Deutsche Geschichtsschreibung

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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Berlino10 » Sonntag 17. März 2019, 15:14

Axel hat geschrieben:
Samstag 16. März 2019, 23:25
Auch bezüglich einer unabhängigen Untersuchung der abgestürzten MH17 stellt sich Russland quer, wohlmöglich weil man schon weiß, wer der Verantwortliche ist und man sein Gesicht nicht verlieren möchte.
Mal ganz davon abgesehen, wer sich hier überhaupt querstellt (diese einseitige Behauptung zeigt auch nur mal wieder blinden Kadavergehorsam)

Was die eUSA von unabhängigen Untersuchungen hält:
US-Sanktionen gegen Strafgerichtshof
tagesschau.de (16.3.2019)
Die USA haben ihre Drohung aus dem vergangenen Herbst wahr gemacht und erste Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag verhängt. Hintergrund sind Untersuchungen der Institution, ob US-Soldaten und Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA in Afghanistan Kriegsverbrechen begangen haben.



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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von m5bere2 » Sonntag 17. März 2019, 16:15

Berlino10 hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 14:30
und drittens ist das bei einer deart hohen Korrelation zwischen Währung/Ölpreis wenig aussagekräftig über die Qulität der Politik
Wenn man auf das Diagramm schaut, dann macht sich der Rubel verglichen mit dem Ölpreis gar nicht so schlecht. ;)

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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von willi » Sonntag 17. März 2019, 20:54

@m5bere2

Schlecht geschlafen oder was? Oder wie kommst du sonst auf das Brett " im Osten leben lauter Dumpfbacken"?
Es geht um die Einkesselungsstrategie der Amerikaner und wie sie ihre Interessen durchsetzen. Meine 12jährige Tochter stellt Fragen und das Video ist ganz hilfreich da paar einfach verständliche Antworten zu geben die sie auch ohne Schwarzgurt in antiimperialistischer Agitation versteht. Sowas wie Ken FN kann ich ihr da noch nicht anbieten. Und es geht darum, warum die Russen immer als die grosse Bedrohung dargestellt werden, obwohl sie weltpolitisch nicht aggressiv nicht auftreten

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Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Tonicek » Sonntag 17. März 2019, 21:01

paramecium hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 13:45
Ein Grund für Putin jetzt die Wechselkursanzeigen auf den Straßen zu verbieten.
Entspricht das wirklich der Wahrheit? Ich kann es nicht glauben . . .
The one who follows the crowd will usually go no further than the crowd. Those who walk alone are likely to find themselves in places no one has ever been before.

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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von m5bere2 » Montag 18. März 2019, 04:47

willi hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 20:54
Schlecht geschlafen oder was? Oder wie kommst du sonst auf das Brett " im Osten leben lauter Dumpfbacken"?
Das kommt aus deinem Video, relativ am Anfang. Da sagt er, die Russen haben Ressourcen und Manpower, der Westen hat die intellektuellen Fähigkeiten...



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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Axel » Montag 18. März 2019, 04:51

paramecium hat geschrieben:
Sonntag 17. März 2019, 13:45
Interessanter als dieser Rückblick auf die altbekannten Propagandamythen (auf beiden Seiten) ist doch eher der Blick in die Zukunft.

Der große Krim-Popularitätsbonus den Putin in den letzten Jahren hatte, ist so langsam verbraucht. Der Rubelkurs ist seit der Annexion der Krim und dem Krieg in der Ostukraine so schlecht wie seit Putins Machtantritt nicht mehr. Ein Grund für Putin jetzt die Wechselkursanzeigen auf den Straßen zu verbieten. Eine Maßnahme die schon fast Realsatire ist.
Trotz des schlechten Kurses, scheuen sich Ausländer in Russland zu investieren. Sie trauen dem Staat weniger als je zuvor (fehlende Rechtssicherheit). Die Korruption in Russland grassiert wie eh und je. Wichtige wirtschaftliche Strukturreformen hin zur vermehrten Privatisierung der unproduktiven Staatsbetriebe verschläft Putin weiterhin. Dafür wurde das Rentenalter sowie die Mehrwertsteuer erhöht.
Es wird spannend werden, ob sich demnächst doch so etwas wie Widerstand in der Bevölkerung regt und wie Putin darauf reagiert. Wahrscheinlicher ist allerdings doch das sich die Russen weiterhin dem duldsamen Fatalismus hingeben.
Danke für den Kommentar, ich sehe das genauso wie Du. Nett auch mal hier einen nüchternen Post konträr zum Pizzagate- und Chemtrailquatsch des TE@ vorzufinden. Nur der Westen propagiert und Russland, lupenreiner Rechtsstaat, ist der westlichen Propaganda schutzlos ausgeliefert, so ausgeliefert, dass es in fast allen Teilen der Welt einen eigenen russischen Rundfunk mit Milliardenkredit etabliert hat, das die ,,russische Wahrheit´´ den Westbürgern näherbringen soll. Also wirklich: Propaganda gibt es auf beiden Seiten. Und was Putins Popularität betrifft: Man braucht sich ja nur die Kommentarspalte von unabhängigen russischen Onlinezeitungen oder Youtubesendern anzusehen: Die Unzufriedenheit wird größer. Putins Neujahrssprache hatte auf Youtube nur Dislikes, der staatliche Nachrichtensender musste sogar die Kommentar- und Bewertungsfunktion abstellen. An einen Widerstand glaube ich aber dennoch nicht, eher werden die jungen Köpfe einfach ihre Koffer packen und das Land verlassen.

Und an den TE@: Nirgendwo habe ich gesagt, dass Russland allein am Ukrainekonflikt Schuld hat. Das hast Du wieder mal schön eingeredet. Mir ist durchaus bewusst, dass Janukowitsch nicht rechtens weggeputscht wurde und unsere Konrad-Adenauer-Stiftung im Konflikt mitgemischt hat. Beide Seiten haben Schuld. Aber der Konflikt im Osten, und auf genau den bezog ich mich nur, wird nun mal hauptsächlich von Russland geschürt, damit die Ukraine nicht der EU und NATO beitritt. Diesen Fakt bei der Fülle an Beweisen zu leugnen empfinde ich als absurd. Hab übrigens selber Ukrainer kennengelernt, die aus der Ecke kommen und jeder von denen bestätigt mir, dass Panzer, Waffen, Rekruten aus Russland kommen und der Kreml dort dirigiert. Also verstehe ich nicht, wo das ,,Propaganda´´ sein soll, wenn Russland den Osten militärisch unterstützt, den Konflikt weiter anheizt und der Spiegel sich darauf bezieht. Naja, und die schon tausendmal gefallene Aussage ,,Die USA macht das woanders aber auch!´´ ist für mich billiger russischer Whataboutism und kein wirkliches Argument.

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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Wladimir30 » Montag 18. März 2019, 10:35

Hallo @Axel und @Paramecium,
auch wenn ich mich wiederhole, aber ich bin dennoch der Meinung, dass Ihr dieSituation in Russland durch die Brille der deutschen Sichtweise beurteilt.

Meine Ausführungen könnt Ihr gerne wieder auffassen, als ob ich jeden zerfleischen möchte, der Russland angreift. Ich sage ja nicht, dass Ihr alles schlecht machen wollt, was Russland betrifft, also sollten wir es gar nicht erst versuchen, derartige Vorwürfe zu plazieren.

Das Wechselkursanzeigenverbot halte ich persönlich für Humbug. Ich habe schon seit Jahren diese Kurse nicht mehr (meist noch grell blinkend) gesehen, das ist nichts Neues. Dass Ausländer sich scheuen, in Russland zu investieren, ist grundsätzlich nichts Neues, diese Scheu ist schon sehr lange da. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht machen. Nach dem Zusammenbruch 1998, ja, da floh das Kapital in Scharen, danach aber kamen sie wieder, die Investoren, und sie sind immer noch hier. Die angemahnte fehlende Rechtssicherheit ist ebenfalls nun wahrlich nichts Neues, und sie ist auch beileibe kein Alleinstellungsmerkmal für Russland. Im Gegenteil, die Gesetze werden immer mehr durchgesetzt, das Durcheinander, insbesondere der 90er Jahre, ist lange vorbei. Im schnöden Alltag, abgesehen von effektheischenden Einzelfällen, wird das Recht schon durchgesetzt.

Die nicht durchgeführte Strukturreform der russischen Wirtschaft, ja, das ist in der Tat ein echtes Problem, das immer wieder lauthals verkündet, aber dann doch nur verschoben wird. Die Entstehung eines tragfähigen Mittelstandes wird dadurch natürlich massiv behindert. Hier ist viel versäumt worden, und es sieht leider nicht danach aus, als ob eine derartige Reform in absehbarer Zukunft doch umgesetzt wird. Was die Erhöhung des Rentenalters betrifft, so ist dies hier ja schon ausgiebig erörtert worden. Meiner persönlichen Meinung nach ist diese Erhöhung richtig, nur fehlen die begleitenden Massnahmen und Reformen, die ebenfalls hier schon zur Genüge angemahnt wurden.

Inwieweit @Berlino eine Schwarz-Weiss-Malerei über Russland betreibt? Er kann sich da besser äußern, aber dieses Entweder-Oder, das ihm vor nicht allzu langer Zeit zueigen war, weicht bei ihm langsam, aber sicher einer differenzierteren Darstellung. Auch wenn er mit seinen Äußerungen zu den Medien etc. in Europa drastisch formuliert und damit Widerspruch provoziert, so ändert sich an der Tatsache, dass dies so ist, ja nichts. Ob es in Russland besser ist? Sicher nicht, aber das behauptet er meinem Empfinden nach auch nicht.

Der Konflikt in der Ostukraine ist viel zu emotional besetzt, als dass ich hier eine Meinung äußern möchte. Auch Leute, die dort waren, stellen die Lage aus ihrer emotional geprägten Sicht dar. Eine reale Sicht der Dinge und insbesondere der Hintergründe wird aufgrund der öffentlich zugängichen Informationen kaum möglich sein.
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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Norbert » Montag 18. März 2019, 11:54

Ich habe den Artikel gleich gar nicht gelesen. Die Überschrift machte mir aber keine Hoffnung, dass es um eine differenzierte Darstellung der Problematik geht.

Disclaimer: Ich bin nicht der Meinung, dass die Angliederung der Krim eine gute Idee war und völkerrechtlich korrekt verlaufen ist. Es gibt also auch meiner Meinung nach viel zu kritisieren.

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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Berlino10 » Montag 18. März 2019, 12:31

Norbert hat geschrieben:
Montag 18. März 2019, 11:54

Disclaimer: Ich bin nicht der Meinung, dass die Angliederung der Krim eine gute Idee war und völkerrechtlich korrekt verlaufen ist. Es gibt also auch meiner Meinung nach viel zu kritisieren.
Ob sie eine gute Idee war .. das möchte ich lieber die Russen, die Krimbewohner bewerten lassen,
aber auch ich kritisiere sie als völkerrechtlich nicht korrekt und ja auch dabei gäbe es viel zu kritisieren.

Es ist aber Lügen- und Hetz-Propaganda bis eben hin zur Geschichtsverfälschung Goebbelscher Qualität,
zu behaupten, RUS hätte den Krieg in der Ost-Ukraine begonnen.

Es fällt ohnehin auf, dass diese Propagandisten versuchen, die Verbrechen des Westens -
und die sind objektiv 100mal schlimmer und häufiger - auf lächerlichste und dümmste Weise RUS unterzujubeln.
RUS sei Schuld am Syrienkrieg, den die eUSA+UAE überhaupt erst entfacht hatten, obwohl RUS erst 4 Jahre nach dessen Beginn einstieg.

Wenn irgendein rus. Milliardär angeblich Hunderttausende in Facebook Postings steckt, manipuliert RUS Wahlen.
Wenn aber der US-Milliardär Soros, die staatl. NED u.v.a. Milliarden in rus., ukr., ... NGOs und Kampagnen stecken,
ist das Demokratie-Unterstützung.

@Wladimir: ich äussere mich deshalb so extrem, weil es mMn so extrem geworden ist,
wir zwar theoretische Pressefreiheit haben, aber keine wirklich freie Presse mehr,
sondern nur noch gleichgerichtete Erfüllungsgehilfen neoliberaler und transatlantischer Propaganda.
Das liegt an der Dominanz des grossen (transatlantischen) Geldes in Politik und vor allem auch den Medien.


So warnte schon 1965 Paul Sethe, Gründungsherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 1965:
„Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.
Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.“

Seit 1965 hat sich die Lage verschärft, unter anderem durch die weitere Konzentration der Medien und die Kommerzialisierung der elektronischen Medien, also von Fernsehen und Hörfunk.
5 Konzerne bestimmen heute über 90% userer Medien

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Re: Deutsche Geschichtsschreibung

Beitrag von Okonjima » Montag 18. März 2019, 13:02

Sicher kann man viel über den Konflikt diskutieren bzw. der/die/den Schuldigen suchen. Jeder sollten aber versuchen sich nicht von den
"Qualitätsmedien" eine Meinung einreden zu lassen. Denn eins ist für mich klar, solche Sätze wie am Beginn des Artikels
"Vor fünf Jahren begann Wladimir Putin, Krieg und Gewalt in den Osten der Ukraine zu tragen."! sind Schmierenpropaganda unterster Schublade.
So eine aggressive Haltung lässt niemals eine objektive Auseinandersetzung zu. Und dann wundern sich die Journalisten das sie keine mehr lieb hat (Lügenpresse etc.) Wenn die Damen/Herren(Diverse) aufgrund solcher Sachen dann mal wieder in irgendeiner Diktatur zur "persona non grata" erklärt werden ist das Geschrei groß!
Objektiver bzw. neutraler Journalismus ist auch sowas wie ein Märchen - lange her, keiner kann sich mehr dran erinnern aber alle haben schon
mal herzerwärmende Geschichten darüber gehört! ;)
Zuletzt geändert von Okonjima am Montag 18. März 2019, 13:41, insgesamt 1-mal geändert.
"Im Wald da steht ein Ofenrohr, nu stellt euch ma die Hitze vor!"



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