Autokauf in Moskau

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m1009
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Re: autokauf in moskau

Beitrag von m1009 » Donnerstag 13. September 2018, 17:14

bella_b33 hat geschrieben:
Mittwoch 12. September 2018, 15:44


Auto in Ru kaufen und einfach mit zurücknehmen.....klappt das so einfach mit ner Anmeldung in Deutschland? Verzollung bei Einfuhr nach DE?
Das Problem wird eher die Ausfuhr sein.



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Norbert
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Re: autokauf in moskau

Beitrag von Norbert » Donnerstag 13. September 2018, 17:59

Wir haben wegen Umzug unser Auto verkauft. Da ich von Autos keinerlei Ahnung habe, haben wir dies einem bekannten privaten Zwischenhändler anvertraut.

Es war ein Megane II, 210.000 km, 14 Jahre, auf dem Papier noch immer im Erstbesitz (mein Schwiegervater). Das Auto war durchgängig immer gut gewartet, aber seit Jahren nur noch in einer freien Renault-Werkstatt und oft mit chinesischen Nachbau-Ersatzteilen (Stoßstange, Windschutzscheibe, Lenkung). Bekannt waren mir zwei Probleme: Die Hydraulik-Kupplung war nicht ganz dicht und im Stop-and-Go musste man alle drei Minuten kurz auskuppeln. Und die Funkschlüssel haben nicht mehr stabil gearbeitet.

Der Zwischenhändler hat 170.000 gegeben, hat ein paar Schönheitsreparaturen gemacht (Lenkrad war abgegriffen, hat die Sitze neu bespannt). Das Schlüsselproblem hat er dem Kunden gesagt, zur Kupplung sicher nichts. Verkauft hat er das Auto für 230.000.

(Wir hätten auch auf Provisionsbasis arbeiten können, dann hätte er nur 20.000 genommen, wir hätten aber bis zum finalen Verkauf warten müssen ohne Sicherheit, welcher Preis am Ende herauskommt.)

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Re: autokauf in moskau

Beitrag von bella_b33 » Donnerstag 13. September 2018, 18:39

m1009 hat geschrieben:
Donnerstag 13. September 2018, 17:14
Das Problem wird eher die Ausfuhr sein.
Da hab ich gar nicht drüber nachgedacht. nix raus und tschüß? oder später zurückreisen und Auto abmelden mit Kennzeichen unterm Arm?
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Re: autokauf in moskau

Beitrag von m1009 » Freitag 14. September 2018, 00:03

Klassischer Export: Auto Abmelden, T/O, Transitkennzeichen kaufen, Ausreisen. IMO muss das Auto zur Abmeldung in RUS bei der GAI vorgestellt werden. Nebenbei: Einfach, als Visumsauslaender, mal schnell zur Zulassungstelle, Auto anmelden. ;) ... Propiska? :D
Vorsicht bei Allradfahrzeugen ab 2,8t. Die Fahrzeuge brauchen u.U. eine formelle Exportgenehmigung.

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Re: autokauf in moskau

Beitrag von bella_b33 » Freitag 14. September 2018, 05:00

Danke Emmi!
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Re: autokauf in moskau

Beitrag von m1009 » Freitag 14. September 2018, 09:59

Ich hab mal ne Weile in einer rein russischen Firma gearbeitet. Wir hatten einige "Geschlossene Allrad LKW" bis 3,5t. Also Werkstattwagen ;) ... Unmittelbar nach der Zulassung hatte die Firma 14 Tage Zeit, die Fahrzeuge bei den Streitkraeften registrieren zu lassen..... Kommt also, wie immer darauf an, was man will... Kaufst z.B. eine Allrad-Gazelle, die im frueheren Leben mal auf eine Firma zugelassen war, braucht man zur Ausfuhr u.U. eine Genehmigung.

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Re: autokauf in moskau

Beitrag von m1009 » Freitag 14. September 2018, 10:53

Nun hab ich etwas Zeit.

Export:

- Pass inklusive notariell beglaubigter Uebersetzung, ggf. Registrierung
- Kaufvertrag in 3-facher Ausführung, Exemplare mit original Unterschriften, keine Kopien!
- Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief im Original plus einige Kopien (fuer GIBBD, T/O, Transit, Grenze)
- Kennzeichen

Damit geht es zur GIBBD, dort das Fahrzeug fuer den permanenten Export aus RUS anmelden. Die Kennzeichen werden eingezogen, das Fahrzeug fuer den Betrieb in Russland stillgelegt. Gebuehr bezahlen. Weiter zur T/O (TUEV), der technische Zustand, die VIN und ob weitere Exportgenehmigungen benoetigt werden, geprueft. Ist alles in Ordnung, werden die Transitkennzeichen beantragt. Der Kaeufer erhalt eine voruebergehende Zulassung auf seinen Namen, Kennzeichen. Wieder Gebuehr bezahlen. Dann zur Versicherung und eine Versicherung fuer RUS und Gruene Karte (EU) kaufen. Dann kann es schon los gehen.

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Re: Autokauf in Moskau

Beitrag von warwara » Freitag 14. September 2018, 11:58

Und wenn man die russische Seite erfolgreich durchlaufen hat, kommt der deutsche Zoll und hält die Hände auf für Zoll und Einfuhr-USt.
Und später dann noch mal der TÜV, wenn das Auto nicht den deutschen Vorschriften entspricht.

Wir haben 2014 einen Jeep aus den USA im Rahmen unseres Umzugs nach Deutschland importiert. US-Modell, Baujahr 2014, war vorher ziemlich genau 6 Monate auf uns zugelassen in den USA. Zoll und MwSt sind zwar entfallen (Umzugsgut), Transport im Rahmen des Umzugs hat Arbeitgeber bezahlt, aber die Umrüstung und Zulassung hier haben uns noch mal gut 2.500€ gekostet, bis alles durch war. Umrüstung, TÜV-Gebühren für diverse Ausnahmegenehmigungen, es läppert sich am Ende. Und trotz allem war die Kiste noch günstiger, als wenn wir sie hier gekauft hätten...
I didn't do it. And besides, everybody else was doing it - and it shouldn't be forbidden anyway.

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Re: Autokauf in Moskau

Beitrag von m1009 » Samstag 15. September 2018, 01:01

warwara hat geschrieben:
Freitag 14. September 2018, 11:58
wenn das Auto nicht den deutschen Vorschriften entspricht.

Das muss man halt vorher klaeren. Das wichtigste ist, das ein Abgasgutachten im System vorliegt. Falls nicht, wird es extrem teuer. Alle Fahrzeuge die es in identischer Konfiguration in der DDR gab, haben einen Persilschein. Bei allen Anderen muss man vorher pruefen. Neuen Kaluga-Tiguan mit EURO5 Motor in die EU einfuehren klappt z.B. nicht, da fuer diese Modelle in der EU kein Abgasgutachten existiert.

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Re: Autokauf in Moskau

Beitrag von bella_b33 » Samstag 15. September 2018, 01:54

m1009 hat geschrieben:
Samstag 15. September 2018, 01:01
Neuen Kaluga-Tiguan mit EURO5 Motor in die EU einfuehren klappt z.B. nicht, da fuer diese Modelle in der EU kein Abgasgutachten existiert.
Na oooooooch, jetzt bin ich aber traurig :D :lol:, aber stimmt: Mein 2.0TSI ist 2016 und hat noch Euro 5, genau wie unser 2017er Kia. Euro 6 kommt in Ru erst n bisschen später ;)
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