Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Erlebinsse einer Wolga-Kreuzfahrt und Abenteuer-Reisen nach Kamtschatka können hier diskutiert werden. Aber natürlich auch, ob Aeroflot die wirklich günstige Flugverbindung nach Moskau ist.
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Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Beitrag von Izhevsk » Montag 14. Mai 2018, 14:34

Hallo in die Runde,
ich wollte Anfang Juni eigentlich von Nischni Tagil aus einen Abstecher nach Woltschank und Kransoturinsk machen - beide Städte haben die kleinsten Straßenbahnbetriebe des Landes. Ist alles ziemlich morbide und geschichtlich interessant.
Kurzum: Beide Straßenbahnbetriebe sind zwar frei zugänglich, doch der Weg von Nischni Tagil aus führt durch mehrere Sperrzonen.
Anders als etwa im Nordkaukasus sind die aber nicht mit richtigen Grenzen abgeriegelt, sondern Du fährst rein und wenn Du routinemäßig kontrolliert wirst und keine Genehmigung hast - ja, was passiert dann? Man weiß es nicht ...

Hat irgendjemand schon Erfahrungen auf der Strecke gesammelt wie es da bezüglich Kontrollen aussieht?
Oder wie seid Ihr an eine Genehmigung zum Durchfahren der Gebiete gekommen?

Wenn ich das richtig verstanden habe, bräuchte man eine offizielle Einladung von vor Ort und dann eine Genehmigung bei irgendeiner Kreisbehörde. Findet wahrscheinlich kein Mensch und ist wohl auch irre aufwändig. Für einen Tagesausflug lohnt sich das einfach nicht. Ist so schade, dass die Region damit touristisch völlig abgehängt wird. Wenn die Straße als Transitstrecke normal befahrbar wäre, würde das ja schon reichen ... :cry:
Vielen Dank für Eure Hilfe!



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Re: Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Beitrag von Packerowski » Dienstag 15. Mai 2018, 01:24

Hallo Izhevsk,

ich war zwar noch nicht dort, aber wenn ich das richtig verstehe, liegen laut einer offiziellen Liste auch deine beiden Orte in einer Sperrzone:

http://intercom-st.ru/stati/article_pos ... h-grazhdan

Ich kann aber nicht sagen, ob das aktuell ist.

Wenn Du Russisch schreibst und verstehst, dann frag doch mal bei dem Macher dieses Internet-Portals nach:

https://uraloved.ru/

Dort gibt es sehr detaillierte Infos zum gesamten Ural. Unter anderem auch einen Beitrag über die "geschlossenen Städte" in der Region.
https://uraloved.ru/mesta/ural/zakrytye-goroda-urala

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Re: Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Beitrag von Norbert » Dienstag 15. Mai 2018, 06:29

Meine Erfahrung mit geschlossenen Städten im Ural: Man kann mit der Elektritschka vorbei- bzw. durchfahren, aber am Bahnhof wird kontrolliert.

Noch kleiner ist übrigens der Straßenbahnbetrieb https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%A7%D0 ... 0%B0%D0%B9, jedoch ist er in besserem Zustand.

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Re: Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Beitrag von Izhevsk » Dienstag 15. Mai 2018, 09:08

Hallo Packerowski,

vielen Dank für die Links, die Seite ist wirklich gut gemacht und ich habe den Betreiber direkt mal angeschrieben.
Die Krux ist:
Es gibt einerseits die auf der Seite geschlossenen Städte, wie Lesnoy.
Andererseits ist ein Teil der Region geschlossen, aber eben nur teilweise. Woltschansk und Krasnoturinsk sind, zumindest da, wo die Straßenbahn fährt, frei zugänglich.

Nur für die Hotelbuchung braucht man dort grundsätzlich eine Genehmigung. Es ist wirklich verrückt...


Hallo Norbert,

auch Dir herzlichen Dank! Der Zug ist genau deshalb problematisch, weil ich eben in diesem Gebiet aussteigen würde. Der Bus könnte eine Alternative sein, das versuche ich gerade rauszukriegen.
Stimmt, an diese "Werksbahn", die natürlich trotzdem eine Straßenbahn ist, hatte ich gar nicht gedacht. Dort war ich 2016 mal, war eine beeindruckende Tour.


Ich werde meine Erfahrungen nach der Reise hier niederschreiben, vielleicht werden sie dann künftig mal jemandem nützlich sein. Tipps sind natürlich trotzdem noch gern gelesen. :-)

Das Thema Straßenbahnen wurde hierher verschoben: http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=24&t=19967. Norbert, Vize-Admin

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Re: Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Beitrag von Izhevsk » Dienstag 12. Juni 2018, 09:23

Ich habe auf der Strecke in den Nordural letzte Woche folgende Erfahrungen gemacht:
Das Gebiet nördlich von Nischni tagil ist tatsächlich Sperrzone, es gibt aber keine festen Grenzkontrollen, nur die üblichen Polizeikontrollen.
Am besten organisiert ihr Euch einen Fahrer, der Euch in seinem eigenen Auto befördert. Denn logischerweise wird bei einer Kontrolle nur er bzw. seine Autopapiere kontrolliert. Das hat bei mir problemlos funktioniert. In Krasnoturjinsk und Woltschansk selbst kann man sich frei bewegen, auch mit Kamera. Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass ihre Städte für Ausländer gesperrt sind. Ich bin überall sehr herzlich empfangen worden und habe tolle Kontakte geknüpft. Den Regionen kann man nur wünschen, dass sie endlich bald frei bereisbar sind.



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Re: Ural: Sperrzonen zwischen Nischni Tagil und Woltschansk

Beitrag von m1009 » Dienstag 12. Juni 2018, 13:37

Die Sperrzone wird schon einen Grund haben....

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