Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Mashkin
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Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von Mashkin » Mittwoch 26. Februar 2020, 21:11

Hallo allerseits!

Ich habe mich hier angemeldet, da ich Rat suche, denn meine Lage scheint so sonderbar zu sein, daß niemand wirklich weiß, was man tun kann. Folgendes:

Ich bin deutscher Staatsbürger, Anfang der 2000er aus Deutschland weggezogen und auch nicht in Deutschland angemeldet. Meine Partnerin is Russin, wir haben uns während meiner Jahre in Rußland kennengelernt. Ich war schon einmal mit einer Weißrussin verheiratet, bin aber mittlerweile geschieden und habe das auch anerkennen lassen (allein das war ein Akt...). Als ich das erste mal heiratete, lebte ich in Weißrußland, und habe mir am damaligen Wohnsitz meiner Eltern ganz unkompliziert ein Ehefähigkeitszeugnis ausstellen lassen.

Nun leben wir aber in Kasachstan, der Weg nach Deutschland ist also wesentlich weiter und kostspieliger. Die Problematik ist die, daß die in Deutschland nun nicht nur mich (wie beim ersten Ehefähigkeitszeugnis), sondern auch meine Frau auf Ehefähigkeit überprüfen will, da hat sich also scheinbar etwas geändert. Natürlich alles mit Apostille, in Deutschland anerkannter Übersetzung (die man nur in Deutschland machen kann), notarieller Beglaubigung usw.

Meine Frage, weiß jemand, wie man all dies bewerkstelligen kann, wenn man berufstätig ist und 6000 km von Deutschland weg wohnt? Die Botschaft sagt, sie könne in diesem Falle nicht helfen.

Ich bin für jeden ernstgemeinten Rat dankbar!

Tony



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bella_b33
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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 26. Februar 2020, 23:53

Andere Frage: Brauchst Du überhaupt ein EFZ oder reicht ggf. ein Ledigkeitsnachweis(also eine erweiterte Meldebescheinigung) auch schon aus?

Aber ja, IMHO müsstest Du fürs EFZ schon ein paar Mal in DE vorstellig werden, das geht nicht mal so eben aus der Ferne. Ein paar Urlaubstage muss einem das schon wert sein ;)

Gruß
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inorcist
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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von inorcist » Donnerstag 27. Februar 2020, 01:00

Was mir gerade beim Durchlesen einfällt. Wenn du schon so lange nicht mehr in Deutschland gemeldet bist, dürften deine Daten nicht mehr in der aktiven Datenbank deines letzten Heimatortes gespeichert sein, sondern nur noch im Archiv. Das heisst, der Sachbearbeiter im Bürgercenter kann die Meldebescheinigung nicht einfach ausdrucken, sondern er muss sie selbst verfassen. Hat aber unter Umständen den Vorteil, dass man Wortwahl und Formulierung etwas anpassen kann auf die eigenen Bedürfnisse. Ich meine damit jetzt nicht Fakten abändern, aber zB den Zivilstand stärker hervorheben oder die Tatsache, dass die Daten eigentlich über 10 Jahre alt weniger deutlich ausdrücken.

Mashkin
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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von Mashkin » Donnerstag 27. Februar 2020, 06:48

Leider braucht man ein EFZ. Die Standesbeamtin in in Rußland meinte, daß eine Ledigkeitsbescheinigung (also ein Meldeschein mit Familienstand) nicht ausreicht. Die Problematik liegt sowohl im zeitlichen als auch bürokratischen Aufwand seitens meiner Frau. Wir leben wie gesagt beide nicht in unseren Geburtsländern. Ich finde es seltsam, daß die Botschaft hier nicht helfen kann.

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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von knutella2k » Donnerstag 27. Februar 2020, 10:17

Hi Mashkin!

Meine Frau und ich haben ebenfalls letztes Jahr in Kasachstan geheiratet. Damit ich mein deutsches Ehefähigkeitszeugnis vom Standesamt in Frankfurt/Oder bekomme, war tatsächlich das kasachische, von einem in Deutschland vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzte, Ehefähigkeitszeugnis meiner Frau notwendig. Ihr Zeugnis mussten wir vor der Übersetzung noch in Kasachstan apostillieren lassen.

Wir haben es dann (theoretisch) mit einem Deutschlandaufenthalt geschafft:

- Beim zuständigen Standesamt informieren, welche Unterlagen man benötigt (via Mail usw., habt ihr ja wahrscheinlich schon)

In Deutschland:
- In Berlin haben wir einen vereidigten Übersetzer fürs Kasachische gefunden, den ich nur empfehlen kann. Sehr unkompliziert, sehr hilfsbereit. Wir haben ihn jetzt schon zwei mal "gebucht". Übersetzung war anhand von Kopien/Scans und gegen Vorlage der Originale beim Abholen der fertigen Übersetzung möglich. Da spart man sich schon den Weg fürs Dokumente abgeben. Bei Interesse kann ich dir seinen Kontakt geben.

- Beim gleichen D-Aufenthalt habe ich nach dem Abholen der Übersetzung sämtliche Dokumente beim Standesamt in FFO abgegeben und für meine Schwester beim Notar eine Vollmacht ausstellen lassen. Diese hat sie dazu bemächtigt, mein fertiges Ehefähigkeitszeugnis vom Standesamt FFO zu bekommen und beim Potsdamer Bürgermeister zur Apostillierung einzureichen und abzuholen.

- Bei einem zweiten D-Aufenthalt habe ich dann alle Doks wieder abgeholt, aber theoretisch kann man die sich auch per Express und Einschreiben nach Kaz schicken lasse.

Anders ging es von Moskau aus auch nicht. War viel Vorplanung, Terminfindung und Nerven nötig. Letztlich ist das deutsche Ehefähigkeitszeugnis auch nur 3 Monate nach Ausstellung gültig, wie du sicher weißt.

Viel Erfolg!
ALAARRM! ALAAAAARRMM!!



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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von Norbert » Donnerstag 27. Februar 2020, 11:27

Erster Tipp: Versucht es nochmals in einem anderen Standesamt. In Novosibirsk wollte man es von uns, in Novokusnetsk kannte man so etwas gar nicht.

Zweiter Tipp: Ein Ehefähigkeitszeugnis musste zumindest bei uns damals in Dresden nicht persönlich beantragt werden. Es konnten auch Freunde beantragen. Und so haben wir es nach telefonischer Rücksprache mit dem Standesamt auch gemacht.

Dritter Tipp: Das Ehefähigkeitszeugnis hatte bei uns damals keinen Stempel. Dokumente ohne Stempel sind im postsozialistischen Raum nur bedrucktes Papier. Also besser direkt eine Apostille dazu beantragen.

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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von inorcist » Donnerstag 27. Februar 2020, 11:51

Von uns wollte man auch ein Ehefähugkeitszeugnis. Wir haben es dann einfach mal trotzdem mit der Meldebescheinigung inkl. Apostille versucht. Hat dann keinen gestört und gab keine Rückfrage.

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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von bella_b33 » Donnerstag 27. Februar 2020, 11:54

Wir haben z.B. auch mit appostillierter Meldebescheinigung geheiratetet ;)

Gruß
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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von m1009 » Donnerstag 27. Februar 2020, 12:00

Gleiches bei uns.

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Re: Heiraten, aber die Botschaft sagt "Nein"

Beitrag von Wladimir30 » Donnerstag 27. Februar 2020, 16:23

Wir mit EFZ, bei dem auch eingehend geprüft würde, ob meine Frau auch heiratsfähig ist. Es könnte ja sein, dass sie nach russischem Recht heiraten darf, aber nach dem deutschen nicht.
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