Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Du willst eine russisch-deutsche Ehe eingehen, die allgemeinen Tipps im Internet helfen Dir aber nicht mehr weiter? Oder Du bist schon russisch-deutsch verheiratet und hast einen guten Rat für andere binationale Ehen? Dann melde Dich hier zu Wort!

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Jannis81
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Jannis81 » Freitag 8. Januar 2010, 23:46

Hallo und vielen Dank für Eure ausführlichen (wenn auch teilweise sehr widersprüchlichen) Antworten ;-)

Wenn ich meinen eigenen Artikel so als Außenstehender lesen würde, würde ich eine Heirat nach 3 Treffen auch für recht gewagt halten. Aber ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich nun seit mehr als 6 Monaten täglich mehrere Stunden mit meiner Angebeteten chatte und nicht zuletzt auch auf diesem Wege einen sehr guten Einblick in ihr Herz erhalten habe.

Anfang März kommt sie nun für 2 Wochen nach Hamburg und wir werden Gelegenheit haben uns noch etwas ausführlicher zu beschnuppern.

Was mich wundern ist, dass Irina schon bevor sie nach Deutschland zieht Deutschkenntnisse vorweisen muss? Wird das wirklich so streng gehandhabt oder lässt sich diese Regelung irgendwie umgehen? Wie lange muss man denn in etwa Deutsch pauken, um so einen A1-Abschluss zu erwerben? Ich habe mal an der Uni für ein Semester einen Italienischkurs belegt und konnte danach halbwegs in einem Cafe einen Kaffee bestellen, viel mehr aber auch nicht. Wäre das vielleicht A1-Niveau?

Beruflich bin selbstständig und Teilhaber einer GbR. Ich habe keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Würde ein Deutschkurs hier in Deutschland trotzdem staatlich bezuschusst? Schön wär's ja...

Ich hatte eben in der Badewanne außerdem die Idee, Irina als weitere Teilhaberin in unsere GbR aufzunehmen. Das würde meine Steuerlast pro Jahr um einen vierstelligen Betrag senken. Weiß jemand, ob so etwas möglich ist? Einen vernünftigen Job wird sie im ersten Jahr ja wohl eh nicht finden nehme ich an.



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Apollo
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Apollo » Freitag 8. Januar 2010, 23:55

Sprachniveau : http://www.lingua-franca.de/sprachniveau.php
Ein wenig mehr als einen Kaffee zu bestellen sollte es schon sein...
Wo ist das Bernsteinzimmer versteckt ?

http://stjgfb.blogspot.de/

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Sibirier
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Sibirier » Samstag 9. Januar 2010, 01:53

Also meine Meinung ist, das beste ist, wenn Du persönlichen Kontakt mit Eurer zuständigen Ausländerbehörde aufnimmst. Ich hoffe, das Du auf einen guten Sachbearbeiter/-in triffst. Der/die kann Dir mehr Auskunft geben, was in Eurem Bezirk möglich ist.

Es gibt ABH, die bestehen darauf, dass auch nach einer Heirat in DE der Ausländer/die Ausländerin erst wieder ausreisen muss, Sprachtest ablegen und FZF bei der Botschaft beantragen. Es gibt aber auch ABH, die darauf verzichten und die Auflage erteilen, den Sprachtest innerhalb eines Jahres in DE zu machen...

Auch in der deutschen Botschaft werden Visa-/Familienangelegenheiten unterschiedlich behandelt... Meine Frau hat ohne Probleme ein 3-Jahres-Visum erhalten, ebenfalls wie Manu's Mann. Achim's Frau wurde es verwehrt... Privat habe ich in den letzen Jahren eigentlich nur gute Erfahrungen mit der dt. Botschaft in Moskau gemacht, da ich meine Frau nunmehr immer begleite... Früher waren es schlechte Erfahrung... Beruflich hatte ich letztes Jahr noch Zoff mit der Botschaft, so dass ich rechtliche Schritte eingeleitet habe...

Es wurden in DE schon bei Hartz IV-Empfänger FZF abgelehnt, Guuuuude schreibt hier, dass er trotz Hartz IV Empfänger die FZF (zumindest für 1 Jahr) erhalten hat und selbst der Sprachkurs bezahlt wurde. Bei der ABH in der ich damals lebte, wurde der Sprachkurs bei guten Bekannten verwehrt, da man dort der Auffassung war, dass diese Kosten von der Familie zu tragen sind....

Also auch z. B. auf der Homepage des auswärtigen Amtes steht eindeutig, dass z. B. eine Scheidung mit einem Deutschen im Ausland, diese Scheidung auch nach deutschem Recht anerkannt werden muss. Ich wurde von meiner Ex in der RF geschieden, als ich zwecks Wiederheirat eine Ehefähigkeitszeugnis benötigte, verlangte man von mir die Anerkennung durch einen dt. Richter meiner Scheidung im Ausland. Meine Ex hatte inzwischen FZF nach Wiederheirat nach DE bekommen. Anruf/Schriftverkehr zur dt. Botschaft in Moskau. Ooops, wir haben keine bestätigte Scheidung eines dt. Richters und die Eheschließung der Ex in der RF anerkannt.... Also lebt sie jetzt in Bigamie.... In DE nennt man dies nun "hinkende Ehe"...Naja, ich habe die Anerkennung dann beantragt und bekommen, so dass wir nun auch nach dt. Recht geschieden sind.... Aber die dt. Botschaft und die damalige Ausländerbehörde meiner Ex hätte niemals der FZF zustimmen dürfen!!!

Nun so ist das. Deswegen rate ich Dir, gehe zu Deiner ABH....
Ha, Waschmaschine verarscht. Socken einzeln gewaschen....

fich27
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von fich27 » Montag 11. Januar 2010, 14:15

Tintin81 hat geschrieben: Was mich wundern ist, dass Irina schon bevor sie nach Deutschland zieht Deutschkenntnisse vorweisen muss? Wird das wirklich so streng gehandhabt oder lässt sich diese Regelung irgendwie umgehen?
Diese Forderung besteht seit 2007 und ist der Regelfall. Es gibt ein paar Ausnahmen, z.B. ein Hochschulabschluss (der Gesetzgeber unterstellt hier "geringeren Integrationsbedarf"). Wenn Irina bei FZF-Beantragung also schon ihr Diplom hat, könntet ihr versuchen, ob das Konsulat das als Ausnahme vom Sprachnachweis akzeptieren würde. Klärt das aber unbedingt schon vorher. Das Generalkonsulat in St. Petersburg ist nach meiner Erfahrung sehr kooperativ. Auf alle meine Mails und auch telefonisch habe ich immer schnelle und kompetente Hilfe erhalten. Nimm einfach mal Kontakt auf.
Tintin81 hat geschrieben: Wie lange muss man denn in etwa Deutsch pauken, um so einen A1-Abschluss zu erwerben?
Als Richtwert (manche schaffen es schneller, manche brauchen noch länger): ca. 200 Unterrichtsstunden.
Tintin81 hat geschrieben: Beruflich bin selbstständig und Teilhaber einer GbR. Ich habe keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Würde ein Deutschkurs hier in Deutschland trotzdem staatlich bezuschusst? Schön wär's ja...
Ja, das hat nichts mit Hartz IV zu tun, das wäre nur wichtig bei der Frage, ob man 50 % oder 100 % der Kosten des Integrationskurses erstattet bekommt. 50 % Zuschuss bekommt jeder, unabhängig vom Einkommen.


Noch ein Tipp: Für Fragen zum Ausländerrecht schau mal ins Forum von http://www.info4alien.de, da kriegst Du viele wertvolle Infos.

Sibirier hat geschrieben: Es gibt ABH, die bestehen darauf, dass auch nach einer Heirat in DE der Ausländer/die Ausländerin erst wieder ausreisen muss, Sprachtest ablegen und FZF bei der Botschaft beantragen. Es gibt aber auch ABH, die darauf verzichten und die Auflage erteilen, den Sprachtest innerhalb eines Jahres in DE zu machen...
Das kann doch aber nur sein, wenn jemand mit Besuchervisum in DE geheiratet hat. Wer ordnungsgemäß mit Heiratsvisum nach DE einreist, um hier zu heiraten, hat doch das FZF-Verfahren und somit den Sprachtest schon hinter sich!
Sibirier hat geschrieben: Es wurden in DE schon bei Hartz IV-Empfänger FZF abgelehnt, Guuuuude schreibt hier, dass er trotz Hartz IV Empfänger die FZF (zumindest für 1 Jahr) erhalten hat und selbst der Sprachkurs bezahlt wurde. Bei der ABH in der ich damals lebte, wurde der Sprachkurs bei guten Bekannten verwehrt, da man dort der Auffassung war, dass diese Kosten von der Familie zu tragen sind....
Für den Ehegattennachzug zum deutschen Ehepartner ist die Sicherung des Lebensunterhalts ohne Belang. Auch bei Hartz IV muss FZF im Regelfall genehmigt werden, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Es gibt Ausnahmen, aber wenige.
Auch auf den Zuschuss zum Integrationskurs besteht ein Rechtsanspruch. Wenn die ABH der Meinung ist, dass man alles selbst bezahlen soll: mit Klage drohen!

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Norbert » Dienstag 12. Januar 2010, 14:39

fich27 hat geschrieben:
Tintin81 hat geschrieben: Wie lange muss man denn in etwa Deutsch pauken, um so einen A1-Abschluss zu erwerben?
Als Richtwert (manche schaffen es schneller, manche brauchen noch länger): ca. 200 Unterrichtsstunden.
Meine Frau hätte ihn nach einem halben Jahr bei Goethe bestanden. Das waren 120 Stunden.
Tintin81 hat geschrieben:Was mich wundern ist, dass Irina schon bevor sie nach Deutschland zieht Deutschkenntnisse vorweisen muss? Wird das wirklich so streng gehandhabt oder lässt sich diese Regelung irgendwie umgehen?
Diese Regelung wird sehr streng gehandhabt, vor allem bei Russen - da viele Russlanddeutsche sich in der alten Heimat "eine Braut" suchten und mit jener dann in Deutschland in ihrer Parallelgeschaft leben wollten. Deswegen wird nun die Sprache vor der Ankunft geprüft - an sich richtig.

Ausnahmen:
* schwanger und mit einem Deutschen verheiratet
* Integration ist auch so garantiert (Hochschulabschluss, der ihr mit hoher Sicherheit eine Arbeit in Deutschland garantiert)

Auch ein Studienplatz in Deutschland könnte letzteres nachweisen, denke ich.



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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von wolk0815 » Dienstag 12. Januar 2010, 19:13

Norbert hat geschrieben:Auch ein Studienplatz in Deutschland könnte letzteres nachweisen, denke ich.
Muss man für den nicht üblicherweise auch die Sprachkenntnisse (TestDaF, DSH..) nachweisen? Und die genannten Tests sind dann vom Niveau viel höher...B2 oder C1.
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Norbert » Donnerstag 14. Januar 2010, 08:55

An sich ja, aber es gibt ja auch englischsprachige Studiengänge in Deutschland.

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Jannis81 » Freitag 15. Januar 2010, 01:20

Hmmm ok, vielen lieben Dank noch mal an euch alle.

Ist wirklich ein nettes Forum hier und ich habe mir alle eure Antworten mehrmals durchgelesen und hoffe, dass ich nun gewappnet bin meine Irina hüben oder drüben zu ehelichen und dann hier mit ihr ein glückliches Leben zu führen.

Scheinbar ist es besonders wichtig einen guten Draht zu wichtigen Personen in der Ausländerbehörde oder Botschaft zu haben. Also werde ich alles daran setzen dort meinen Charme spielen zu lassen und dann wird hoffentlich alles seinen Weg gehen.

Also nochmals vielen Dank an alle!!

Marco
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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Marco » Freitag 15. Januar 2010, 05:00

Tintin81 hat geschrieben: Scheinbar ist es besonders wichtig einen guten Draht zu wichtigen Personen in der Ausländerbehörde oder Botschaft zu haben. Also werde ich alles daran setzen dort meinen Charme spielen zu lassen und dann wird hoffentlich alles seinen Weg gehen.
Als besonders wichtig sehe ich das nicht an. Schaden kann es aber auch nicht.

Bei uns ist das ganz normal gelaufen. Meine Frau hat beantragt, die ABH wollte in meinem Fall nur meinen Personalausweis und Kopie der Heiratsurkunde samt Übersetzung. Das war es dann schon.

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Re: Möchte eine Russin heiraten. Was muss ich beachten?

Beitrag von Zeppelin » Sonntag 31. Januar 2010, 16:27

Da muss ich mich Marco nur anschließen: Es geht nicht um einen besonders guten Draht zu den Behörden. Das hätte eher so ein "Gschmäckle".
Aber stets höflich/freundlich, sachlich und mit Verständnis für rechtliche Gegebenheiten aufzutreten - auch wenn Letzteres manchmal schwer fällt - ist auf jeden Fall hilfreich.
Denn gerade bei den ABH'en ist es für das dortige Personal nicht gerade selbstverständlich, mit vernünftigen, zivilisiert auftretenden "Kunden" zu tun zu haben.

Dringend abzuraten ist auch von "Aufmerksamkeiten" - selbst in Form kleinster Geschenke - an die Mitarbeiter von Behörden, auch wenn man damit nur seine Anerkennung für gute Arbeit zum Ausdruck bringen möchte.
Will man dies dennoch tun, sollte dies erst nach Abschluss eines Verwaltungsverfahrens und nur mit vorheriger Zustimmung durch die Behördenleitung erfolgen.

Zum Thema deutsche Sprachkenntnisse: Dazu wurde ja eigentlich schon alles gesagt.
Dennoch möchte ich anmerken, dass man daran - so oder so - nicht vorbei kommt, wenn man im ganz normalen Leben hier bestehen können will auch ohne davon ausgehen zu können, dass alle Leute in D einem mit größtem Wohlwollen begegnen.
Nur allzu leicht greifen nämlich weniger freundlich gesonnene Zeitgenossen in die rhetorische Trickkiste, wenn es um Auseinandersetzungen geht.
Gerade dann muss man im wahrsten Sinne des Wortes eben "mitreden können".

Dies verlangt allerdings keineswegs, völlig akzentfrei zu sprechen; das hat ja schließlich durchaus seinen Charme.

Viel Erfolg dann.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)



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