Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.

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akire
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Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von akire » Freitag 14. Juni 2019, 13:51

Einen schönen guten Tag zusammen. Ich hoffe dass ich mit meinem Anliegen in der Richtigen "Abteilung" gelandet bin. Kurz zu meiner Situation. Ich bin deutsche Staatsbürgerin, seit Dezember 2017 mit einem russischen Staatsbürger verheiratet. Das RVP habe ich letztes Jahr im Juni erhalten. Im Oktober diesen Jahres kommt unser erstes Baby, welches ich in D zur Welt bringen möchte. 1-2 Monate nach der Geburt möchten wir mit dem Kind zurück nach Russland (mein Mann hat ein Visum für D). Jetzt bin ich überfragt wie ich das denn am besten mache. Nach der Geburt direkt einen Reisepass für den Kleinen beantragen - ist ja einleuchtend. Kann ich denn den Kleinen im russischen Konsulat in Frankfurt in mein RVP eintragen lassen und ihn dann problemlos mitnehmen? Brauchen Kinder überhaupt gleich ein Visum oder gilt die Visapflicht erst ab 18 Jahren? Hat jemand Erfahrungen damit ob evtl. gleich nach der Geburt die russische Staatsbürgerschaft beantragt werden kann (der Vater ist ja russ. Staatsbürger) im Konsulat und wie lange diese Prozedur dauert? Für jeglichen Hinweis bin ich dankbar.



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Wladimir30
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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von Wladimir30 » Freitag 14. Juni 2019, 14:02

Wenn es denn kein Geheimnis ist, warum soll das Kind in DEU zur Welt kommen? Viele viele Kinder kommen in Russland zur Welt, und in privaten Kliniken oder in gesonderten Abteilungen der staatlichen Institutionen ist auch die Versorgung vollkommen zufriedenstellend?
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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von m5bere2 » Freitag 14. Juni 2019, 14:04

Überflüssige Probleme ... wenn das Kind in Russland geboren wird, kriegt es automatisch sowohl die russische als auch deutsche Staatsangehörigkeit und du ersparst dir diese ganze Bürokratie. Wir haben ein Kind in Deutschland bekommen und eines in einem staatlichen Krankenhaus in Nowosibirsk. Ja, in Berlin war der Wandanstrich etwas gemütlicher, aber sonst... ;) Es gibt auch in Russland gute Geburtskliniken.

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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von Norbert » Freitag 14. Juni 2019, 14:23

Wenn das Kind in Deutschland zur Welt kommt, ist es nicht automatisch Russe, trotz russischem Vater. Deswegen brauchst Du dann ein Visum ODER musst die RVP auf das Kind ausweiten, was sicher noch komplexer ist, ODER ihr müsst erst die russischen Staatsbürgerschaft beantragen. Die würde es recht problemlos bekommen.

Wenn das Kind in Russland zur Welt kommt, ist es automatisch Russe, aufgrund des russischen Vaters.

Die deutsche Staatsangehörigkeit hat das Kind in beiden Fällen.

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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von inorcist » Freitag 14. Juni 2019, 15:04

Wladimir30 hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 14:02
Wenn es denn kein Geheimnis ist, warum soll das Kind in DEU zur Welt kommen? Viele viele Kinder kommen in Russland zur Welt, und in privaten Kliniken oder in gesonderten Abteilungen der staatlichen Institutionen ist auch die Versorgung vollkommen zufriedenstellend?
Sowas kann ja ganz pragmatische Gründe haben, Frauenarzt, dem man schon ewig vertraut, Familie, die einen direkt nach der Geburt unterstützt etc.

Wie Norbert schon beschrieben hat, müsstet ihr dann die russische Staatsbürgerschaft für den Nachwuchs zuerst beantragen und danach den Reisepass. Bei uns hatte das Prozedere insgesamt knapp 2 Monate gedauert, wenn ich mich richtig erinnere. Du müsstest dann wohl zwei Monate vor und zwei Monate nach der Geburt in Deutschland einplanen. Plus Puffer macht das 5 Monate. Keine Ahnung, ob so eine lange Abwesenheit mit dem RVP vereinbar ist.



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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von Dietrich » Freitag 14. Juni 2019, 16:10

inorcist hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 15:04
Wie Norbert schon beschrieben hat, müsstet ihr dann die russische Staatsbürgerschaft für den Nachwuchs zuerst beantragen und danach den Reisepass. Bei uns hatte das Prozedere insgesamt knapp 2 Monate gedauert, wenn ich mich richtig erinnere. Du müsstest dann wohl zwei Monate vor und zwei Monate nach der Geburt in Deutschland einplanen. Plus Puffer macht das 5 Monate. Keine Ahnung, ob so eine lange Abwesenheit mit dem RVP vereinbar ist.
Wie sieht es denn aktuell mit der Optionspflicht aus? Also der Entscheidung zwischen den beiden Staatsangehörigkeiten, wenn das Kind 21 wird?
Wir hatten hier vor längerer Zeit mal das Thema:
viewtopic.php?f=13&t=18203&hilit=Optionspflicht
Da hat sich aber (zumindest in D) seitdem recht viel geändert.

Wäre ja blöd, wenn es diesbezüglich einen Unterschied machen würde, wo das Kind gebohren wird.
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W. Churchill (1940)

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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von Norbert » Freitag 14. Juni 2019, 17:07

Dietrich hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 16:10
Wie sieht es denn aktuell mit der Optionspflicht aus? Also der Entscheidung zwischen den beiden Staatsangehörigkeiten, wenn das Kind 21 wird?
https://www.bmi.bund.de/DE/themen/verfa ... -node.html

Optionspflicht gilt nur für Kinder, bei denen beide Eltern bei Geburt in Deutschland legal lebende Ausländer waren, und seit 2014 auch nur noch bei Wohnort außerhalb Deutschlands. Kinder mit binationalen Eltern dürfen Ihre beiden Staatsbürgerschaft aus deutscher Sicht in jedem Fall das ganze Leben behalten (ebenso aus russischer Sicht).

(Nur wenn diese Kinder wiederum Kinder im Ausland bekommen, müssen sie dann die deutsche Staatsbürgerschaft innerhalb der ersten Lebensjahre bestätigen lassen, aber wiederum ohne Optionspflicht.)

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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von akire » Freitag 14. Juni 2019, 17:14

Wladimir30 hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 14:02
Wenn es denn kein Geheimnis ist, warum soll das Kind in DEU zur Welt kommen? Viele viele Kinder kommen in Russland zur Welt, und in privaten Kliniken oder in gesonderten Abteilungen der staatlichen Institutionen ist auch die Versorgung vollkommen zufriedenstellend?
Es hat ganz einfach damit zu tun dass ich meine Familie dort habe und noch der Geburt besser unterstützt werden kann.
inorcist hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 15:04
Wie Norbert schon beschrieben hat, müsstet ihr dann die russische Staatsbürgerschaft für den Nachwuchs zuerst beantragen und danach den Reisepass. Bei uns hatte das Prozedere insgesamt knapp 2 Monate gedauert, wenn ich mich richtig erinnere. Du müsstest dann wohl zwei Monate vor und zwei Monate nach der Geburt in Deutschland einplanen. Plus Puffer macht das 5 Monate. Keine Ahnung, ob so eine lange Abwesenheit mit dem RVP vereinbar ist.
Gut... dass gilt es abzuklären..

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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von m5bere2 » Freitag 14. Juni 2019, 17:36

akire hat geschrieben:
Freitag 14. Juni 2019, 17:14
Es hat ganz einfach damit zu tun dass ich meine Familie dort habe und noch der Geburt besser unterstützt werden kann
Die Unterstützung wirst du auch nötig haben, bei den ganzen Behördengängen zum russischen Konsulat. :roll: Bedenke auch, dass dein Mann mit Visum maximal 90 Tage in Deutschland bleiben darf, das wird also ebenfalls sehr knapp.

Meine Tochter wurde am 13.08. in Berlin geboren und hat am 29.09. in Berlin die russische Staatsangehörigkeit erhalten. So als konkretes Beispiel für einen Zeitrahmen. Ist aber schon ein paar Jahre her.

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Re: Mutter hat ein RVP für Russland, Kind soll in Deutschland zur Welt kommen

Beitrag von Norbert » Freitag 14. Juni 2019, 18:16

Die Rennerei ist in beiden Fällen vorhanden. Ich sehe es auch so, dass die Geburt grundsätzlich da stattfinden sollte, wo sich die werdende Mutter am wohlsten und sichersten fühlt. Das ist einfach unheimlich wichtig. Alles andere ist nebenrangig, finde ich.

Noch ein Unterschied: Bei Geburt in Russland hat das Kind dann automatisch einen Отчество, in Deutschland nicht. :lol:



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