Vorstellung

Wer nicht wie ein Elefant ins Glashaus trampeln möchte, hat hier die Möglichkeit dezent auf sich aufmerksam zu machen. (ist keine Pflichtveranstaltung) Herzlich Willkommen!
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Prennt
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Vorstellung

Beitrag von Prennt » Dienstag 23. Oktober 2018, 16:05

Hallo, ich möchte mich kurz vorstellen. Mein Name ist Bernd 52 Jahre alt und seit 2013 mit einer tollen lettischen Frau verheiratet. Wir haben eine kleine süße Maus von 5 Jahren.

Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen:
Die Mutter meiner Frau lebt in Lettland und ist Rentnerin. 3/4 des Jahres verbringt sie aber bei uns hier in Deutschland. Als Russe hat man es in Lettland nicht leicht, daher kam mir der Gedanke meine Schwiegermutter hier nach Deutschland zu holen und in das Sozialsystem zu integrieren.
Nun ist es meiner Kenntnis so, das Russen die in eu Staaten leben zwar gewisse reisefreizügigkeit haben aber wohl kein Recht haben das sie ihren Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen.
Ich suche Mittel und Wege meine Schwiegermutter fest nach Deutschland zu holen.
Für jeden tip bin ich dankbar, denn es kann doch nicht sein das es dort keine Möglichkeit gibt wo doch Millionen an Flüchtlingen ohne wenn und aber hier vom Staat akzeptiert werden. Bitte nicht falsch verstehen, es geht mir nur nicht in den Kopf das mit zweierlei Maß gemessen wird.



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Norbert
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Re: Vorstellung

Beitrag von Norbert » Dienstag 23. Oktober 2018, 17:40

Der Fall ist wirklich nicht sonderlich hoffnungsvoll. Der deutsche Staat hat natürlich kein Interesse, freiwillig Sozialfälle aufzunehmen. Und Deine Schwiegermutter wird sicher über 60 sein, wird also die Krankenversicherung und Rentenkasse "nur noch Geld kosten". Außer einer Heirat gibt es keinen echten Status, der hier helfen würde. Denn selbst wenn eine Hilfsbedürftigkeit vorliegt, wird argumentiert, dass Deine Frau genauso gut in Lettland helfen könnte. Frei nach dem Motto: So schlecht lebt man da ja auch nicht.

Bezüglich der Frage der Flüchtlinge. Natürlich ist es durchaus denkbar, dass Deine Schwiegermutter basierend auf den abskuren Regeln der baltischen Staatenlosen mit ihrem Fremdenpass nach Deutschland reist. Dann steht es ihr frei, Asyl zu beantragen. Sie wird dann genauso wie die Millionen Flüchtlinge in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht und bekommt auch Kost und Logie finanziert, bis über ihren Asylantrag entschieden wird. Er wird natürlich abgelehnt, da sie über ein sicheres Drittland eingereist ist und auch kein Asylgrund vorliegt. Sie kann dann wie die Millionen Flüchtlinge über Einsprüche das Verfahren verzetteln oder versuchen, über ihr Alter einen vorläufigen humanitären Status zu bekommen, wo dann auch wieder Kost und Logie irgendwie bezahlt werden. Oder sie taucht unter, wie viele Flüchtlinge. Oder Kirchenasyl.

Mit anderen Worten: Natürlich wird jeder Flüchtling gleich behandelt, auch Deine Schwiegermutter. Aber es ist zu bezweifeln, dass dies für Euch in Frage käme. ;)

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Re: Vorstellung

Beitrag von Prennt » Dienstag 23. Oktober 2018, 18:31

Erstmal recht vielen Dank für deine ausführlichen Informationen. Leider ist das echt ernüchternd. Mir ist noch eines eingefallen. Könnte ich den Hebel dahingehend ansetzen das man auf Familien Zusammenführung argumentiert? Finanziel wäre sie über uns abgesichert was aber leider die sozialversorgung mit kranken und Rentenversicherung nicht.
Ich bin Kaufmann von Beruf und kann dir aus meinem Bereich alles mögliche erzählen aber was diese Sache betrifft tappe ich im Dunkeln.
Was eine Heirat betrifft, wäre es rein theoretisch möglich da mein Schwiegervater vor 3 Jahren verstarb. Ob es allerdings dann eine Alternative für meine Schwiegermutter ist, müsste man in einem Gespräch klären. Vielleicht hat ja noch jemand eine Idee wo ich ansetzen kann und ob meine Idee mit der Familien Zusammenführung Erfolg versprechend ist. Vorab schon einmal vielen lieben Dank.

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Re: Vorstellung

Beitrag von paramecium » Dienstag 23. Oktober 2018, 23:00

Sollte deine Schwiegermutter zu den Russen gehören, die es nach 30 Jahren geschafft haben, die Sprache des Landes in dem sie leben halbwegs zu beherrschen, kann sie einfach die lettische Staatsangehörgkeit beantragen. Dann ist sie als Familienangehöriger nachzugsberechtigt.

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Re: Vorstellung

Beitrag von m1009 » Mittwoch 24. Oktober 2018, 00:40

Genau.

Du lebst in der Sowjetunion.
Nach Jahrzehnten wirst Du ploetzlich zum Nichtbuerger, weil die Moechtegernherrenmenschen des Baltikums dich zum Menschen 2. Klasse deklarieren.

Interessant.

Ich wuerd schon aus Prinzip mich der "landessprache" verweigern.



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Re: Vorstellung

Beitrag von Norbert » Mittwoch 24. Oktober 2018, 09:52

Stimmt, offizieller EU-Bürger werden und dann die Freizügigkeit nutzen.

Eine Familienzusammenführung für Eltern von volljährigen Kindern ist nicht vorgesehen. Es wird sogar ausländischen Eltern von deutschen Kindern, welche volljährig geworden sind, die Aufenthaltsgenehmigung entzogen.

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Re: Vorstellung

Beitrag von paramecium » Mittwoch 24. Oktober 2018, 19:59

m1009 hat geschrieben:
Mittwoch 24. Oktober 2018, 00:40
Genau.

Du lebst in der Sowjetunion.
Nach Jahrzehnten wirst Du ploetzlich zum Nichtbuerger, weil die Moechtegernherrenmenschen des Baltikums dich zum Menschen 2. Klasse deklarieren.

Interessant.

Ich wuerd schon aus Prinzip mich der "landessprache" verweigern.
Die Verweigerung wäre heutzutage dein gutes Recht (-> неграждане). Die Letten die nach der Okkupation zu Sowjetzeiten die russische Sprache verweigerten erwartete noch ein anderes Schicksal.

Man kann sich heute natürlich selbst zum politischen Märtyrer machen oder einfach nur aus Ignoranz die Sprache nicht lernen. In beiden Fällen verspielt man berufliche, gesellschaftliche und soziale Chancen.
Wenn man über 65 Jahre alt ist, kann man im Übrigen einen vereinfachten Sprachtest ablegen.

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