren gewählten Präsidenten anzupissen ... ekelhaft diese verkommene Verbrecher-Bande. Und unsere Medien ganz vorne bei allen anti-russischen FakeNews.

Aber dass ich Hoffnung auf einen wie Trump setze .... ne ... da muss noch viel geklärtes Wasser den Missisippi runterfliesen.

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von fugen » Dienstag 17. Januar 2017, 00:50

Kultgrieche hat geschrieben:Interessant, kurz nachdem Trump gewählt worden ist - und schon herrscht im politischen Forum dröhnendes Schweigen.

In den letzten Jahren war ja der Tenor irgendwie der Gleiche - irgendwas läuft mal wieder schief in Russland, das Russlandbashing geht los, die eisernen Verteidiger Russlands mobilisierten sich und dann kam auch schon das nächste "irgendwas-stimmt-nicht-in Russland"-Thema.

Seitdem sich aber die politische Großwetterlage drastisch gedreht hat und die Kalte-Krieger-Falken einen Nasenstüber kassiert haben, passt scheinbar das mit dem Finger zeigen auf Russland gar nicht mehr ins aktuelle Zeitgeschehen:
- die EU ist zu einem jämmerlicher Laberhaufen mit Zerfallserscheinungen mutiert: Brexit, Erstarken rechter Kräfte in Form populistischer Parteien oder nationalkonservativen Regierungen in Osteuropa, ungelöste Flüchtlingskrise, Dauerbrenner Eurokrise, Griechenland dauerpleite, Italien am Wanken...
- In Deutschland wabern seit der Flüchtlingsschwemme irre Araber mit Äxten durch Regionalzüge oder Brummis fahren auf auf Weihnachtsmärkte oder Frauen werden an Silvester in Köln frisch gev..., während deren Männer wohl mit Wichtigerem ("Benutze ich nun das Unisex-Klo oder das Männerklo?" "Wie fülle ich den Riesterzulageantrag richtig aus?") beschäftigt sind als sie zu schützen oder man wird mal auf dem Weg zur U-Bahn mit einem Tritt nach unten befördert oder wir kommen dem Bescheissen a la russe, äh a la Deutsche Bank oder VW auf ein gutes kriminelles Niveau (selbstverständlich protegiert durch unsere Politiker), was wir gerne anderen Bananenrepubliken unter die Nase reiben.
- und in Syrien ist der Westen Zaungast, aber kein Gestalter, das übernehmen derzeit Teheran, Moskau und Ankara.

Kurz und gut: Mein Eindruck ist, dass es derzeit im westlichen Lager ganz und gar nicht gut aussieht. Dann kommt noch die völlig verfehlte Russlandpolitik mit dem Ukraine-Babysitten dazu - redet darüber heute noch jemand? Die Sanktionen sind ohnehin für den Arsch (wie mir meine Frau nach einem Heimatbesuch, Gesprächen mit Freunden+BEkannten und Preisstudie und Warenanngebot in Supermärkten bestätigt hat, es sei denn, jemand benötigt tgl. Original-Camembert), ändern werden die nüscht, wahrscheinlich demnächst ohnehin aufgehoben... und die - um es in Obama-Deutsch zu formulieren - "Regionalmacht" Russland hat wohl ein Wahlergebnis in den USA (sind die nicht sowas wie die digitale Cybergroßmacht des 24. Jahrmilleniums?) herbeigeführt (wenn die ganzen Räuberpistolen hierzu stimmen sollten).

Also, irgendwie gefühlt steht die Welt heute ganz und gar anders da als noch vor einem Jahr.
Erfrischend :-D

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Evgenij » Dienstag 17. Januar 2017, 06:23

Erfrischend..
Ernüchternd??!

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Re: Tempora mutantur

Beitrag von Kultgrieche » Dienstag 17. Januar 2017, 09:31

Berlino10 hat geschrieben:
Kultgrieche hat geschrieben: Seitdem sich aber die politische Großwetterlage drastisch gedreht hat ...
Es ändert sich gerade viel, ja, aber nicht in unseren Medien, und nicht bei den Alt-Eliten der USA - die versuchen noch krampfhaft alles auf alt zu schalten, damit sie Trump nicht umbringen müssen, und trotzdem ihre Eliten- und Kriegs-Pfründe behalten können.

Schon grotesk, wie die versuchen ihre Welt als real darzustellen, in dem sie die Guten und RUS die Bösen sind ... da machen sie nicht einmal davor Halt, ihren gewählten Präsidenten anzupissen ... ekelhaft diese verkommene Verbrecher-Bande. Und unsere Medien ganz vorne bei allen anti-russischen FakeNews.
Stimmt, da hast du recht - den Vertrauensverlust, den unsere ach-so kompetente, freie, offene Presse erlitten hat, habe ich vergessen aufzuzählen. Einseitigkeit, Selbstzensur, erzieherischer Duktus - nein danke. Unserer Presse traue ich für keinen Pfifferling mehr über den Weg. Die können schreiben was sie wollen, denen nehme ich nichts mehr ab. Will ich mich über Ereignisse in Deutschland informieren, sind da die Washington Post, CNN oder BCC informativer und plakativ-glaubwürdiger.
Ist ja drollig anzusehen, wie Trump die Presse gerade einnordet. Erst hetzen Gazetten wie die NYT gegen ihn und wundern sich dann, wenn er sie mit Nicht-oder Verachtung straft.
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