Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Jannis81
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Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Jannis81 » Samstag 2. Januar 2010, 01:40

[amazon]3839111498[/amazon]Hallo,

ich habe mich in diesem Forum angemeldet, weil ich seit letztem Sommer ebenfalls (wie so viele hier) eine russische Freundin habe.

Ich selbst bin 28, sie ist 22. Sie lebt in Sankt Petersburg und wir haben uns im Internet kennengelernt.

Ich muss dazu sagen, dass ich bereits in Deutschland schon viele Internet-Dates hatte. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, aber es müssen mindestens 20 gewesen sein in den letzten Jahren. Nie hat mir davon aber auch nur eine annähernd so gut gefallen wie Irina.

Unser erstes Treffen verlief schon sehr abenteuerlich / romantisch. Aus logistischen Gründen haben wir uns entschieden, uns zunächst auf "neutralem Gebiet" und zwar in Oslo (Norwegen) zu treffen. Da ich wie gesagt in den letzten Jahren im Internet nur Nieten gezogen hatte, bin ich mit eher gedämpften Erwartungen nach Oslo geflogen. Doch als sie nach den längsten 30 Minuten meines Lebens endlich aus dem Gate kam, wusste ich, dass ich die Frau meines Lebens vor mir hatte. (Im Nachhinein habe ich erfahren, dass es ihr in diesem Moment genauso ging.)

Nach einem romantischen Wochenende im verregneten Oslo fiel die Trennung am Flughafen natürlich nicht leicht. Schon ein paar Wochen später bin ich darum nach Sankt Petersburg geflogen und habe dort eine weitere Woche mit ihr verbracht. In dieser Woche habe ich den Entschluss gefasst sie heiraten zu wollen und ich spüre deutlich, dass sie nicht nein sagen wird, wenn ich ihr den Antrag mache.

Im Februar oder März will sie nun für zwei Wochen nach Hamburg kommen. In erster Linie wollen wir natürlich heiraten, weil wir uns lieben und für immer zusammen sein wollen. Auf der anderen Seite habe ich aber auch Bedenken, ob das Leben mit ihr hier tatsächlich so einfach sein wird, wie wir es uns erhoffen.

Obwohl meine Angebetete ein sehr kluges Kind ist und sehr gut Englisch spricht, kann sie leider kein Wort Deutsch (wäre ja auch zu schön gewesen). Dennoch bietet es sich für sie an in Hamburg zu leben, da sie in Kürze an ihrer Uni ein Diplom in "Maritimer Logistik / BWL" (oder so ähnlich) erwerben wird - und das wahrscheinlich mit absoluten Bestnoten.

Hier nun die Fragen, die mir am meisten auf den Nägeln brennen:

1. Wo sollte man am besten heiraten und mit welchen Kosten muss man dabei rechnen?

2. Wie lange benötigt eine überdurchschnittlich intelligente russische Frau (Alter 22) um fließend Deutsch zu lernen?

3. Ich würde sie am liebsten ein Jahr lang durch eine Art Trainingscamp jagen, in dem sie intensiv Deutsch beigebracht bekommt. Wer bietet so etwas an? Gibt es eventuell sogar staatliche Zuschüsse für so etwas? Speziell in Hamburg... Es sollten pro Tag schon einige Stunden sein. Von mir bekommt sie dann den Rest ;-)

4. Wie stehen die Chancen einer überdurchschnittlich intelligenten Russin mit sehr gutem Uniabschluss (allerdings aus Russland) in einer Hamburger Schifffahrtsfirma eine Anstellung zu finden? Gibt es vielleicht sogar russische Firmen in Deutschland, die weniger Deutschkenntnisse voraussetzen? Wo und wie sollte man sich bewerben?

Ich hoffe sehr, dass Ihr mir helfen könnt. Vielleicht findet sich ja der ein oder andere, der bereits ähnliches durchgemacht hat. Für jeden Tipp bin ich dankbar!



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bella_b33
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von bella_b33 » Samstag 2. Januar 2010, 04:14

Hallo Tintin,
belies Dich mal in diesem Forenteil speziell in der FAQ Abteilung oben ein wenig. Das könnte Dir in Sachen Heiraten schon ein wenig weiterhelfen.
Arbeit finden für eine Russin, die kein Deutsch kann, daß stelle ich mir fast unmöglich vor. Wir haben aus diesem Grund auch das Leben in Russland fürs Erste ins Auge gefasst.
Auch meine Frau hat ein so ein rotes Diplom(also mit Bestnoten) in Ihrem Fach....Irina heisst sie auch :lol:. Deutsch kann sie nach fast 3 Jahren trotzdem fast gar nicht. Liegt aber auch daran, daß wir in Englisch und Russisch kommunizieren und sie mit ihrem Job mehr als ausgelastet ist. Wenn sie Zeit hätte und in DE leben würde, dann sähe das heute sicher schon anders aus.

Gruß
Silvio
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Sibirier » Samstag 2. Januar 2010, 08:19

Es gibt schon einen Job, den Sie in Hamburg nach 9 Monaten finden kann - Mutter.... :lol: :lol: :lol:

Also, deutsch sollte sie auf jeden Fall jetzt schon anfangen zu lernen, da sie den Sprachtest für die Familienzusammenführung benötigt....

Sonst sehe ich gerade in der jetzigen Arbeitsmarktsituation schwarz.... :( Auch stellt sich die Frage, ist sie bereit auch einfache Arbeiten zu erledigen? Z. B. Packerin in Lebensmittelgeschäft? Sonst gäbe es auch die Möglichkeit, vorausgesetzt sie kann nach 1 Jahr deutsch, noch eine deutsche Ausbildung anzfangen... Z. B. Speditionskauffrau etc.

Betr. staatliche Zuschüsse, vergiss es, sofern Du nicht von Hartz IV lebst...(davon gehe ich aus, da ihr sonst Probleme mit der FZF bekommen würdert....). Da hier im Forum nun einige Hamburger sind, können die vielleicht mehr dazu schreiben, ob solche Lehrgänge in HH angeboten werden. Ich denke aber ja... Vielleicht auch mal ein bischen googeln....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von m1009 » Samstag 2. Januar 2010, 08:45

Tintin81 hat geschrieben: 2. Wie lange benötigt eine überdurchschnittlich intelligente russische Frau (Alter 22) um fließend Deutsch zu lernen?
Meine Schwaegerin war 2008/2009 fuer 1 Jahr in Deutschland. Bei Ihrer Ankunft in Deutschland, sprach sie ein paar Brocken Deutsch, jedoch fliessend Englisch. Nach nun 1 Jahr in Deutschland kann Sie recht gut Deutsch, spricht langsam, aber verstaendlich.
Denken ist wie googeln, nur krasser!

Ralf
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Ralf » Samstag 2. Januar 2010, 13:55

Wenn ihr euch erst zweimal getroffen habt, dann ist eine Heirat beim dritten Treffen schon etwas gewagt. (OK, nur wer wagt, gewinnt :D )
Aber vielleicht nutzt ihr das nächste Treffen in HH erstmal dazu, wie sie sich in D. und Deiner persönlichen Umgebung zurecht findet. Der Alltag ist leider nicht immer so bunt wie die kurzen Treffen mit Schmetterlingen im Bauch. Und vorher kannst Du selbst bei Firmen in Deiner Umgebung fragen, ob sie Interesse an einer MA mit dem beschriebenen Profil haben. Realistischer ist wirklich ein Sprachkurs und eventuell eine Ausbildung in Deutschland. Ich will Deiner Angebeteten nichts unterstellen, aber leider sind super Zeugnisse aus manchen Ländern (nicht nur aus Osteuropa) etwas anrüchig, weil nicht wenige davon schlicht durch Geld erkauft wurden und sich das herumgesprochen hat. Darunter leiden dann auch die Ehrlichen.
In jedem Fall wünsche ich euch nur das Beste für die Zukunft. Respekt vor Deinem Durchhaltevermögen, auch nach vielen Nieten nicht aufgegeben zu haben!



Andy
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Andy » Mittwoch 6. Januar 2010, 00:59

Hallo,
sehr gutes Deutsch kann man innert eines Jahres lernen, wenn man jeden Tag etwa 4-6 Stunden daran arbeitet. Fuer einen jungen, fleissigen und intelligenten Menschen sollte das kein Problem sein. Richtwert: mindestens 20 neue Vokabeln pro Tag. Sehr viele Mitarbeiter bei Speditionen, die mit Osteuropa arbeiten, haben genau die Lebensgeschichte Deiner Angebetenen.

Persoenlicher Tip nebenbei: Ehevertrag mit Guetertrennung und Unterhaltsausschluss nicht vergessen! Als junger Mensch vergisst man das leicht .....

Ansonsten, viel Glueck!

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von bella_b33 » Mittwoch 6. Januar 2010, 02:06

Andy hat geschrieben: Persoenlicher Tip nebenbei: Ehevertrag mit Guetertrennung und Unterhaltsausschluss nicht vergessen! Als junger Mensch vergisst man das leicht .....
Oder man glaubt an die Liebe!
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von teddybear » Mittwoch 6. Januar 2010, 02:17

Andy hat geschrieben:
Persoenlicher Tip nebenbei: Ehevertrag mit Guetertrennung und Unterhaltsausschluss nicht vergessen! Als junger Mensch vergisst man das leicht .....

Ein solcher Ehevertrag wird - im Falle einer Scheidung - vor Gericht als sittenwidrig verworfen, wenn die Frau bei der Heirat mittellos und arbeitslos ist. Vorsicht!

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von guuuude » Mittwoch 6. Januar 2010, 10:16

Sibirier hat geschrieben:
Betr. staatliche Zuschüsse, vergiss es, sofern Du nicht von Hartz IV lebst...(davon gehe ich aus, da ihr sonst Probleme mit der FZF bekommen würdert....).
Also das ist quatsch. Da ich mein Studium von Deutschland aus machen will/muss musste ich auch Hartz 4 erstmal beantragen in der Zeit ist meine FZF PROBLEMLOS gelaufen! Wir haben zwar jetzt nur ein Visum für 1 Jahr und die wirtschaftliche Situation wird dann neu bewertet aber selbst wenn sich nichts ändert bekommet die Frau ein neues Visa für ein Jahr.....................

Im gegenteil hat das Hartz4 jetzt hede Menge vorteile. Integrationskurs wird bezahlt Frau bekommt quasi Kohle fürs Lernen und ich kann mich auf mein Studium konzentrieren, Ach gott was liebe ich die soziale Hängematte ;-) im Ernstes hat vorteile jetzt für diesen bestimmten Fall aber es ist einfacher bzw. angenehmer wenn man einfach Kohle hat und alles selber regulieren kann!!

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von fich27 » Mittwoch 6. Januar 2010, 15:29

Hallo,

ich möchte mal etwas näher auf Frage Nr. 3 eingehen, also den Spracherwerb. Wenn Deine Zukünftige noch kein Deutsch kann, dann muss sie für das Familienzusammenführungsvisum (also schon VOR Umzug nach Deutschland) einen A1-Kurs belegen und eine Prüfung bestehen (A1 ist das niedrigste Niveau im europäischen Referenzrahmen für die Beherrschung einer Fremdsprache - es gibt die Stufen A1, A2, B1, B2, C1 und C2). Sie kann entweder gleich zum Goethe-Institut St. Petersburg gehen und dort einen Kurs und die Prüfung machen, oder sie sucht sich woanders einen Kurs und legt nur die Prüfung beim Goethe-Institut ab (das könnte u.U. billiger sein). Das Goethe-Zertifikat über die bestandene A1-Prüfung braucht sie, wie gesagt, für den Visumsantrag.

Wenn sie dann hier ist, wird sie von der Ausländerbehörde wahrscheinlich zu einem Integrationskurs geschickt. Dieser Kurs ist staatlich subventioniert, d.h. Ihr zahlt die Hälfte (1 EUR pro Stunde - bei max. 640 Std. sind das dann also 640 EUR) und der Staat zahlt die andere Hälfte (für Hartz 4-Empfänger zahlt der Staat sogar alles). Es gibt diese Kurse auch als Intensivkurs, mit ca. 5 Std. pro Tag. So hat das meine Frau gemacht, bei ihr hat der Kurs dann 6 Monate gedauert. Am Ende steht die B1-Prüfung. Mit diesem Niveau kommt man im Alltag schon einigermaßen klar. Meine Frau ist danach noch weitere 4 Monate in einen Aufbaukurs gegangen und hat die C1-Prüfung abgelegt. Sprich: Man kann in 10 Monaten durchaus das zweithöchste Niveau schaffen.

Integrationskurse gibt es an den Volkshochschulen, davon würde ich aber abraten, da die Kurse dort oft sehr voll sind. Eher empfehlen würde ich eine andere zugelassene Schule (z.B. Berlitz). Da ist der Kurs effektiver.


Zum Schluss noch ein Wort zum hier diskutierten Ehevertrag: VORSICHT!!!
1. Ein Unterhaltsausschluss ist, wie schon gesagt, sittenwidrig und damit unwirksam.
2.Gütertrennung bringt nur etwas, wenn einer der Partner schon VOR der Ehe etwas besitzt, z.B. eine Firma.
3. Eheverträge sind in Russland eher unüblich. Dieser Vorschlag, von deutscher Seite unsensibel rübergebracht, hat schon oft auf russischer Seite die Heiratspläne zum Platzen gebracht ("Du planst schon unsere Scheidung, bevor wir verheiratet sind!").

In diesem Sinne: Alles Gute! ;-)



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